Tag Archive for: Multimedia

Sonsos Beam

04 Mrz 2019
4. März 2019

Ich hatte schon lange mit der Anschaffung eine Soundbar für meinen Fernseher geliebäugelt. Denn was aus eingebauten Fernsehlautsprechern so raus kommt, ist natürlich in der Regel nicht besonders überragend. Glücklicherweise hatte ich den Kauf aber immer wieder aufgeschoben. Für mich etwas überraschend hat Sonos dann letztes Jahr die Beam-Soundbar herausgebracht und dies zu einem für Sonos-Verhältnisse recht moderaten Preis von rund 450 Euro. Die bisherigen Soundbars dieses Herstellers waren zum einen für meine recht kleine Fernsehecke zu groß und sind auch deutlich teurer. Da ich schon vier andere Sonos-Boxen habe, die „Beam“ auch noch AirPlay 2 an Bord hat und es den Lautsprecher zum „Black Friday“ nochmal 50 Euro billiger gab, habe ich zugeschlagen. Heute möchte ich über meine Erfahrungen damit berichten.

Wie bei Sonos üblich gibt es den Lautsprecher in schwarz oder weiß. Mit einer Länge von 65 cm passt er auch auf kleinere Fernsehschränke. Eine Wandbefestigung ist ebenfalls möglich. Anschlüsse gibt es nur für Strom, Ethernet und HMDI. Der HDMI-Port stellt die Verbindung zum Fernseher her. Ältere Fernseher, die noch kein Audio über HDMI ausgeben können (HDMI-ARC), kann man mit einem optischen Kabel anschließen, einen Adapter „optisch auf HDMI“ liefert Sonos mit. Wie bei neuen Sonos-Lautsprechern üblich ist auch Amazons Alexa-Service integriert. Den muss man aber nicht einrichten oder nutzen, tue ich auch nicht, da ich schon über ausreichend Endgeräte von Amazon verfüge. Oben auf der Soundbar sind Touch-Bedienelemente für Lautstärke, Start/Pause und Sprachsteuerung. Eine Steuerung über die Sonos-App ist selbstverständlich ebenfalls möglich. Einen Ein-/Ausschalter gibt es wie bei anderen Sonos-Geräten auch nicht. Wer Standby-Strom sparen möchte, braucht also z.B. noch eine schaltbare Steckdose.

Die Ersteinrichtung erfolgt ähnlich wie bei den anderen Sonos-Boxen mit dem iPhone über eine akustische Vermessung des Raums mit Hilfe des iPhone-Mikrofons, welches man dazu entsprechend durch den Raum tragen muss. Der Beam-Lautsprecher wird dadurch auf die Geometrie des Raums kalibriert.

Die Klangqualität ist sehr gut und zumindest in meinem Fall auch durchaus raumfüllend, auch wenn der Raum jetzt nicht super groß ist. Der große Vorteil am Beam ist, dass der Fernseher nun zur Audioquelle für das komplette Sonos-System wird. Der Fernsehton kann nun in der ganzen Wohnung ausgegeben werden, so dass man zumindest akustisch nichts verpasst, wenn man mal kurz in die Küche oder ins Bad geht. Umgekehrt ist die Soundbar natürlich auch ein vollwertiger Sonos-Lautsprecher, d.h., sie kann als zusätzliche Box für die Musik- oder Radioausgabe verwendet werden, wenn kein Fernsehen geschaut wird. Wie bereits erwähnt ist die Soundbar auch ein AirPlay-2-Ziel. Damit fügt sie sich auch nahtlos in Apple-Multiroom-Systeme ein. Durch Gruppierung mit dem Beam können übrigens auch Sonos-Lautsprecher, die kein AirPlay können, mit Audio aus Apple-Quellen versorgt werden.

 

Fremdsprachen lernen mit Apps revisited

23 Jan 2017
23. Januar 2017

Vor rund eineinhalb Jahren habe ich hier vorgestellt, wie man mit Hilfe entsprechender Apps eine neue Fremdsprache lernen kann. Inzwischen habe ich zwei neue Apps am Start, die zwei im ersten Artikel vorgestellte Programme ersetzen. Dies ist der Anlass für diesen Update-Artikel.

Fangen wir gleich mit dem Sprachkurs an, sicherlich der wichtigsten Komponente im Sprachlern-Köcher. Hier habe ich Babbel durch Duolingo ersetzt. Wo liegen die Unterschiede? Mich motiviert Duolingo mehr zum täglichen Lernen, weil es ähnlich wie Fitness-Apps oder Programme zum Antrainieren von neuen Angewohnheiten strähnenbasiert („streak“) arbeitet. Eine 14 Tage-Trainingssträhne will man nun mal nicht so schnell unterbrechen. Das Tagespensum kann in den Einstellungen festgelegt werden. Die Trainingseinheiten sind so kompakt, dass man zwei davon mit einem Aufwand von 10-15 Minuten täglich locker schafft. Mehrere Trainingseinheiten sind jeweils zu einem Thema wie z.B. „Fragen“, „Farben“ oder „Adverbien“ gruppiert. Die Trainingseinheit selbst besteht aus Einzelübungen wie Diktate kurzer Sätze in der Fremdsprache, Übersetzungen in beide Richtungen (sowohl mit der Tastatur, als auch durch Drag&Drop einzelner Wörter), dem Finden von Wortpaaren oder der Auswahl der richtigen Lösung im Multiple-Choice-Verfahren. Macht man während einer Einheit zu viele Fehler, müssen erst Auffrischungseinheiten absolviert werden bevor fortgefahren werden kann (alternativ kann virtuelles Geld, welches man kaufen oder durch abgeschlossene Gruppen verdienen kann, eingeworfen werden). Auch bereits abgeschlossene Gruppen werden gelegentlich zur Auffrischung angeboten, Duolingo erkennt dabei, in welchen Bereichen Schwächen vorhanden sind. Gelegentlich blendet die App ein, wie flüssig man die Fremdsprache (in Prozent) inzwischen beherrscht. Die Übungen bauen größtenteils aufeinander auf, so dass man neue Gruppen erst beginnen kann, wenn die darunterliegenden abgearbeitet sind. Insgesamt macht das alles einen durchdachten Eindruck und ich komme damit sehr gut zurecht.

Duolingo (I)

Duolingo (II)

Duolingo (III)

Duolingo gibt es für über 20 Sprachen, jedoch ist nur bei Englisch, Spanisch und Französisch die Unterrichtssprache Deutsch. Bei allen anderen Sprachen – in meinem Fall Dänisch – ist die Unterrichtssprache Englisch, was mir persönlich keinerlei Probleme bereitet. Hier ist Babbel klar im Vorteil, dort ist auch bei den exotischeren Sprachen die Unterrichtssprache Deutsch. Was mir an Duolingo besser gefällt ist, dass es zu allen Themen Beispielsätze gibt, während bei meinem Babbel-Dänischkurs zu vielen Themen nur einzelne Vokabeln trainiert wurden. Dafür gibt es bei Babbel wiederum eine Liste aller gelernten Wörter und Regelwendungen, die als Basis für das Auffrischen des Gelernten dient. Im Gegensatz zu Babbel ist Duolingo kostenlos (die App hat akademische Wurzeln), in letzter Zeit wird allerdings nach jeder Trainingseinheit eine Werbetafel eingeblendet, die ich allerdings nicht als aufdringlich empfinde.

Duolingo (IV)

Die zweite App ist ein neuer Vokabelverwalter und -trainer. Bisher hatte ich „iVocabulary“ für macOS und iOS dafür benutzt. Ich wechsele sehr oft zwischen den Plattformen und trage, wenn ich unterwegs mit Duolingo lerne, neue Vokabeln auch direkt auf dem iPhone ein. Leider funktioniert nach meinen Erfahrungen der Sync nicht wirklich gut und dauert auch vor allem sehr lange, was bei dem doch recht geringen Datenumfang unverständlich ist. Glücklicherweise habe ich im App Store „Wokabulary“ gefunden, welches ebenfalls für macOS und iOS (iPhone und iPad) erhältlich ist. Insgesamt musste ich für beide Plattformen rund 25 Euro investieren, was aber bei einem Nischenprogramm, welches ich täglich nutze, in Ordnung geht. Der Sync von Wokabulary ist iCloud-basiert und läuft nach meinem bisherigen Beobachtungen absolut schnell und zuverlässig. Der Funktionsumfang beider Vokabel-Apps ist ähnlich. Nette Features der iOS-Version von Wokabulary sind das automatische Umschalten auf die Fremdsprachen-Tastatur bei Eingaben in der Fremdsprache und eine mögliche Audioausgabe der fremdsprachigen Wörter beim Vokabeltraining.

Wokabulary Mac

Wokabulary iPhone

Zum Schluss noch ein Bonustipp für alle, die wie ich Dänisch lernen: Die App „Tysk Ordbog – Large“ (iPhone und iPad) hat sich als sehr nützlich erwiesen. Es ist ein Wörterbuch Deutsch-Dänisch und Dänisch-Deutsch mit rund 200.000 Einträgen. Ich habe noch so gut wie nichts gefunden, was da nicht drin steht. Außerdem gibt es Zusatzinformationen zu jedem Eintrag, bei dänischen Substantiven z.B. die Form mit angehängtem Artikel sowie der Plural. Der Anschaffungswiderstand ist mit rund 30 Euro allerdings recht hoch.

Tysk Ordbog

Das iPad als digitaler Bilder- und Inforahmen

13 Dez 2015
13. Dezember 2015

Regelmäßige Leser werden wissen, dass ich öfter und gerne fotografiere. Dabei sind schon eine Reihe schöner Aufnahmen entstanden, so dass schon länger der Wunsch besteht, diese auch innerhalb der eigenen vier Wände aufgehängt zu betrachten. Leider ist Wandfläche nun einmal endlich und teilweise natürlich auch schon genutzt, wodurch schnell Platzprobleme entstehen. Die klassische Lösung für dieses Problem ist ein digitaler Bilderrahmen, denn dort lassen sich auch schnell neue Fotos unterbringen, also musste einer her. Eine Marktrecherche brachte jedoch schnell Ernüchterung:

  • Es gibt keine große Auswahl, offensichtlich haben Tablets diesen Markt ziemlich „kaputt“ gemacht.
  • Die meisten Modelle benötigen einen Stromanschluss, was dort wo der Rahmen bei mir hin sollte, größeren Aufwand erfordert hätte.
  • Die User-Interfaces der Geräte sind häufig grottig.
  • Schon mit kleinen Zusatzfunktionen wie die Anzeige der Uhrzeit innerhalb eines Fotos sind viele Geräte überfordert.

Daher bin ich nach meinen Erkundungen zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ein Tablet die bessere Lösung ist. Ein Akkubetrieb ist hier problemlos möglich, außerdem könnte ein Tablet seine Inhalte per WLAN beziehen, müsste selbst also nicht mit irgendwelchen SD-Karten bestückt werden. Die Darstellung der Bilder könnte eine entsprechende App übernehmen, wofür ich mich allerdings nicht entschieden habe, dazu später mehr. Bleibt also nur die Frage iPad oder Android. Ein Android-Gerät wäre möglicherweise etwas preiswerter geworden, ich habe mich dann aber für ein „refurbished“ iPad 4 entschieden, welches ich relativ günstig direkt bei Apple erworben habe. Wiederaufbereitete Geräte bekommen ein neues Gehäuse und einen frischen Akku, das ist alles, worauf es für meinen Bilderrahmen ankommt. Mit 10 Stunden Akku-Laufzeit muss ich das iPad nicht oft laden, denn ein Betrieb für mehr als eine Stunde pro Tag (eher weniger) war sowieso nicht geplant. Für mein Projekt reicht außerdem das kleinste Modell (16 GB mit WLAN) völlig aus. Die iPad-Lösung bietet mir persönlich auch weitere Vorteile:

  • Es hat ein hochauflösendes Retina-Display, ideal für Fotos.
  • Ich kenne mich mit dem System gut aus.
  • Ich kann weitere Apps zur Haussteuerung installieren, was praktisch ist bei einem Gerät, was direkt an der Wand hängt (dazu später mehr).

Nachdem das iPad eingetroffen war, musste als erstes eine Wandhalterung her. Nach einigen Recherchen habe ich mich für eine XFlat UP150 (Amazon-Link) entschieden, die das iPad zuverlässig an der Wand befestigt. Zur Montage muss lediglich ein Loch gebohrt werden.

Anschließend stellte sich die Frage nach einer Präsentationsapp für meine Fotos. Allerdings wurden, weil ich ja jetzt quasi einen vollwertigen Computer mit WLAN hatte, meine Ansprüche immer größer. Wäre es nicht toll, wenn es während die Bilder durchlaufen auch Seiten gäbe, die die aktuelle Innen- und Außentemperatur anzeigen, eine Wettervorhersage, Wetterwarnungen, die Schlagzeilen von heute, die nächsten Geburtstage meiner Verwandten und Bekannten? Mehr und mehr solcher Ideen kamen mir und es wurde schnell klar, dass ich niemals eine App finden werde, die das alles kann. Dann kam aber der rettende Einfall, ich bin ja von Beruf Webentwickler, also warum realisiere ich das nicht als webbasierte Lösung? Trotzdem brauchte ich natürlich eine App, und zwar einen Browser, der gleich mit einer festeingestellten Webadresse im Vollbild startet, ohne irgendein Benutzer-Interface anzuzeigen. Sowas gibt es aber, z.B. für die zahlreichen iPad-basierten Info-Kioske. Ich habe mich nachdem ich ein paar Apps getestet habe, für den Sandbox-Web-Browser entschieden (App-Store-Link). Bei dieser App legt man die Start-Webadresse direkt in der Einstellungs-App von Apple fest, sodass es beim Starten der App sofort mit der gewünschten Webseite losgeht, ideal für meine Zwecke.

Nun kam der eigentlich aufwändige Teil, der mir allerdings viel Spaß gemacht hat, das Erstellen der Webanwendung zur Darstellung von Foto- und Informationsseiten. Eine reine Fotoeinzelseite in HTML ist gar nicht so kompliziert und könnte beispielsweise so aussehen:

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
<meta name="viewport" content="height=device-height, width=device-width, initial-scale=1“ />
<meta http-equiv="refresh" content="10; URL=foto2.html“ />
</head> 
<body style="background-color: #000000; background-image:url(images/foto1.jpg); no-repeat center center fixed; -webkit-background-size: cover; background-size: cover">
</body>
</html>

Das Foto (hier foto1.jpg) wird als Hintergrundbild festgelegt (im Body-Tag) und die Meta-Refreshzeile im Header sorgt dafür, dass nach 10 Sekunden eine neue Webseite (foto2.html) mit einem neuen Foto (foto2.jpg) dargestellt wird. Meine Lösung ist allerdings – wie schon angedeutet – komplexer. So kann ich Einzelseite und Anzeigedauer in einer Steuerungsdatei festlegen, die in etwa so aussieht (Auszug, die vollständige Sequenz ist etwa 40 Zeilen lang, dann geht es wieder von vorne los),

10:photo-warnemuende1
20:headlines
10:photo-warnemuende2
20:itnews
10:photo-warnemuende3
20:applenews
10:photo-rostock1
20:localnews
10:photo-zoo1
10:conditions-inside
10:conditions-outside
10:photo-bornholm3
10:weather
10:forecast
10:photo-moen
10:alerts

Die Zahlen vor dem Doppelpunkt stehen für die Anzeigedauer in Sekunden, es folgt die anzuzeigende Seite. Seiten, die mit photo- beginnen zeigen ein Foto an, alles andere sind Sonderseiten, etwa mit Wetterinformationen oder Nachrichten. Diese Steuerungsdatei liegt im Textformat in meiner Dropbox und wird über ihre öffentliche URL von meiner Webanwendung eingelesen. Das hat den Vorteil, dass ich diese Datei auch mit dem iPhone ändern kann (mit einem Dropbox-fähigen Texteditor), um die Reihenfolge oder eine Anzeigedauer zu ändern. Natürlich komme ich in meiner Webanwendung dann nicht mehr mit einfachem HTML aus. Da ich sowieso dienstlich jeden Tag mit PHP arbeite, nutze ich diese Skriptsprache daher auch für dieses Projekt. Das Kernstück meiner Webanwendung ist somit ein PHP-Skript, welches die Steuerungsdatei aus der Dropbox holt, einliest und in einer Schleife Zeile für Zeile abarbeitet. Die Foto-Anzeigeseiten sehen gar noch so anders aus als im Beispiel oben, lediglich die Weiterleitungsseite, die Anzeigedauer und der Name des Fotos werden dynamisch mit PHP eingesetzt. Außerdem zeige ich auf jedem Foto unten links die Uhrzeit an, dieses Feature ist aber auch abschaltbar.

iPad-Bilderrahmen 1

iPad-Bilderrahmen 5

Das Grundgerüst steht damit, aber es gibt ja noch die Sonderseiten wie „headlines“, „itnews“, „applenews“, „localnews“, „conditions-inside“, „conditions-outside“, „weather“, „forecast“ und „alerts“, die ich immer nach ein bis zwei Fotos einstreue. Die meisten dieser Seiten basieren auf RSS-Feeds, die ich per JavaScript einlese. Dazu nutze ich die Google-Feed-API. So nehme ich z.B. für die Seite „headlines“ den Feed der Tagesschau und für „itnews“ den Feed von Heise. Eine Besonderheit sind die Seiten „conditions-inside“, „conditions-outside“ und „alerts“. Diese zeigen u.a. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in und außerhalb meiner Wohnung an und zwar mit den Werten meiner Netatmo-Wetterstation. Netatmo bietet freundlicherweise eine Programmierschnittstelle an, so dass ich mir die Daten darüber direkt von den Netatmo-Servern holen kann. War etwas Bastelarbeit, funktioniert aber einwandfrei. Hier sind ein paar von den Sonderseiten:

iPad-Bilderrahmen 2

iPad-Bilderrahmen 3

iPad-Bilderrahmen 4

iPad Bilderrahmen 6

iPad-Bilderrahmen 7

iPad-Bilderrahmen 8

So ist man morgens, wenn man beim Starten in den Tag ein paar Mal am iPad vorbeiläuft, schon ganz gut informiert. Art und Zahl der Zusatzseiten bleiben lediglich der eigenen Fantasie überlassen, denn es gibt kaum eine Information, die sich nicht irgendwie direkt oder indirekt aus dem Internet beschaffen läßt. Um wichtige Infoseiten direkt zu erreichen, habe ich noch eine Navigationsseite implementiert, die durch Streichen auf dem Display aktiviert werden kann (per ontouchmove-Event in JavaScript).

Da ich nun ein iPad fest an der Wand hängen habe, läßt es sich vorzüglich auch für andere Aufgaben einsetzen. Hier ein paar Beispiele:

  • Beleuchtungssteuerung mit der Hue-App
  • iTunes-Fernsteuerung mit der Remote-App
  • Einkaufsliste ergänzen (in meinem Fall AnyList)
  • Gerätesteuerung mit der Logitech-Harmony-App
  • iPad direkt als Wandradio mit der TuneIn-App

Auch hier sind dem kreativem Einsatz nur durch den App Store Grenzen gesetzt. Vielleicht konnte ich ja, die ein oder andere Anregung lostreten, ein eigenes Bilderrahmen-Projekt zu starten. Die Implementierung kann sogar mehr Freude bringen, als die spätere Nutzung ;-).

Fremdsprachen lernen mit Apps

26 Jul 2015
26. Juli 2015

Da ich häufiger bei unserem nördlichen Nachbarn unterwegs bin (ist ja nur eine kurze Fährüberfahrt entfernt von hier), lerne ich derzeit ein wenig Dänisch. Leider kein leichtes Unterfangen, knapp die Hälfte der Wörter stimmen zwar mit der deutschen Sprache überein (was das Lesen von Texten vereinfacht, beim Sprechen muss man natürlich dennoch wissen, welche Wörter gleich sind), jedoch weicht die Aussprache mehr oder weniger von der Schriftsprache ab, zumal nach meiner Erfahrung im Alltag recht schnell und teilweise auch undeutlich gesprochen wird. Dafür lernt man im Gegenzug quasi drei Sprachen in einer, denn die skandinavischen Sprachen haben eine Wortübereinstimmung zwischen 90 und 95 Prozent und werden gegenseitig meist ohne größere Probleme verstanden.

Wie man es bei mir nicht anders erwarten kann, unterstützen mich meine Geräte wie iPhone und iPad kräftig beim Lernen und ich möchte heute einfach mal meine Erfahrungen weitergeben und die Apps empfehlen, die mir weitergeholfen haben. Ich habe dabei nicht recherchiert, welche der Apps plattformübergreifend sind, dies dürfte aber zumindest für einige der Fall sein.

Mein wichtigster Baustein ist ein App-gestützter Sprachkurs. Denn nur so ist, meiner Meinung nach, ein systematisches Erlernen in kleinen zusammenhängenden und aufeinander aufbauenden Lektionen möglich. Hierzu setze ich Babbel ein (App-Store-Link), eine App, die eine ganze Reihe von Sprachen unterstützt, u.a. eben auch Dänisch. Für die Nutzung entstehen monatliche Kosten, die um so niedriger sind, je größer man den Abo-Bezahlzeitraum wählt. Ich zahle beispielsweise 33,30 Euro für 6 Monate, was einem Monatspreis von 5,55 Euro entspricht. Das ist meiner Meinung nach nicht zu viel, denn zum einen ist es ein professioneller Kurs, zum anderen erwirbt man natürlich – sofern man das Ganze nicht nur oberflächlich angeht – eine zusätzliche Fertigkeit, die sich zukünftig bezahlt machen kann. Die Sprachkurse sind auch nicht statisch, sondern es kommen regelmäßig neue Lektionen hinzu. Es dürfte schwierig sein, ein vergleichbares kostenloses Angebot zu finden, zumindest bei etwas exotischeren Sprachen wie eben Dänisch.

Babbel-Kurse

Eine Babbel-Lektion (für Dänisch gibt es über 300), die meist aus 5-10 Unterabschnitten besteht, hat mehrere Komponenten. Zunächst werden die neuen Wörter bzw. Redewendungen dieser Lektion (meist nicht mehr als 10) in Deutsch und der jeweiligen Fremdsprache angezeigt und in der Fremdsprache vorgelesen. Erlaubt man der App den Mikrofonzugriff, kann das Wort nachgesprochen werden und es wird angezeigt, ob die Aussprache korrekt war oder nicht.

Babbel 1

Anschließend werden diese wiederholt und man muss die richtige Übersetzung wählen.

Babbel 2

Nun werden einzelne Begriffe nochmal vorgelesen und man muss diese selber schreiben. Dazu werden entweder die enthaltenen Buchstaben angezeigt oder es wird einfach nur eine Tastatur eingeblendet, was natürlich schwieriger ist.

Babbel 3

Babbel 4

Weiterhin gibt es immer mal wieder Erläuterungs- und Grammatikseiten, auf denen das Gelernte vertieft wird.

Babbel 5

Weitere Komponenten sind das Zuordnen von Wörtern in Gruppen (durch Verschieben auf dem Bildschirm) oder das Vervollständigen von Dialogen, die gängige Alltagssituationen abdecken. Eine Lektion kann natürlich beliebig oft wiederholt werden. Die gelernten Wörter und Redewendungen kommen zusätzlich in eine persönliche Vokabelliste, die man in regelmäßigen Abständen mit Hilfe eines Wiederhol-Managers, der sich auch merkt, mit welchen Wörtern man Schwierigkeiten hat, abgearbeitet werden.

Babbel 6

Alles in allem bleibt nach meiner Erfahrung mit Hilfe der App eine ganze Menge hängen und die Sprachkenntnisse verbessern sich Schritt für Schritt. Der zweite wichtige Baustein meines Lernsystems ist ein Vokabel-Manager. Zwar hat Babbel ja schon den eben erwähnten Wiederhol-Manager, dieser lässt sich jedoch nur übers Web mit eigenen Wörtern erweitern und geht vermutlich auch verloren, sollte man jemals sein Abo beenden. Daher bevorzuge ich hierfür eine separate App und habe mich für iVocabulary entschieden. Diese kostenpflichtige App gibt es für Mac, iPhone und iPad, wobei die Daten über alle Geräte synchronisiert werden (iCloud oder Dropbox, Dropbox funktioniert nach meiner Erfahrung besser) und der Funktionsumfang ähnlich ist. Das Eintragen größerer Vokabelmengen ist natürlich am Mac bequemer.

Ivoc

In iVocabulary trage ich alle Wörter, die ich in Babbel lerne, sowie alle weiteren Vokabeln, die ich aufschnappe – z.B. auf Dänemark-Reisen, Webseiten, Prospekten usw. – ein. Zu jeder Vokabel kann auch ein Bild (diese Funktion nutze ich nicht, ist aber sinnvoll, für alle, die mehr visuell lernen), ein Kommentar, die Aussprache (als Aufnahme) und ein Etikett (nutze ich für die Wortart Substantiv, Verb, usw.) gespeichert werden. Mit Hilfe verschiedener Abfrage-Modi können die Wörter dann gelernt werden, wobei zu jeder Vokabel der letzte Abfragezeitpunkt und die individuelle Schwierigkeit (wie oft passieren Fehler bei diesem Wort) gespeichert wird. Insgesamt ist iVocabulary sehr umfangreich und ich habe noch nicht alle Funktionen genutzt.

Es kommt häufiger vor, dass ich ein neues Wort lese und einfach nur wissen möchte, wie es ausgesprochen wird. Hierfür hat sich die kostenlose App Forvo (App-Store-Link) bewährt. Forvo ist eine Sprach-Community, an der man teilnehmen kann, indem man dort einspricht, wie Wörter in der eigenen Muttersprache ausgesprochen werden. Der Umfang ist recht hoch, ich stoße recht selten auf ein Wort, welches nicht enthalten ist.

Forvo

Natürlich wäre diese Zusammenstellung ohne ein Wörterbuch nicht vollständig, denn irgendwo muss man bisher völlig unbekannte Wörter ja nachschlagen. Ich nutze dazu die iPhone-App von dict.cc, dict.cc+ (App-Store-Link, Offline-Benutzung möglich, alternativ gibt es auch eine kostenlose Version mit Werbung).

Dictcc

Diese vier Apps decken den Grundbedarf IMHO ganz gut ab, gelegentlich nutze ich noch weitere Dienste wie Google-Translate, aber mit den vorgestellten Produkten kommt man schon recht weit. Bonus-Tipp: Insbesondere fürs Vokabellernen ist es nützlich, auf dem iPhone oder iPad die Tastatur der jeweiligen Sprache zu installieren (iOS: Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Tastaturen). In diesem Sinne, viel Spaß beim Lernen!

Update vom 23.01.2017: Zu diesem Posting gibt es einen neuen Artikel, der zwei Apps empfiehlt, die entsprechend zwei o.g. Programm ersetzen.

iPhone-Airplay mit mehreren Lautsprechern

12 Jul 2014
12. Juli 2014

Kennt ihr das Problem, man hat zu Hause mehrere Airplay-fähige Lautsprecher, kann aber mit dem iPhone (oder iPad) nur jeweils eine Box bespielen? Darüber habe ich mich schon öfters geärgert, bis ich neulich mal auf die Idee kam, ob es nicht eine App dafür gibt. Zu meiner Überraschung ist das tatsächlich der Fall.

Die App nennt sich „Multiroom Music/Radio Player by WHAALE“ (kurz WHAALE) und hat IMHO ein etwas eigentümliches Design. Sie ist von der Bedienung ein wenig gewöhnungsbedürftig, leistet aber genau das, was ich schon lange gesucht habe. Man kann entweder alle Lautsprecher mit der gleichen Musik bespielen oder sogar jeden aus einer anderen Audioquelle versorgen. Maximal werden 6 Lautsprecher unterstützt, ab dem 3. ist hierzu allerdings jeweils ein In-App-Kauf notwendig.

WHAALE

Eine wesentliche Einschränkung, die vermutlich von iOS-Seite stammt, ist, dass das Audio direkt aus der WHAALE-App kommen muss. Die App bietet aber natürlich Zugriff auf die Musikbibliothek des jeweiligen iOS-Geräteres (allerdings ohne die Titel, die ausschließlich in der iCloud liegen, also iTunes Match und nicht heruntergeladene Einkäufe). Weiterhin wurde kürzlich der Streaming-Dienst „Deezer“ integriert. Zusätzlich kann man allerdings – wieder per In-App-Kauf – weitere Audio-Quellen erwerben, und zwar Internet-Radio (mit einer langen Liste vordefinierter Stationen) und UPnP-Media-Server, die man z.B. auf NAS-Systemen findet oder auch als Server-Dienst auf seinem Mac installieren kann. Ferner werden eine Reihe von Ambiente-Sounds mitgeliefert, wie z.B. Regengeräusche. Der Autor arbeitet nach eigenen Angaben an weiteren Quellen, so dass man mit der Audio-Auswahl nicht so eingeschränkt ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Die Universal-App kostet mit zwei Lautsprechern 4,49 € (eine kostenlose Testversion steht ebenfalls im App Store zur Verfügung), Zugriff auf Internetradios und UPnP-Server schlagen nochmal mit jeweils 0,89 € zu Buche. Dafür erhält man Möglichkeiten, die sonst nur mit erheblich teuereren Systemen – wie z.B. SONOS – zu realisieren sind.

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