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Das iPad als digitaler Bilder- und Inforahmen

13 Dez 2015
13. Dezember 2015

Regelmäßige Leser werden wissen, dass ich öfter und gerne fotografiere. Dabei sind schon eine Reihe schöner Aufnahmen entstanden, so dass schon länger der Wunsch besteht, diese auch innerhalb der eigenen vier Wände aufgehängt zu betrachten. Leider ist Wandfläche nun einmal endlich und teilweise natürlich auch schon genutzt, wodurch schnell Platzprobleme entstehen. Die klassische Lösung für dieses Problem ist ein digitaler Bilderrahmen, denn dort lassen sich auch schnell neue Fotos unterbringen, also musste einer her. Eine Marktrecherche brachte jedoch schnell Ernüchterung:

  • Es gibt keine große Auswahl, offensichtlich haben Tablets diesen Markt ziemlich „kaputt“ gemacht.
  • Die meisten Modelle benötigen einen Stromanschluss, was dort wo der Rahmen bei mir hin sollte, größeren Aufwand erfordert hätte.
  • Die User-Interfaces der Geräte sind häufig grottig.
  • Schon mit kleinen Zusatzfunktionen wie die Anzeige der Uhrzeit innerhalb eines Fotos sind viele Geräte überfordert.

Daher bin ich nach meinen Erkundungen zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ein Tablet die bessere Lösung ist. Ein Akkubetrieb ist hier problemlos möglich, außerdem könnte ein Tablet seine Inhalte per WLAN beziehen, müsste selbst also nicht mit irgendwelchen SD-Karten bestückt werden. Die Darstellung der Bilder könnte eine entsprechende App übernehmen, wofür ich mich allerdings nicht entschieden habe, dazu später mehr. Bleibt also nur die Frage iPad oder Android. Ein Android-Gerät wäre möglicherweise etwas preiswerter geworden, ich habe mich dann aber für ein „refurbished“ iPad 4 entschieden, welches ich relativ günstig direkt bei Apple erworben habe. Wiederaufbereitete Geräte bekommen ein neues Gehäuse und einen frischen Akku, das ist alles, worauf es für meinen Bilderrahmen ankommt. Mit 10 Stunden Akku-Laufzeit muss ich das iPad nicht oft laden, denn ein Betrieb für mehr als eine Stunde pro Tag (eher weniger) war sowieso nicht geplant. Für mein Projekt reicht außerdem das kleinste Modell (16 GB mit WLAN) völlig aus. Die iPad-Lösung bietet mir persönlich auch weitere Vorteile:

  • Es hat ein hochauflösendes Retina-Display, ideal für Fotos.
  • Ich kenne mich mit dem System gut aus.
  • Ich kann weitere Apps zur Haussteuerung installieren, was praktisch ist bei einem Gerät, was direkt an der Wand hängt (dazu später mehr).

Nachdem das iPad eingetroffen war, musste als erstes eine Wandhalterung her. Nach einigen Recherchen habe ich mich für eine XFlat UP150 (Amazon-Link) entschieden, die das iPad zuverlässig an der Wand befestigt. Zur Montage muss lediglich ein Loch gebohrt werden.

Anschließend stellte sich die Frage nach einer Präsentationsapp für meine Fotos. Allerdings wurden, weil ich ja jetzt quasi einen vollwertigen Computer mit WLAN hatte, meine Ansprüche immer größer. Wäre es nicht toll, wenn es während die Bilder durchlaufen auch Seiten gäbe, die die aktuelle Innen- und Außentemperatur anzeigen, eine Wettervorhersage, Wetterwarnungen, die Schlagzeilen von heute, die nächsten Geburtstage meiner Verwandten und Bekannten? Mehr und mehr solcher Ideen kamen mir und es wurde schnell klar, dass ich niemals eine App finden werde, die das alles kann. Dann kam aber der rettende Einfall, ich bin ja von Beruf Webentwickler, also warum realisiere ich das nicht als webbasierte Lösung? Trotzdem brauchte ich natürlich eine App, und zwar einen Browser, der gleich mit einer festeingestellten Webadresse im Vollbild startet, ohne irgendein Benutzer-Interface anzuzeigen. Sowas gibt es aber, z.B. für die zahlreichen iPad-basierten Info-Kioske. Ich habe mich nachdem ich ein paar Apps getestet habe, für den Sandbox-Web-Browser entschieden (App-Store-Link). Bei dieser App legt man die Start-Webadresse direkt in der Einstellungs-App von Apple fest, sodass es beim Starten der App sofort mit der gewünschten Webseite losgeht, ideal für meine Zwecke.

Nun kam der eigentlich aufwändige Teil, der mir allerdings viel Spaß gemacht hat, das Erstellen der Webanwendung zur Darstellung von Foto- und Informationsseiten. Eine reine Fotoeinzelseite in HTML ist gar nicht so kompliziert und könnte beispielsweise so aussehen:

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
<meta name="viewport" content="height=device-height, width=device-width, initial-scale=1“ />
<meta http-equiv="refresh" content="10; URL=foto2.html“ />
</head> 
<body style="background-color: #000000; background-image:url(images/foto1.jpg); no-repeat center center fixed; -webkit-background-size: cover; background-size: cover">
</body>
</html>

Das Foto (hier foto1.jpg) wird als Hintergrundbild festgelegt (im Body-Tag) und die Meta-Refreshzeile im Header sorgt dafür, dass nach 10 Sekunden eine neue Webseite (foto2.html) mit einem neuen Foto (foto2.jpg) dargestellt wird. Meine Lösung ist allerdings – wie schon angedeutet – komplexer. So kann ich Einzelseite und Anzeigedauer in einer Steuerungsdatei festlegen, die in etwa so aussieht (Auszug, die vollständige Sequenz ist etwa 40 Zeilen lang, dann geht es wieder von vorne los),

10:photo-warnemuende1
20:headlines
10:photo-warnemuende2
20:itnews
10:photo-warnemuende3
20:applenews
10:photo-rostock1
20:localnews
10:photo-zoo1
10:conditions-inside
10:conditions-outside
10:photo-bornholm3
10:weather
10:forecast
10:photo-moen
10:alerts

Die Zahlen vor dem Doppelpunkt stehen für die Anzeigedauer in Sekunden, es folgt die anzuzeigende Seite. Seiten, die mit photo- beginnen zeigen ein Foto an, alles andere sind Sonderseiten, etwa mit Wetterinformationen oder Nachrichten. Diese Steuerungsdatei liegt im Textformat in meiner Dropbox und wird über ihre öffentliche URL von meiner Webanwendung eingelesen. Das hat den Vorteil, dass ich diese Datei auch mit dem iPhone ändern kann (mit einem Dropbox-fähigen Texteditor), um die Reihenfolge oder eine Anzeigedauer zu ändern. Natürlich komme ich in meiner Webanwendung dann nicht mehr mit einfachem HTML aus. Da ich sowieso dienstlich jeden Tag mit PHP arbeite, nutze ich diese Skriptsprache daher auch für dieses Projekt. Das Kernstück meiner Webanwendung ist somit ein PHP-Skript, welches die Steuerungsdatei aus der Dropbox holt, einliest und in einer Schleife Zeile für Zeile abarbeitet. Die Foto-Anzeigeseiten sehen gar noch so anders aus als im Beispiel oben, lediglich die Weiterleitungsseite, die Anzeigedauer und der Name des Fotos werden dynamisch mit PHP eingesetzt. Außerdem zeige ich auf jedem Foto unten links die Uhrzeit an, dieses Feature ist aber auch abschaltbar.

iPad-Bilderrahmen 1

iPad-Bilderrahmen 5

Das Grundgerüst steht damit, aber es gibt ja noch die Sonderseiten wie „headlines“, „itnews“, „applenews“, „localnews“, „conditions-inside“, „conditions-outside“, „weather“, „forecast“ und „alerts“, die ich immer nach ein bis zwei Fotos einstreue. Die meisten dieser Seiten basieren auf RSS-Feeds, die ich per JavaScript einlese. Dazu nutze ich die Google-Feed-API. So nehme ich z.B. für die Seite „headlines“ den Feed der Tagesschau und für „itnews“ den Feed von Heise. Eine Besonderheit sind die Seiten „conditions-inside“, „conditions-outside“ und „alerts“. Diese zeigen u.a. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in und außerhalb meiner Wohnung an und zwar mit den Werten meiner Netatmo-Wetterstation. Netatmo bietet freundlicherweise eine Programmierschnittstelle an, so dass ich mir die Daten darüber direkt von den Netatmo-Servern holen kann. War etwas Bastelarbeit, funktioniert aber einwandfrei. Hier sind ein paar von den Sonderseiten:

iPad-Bilderrahmen 2

iPad-Bilderrahmen 3

iPad-Bilderrahmen 4

iPad Bilderrahmen 6

iPad-Bilderrahmen 7

iPad-Bilderrahmen 8

So ist man morgens, wenn man beim Starten in den Tag ein paar Mal am iPad vorbeiläuft, schon ganz gut informiert. Art und Zahl der Zusatzseiten bleiben lediglich der eigenen Fantasie überlassen, denn es gibt kaum eine Information, die sich nicht irgendwie direkt oder indirekt aus dem Internet beschaffen läßt. Um wichtige Infoseiten direkt zu erreichen, habe ich noch eine Navigationsseite implementiert, die durch Streichen auf dem Display aktiviert werden kann (per ontouchmove-Event in JavaScript).

Da ich nun ein iPad fest an der Wand hängen habe, läßt es sich vorzüglich auch für andere Aufgaben einsetzen. Hier ein paar Beispiele:

  • Beleuchtungssteuerung mit der Hue-App
  • iTunes-Fernsteuerung mit der Remote-App
  • Einkaufsliste ergänzen (in meinem Fall AnyList)
  • Gerätesteuerung mit der Logitech-Harmony-App
  • iPad direkt als Wandradio mit der TuneIn-App

Auch hier sind dem kreativem Einsatz nur durch den App Store Grenzen gesetzt. Vielleicht konnte ich ja, die ein oder andere Anregung lostreten, ein eigenes Bilderrahmen-Projekt zu starten. Die Implementierung kann sogar mehr Freude bringen, als die spätere Nutzung ;-).

Fremdsprachen lernen mit Apps

26 Jul 2015
26. Juli 2015

Da ich häufiger bei unserem nördlichen Nachbarn unterwegs bin (ist ja nur eine kurze Fährüberfahrt entfernt von hier), lerne ich derzeit ein wenig Dänisch. Leider kein leichtes Unterfangen, knapp die Hälfte der Wörter stimmen zwar mit der deutschen Sprache überein (was das Lesen von Texten vereinfacht, beim Sprechen muss man natürlich dennoch wissen, welche Wörter gleich sind), jedoch weicht die Aussprache mehr oder weniger von der Schriftsprache ab, zumal nach meiner Erfahrung im Alltag recht schnell und teilweise auch undeutlich gesprochen wird. Dafür lernt man im Gegenzug quasi drei Sprachen in einer, denn die skandinavischen Sprachen haben eine Wortübereinstimmung zwischen 90 und 95 Prozent und werden gegenseitig meist ohne größere Probleme verstanden.

Wie man es bei mir nicht anders erwarten kann, unterstützen mich meine Geräte wie iPhone und iPad kräftig beim Lernen und ich möchte heute einfach mal meine Erfahrungen weitergeben und die Apps empfehlen, die mir weitergeholfen haben. Ich habe dabei nicht recherchiert, welche der Apps plattformübergreifend sind, dies dürfte aber zumindest für einige der Fall sein.

Mein wichtigster Baustein ist ein App-gestützter Sprachkurs. Denn nur so ist, meiner Meinung nach, ein systematisches Erlernen in kleinen zusammenhängenden und aufeinander aufbauenden Lektionen möglich. Hierzu setze ich Babbel ein (App-Store-Link), eine App, die eine ganze Reihe von Sprachen unterstützt, u.a. eben auch Dänisch. Für die Nutzung entstehen monatliche Kosten, die um so niedriger sind, je größer man den Abo-Bezahlzeitraum wählt. Ich zahle beispielsweise 33,30 Euro für 6 Monate, was einem Monatspreis von 5,55 Euro entspricht. Das ist meiner Meinung nach nicht zu viel, denn zum einen ist es ein professioneller Kurs, zum anderen erwirbt man natürlich – sofern man das Ganze nicht nur oberflächlich angeht – eine zusätzliche Fertigkeit, die sich zukünftig bezahlt machen kann. Die Sprachkurse sind auch nicht statisch, sondern es kommen regelmäßig neue Lektionen hinzu. Es dürfte schwierig sein, ein vergleichbares kostenloses Angebot zu finden, zumindest bei etwas exotischeren Sprachen wie eben Dänisch.

Babbel-Kurse

Eine Babbel-Lektion (für Dänisch gibt es über 300), die meist aus 5-10 Unterabschnitten besteht, hat mehrere Komponenten. Zunächst werden die neuen Wörter bzw. Redewendungen dieser Lektion (meist nicht mehr als 10) in Deutsch und der jeweiligen Fremdsprache angezeigt und in der Fremdsprache vorgelesen. Erlaubt man der App den Mikrofonzugriff, kann das Wort nachgesprochen werden und es wird angezeigt, ob die Aussprache korrekt war oder nicht.

Babbel 1

Anschließend werden diese wiederholt und man muss die richtige Übersetzung wählen.

Babbel 2

Nun werden einzelne Begriffe nochmal vorgelesen und man muss diese selber schreiben. Dazu werden entweder die enthaltenen Buchstaben angezeigt oder es wird einfach nur eine Tastatur eingeblendet, was natürlich schwieriger ist.

Babbel 3

Babbel 4

Weiterhin gibt es immer mal wieder Erläuterungs- und Grammatikseiten, auf denen das Gelernte vertieft wird.

Babbel 5

Weitere Komponenten sind das Zuordnen von Wörtern in Gruppen (durch Verschieben auf dem Bildschirm) oder das Vervollständigen von Dialogen, die gängige Alltagssituationen abdecken. Eine Lektion kann natürlich beliebig oft wiederholt werden. Die gelernten Wörter und Redewendungen kommen zusätzlich in eine persönliche Vokabelliste, die man in regelmäßigen Abständen mit Hilfe eines Wiederhol-Managers, der sich auch merkt, mit welchen Wörtern man Schwierigkeiten hat, abgearbeitet werden.

Babbel 6

Alles in allem bleibt nach meiner Erfahrung mit Hilfe der App eine ganze Menge hängen und die Sprachkenntnisse verbessern sich Schritt für Schritt. Der zweite wichtige Baustein meines Lernsystems ist ein Vokabel-Manager. Zwar hat Babbel ja schon den eben erwähnten Wiederhol-Manager, dieser lässt sich jedoch nur übers Web mit eigenen Wörtern erweitern und geht vermutlich auch verloren, sollte man jemals sein Abo beenden. Daher bevorzuge ich hierfür eine separate App und habe mich für iVocabulary entschieden. Diese kostenpflichtige App gibt es für Mac, iPhone und iPad, wobei die Daten über alle Geräte synchronisiert werden (iCloud oder Dropbox, Dropbox funktioniert nach meiner Erfahrung besser) und der Funktionsumfang ähnlich ist. Das Eintragen größerer Vokabelmengen ist natürlich am Mac bequemer.

Ivoc

In iVocabulary trage ich alle Wörter, die ich in Babbel lerne, sowie alle weiteren Vokabeln, die ich aufschnappe – z.B. auf Dänemark-Reisen, Webseiten, Prospekten usw. – ein. Zu jeder Vokabel kann auch ein Bild (diese Funktion nutze ich nicht, ist aber sinnvoll, für alle, die mehr visuell lernen), ein Kommentar, die Aussprache (als Aufnahme) und ein Etikett (nutze ich für die Wortart Substantiv, Verb, usw.) gespeichert werden. Mit Hilfe verschiedener Abfrage-Modi können die Wörter dann gelernt werden, wobei zu jeder Vokabel der letzte Abfragezeitpunkt und die individuelle Schwierigkeit (wie oft passieren Fehler bei diesem Wort) gespeichert wird. Insgesamt ist iVocabulary sehr umfangreich und ich habe noch nicht alle Funktionen genutzt.

Es kommt häufiger vor, dass ich ein neues Wort lese und einfach nur wissen möchte, wie es ausgesprochen wird. Hierfür hat sich die kostenlose App Forvo (App-Store-Link) bewährt. Forvo ist eine Sprach-Community, an der man teilnehmen kann, indem man dort einspricht, wie Wörter in der eigenen Muttersprache ausgesprochen werden. Der Umfang ist recht hoch, ich stoße recht selten auf ein Wort, welches nicht enthalten ist.

Forvo

Natürlich wäre diese Zusammenstellung ohne ein Wörterbuch nicht vollständig, denn irgendwo muss man bisher völlig unbekannte Wörter ja nachschlagen. Ich nutze dazu die iPhone-App von dict.cc, dict.cc+ (App-Store-Link, Offline-Benutzung möglich, alternativ gibt es auch eine kostenlose Version mit Werbung).

Dictcc

Diese vier Apps decken den Grundbedarf IMHO ganz gut ab, gelegentlich nutze ich noch weitere Dienste wie Google-Translate, aber mit den vorgestellten Produkten kommt man schon recht weit. Bonus-Tipp: Insbesondere fürs Vokabellernen ist es nützlich, auf dem iPhone oder iPad die Tastatur der jeweiligen Sprache zu installieren (iOS: Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Tastaturen). In diesem Sinne, viel Spaß beim Lernen!

iPhone-Airplay mit mehreren Lautsprechern

12 Jul 2014
12. Juli 2014

Kennt ihr das Problem, man hat zu Hause mehrere Airplay-fähige Lautsprecher, kann aber mit dem iPhone (oder iPad) nur jeweils eine Box bespielen? Darüber habe ich mich schon öfters geärgert, bis ich neulich mal auf die Idee kam, ob es nicht eine App dafür gibt. Zu meiner Überraschung ist das tatsächlich der Fall.

Die App nennt sich „Multiroom Music/Radio Player by WHAALE“ (kurz WHAALE) und hat IMHO ein etwas eigentümliches Design. Sie ist von der Bedienung ein wenig gewöhnungsbedürftig, leistet aber genau das, was ich schon lange gesucht habe. Man kann entweder alle Lautsprecher mit der gleichen Musik bespielen oder sogar jeden aus einer anderen Audioquelle versorgen. Maximal werden 6 Lautsprecher unterstützt, ab dem 3. ist hierzu allerdings jeweils ein In-App-Kauf notwendig.

WHAALE

Eine wesentliche Einschränkung, die vermutlich von iOS-Seite stammt, ist, dass das Audio direkt aus der WHAALE-App kommen muss. Die App bietet aber natürlich Zugriff auf die Musikbibliothek des jeweiligen iOS-Geräteres (allerdings ohne die Titel, die ausschließlich in der iCloud liegen, also iTunes Match und nicht heruntergeladene Einkäufe). Weiterhin wurde kürzlich der Streaming-Dienst „Deezer“ integriert. Zusätzlich kann man allerdings – wieder per In-App-Kauf – weitere Audio-Quellen erwerben, und zwar Internet-Radio (mit einer langen Liste vordefinierter Stationen) und UPnP-Media-Server, die man z.B. auf NAS-Systemen findet oder auch als Server-Dienst auf seinem Mac installieren kann. Ferner werden eine Reihe von Ambiente-Sounds mitgeliefert, wie z.B. Regengeräusche. Der Autor arbeitet nach eigenen Angaben an weiteren Quellen, so dass man mit der Audio-Auswahl nicht so eingeschränkt ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Die Universal-App kostet mit zwei Lautsprechern 4,49 € (eine kostenlose Testversion steht ebenfalls im App Store zur Verfügung), Zugriff auf Internetradios und UPnP-Server schlagen nochmal mit jeweils 0,89 € zu Buche. Dafür erhält man Möglichkeiten, die sonst nur mit erheblich teuereren Systemen – wie z.B. SONOS – zu realisieren sind.

Beliebige Artikel als „Podcast“ hören

25 Aug 2013
25. August 2013

Es gibt Apps, die hat man sich innerlich schon immer gewünscht und plötzlich wird man durch ein anderes Blog darauf aufmerksam, dass diese schon länger existieren und dann auch noch besser sind, als man zu träumen gewagt hatte. Voice Dream (8,99 Euro, Universal-App) ist so eine App und sie löst bei mir ein ganz konkretes Problem. Ich stoße im Internet über meine diversen Quellen (Twitter, App.net, RSS-Feeds, regelmäßig besuchte Seiten, …) auf eine Vielzahl unbedingt lesenswerter Artikel. Allein mir fehlt die Zeit, diese alle zu konsumieren, ganz egal ob sofort oder via Pocket oder Evernote später. Das beste wäre also, wenn ohnehin schon tote Zeit irgendwie genutzt werden könnte, um den Artikelstau abzuarbeiten. Das sind bei mir vor allem Zeiten, in denen ich unterwegs bin oder eintönige/langweilige Tätigkeiten ausführe. Hier kommt besagtes Voice Dream ins Spiel, denn dieses Programm ist ein nahezu perfekter Vorleser, dessen Fähigkeiten weit über die eingebauten Sprachfähigkeiten der iOS-Geräte hinausgehen.

Das fängt allein damit an, dass vorgelesene Artikel mit dem gleichen Komfort wie Musik oder Podcasts abgespielt werden können. D.h., die Wiedergabe erfolgt auch im Hintergrund, bei gesperrtem Bildschirm und unter Nutzung der Headset-Steuerung. Die Sprache des Textes wird automatisch erkannt und mit einer passenden – recht hochwertigen – Stimme vorgelesen. Diese Stimmen muss man allerdings – vermutlich weil der App-Anbieter diese lizensieren muss – per In-App-Kauf (für 1,79 bis 2,69 Euro pro Stück) zusätzlich erwerben. Ich verwende Julia als deutsche und Rachel als englische Stimme (UK-Englisch). Für Wörter, die nicht korrekt vorgelesen werden, wie z.B. einige englische Wörter in deutschen Texten, kann man in einem benutzerdefinierten Aussprachewörterbuch entsprechende Eintragungen vornehmen. Beispiel: In den letzten Tagen war ja im Zusammenhang mit den Abhörskandalen öfter mal das Wort „XKeyScore“ zu lesen, womit die deutschen Stimmen nicht zurecht kamen. Der Eintrag „XKeyScore = ix kie skor“ im Aussprachewörterbuch löst dieses Problem.

Voicedream 1

Der Hauptbildschirm von Voice Dream enthält eine Liste der vorzulesenden Artikel, darunter auch zwei Einführungstexte, die den Nutzer mit den Funktionen des Programms vertraut machen. Ganz rechts in der Liste wird angezeigt, wie lange das Vorlesen des jeweiligen Artikels dauern wird, was für die eigene Zeiteinteilung recht praktisch ist. Ob nach Beendigung eines Artikels gleich der nächste gelesen werden soll, kann in den Einstellungen festgelegt (inklusive optionalem Klangsignal beim Übergang). Die Sortierreihenfolge ist ebenfalls festlegbar (nach Hinzufügedatum, Größe, …). Die aktuelle Leseposition wird pro Artikel gespeichert, zusätzlich gibt es eine Lesezeichenfunktion. Die Lesegeschwindigkeit ist übrigens auch einstellbar. Artikel können in Ordner und eine Playlist sortiert werden, so dass auch bei einem großen Artikelvorrat die Übersicht gewahrt bleibt.

Voicedream2

Ein ganz großes Plus von Voice Dream sind die vielen verschiedenen Wege, Texte in die App zu bekommen. Texte können von den Diensten Dropbox, Google Drive, Pocket, Instapaper, Evernote und Bookshare komfortabel in die App übernommen werden. Darüber hinaus gibt es einen integrierten Browser, über den Artikel ebenfalls bezogen werden können. Schließlich kommen noch die Wege über iTunes, die Zwischenablage und einen integrierten Editor hinzu. An Textformaten werden neben einfachem Text PDF, DRM-freies ePub,  MS Word, MS PowerPoint, Apple Pages, RTF und HTML unterstützt. Somit ist es sehr leicht, an neuen Lesestoff zu kommen,  insbesondere weil z.B. bei mir zu lesende Artikel sowieso schon in Paper bereitstehen.

Voicedream3

Wer die App erstmal kostenlos antesten möchte, kann zur Lite-Version greifen, welche nur die ersten 200-300 Zeichen vorliest.

Instacast für Mac

04 Mai 2013
4. Mai 2013

Zu den Anfangszeiten des iPhones habe ich mich über Apps gefreut, die ihren Weg vom Mac auf das Telefon gefunden haben, denn sie ermöglichen häufig ein nahtloses Arbeiten über die Gerätegrenzen hinweg. Mittlerweile gibt es immer öfter auch die umgekehrte Situation, erfolgreiche iOS-Apps bekommen einen „großen Bruder“ auf dem Mac. Eigentlich nicht verwunderlich, bei der enormen Zahl von über 800.000 iOS-Programmen.

Jüngstes Beispiel ist für mich Instacast, eine der beliebtesten Podcast-Apps für iPhone und iPad und seit langer Zeit der Podcast-Client meiner Wahl. Am 1. Mai hat der Entwickler die erste öffentliche Beta-Version für OS X veröffentlicht. Natürlich hab ich mir dieses Stück Software sofort angeschaut, auch wenn ich noch nicht so viel Zeit mit dem Programm verbringen konnte.

Instacast 1

Der Funktionsumfang entspricht in etwa der iPad-App. Allerdings handelt es sich nicht um eine einfache Portierung, denn Instacast für OS X hat das Look & Feel einer echten Mac-App. Ein paar Besonderheiten möchte ich gerne hervorheben.

Up Next

Dieses Feature kennen wir aus iTunes 11. Statt einen Podcast gleich abzuspielen sind auch die Einträge „Play Next“ oder „Add To Up Next“ möglich. Die betreffende Episode wird dann entweder als nächstes gespielt oder an das Ende der Up-Next-Liste gesetzt. Die Up-Next-Liste selbst kann per Drag & Drop umsortiert werden.

Mini-Player

Ebenfalls wie bei iTunes gibt es auch einen Mini-Player um wertvollen Bildschirmplatz einzusparen. Der Mini-Player kann zusätzlich zum oder statt des Hauptfensters verwendet werden.

Instacast 2

AirPlay

Als eine der wenigen Mac-Apps unterstützt Instacast die AirPlay-Technologie. In meinen Tests mit dem Apple TV funktionierte dies allerdings nur für Audio.

Flattr

Im Gegensatz zur iOS-Version können Podcasts direkt aus der App „geflattrt“ werden (Flattr ist ein Mikrospendensystem für Content, welches auch in diesem Blog zur Verfügung steht). Im App Store lässt Apple solche Mechanismen nicht zu, daher wird Instacast – wenn überhaupt – nur in einer abgespeckten Version im Mac-App-Store erscheinen.

Sync

Die Mac-Version kann sich mit den iOS-Versionen synchronisieren. Hierzu setzt Instacast nicht mehr wie früher auf die iCloud, sondern bietet eine eigene „Wolke“ an. Die Neueinrichtung eines entsprechenden Accounts muss allerdings noch über iOS erfolgen, in der Mac-Ausgabe ist diese Teilfunktion noch nicht fertig.

Der Sync selbst hat in meinen Tests gut funktioniert, auch die Abspielposition wird abgeglichen, man kann also das Gerät wechseln und nahtlos weiterhören.

Fazit

Mit Instacast gibt es nun endlich einen leistungsfähigen Podcast-Client für den Mac, welcher eine einheitliche Podcast-Experience über alle Geräte hinweg ermöglicht. Wer eine Alternative zu iTunes sucht wird gut bedient. Die Beta kann kostenlos verwendet werden, gleichzeitig ist aber auch jetzt schon ein Kauf zum Vorzugspreis von 15 Euro möglich.

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