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Apple Pay in Deutschland nutzen

20 Feb 2017
20. Februar 2017

Es ist eigentlich kein Geheimnis, auch wenn Apple Pay in Deutschland noch nicht gestartet ist, kann man hierzulande durchaus damit bezahlen. Ich möchte in diesem Artikel meine ersten Erfahrungen damit teilen.

Um mit Apple Pay zu bezahlen, braucht man zum einen eine Bank, die dies unterstützt und zum anderen muss der jeweilige Händler ein NFC-Terminal am Start haben, dass kontaktlose Zahlungen unterstützt. Genauer gesagt, kontaktlose Zahlungen bei denen die Authentifizierung bereits auf dem Gerät stattfindet (beim iPhone also mit Fingerabdruck), sodass auf eine PIN verzichtet werden kann. Ersteres gibt es in Deutschland noch nicht, entsprechend ausgestattete Händler allerdings jede Menge, dazu später mehr.

Aber wir haben ja einen EU-Binnenmarkt, also kann man sich einfach einer Bank im Ausland bedienen, und zwar in einem Land, wo Apple Pay schon verfügbar ist. In meinem Fall ist das Frankreich. Großbritannien wäre auch möglich, aber hier kämen erschwerend Währungsumrechnungen dazu. Als Finanzdienstleister nutze ich „boon.“ von der Wirecard AG, interessanterweise ein deutsches Unternehmen.

Nun gibt es ein paar kleine Hürden, aber keine Angst, in weniger als einer Stunde ist man mit allem durch. Auf dem iPhone muss die boon.-App aus dem französischen App-Store installiert werden. Der Store muss also kurzzeitig gewechselt werden. Weiterhin muss das iPhone (und falls vorhanden auch die Apple Watch) auf die Region „Frankreich“ umgestellt werden, aber nur während der Einrichtung, danach kann man wieder auf „Deutschland“ zurückstellen. Die Sprache braucht nicht geändert zu werden, sondern wirklich nur die Region. Zum Download der App wird eine französische Apple-ID benötigt, aber keine Kredit- oder iTunes-Karte, da die boon.-App kostenlos ist.

In der boon.-App, die übrigens über eine deutschsprachige Lokalisierung verfügt, registriert man sich für ein Konto ganz normal mit seiner deutschen Adresse. Es gibt drei Kontotypen, für Apple Pay im Ausland (wozu Deutschland in diesem Fall zählt) ist laut Angaben von „boon.“ die höchste Stufe „PLUS“ erforderlich. Für den Wechsel von „BASIC“ auf „PLUS“ müssen aus der App heraus einige Dokumente fotografiert und hochgeladen werden. Die Prüfung selbiger inklusive anschließender Hochstufung hat bei mir gut einen Tag gedauert. In jedem Fall handelt sich um ein Prepaid-Konto, d.h., es ist erforderlich Guthaben aufzuladen, was per Kreditkarte (kostenpflichtig) oder Überweisung (kostenlos) möglich ist. Ich nutze die Überweisung, die nach meinen Erfahrungen in rund 24 Stunden meinem boon.-Konto gutgeschrieben wird. Es wird übrigens an eine deutsche IBAN überwiesen. Ich habe mir eine Überweisungsvorlage dafür bei meiner Hausbank angelegt, so dass künftige Überweisungen schnell von der Hand gehen. Das boon.-Konto selbst ist im ersten Jahr kostenlos, danach werden 99 Cent pro Monat fällig. In der boon.-App werden das Guthaben, sowie die bisherigen Transaktionen angezeigt.

Im letzten Schritt fügt man aus der App heraus die boon.-Karte seiner Wallet auf dem iPhone und – wenn wie bei mir vorhanden – auf der Apple Watch hinzu, das sind zwei separate Vorgänge. Nun kann die Region zurück auf „Deutschland“ gestellt werden. Die App-Store-Wechselei hatte bei mir übrigens den Seiteneffekt, dass ich meine Offline-Titel aus der iCloud-Musikbibliothek neu herunterladen musste. Ich weiß leider nicht genau, ob das grundsätzlich so ist.

Bezahlen per iPhone

Bezahlung per iPhone

Ist das erste Guthaben bei „boon.“ angekommen, kann es losgehen, das Bezahlen per Apple Pay. Tipp: Dem Kassenpersonal nicht sagen, dass man per Smartphone bezahlen möchte (das halten viele nach meiner Erfahrung für nicht möglich), sondern „kontaktlos per Karte“ oder einfach „per Karte“. Unterstützt der Händler Apple-Pay öffnet sich die Wallet-App, sobald das iPhone in die Nähe des Terminals gehalten wird. Nun noch kurz per Fingerabdruck bestätigen und der Einkauf ist bezahlt. Mit der Apple Watch ist die Vorgehensweise etwas anders, hier ist ein Doppelklick auf den unteren Knopf erforderlich, es öffnet sich die Wallet-App mit der boon.-Karte, Uhr in die Nähe des Terminals halten, bezahlt! Auf dem Kassenbon erscheint der Vorgang als Mastercard-Zahlung.

Bezahlen per Apple Watch

Zahlung per Apple Watch

Ich möchte nochmal betonen wie schnell und umkompliziert der Bezahlvorgang ist, es dauert wirklich nur wenige Sekunden!

Getestet habe ich das Ganze schon bei Edeka, Kaufland, Globus und McDonalds, es wurde mir aber zugetragen, dass z.B. auch REWE, Lidl, ALDI, Rossmann, Real, Deichmann, Burgerking, Vapiano, Starbucks, ARAL, Esso und Sanifair die Zahlung via Apple Pay unterstützen, möglicherweise jeweils nicht in allen Filialen (Danke für das entsprechende Feedback via Twitter!) Dennoch ist das bereits eine so große Basis, dass ich mich ernsthaft frage, warum Apple Pay hier noch nicht am Start ist, denn es dürften nach dem Launch erstmal nicht viel mehr werden. Es würde mich sehr wundern, wenn es dieses Jahr nicht losgeht.

Update vom 05.03.2017: Informationen zum boon.-Kontotyp geändert und neue Akzeptanzstellen hinzugefügt.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

24 Dez 2016
24. Dezember 2016

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie immer nutze ich meinen weihnachtlichen Blog-Artikel dazu, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Dieses Jahr sind es mit diesem hier 14 Artikel geworden. Leider nicht so viel, wie ich mir wünschen würde, aber mehr war aufgrund meiner vielfältigen Aktivitäten nicht drin. Darüber hinaus ist eine Neuauflage meines Siri-Buchs erschienen, welches durch das Erscheinen iOS 10 und macOS Sierra schon wieder ein klein wenig veraltet ist. Ich bin gerade dabei, die Neuerungen in das Buch einzupflegen und werde über den iBooks-Store ein kostenloses Update veröffentlichen, sobald ich soweit bin. Es gibt auch ein Konzept für ein zweites Buch zu einem ganz anderen Thema, ich hoffe, dass ich ein wenig Zeit dafür finden werde.

Leider hat Amazon mir noch keine Echo-Einladung zukommen lassen, ich bin sehr gespannt, auch diese Sprachsteurung einmal auszuprobieren.

Der meistgelesene Artikel aus diesem Jahr ist „Mein GTD-Workflow“ von Anfang Mai. Ich hoffe dieses Posting konnte dem ein oder anderen weiterhelfen, seine Aufgaben und Projekte besser zu organisieren, bzw. überhaupt mal damit anzufangen, sich nicht mehr auf sein Gedächtnis zu verlassen, denn das ist dafür einfach nicht gemacht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie hilfreich die Methoden und Ideen von David Allen für mein tägliches Leben sind.

An Apple-Hardware wurden im Laufe des Jahres zwei Anschaffungen getätigt, das iPhone 7 und die AirPods. Nach einem Vierteljahr Nutzung könnte ich mit dem iPhone 7 zufriedener nicht sein, es ist mein bisher bestes iPhone. Insbesondere die 3D-Touch-Funktionen und die Taptic-Engine – für mich die positive Überraschung im Gerät – sorgen für ein deutlich einfühlsameres Handling. Auch das komplett schwarze Design gefällt, rückblickend waren die Antennenstreifen am iPhone 6/6s wirklich nicht schön. Auf die AirPods habe ich lange gewartet, nun sind sie da, der vorherige Artikel enthält meinen ausführlichen Bericht.

Auf der Software-Schiene spendierte uns Cupertino iOS 10, macOS Sierra sowie watchOS 3 und in allen drei Updates war etwas für mich dabei, wie z.B. das Sharing von Apple-Notizen, die übergreifende Zwischenablage, das Entsperren des Mac mit der Watch oder Siri auf dem Mac. Etwas enttäuscht bin ich über die Siri-Nutzung in Dritthersteller-Apps unter iOS 10. Hier hätte ich mir mehr App-Kategorien gewünscht, insbesondere Podcasts. Ich hoffe da sehr auf das nächste Jahr. Schade finde ich auch, dass iOS immer noch nicht mehrere AirPlay-Lautsprecher gleichzeitig bespielen kann. Manchmal scheint Apple nicht so richtig hinter seinen eigenen Technologien zu stehen. Mit watchOS 3 hat Apple seine Watch nochmal ordentlich umgekrempelt und damit die allermeisten Geschindigkeitsprobleme ausgeräumt. Ich trage sie täglich, mit den AirPods hat sie nun auch viele Musiksteuerungsfunktionen bei mir übernommen.

Schließlich brachte mir das Jahr auch noch ein neues Hobby, das Fahrradfahren, was mein Zeitbudget noch etwas angespannter werden läßt. Im Nachhinein kann ich es nur als „bekloppt“ bezeichnen, schon so lange im Flachland zu wohnen – dazu noch in einem dünn besiedelten Bundesland mit herrlicher Natur – und nicht früher damit angefangen zu haben. Aber wie sagt man, besser spät als nie. Auch aus diesem Hobby wird hoffentlich der ein oder andere Artikel hier entstehen. So werde ich schon bald berichten, wie ich mein iPhone am Fahrrad befestige und welche App ich für meine Radtouren nutze.

Global betrachtet war 2016 zweifellos ein irres Jahr: Brexit, US-Wahl, Terror, … Und viel zu viele Prominente, die ich sehr geschätzt habe (David Bowie, Roger Willemsen, Hans-Dietrich Genscher, Bud Spencer, Götz George, Manfred Krug, …), sind leider verstorben.

Zum Schluß noch eine Ankündigung zum Blog selbst. Aufgrund der neuen Rechtslage zum Thema Link-Haftung („LG Hamburg“, sollte jeder, der das Netz intensiver nutzt, eigentlich mitbekommen haben) werde ich künftig externe Seiten wenig bis gar nicht mehr verlinken, da ich einfach keine Lust (und kein Geld) habe, für die Fehler anderer zu haften. Auch meine bisherigen Artikel werde ich in dieser Hinsicht nach und nach überarbeiten. Mit ist bewusst, dass dies für meine Leser zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, z.B. die besprochenen Produkte zu „googlen“, was ich zu entschuldigen bitte. Mir ist leider keine andere Lösung eingefallen. Für wie weltfremd ich diese Rechtslage halte, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

Nochmals schöne Feiertage und schauen wir mal, was das nächste Jahr für uns bringt!

Artikel-Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2016, aufgenommen aus dem Riesenrad

Apple Watch Apps

13 Mrz 2016
13. März 2016

Auf der Apple-Watch arbeite ich deutlich weniger mit Apps aus dem Store, als ich dies vor dem Erwerb der Smartwatch gedacht hatte. Dies hat mehrere Gründe. Zunächst mal sind Apps auf der Watch immer noch relativ langsam. Dies hat sich mit Watch OS 2 zwar etwas verbessert, aber für richtig gute Performance ist vermutlich eine verbesserte Hardware erforderlich. Ferner ist der App Store für die Watch, den man ja auf dem gekoppelten iPhone benutzt, nicht so übersichtlich wie er sein könnte. Zu den meisten meiner Watch-Apps bin ich gekommen, weil ich sowieso schon Nutzer der entsprechenden iPhone- oder iPad-App bin. Und schließlich machen nicht alle Arten von Apps auf der Uhr Sinn. Damit eine Watch-App nützlich ist, muss die Benutzung entweder deutlich schneller sein als die äquivalente Aktion auf dem iPhone, welches man insbesondere unterwegs erstmal aus der Tasche und in meinem Fall auch aus der Hülle holen muss, oder, die App muss eine Besonderheit der Uhr nutzen, wie z.B. den integrierten Puls-Sensor. Darüberhinaus gibt es Apps, die einfach nur nützliche Komplikationen (Zusatzinformationen auf dem Zifferblatt) bereitstellen und somit Informationen auf einen Blick zur Verfügung stellen.

Apps, die diese Kriterien erfüllen, können sich dann aber als äußerst nützlich erweisen und somit die Anschaffung der Uhr rechtfertigen. Heute möchte ich einige solcher Apps vorstellen.

Just Press Record

Mit „Just Press Record“ (App-Store-Link) kann man sehr schnell direkt über das Mikrofon der Watch Sprachaufzeichnungen aufnehmen, die automatisch auf alle Geräte synchronisiert werden. Es gibt zugehörige iOS- und Mac-Apps, auf denen man die Aufnahmen dann problemlos weiterverarbeiten kann. So geht kein wichtiger Gedanke mehr verloren.

Just Press Record

Pedometer++

„Pedometer++“ (App-Store-Link) stellt die aktuelle Schrittzahl als Komplikation auf dem Zifferblatt zur Verfügung, was mit Bordmitteln nicht möglich ist. Somit hat man immer im Auge, wie weit das persönliche Tagesziel noch entfernt ist.

Pedometer

DO Button

„DO Button“ (App-Store-Link) gehört zu IFTTT („if this than that“), ein Service, den man mit zahlreichen Diensten verknüpfen kann, um bei Eintreten eines bestimmten Ereignisses, in diesem Fall ein Klick auf den DO-Button, eine Aktion auszuführen. Ich nutze dies z.B. um mit Hilfe der Uhr mein MacBook zu sperren (wie das genau geht, müsste ich mal in einem künftigen Artikel mal näher erläutern).

Day One 2

Über die Watch-App der Tagebuch-Software „Day One“ (App-Store-Link) kann man recht schnell Tagebuch-Einträge erstellen. Dies geht entweder per Diktat oder, was ich häufiger Nutze, über sechs vordefinierte Standard-Einträge, die man in Apples Watch-App auf dem iPhone festlegen kann.

ETA

„ETA“ (estimated time of arrival, App-Store-Link) zeigt die Fahr- oder Gehzeit und die Entfernung zu vordefinierten Zielen an. Somit kann man schnell erfassen, wann man dort eintreffen wird.

ETA

Runtastic Pro

Beim Sport erfüllt „Runstatic Pro“ (App-Store-Link) auf der Apple-Watch gleich zwei nützliche Funktionen. Zum einen wird über die Uhr der Puls gemessen und in Runtastic eingelesen, so dass kein zusätzlicher Pulsmesser benötigt wird. Zum anderen kann man direkt auf der Uhr Informationen zur aktuellen Aktivität ablesen, wie zum Beispiel die zurückgelegten Kilometer, was z.B. beim Laufen wirklich praktischer ist als ein Blick aufs iPhone.

Runtastic

Zova

„Zova“ (App-Store-Link) ist eine App für Fitness-Training, die ich auf meinem Apple TV nutze, um die Übungen, die dort gezeigt werden, durchzuführen. Dank der Watch-App wird zusätzlich mein aktueller Puls direkt auf dem Fernseher angezeigt.

Lifeline

Text-Adventures wie „Life Line“ (App-Store-Link) oder auch „One Button Travel“ (App-Store-Link) sind wie gemacht für die Apple-Watch, da man sich in einer kurzen Interaktion meist nur eine von zwei Möglichkeiten auswählen muss, um das Langzeitspiel am laufen zu halten.

Lifeline

Frohe Weihnachten und guten Rutsch

24 Dez 2015
24. Dezember 2015

Titelfoto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2015 (aufgenommen aus dem Riesenrad)

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Traditionell nutze ich diesen letzten Beitrag im Jahr dazu, ein wenig auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken, ein Stück weit natürlich mit der Brille eines Apple-Nutzers. Leider sind es diesmal nicht ganz so viele Blog-Beiträge geworden, was ich zu entschuldigen bitte, aber so ist das nunmal, wenn man sowohl beruflich als auch privat viele Projekte am laufen hat. Ich kann daher freilich auch nicht vorhersagen, ob es nächstes Jahr mehr werden.

Von der Apple-Hardwareseite betrachtet gab es für mich die Watch (meine erste Smartwatch) und ein neues Apple TV. Das iPhone 6s wird übersprungen (2-Jahresvertragsproblem) und ein neues 10-Zoll-iPad wurde nicht vorgestellt. Das iPad Pro macht zwar einen sehr guten Eindruck auf mich, ich finde es aber ebenso wie die „Plus-iPhones“ ein klein wenig zu groß. Der Stift scheint mir allerdings sehr gelungen, alle bisherigen iPad-Stifte haben mich leider nicht wirklich überzeugt. Das neue MacBook finde ich auch sehr elegant, wenn ich ein richtiger „Roadworker“ wäre, würde ich mein MacBook Pro sehr wahrscheinlich dagegen eintauschen.

Die Apple-Watch ist schnell zu einer festen Größe in meinem Alltag geworden. Allein die absolut unauffälligen Benachrichtigungen (ich habe mittlerweile eine gute Balance gefunden, welche ich zur Uhr durchlasse), von denen niemand außer mir etwas mitbekommt (Ton ist deaktiviert) sind für mich kaum wegdenkbar. Während Nutzer ohne Uhr noch ihr Telefon aus der Tasche ziehen, habe ich die jeweilige Benachrichtigung schon längst gelesen. Die Watch hat für mich ein ganz anderes Nutzungsschema als die übrigen Geräte, es sind die kurzen Aktionen, die schnelle Informationsaufnahme und die kleinen Interaktionen statt eine längere Beschäftigung am Stück. Wichtig sind für mich u.a. auch die Fitness-Funktionen, die Pulsmessung, die Anzeige des nächsten Termins direkt im Ziffernblatt (hat mich schon vor der ein oder anderen Peinlichkeit bewahrt) oder schlicht und einfach das schnelle Ablesen der Uhrzeit. Watch-Apps nutze ich allerdings weniger als ich dachte, der App Store ist diesbezüglich leider auch etwas unübersichtlich. Dennoch zwei Empfehlungen von Apps an dieser Stelle, welche die Vorteile des Geräts zu nutzen wissen: Runtastic Pro (App-Store-Link) hat auf der Uhr den großen Vorteil, dass man viel schneller die Gesamtkilometer ablesen kann als auf dem Telefon, indem man einfach nur auf die Uhr schaut, sie dient dabei zusätzlich noch als Pulsmesser für Runtastic. Just Press Record (App-Store-Link) ermöglicht die unkomplizierte Aufnahme von Sprachnotizen direkt über das Mikrofon der Uhr. Diese können dann auf dem iPhone oder auf dem Mac (Aufnahmen liegen auf dem iCloud-Drive) weiterverarbeitet oder geteilt werden. Seit kurzem nutze ich die Uhr auch zur Beleuchtungssteuerung via Siri und HomeKit, was mir große Freude bereitet. Alles in allem daher eine Anschaffung, die ich in keinster Weise bereue. Letzteres gilt auch für das Apple TV, über das ich erst kürzlich wieder berichtet habe.

Software-seitig waren die großen Updates dieses Jahr iOS 9 und OS X 10.11. Ich finde es gut, dass sich Apple mehr auf die Stabilität der Systeme als auf neue Funktionen konzentriert hat (Stichwort „Snow-Leopard-Releases“), allerdings empfand ich die ersten iOS-9-Versionen doch noch etwas buggy, insbesondere bei den App Stores sehe ich zum Teil heute noch noch viel Verbesserungsbedarf. Die neue Notiz-App kann man aber als gelungen bezeichnen. Ich nutze sie inzwischen für Notizen, die sich häufig ändern, und für kurzzeitige Aufzeichnungen, während der ganze Rest, also die eher statischen Dinge, in Evernote landen und verbleiben. Das Highlight war für mich allerdings die neue Fotos-App auf OS X. Endlich habe ich von allen Geräten dieselbe Sicht auf meine Aufnahmen und es ist egal, wo ich ein Foto hinzufüge oder bearbeite. Durch die Erweiterungen aus dem App Store (seit OS X 10.11 möglich) hat die Fotos-App IMHO iPhoto vom Funktionsumfang her überholt und steuert langsam in Richtung Aperture, auch wenn da natürlich noch vieles fehlt.

Natürlich ist in meinem Haushalt auch wieder das ein oder andere Gadget dazugekommen, über das ich auch gerne mal berichten würde, wie z.B. die Netatmo-Wetterstation oder eine Logitech-Harmony-Universalfernbedienung. Alle Lampen sind inzwischen auf LED umgestellt (in den allermeisten Fällen Philips Hue), was den Stromverbrauch spürbar gesenkt hat. Viel Zeit ist in mein Bilderrahmen-Projekt geflossen, ausführlich nachzulesen in meinem vorherigen Artikel.

Ich bin schon gespannt, was das kommende Jahr so bringen wird!

Apple Watch

27 Apr 2015
27. April 2015

Für eine Apple Watch zum offiziellen Starttermin letzten Freitag musste man schnell sein beim Vorbestellen, schon nach wenigen Minuten verschob sich der Liefertermin gen Mai, Juni, Juli. Mit Mac und iPhone bewaffnet – die dortige Apple-Store-App zu verwenden ist immer noch ein guter Tipp, sie war auch diesmal schneller aus dem Wartungsmodus raus als die Webseite – war ich gegen 9:03, zwei Minuten nach Beginn der Vorbestellphase – mit meiner Bestellung fertig. Ich hätte mir die Uhren gerne vorher angeschaut, aber das wäre auch erst an besagtem Tag möglich gewesen, so dass eine sehr lange Wartezeit entstanden wäre. So wurde nun eine Lieferung für den Zeitraum 24.4-8.5. in Aussicht gestellt, der kürzestmögliche Liefertermin.

Ich hatte zunächst an das günstigste Modell – Sport mit Kunststoffarmband – gedacht, da vermutlich schon nächstes Jahr ein verbessertes Modell erscheinen wird. Dann setzte sich aber der Gedanke fest, dass wenn ich schon eine Uhr trage (bisher tat ich das seit längerem nicht), dies auch einen modischen Aspekt hat und ich habe mich für das elegante Edelstahlmodell mit „Milanese Loop“ als Armband in der Größe 42 mm entschieden. Bisher habe ich das nicht bereut, denn ich finde sie sieht in der Realität noch ein wenig schöner als auf den Fotos aus.

Freitag ist sie gekommen und es gab ordentlich was auszupacken. Die Verpackung ohne Versandkarton wog stolze 900 Gramm, wozu die Uhr zum Glück nur zu einem kleinen Teil beiträgt.

Apple Watch Unboxing 1

Im Karton war – wie üblich – eine eingeschweißte Schachtel, fast komplett in weiß gehalten und einem Aufdruck mit der Modellbezeichnung versehen.

Apple Watch Unboxing 2

In der Schachtel war eine große weiße Kunststoffbox mit der Uhr, Kurzanleitungen und Garantiebedingungen (keine Apple-Aufkleber diesmal!) sowie das sehr lange Ladekabel mit Netzteil (iPhone-Version). Insgesamt macht die Verpackung, die bei jeder Kollektion übrigens anders ist, einen sehr wertigen Eindruck.

Apple Watch Unboxing 3

Das Armband ist bei dieser Variante stufenlos magnetisch verschließbar und trägt sich sehr gut. Das engmaschige, dünne Metallgeflecht hat sowohl Metall- als auch Stoffeigenschaften, was ich sehr spannend finde.

Apple Watch Unboxing 4

Natürlich wurde das gute Stück gleich in Betrieb genommen. Verwaltet wird die Uhr größtenteils mit der „Apple Watch“-App, die seit iOS 8.2 auf neueren iPhones zu finden ist. Das Koppeln geschieht interessanterweise via iPhone-Kamera über ein wolkenartiges Muster:

Apple Watch Pairing

Anschließend kann man jede Menge Einstellungen vornehmen und festlegen, welche Apps – sie kommen bisher immer als Teil einer iPhone-App – auf die Uhr sollen.

Dieser Artikel soll kein allgemeines Review der Apple Watch werden, davon sind im Netz etliche zu finden, sondern meine ersten Eindrücke bezüglich einiger Teilaspekte wiedergeben. Da ich die Uhr erst wenige Tage habe, und längst nicht alles ausprobieren konnte, kann ich mir derzeit sowieso kein abschließendes Urteil bilden.

Akkulaufzeit

Mehr als ich dachte. Ich lade die Uhr zwar bisher jede Nacht, lande abends aber in der Gegend von 60% Restlaufzeit. Bei der kleineren Uhr in 38 mm sollte es etwas weniger sein.

Größe

Ich hatte erst befürchtet, dass 42 mm zu groß ist. In der Praxis kommt mir das aber, trotz recht dünner Arme, nicht so vor, die Nahaufnahme etwas weiter oben täuscht hier ein wenig. Dennoch bin ich gespannt, auch mal das kleinere Modell zu sehen.

Taptic Engine

Für Benachrichtigungen wird man „angetippt“. Dieses „Klopfen“ könnte IMHO gerne noch etwas stärker sein. Ich nutze es in der Maximaleinstellung einschließlich der Option „markante Haptik“.

Bedienung

Ist ein wenig anders. Im Gegensatz zum iPhone steht hier nicht der Screen mit den Apps im Vordergrund, sondern die Zeitanzeige. Nur von dort sind z.B. die „Checks“ erreichbar, eine Art durchwischbare Reihe von Info-Widgets, die auch von Drittanbietern kommen können. Die Uhr ist immer nur kurz an (um Akku zu sparen), daran muss man sich erstmal gewöhnen. Wo man überall fester drücken kann („Force Touch“), um zu weiteren Funktionen zu kommen, ist nicht unbedingt offensichtlich.

Digitale Krone

Praktisch, nutze ich aber noch zu selten, da iPhone und iPad sie nicht haben. Muss ich mich noch dran gewöhnen.

Watch Faces

Die Auswahl ist schon ganz OK. Ich bin mir aber relativ sicher, dass es demnächst noch weitere geben wird. Je nach Watch Face sind keine, wenig oder viele Anpassungen möglich.

Apple Watch Uhrzeit

Navigation

Konnte ich Sonntag mal auf einem Spaziergang ausprobieren. Man wird zum Ziel geführt, ohne dass man auf die Uhr schauen muss, je nachdem ob man links oder rechts abbiegen soll, erhält man ein anderes Klopfzeichen. Schönes Feature.

Siri

Siri versteht meine Spracheingaben recht gut, sogar wenn der Fernseher läuft. Im Gegensatz zum iPhone oder iPad erscheint das Feedback jedoch nur auf dem Bildschirm der Uhr, es findet keine Sprachausgabe statt. Ohne Spracheingabe wären viele Funktionen der Apple Watch gar nicht nutzbar, da der Bildschirm freilich keinen Platz für eine Tastatur bietet.

Telefonieren

Hab ich Sonnabend mal ausprobiert und funktioniert einwandfrei. Und ja, ein wenig Knight-Rider-Feeling kommt da schon auf.

Fitness-Funktionen

Habe ich bisher als nützlich und motivierend empfunden. Das System mit den drei zu schließenden Kreisen (regelmäßiges Stehen, bewegen und trainieren) macht Sinn und entspricht dem, was für ein gesünderes Leben häufig gefordert wird. Als Schreibtisch-Arbeiter habe ich den Aufstehhinweis der Uhr schon mehrmals erhalten und bin dem natürlich nachgekommen, man denkt sonst einfach nicht daran. Leider nutzen noch nicht alle iPhone-Apps die Daten der Uhr, sondern lesen stattdessen z.B. die Schrittzahl aus, die das iPhone gemessen hat, statt auf den in der Regel größeren Wert der Uhr zurückzugreifen.

Apple Watch Ringe

Schrittzähler nutze ich schon länger, neu ist für mich die Herzfrequenz-Messung, die nach meinen bisherigen Beobachtungen recht gut funktioniert.

Apple Watch BPM

Digital Touch

Konnte ich Sonntag ausprobieren und ich muss sagen, die Funktion hat was. Ich sehe schon wie Uhrenbesitzer eine geheime Zeichensprache untereinander ausmachen, um z.B. eine langweilige Party gemeinsam zu verlassen.

Apps

Dass die Apps eigentlich auf dem iPhone laufen und die Uhr mehr oder weniger nur als Touchscreen benutzt wird, merkt man nur an der etwas längeren Startzeit. Ansonsten ist der App Store schon gut gefüllt (Tipp: in der Apple-Watch-App nach „Apple Watch“ suchen führt zu einer langen Ergebnisliste mit Apps für die Uhr). Und da sind schon recht praktische Sachen dabei, so dass man sich unterwegs oft den Griff zum iPhone sparen kann. Die DB-App zeigt z.B. die Haltestellen in der Nähe inklusive der nächsten Abfahrten. Und mit der Hue-App die Beleuchtung der Wohnung via Uhr zu steuern fühlt sich irgendwie nach Zukunft an.

Apple Watch Homescreen

Für ein Fazit ist es wie gesagt zu früh. Aber bereits jetzt spüre ich genau den Effekt, den ich mir von der Apple Watch versprochen habe, dass das iPhone insbesondere für die vielen kleinen Interaktionen unterwegs in der sicheren Jackentasche bleiben kann. Z.B. zum Lesen von Push-Benachrichtigungen, zur Auswahl eines neuen Musiktitels, zum Abspielen eines bestimmten Podcasts oder Radiosenders, für einen Blick auf den Fahrplan oder das Regenradar, und und und – und natürlich, wer hätte es gedacht, zum Ablesen der Uhrzeit. Spannend ist jetzt auch, was die App-Entwickler daraus machen, jede Menge Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

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