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Workflow für Notizen

20 Jan 2013
20. Januar 2013

Heute möchte ich meinen Workflow für Notizen vorstellen. Notizen fallen in meinem Alltag in großer Menge an, so dass ich mir schon vor längerer Zeit Gedanken darüber machen musste, wie ich diese am besten erfasse und organisiere. Vielleicht sollte ich erstmal vorausschicken, was ich überhaupt unter einer Notiz verstehe. Es handelt sich bei mir in der Regel um kurze bis sehr kurze Texte. Manchmal bestehen sie nur aus dem Titel und zwei bis drei Wörtern. Beispiele sind:

  • Ideen für die nächsten Blogartikel
  • Dinge, die ich demnächst kaufen möchte
  • interessante/lustige Zitate, die ich gefunden habe
  • Öffnungszeiten häufig besuchter Geschäfte
  • kleine Codeschnipsel, reguläre Ausdrücke oder Terminal-Befehlszeilen
  • eine Liste meiner laufenden Abos
  • Links zu interessanten Artikeln, Videos und Bildern

Nicht eingeschlossen sind im meinem Fall dienstliche Besprechungsnotizen, da ich hierfür eine separate App verwende, über die ich evtl. auch mal einen Artikel hier schreiben werde. Ebenfalls nicht dabei sind Entwürfe für längere Texte, z.B. Blog-Artikel, Buchkapitel, Briefe und dergleichen. Hierzu nutze ich seit einiger Zeit Byword (erhältlich für OS X und iOS), welches alle Inhalte über die iCloud synchronisiert.

Notizen erstelle ich ausschließlich als reinen Text. Dadurch ist die Erfassung auf allen Geräten am unproblematischsten (kürzere Notizen diktiere ich übrigens auch gerne einmal). Ferner halte ich dieses Format – im Vergleich zu allem anderen – für ziemlich zukunftssicher. Außerdem erlaubt das Textformat einen sehr leichten Wechsel der am Workflow beteiligten Apps. Ich habe einzelne Komponenten schon öfters getauscht und der Aufwand lag immer im Minutenbereich. Weitere Anforderungen an mein Notizsystem sind:

  • zuverlässige Synchronisation über alle beteiligten Geräte (Mac, iPhone und iPad)
  • eine schnelle Suchfunktion, auch bei vielen Notizen
  • TextExpander-Unterstützung bei iOS-Apps, um unnötige Tipparbeit einzusparen

Genug der Vorrede, nun zur konkreten Umsetzung, angefangen beim Mac. Nach Ausflügen über Notional Velocity und Justnotes bin ich bei nvALT gelandet, einer modifizierten Version von Notional Velocity, wie die ersten zwei Buchstaben auch andeuten. Dieses Programm ist drauf ausgelegt, große Mengen Notizen aufzunehmen, schnell nach Einträgen zu suchen und ebenso schnell neue Texte einzugeben:

Notizen 1

Ermöglicht wird dies u.a. durch die Eingabezeile oben. Sie dient sowohl zur Suche als auch zur Vergabe des Titels für eine neue Notiz, ein – wie sich in der Praxis herausstellt – sehr effizienter Ansatz. Weiterhin ist die App durch und durch auf Tastaturbedienung ausgelegt. Aufzählungen werden erkannt und automatisch fortgesetzt, schließende Klammern werden optional automatisch eingefügt. Eine Unterstützung von Markdown (inkl. Vorschau) ist ebenfalls vorhanden, wird aber von mir im Rahmen meiner Notizen nicht verwendet. Die Oberfläche ist sehr schlicht gehalten, was ich begrüße, damit ich mich auf das wesentliche, der Eingabe von und der Suche nach Notizen konzentrieren kann. Eine etwas ausführlichere Einführung in nvALT bietet dieser Artikel. Auf Screenshots bestehender Notizen verzichte ich hier, da diese größtenteils privater Natur sind.

Zur Ablage der Notizen bietet nvALT verschiedene Möglichkeiten. Ich lasse jede Notiz in einer separaten Textdatei in einem Unterverzeichnis meines Dropbox-Ordners speichern:

Notizen 2

Diese Vorgehensweise ermöglicht das Zusammenspiel mit iOS-Geräten, wenn man dort Apps verwendet, die eine Dropbox-Funktion besitzen. Auf der iOS-Seite habe ich auch schon mehrmals die Pferde gewechselt, wie gesagt, ein großer Vorteil von Textdateien! Derzeit nutze ich WriteRoom, welches nach meiner Erfahrung zügig und zuverlässig via Dropbox synchronisiert und mit einer schnellen Suchfunktion kommt:

Notizen 3

Auch hier ist die Benutzeroberfläche schlicht gehalten, dennoch sind alle wichtigen Funktionen an Bord, wie z.B. die eingangs erwähnte Unterstützung für TextExpander.

Abschließend noch ein paar Worte zur Benennung der Notizen. Inspiriert von Merlin Mann verwende ich als erstes Wort des Titels ein englisches Schlüsselwort direkt gefolgt von einem kleinen X. Das hat den Vorteil, dass man zum einen schnell sieht, um welche Art von Notiz es sich handelt, und dieses Wort zum anderen sonst nicht in Notizen vorkommt und dementsprechend bei Suchen nicht stört. Andererseits können mit Hilfe der Suchfunktion alle Notizen eines Typs durch Suche nach diesem Schlüsselwort schnell gefunden werden. Beispiele für Schlüsselwörter in meinem System sind:

  • blogx – Notiz hat mit meinem Blog zu tun
  • personx – Notiz zu einer bestimmten Person
  • mediax – Link zu Bild, Musik oder Video
  • shopx – (geplante) Einkäufe
  • ideax – Ideen, die mir gerade durch den Kopf schwirren
  • refx – eine Information zum Nachschlagen
  • runx – eine laufend aktualisierte Liste, z.B. Filme, die ich sehen möchte

Notizen des Typs refx können sich mit Dingen überschneiden, die ich normalerweise in meiner Wissensdatenbank DEVONthink Pro speichere. Nicht selten landen diese daher früher oder später auch dort. Notizen entstehen auch nicht immer im hier beschriebenen System. Manchmal hab ich sie mir vorher auch einfach in einem klassichen Notizbuch eingetragen oder sie kommen – im Falle von iOS – aus der bereits vorgestellten Drafts-App. Sehr vertrauliche Notizen speichere ich freilich – wegen der hier verwendeten Dropbox-Ablage – als sichere Notiz in 1Password.

Dies ist übrigens mein 100. Artikel in diesem Blog. Ich möchte mich daher an dieser Stelle nochmal bei allen Lesern und für alle Kommentare, Zuschriften und flattr-Spenden ganz herzlich bedanken!

Programmzuordnungen reparieren

15 Dez 2012
15. Dezember 2012

Unter OS X 10.8 – “Mountain Lion” – ist mitunter zu beobachten, dass das Kontextmenü “Öffnen mit” von Dateien einige Programme doppelt enthält. Hier ein Beispiel direkt von meinem System, in diesem Fall eine HTML-Datei:

Reparieren 1

Wie wir sehen sind die Programme BBEdit, calibre und Opera doppelt vertreten. Nach meinen Beobachtungen entstehen diese Dopplungen durch Updates der jeweiligen Programme. Das Phänomen ist übrigens nicht neu, wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, hab ich ähnliches schon unter “Leopard” beobachtet (unter “Snow Leopard” und “Lion” hingegen selten bis gar nicht).

Zum Glück gibt es Abhilfe, und zwar in Form eines Terminal-Befehls. Wir müssen zur Entfernung der Dopplungen die Terminal-App öffnen und folgenden Befehl eingeben (als eine Befehlszeile):

/System/Library/Frameworks/CoreServices.framework/Versions/A/Frameworks/LaunchServices.framework/Versions/A/Support/lsregister -kill -r -domain local -domain system -domain user

Nun muss noch der Finder neu gestartet werden. Dazu klicken wir bei zuvor gedrückter Alt-Taste mit der rechten Maustaste auf das Finder-Icon im Dock (Alt-Taste dabei gedrückt lassen). Ganz unten befindet sich der Menüpunkt “Neu starten”. Diesen bitte anklicken und alles ist wieder gut:

Reparieren 2

Per Tastenkombination als PDF sichern

03 Nov 2012
3. November 2012

Zu den Vorzügen von OS X gehört, dass man Dokumente über den Druckdialog als PDF sichern kann. Damit können wir aus so ziemlich jeder App Dokumente in einem portablen, einigermaßen zukunftssicheren Format speichern bzw. archivieren, ein wichtiger Baustein für ein papierloses Leben. Der folgende Trick, den ich mir bei David Sparks abgeschaut habe, beschleunigt diesen Workflow durch das Erstellen einer neuen Tastenkombination nicht unwesentlich.

Wir gehen in die Systemeinstellungen in den Unterpunkt “Tastatur”, Reiter “Tastaturkurzbefehle” und wählen in der linken Spalte auf den Punkt “Programmkurzbefehle”:

PDF-Druck 1

Nun klicken wir auf die Plus-Schaltfläche unterhalb der beiden Listen, es öffnet sich ein kleines Unterfenster:

PDF-Druck 2

Dieses füllen wir exakt so aus wie hier abgebildet (jede Abweichung im Feld “Menü” bringt das Vorhaben zum scheitern):

PDF-Druck 3

Als Tastenkombination bietet sich Cmd-P an, dazu gleich mehr. Zunächst sichern wir den neuen Programmkurzbefehl mit der Schaltfläche “Hinzufügen”. Der Abschnitt “Alle Programme” hat nun einen Eintrag mehr:

PDF-Druck 4

Wenn wir nun ein Dokument als PDF sichern möchten, z.B. in Safari, brauchen wir nur 2x hintereinander Cmd-P zu drücken. Der Clou dabei ist, dass wir dazu die Cmd-Taste zwischen den beiden P nicht loslassen müssen, daher fiel die Wahl für diese Tastenkombination auf Cmd-P.

Mac-Automatisierung mit Hazel

03 Okt 2012
3. Oktober 2012

Unser Computer-Alltag besteht oft aus sich regelmäßig wiederholenden Schritten. Da werden z.B. Rechnungen heruntergeladen, umbenannt und in einen vorgesehenen Ordner verschoben. Oder es wird ein Verzeichnis, in dem sich Backups angehäuft haben, manuell ein wenig ausgemistet. Nun könnte man sich doch fragen: Hey, wozu habe ich einen Computer, der soll mir solche regelmäßigen Routinejobs gefälligst abnehmen. Und ja, mit den richtigen Werkzeugen ausgerüstet macht er das sogar.

Hazel (von Noodlesoft für 25 $ zu erwerben, 14-Tage-Testversion verfügbar) ist so ein Tool, ohne das mein Mac irgendwie unvollständig wäre. Vom Grundprinzip her überwacht es Ordner anhand von uns definierter Kriterien. Schlägt ein solche Bedingung zu, passiert mit den betroffenen Dateien das, was wir ebenfalls festlegen können. Von der Arbeitsweise erinnert das an die Ordner-Aktionen, welche OS X von Hause aus kennt, Hazel ist allerdings um ein vielfaches mächtiger. Es bietet sogar so viele Möglichkeiten, dass ich diese hier nur anhand von wenigen Beispielen andeuten kann und es anschließend meinen Lesern überlassen muss, Hazel an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und möglichst viele alltägliche Arbeitsschritte zu automatisieren.

Hazel ist eine sogenannte “Preference Pane”, d.h., es ist nach der Installation als Icon in unseren Systemeinstellungen zu finden:

Hazel 1

Die Benutzeroberfläche sieht dann so aus:

Hazel 2

Von den drei Abschnitten “Folders”, “Trash” und “Infos” ist “Folders” der wichtigste. In der linken Spalte stehen alle Ordner, für die es Hazel-Regeln gibt, in der rechten Spalte finden wir eine Liste aller Hazel-Regeln für diesen Ordner. Die Plus- und Minus-Knöpfe fügen Ordner/Regeln hinzu bzw. löschen ausgewählte Einträge.

Schauen wir uns einfach ein Beispiel an. Wir können in OmniFocus, einem Aufgaben-Mangager, den ich in einem meiner ersten Artikel vorgestellt habe, einen Ordner für automatische Backups festlegen:

Hazel 3

Dieser wird mit der Zeit sehr voll und nimmt uns unnötig viel Platz weg. Denn es macht IMHO keinen Sinn Uralt-Sicherungen aufzuheben, sagen wir mal die letzten 90 Tage sollten genügen. Wir fügen also der linken Spalte unseren “OmniFocus Backups”-Ordner hinzu und legen mit Hilfe der rechten Spalte eine neue Hazel-Regel an. Und die sieht so aus:

Hazel 4

Die Regel, welche ich “Cleanup” genannt habe, besagt, dass alle Dateien, die mit “OmniFocus” beginnen und älter als 90 Tage sind, in den Papierkorb verschoben werden. Eine Regel besteht immer aus dem Namen (oberer Teil), den Kriterien (mittlerer Teil) und dem, was mit den betroffenen Dateien geschehen soll (unterer Teil). Die Regeln sind sehr vielfältig, wir können festlegen, ob ein oder alle Kriterien erfüllt sein müssen und können diese sogar noch verschachteln (was für diese Einführung allerdings zu weit führen würde). Natürlich sind auch negative Kriterien möglich, d.h., es wären dann die Dateien betroffen, welche diese nicht erfüllen. Mögliche Kriterien sind z.B. Dateiname (oder Teile davon), die verschiedenen Datumsangaben zu einer Datei, Spotlight-Kommentare, Art der Datei, Finder-Farbmarkierung der Datei, Größe, Inhalt (!) und vieles mehr.

Die möglichen Aktionen umfassen unter anderem:

  • verschieben, kopieren, umbenennen oder löschen
  • in Unterordner einsortieren
  • mit einer Finder-Farbmarkierung versehen
  • mit einem Spotlight-Kommentar versehen
  • in iTunes, Aperture oder iPhoto importieren
  • mit einem AppleScript weiterverarbeiten

Es können beliebig viele Aktionen nacheinander ausgeführt werden.

Nach Erstellen der Regel läuft Hazel ständig im Hintergrund, beobachtet die Ordner, für die es Regeln gibt, und führt diese ggf. aus. Man kann Hazel oder die Regeln für einzelne Ordner natürlich auch pausieren.

Überlegt man sich mal, welche Kombinationsmöglichkeiten aus Kriterien und Aktionen möglich sind, erahnt man langsam, wie mächtig Hazel ist und wieviel Arbeit uns dieser kleine Helfer in der täglichen Praxis abnehmen kann. Schauen wir uns ein zweites Beispiel an. Einmal im Monat lade ich meine Telekom-Rechnung aus dem Kundencenter herunter. Früher hab ich die Datei dann selbst umbenannt und in den richtigen Ordner verschoben, nun macht das Hazel für mich (überwacht wird der Downloads-Ordner):

Hazel 5

Die Rechnungen enthalten immer eine bestimmte Ziffernfolge und sind PDFs. Einzelverbindungsnachweise, die man ebenfalls herunterladen kann, enthalten die Zeichenkette “EVN” und werden ausgenommen, da ich für sie eine eigene Regel habe. Die Rechnungen werden in einen Rechnungsordner verschoben, nach dem Schema Telekom-Rechnung-<Jahr>-<Monat>.pdf umbenannt und mit “rechnung” verschlagwortet. Außerdem lasse ich Hazel den Rechnungsordner öffnen und eine Mitteilung anzeigen. Die Umbenennungsfunktion ist wie wir sehen sehr flexibel, da z.B. auch Datumsbestandteile mit einfliessen können. Sogar der Name des Ordners, in den verschoben wird, muss nicht fest sein, sondern könnte z.B. “Rechnungen-<Jahr>” lauten, wobei jeweils das aktuelle Jahr automatisch eingesetzt wird.

Wem diese beiden Beispiele nicht reichen, kann zusätzlich einen Blick auf die mitgelieferten Beispielregeln werfen, die z.B. nützliche Dinge mit dem Download-Ordner tun, wie etwa alte Dateien rot zu markieren.

Eine weitere Spezialität von Hazel sind die Papierkorbsfunktionen:

Hazel 6

Beispielsweise können Dateien, die schon länger als eine Woche im Papierkorb rumliegen, automatisch gelöscht werden. Die Funktion “App Sweep” sucht beim Löschen von Apps automatisch die zugehörigen Dateien wie Einstellungen und Caches und bietet an, diese ebenfalls in den Papierkorb zu legen. Das erspart die Anschaffung eines separaten Uninstallers.

Alles in allem also ein sehr nützlicher Helfer, der auf keinem Mac fehlen sollte!

Bonus-Tipp: Der Besen auf der Seite “Info” ist anklickbar.

E-Mails auf Wiedervorlage setzen

04 Sep 2012
4. September 2012

Seit Mountain Lion gibt es in OS X die separate App “Erinnerungen”, die wir bereits aus iOS 5 kennen. Was allerdings nur wenige wissen ist, dass man auf dem Mac nun E-Mails mit Erinnerungen verknüpfen kann.

Dazu ziehen wir die betreffende E-Mail auf das Icon von Erinnerungen im Dock oder direkt in die linke Spalte der offenen Erinnerungen-App:

Wiedervorlage1

Es entsteht eine neue Erinnerung mit dem Betreff der E-Mail.

Wiedervorlage 2

Nun können wir sowohl den Text anpassen als auch einen Wiedervorlage-Termin festlegen, dazu einfach den Haken bei “Tagesabhängig” setzen:

Wiedervorlage 3

Danach auf “Fertig” klicken und schon steht unsere Erinnerung! Sehr schön daran ist, dass die Erinnerung direkt mit der E-Mail verknüpft ist. D.h., die betreffende Mail kann direkt aus Erinnerungen geöffnet werden. Leider funktioniert das nicht unter iOS (getestet mit iOS 5.1).

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