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Fotos

17 Mai 2015
17. Mai 2015

Meine Foto-Workflows waren schon immer großen Veränderungen unterworfen, meist weil ein Dienst, den ich genutzt habe, eingestellt wurde oder sich verschlechtert hat oder es plötzlich etwas viel besseres gab. Zuerst hatte ich meine Aufnahmen in der MobileMe-Fotogalerie, dann – als diese eingestellt wurde – bei Flickr, dann – nach Design- und Performance-Verschlechterungen bei Ipernity und zuletzt zusätzlich noch als Backup bei Picturelife. Softwareseitig habe ich zuerst iPhoto und dann Aperture eingesetzt, um die Bilder zu kategorisieren, zu verschlagworten, nachzubearbeiten, usw. Dieses Frühjahr gab es nun wieder einen großen Umbruch, Apple hat die App „Fotos“, die es unter iOS schon länger gibt, auch für den Mac veröffentlicht. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, alle Bilder aus „Fotos“, egal ob es sie vom Mac oder iOS kommen, in die iCloud hochzuladen und diese dort aufzubewahren und zwischen den Geräten zu synchronisieren. Dafür werden allerdings iPhoto und Aperture nicht mehr weiterentwickelt. Die Alternativen sind also, entweder – zumindest mittelfristig, eine ganze Weile könnte man sicher noch mit den alten Programmen weiterarbeiten – auf das neue System umzusteigen oder sich eine andere Lösung zu suchen.

Ehrlich gesagt, war ich bei der Ankündigung von Fotos froh, dass dieser Wechsel kam, auch wenn „Fotos“ längst nicht alle Funktionen von Aperture oder Lightroom hat. Denn das alte System stammt aus einer Zeit, bei der man idealerweise nur einen Computer hat, auf dem die Bilder importiert, bearbeitet und veröffentlicht werden. Schon die zunehmende Anzahl von Fotos, die auf dem iPhone entstanden sind, hat mir Probleme gemacht, denn es war mir oft genug zu viel Arbeit (bzw. die Zeit war einfach nicht da), diese nach Aperture reinzuholen und dort äquivalent zu den DLSR-Fotos weiterzuverarbeiten. Noch schlimmer wurde es, als ein zweiter Mac dazukam, denn zwei Aperture-Installationen synchron zu halten, war eine ziemliche Bastelarbeit inklusive Terminal-Skripten. Das lief dann darauf hinaus, dass Fotoarbeiten nur noch an einem Mac gemacht wurden, obwohl ich bei der Nutzung des anderen vielleicht gerade dafür Zeit gehabt hätte. Und dann ist da noch das iPad, das ideale Gerät eigentlich, um in Ruhe auf dem Sofa mal ein paar Bilder auszusortieren. Oder einfach die Fotos mal anderen zu zeigen. Aber dazu müssen sie erstmal auf das iPad kommen.

Die eleganteste Lösung für diese Probleme ist eine zentrale Ablage in der Cloud und nicht auf einem einzelnen Gerät. Und wer kann sowas besser in alle Geräte integrieren als der Hersteller? Also habe ich mich gleich in der ersten Woche, als die Mac-App erschienen ist, an die Migration gemacht. Meine einzige Sorge war eigentlich, dass Apple den Cloud-Teil nicht richtig hinbekommt, denn dies ist traditionell nicht eine der Stärken des Unternehmens aus Cupertino. Aber aus der langen Beta-Phase, die ich intensiv verfolgt hatte, wusste ich, dass es keine technischen Probleme gibt. Blieb nur noch die Sorge, dass das System eventuell zusammenbricht, wenn sich bei Veröffentlichung Millionen von Kunden darauf stürzen, aber auch diese war unbegründet.

Fotos 1

Fotos für Mac

Nun liegen meine rund 7000 Fotos alle in der iCloud, es hat etwa 1-2 Tage gedauert, bis alle vier Geräte wirklich den gleichen Stand hatten. Die Aperture-Library wurde problemlos in „Fotos“ übernommen, inklusive aller Alben, intelligenten Alben und Ereignisse, die in Fotos-Alben umgewandelt wurden. Ich hatte vor dem Import die Struktur in Aperture etwas vereinfacht, was aber wohl gar nicht notwendig gewesen wäre. Pro Gerät kann man entscheiden, ob dort die Originale abgelegt werden sollen, oder – um Platz zu sparen – nur eine verkleinerte Version. Ich habe auf beiden Macs die Originale, so dass es nun inkl. iCloud jeweils drei Kopien eines Fotos gibt (und zusätzlich noch meine TimeMachine- und SuperDuper-Backups). Das ist – insbesondere was die iPhone-Fotos betrifft – wesentlich besser als vorher. Meinen Picturelife-Account habe ich daher nicht verlängert.

Fotos 2

Fotos für iPad

Nach einigen Wochen der Nutzung kann ich festhalten, dass dieses neue System sehr gut funktioniert. Meine Fotosammlung war noch nie in einem so guten Zustand wie jetzt. Es ist von unschätzbaren Wert, auf jedem Gerät die gleiche Ansicht auf die gesamte Fotosammlung zu haben, selbst auf dem iPhone habe ich jedes Foto dabei und kann ein ganz bestimmtes Bild mit Hilfe der Suchfunktionen in kürzester Zeit hervorzaubern. Es wird wirklich fast alles synchronisiert, bis auf die Druckprojekte wie Grußkarten oder Kalender und die intelligenten Alben auf iOS. D.h.,ich kann z.B. auf dem iPad nach Stichwörten wie „Möwe“ oder „Strand“ suchen, die ich auf einem der Macs vergeben habe, und finde sofort die passenden Bilder. Und ich kann ein Bild irgendwo bearbeiten – automatisch verbessern oder nur einen Ausschnitt nehmen oder einfach nur drehen oder begradigen – und die Änderungen werden quasi instantan auf allen Geräten nachgezogen. Ich muss mir auch keine Gedanken mehr machen, welche Fotos ich mit iTunes aufs iPad synchronisiere, um sie jemanden zu zeigen, sie sind einfach alle da.

Fotos 3

Fotos für iPhone

Abstriche gibt es allerdings für Aperture-Benutzer bei der Bildbearbeitung. Die Bearbeitungsfunktionen von „Fotos” sind zwar mächtiger als sie auf den ersten Blick erscheinen, kommen aber an Aperture nicht ran. Wem die Funktionen nicht reichen und trotzdem „Fotos“ nutzen möchte, sollte die Bilder idealerweise vorm Import mit einem anderen Programm bearbeiten. Das gilt auch für das Hinzufügen von GPS-Koordinaten, denn dies kann „Fotos“ zumindest noch nicht. Für mich überwiegen die genannten Vorteile, da ich in der Regel – schon aus Zeitgründen – in 99% der Fälle mit croppen, begradigen, verschlagworten und automatisch verbessern auskomme. Für iPhoto-Nutzer hingegen fällt mir kein Grund ein, nicht umzusteigen. Bedenken sollte man noch, dass die 5 GB Inklusiv-iCloud-Speicher in vielen Fällen nicht mehr reichen werden, wenn die Fotosammlung dazukommt. Ich musste auf den 200GB-Tarif umsteigen (4 EUR pro Monat), zahle aber im Endeffekt nicht mehr als für Picturelife und habe jetzt noch jede Menge freien Speicherplatz für mein iCloud-Drive.

Fotos 4

Bildbearbeitungsfunktionen bei Fotos für Mac

„Fotos“ bietet – wie auch unter iOS – eine Veröffentlichungsfunktion ins Web (iCloud-Fotofreigabe). Nicht so schick wie bei Ipernity, aber die Jahresgebühr dort könnte ich dann immerhin einsparen. Vielleicht werde ich dazu aber auch wieder Flickr nutzen, denn zumindest die Performance-Probleme auf iOS-Geräten scheinen mir inzwischen beseitigt zu sein, auch wenn mir das neue Design immer noch nicht zusagt. Mein Foto-Workflow bleibt also zumindest was diesen Teil betrifft in Bewegung.

Ich nutze „Fotos” übrigens nur für Fotos. Screenshots sammele ich in einem intelligenten Album und übernehme diese in meine Screenshotverwaltung „Ember“, über die ich bei Gelegenheit auch mal einen Artikel schreiben müsste. Auch diese synchronisiert über alle Geräte (via Dropbox) und bietet Screenshot-typische Bearbeitungsfunktionen wie das Zeichnen von Pfeilen, das Einfügen von Texten oder das Verpixeln von Bildausschnitten.

Gedanken zu OS X Yosemite und iOS 8

08 Jun 2014
8. Juni 2014

Letzten Montag hat Apple auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz „WWDC“ in San Francisco die kommenden Versionen von OS X (Version 10.10 AKA „Yosemite“) und iOS (Version 8) vorgestellt. Ich habe in der vergangenen Woche dazu viel Lob, aber auch Kritik (insbesondere, weil keine neue Hardware vorgestellt wurde) gehört und möchte an dieser Stelle ein paar meiner Gedanken in loser Reihenfolge hierzu zusammenstellen, ohne dabei die Neuvorstellungen nochmal zu wiederholen. Darüber wurde inzwischen ja hinreichend berichtet und ich denke mal, dass viele meiner Leser die Keynote auch gesehen haben. Zumindest OS X 10.10 habe ich mir inzwischen auch persönlich anschauen können.

  • Ich habe es mir schon an der ein oder anderen Stelle in diesem Blog gewünscht und freue mich, dass Apple diesen Weg weitergeht, Macs und iOS-Geräte enger zu verzahnen (Stichwort „Continuity“). Das Unternehmen aus Cupertino hat nunmal Hard- und Software selbst unter Kontrolle und kann damit alles optimal zusammenspielen lassen, wie es ansonsten vielleicht nur noch Microsoft könnte. Ich wechsele meine Apple-Geräte öfters am Tag und dass ich nun die Arbeit schneller wieder dort aufnehmen kann, wo ich gerade aufgehört habe, ist eine große Sache, die mir Zeit sparen wird. Dabei macht Apple nicht den Fehler, den IMHO Microsoft mit Windows 8 gemacht hat, alles mit einem OS zu erschlagen, sondern OS X bleibt OS X und iOS bleibt iOS. Es werden aber natürlich Konzepte – wo immer es sinnvoll ist – vereinheitlicht.
  • Apple öffnet mit Funktionen wie Drittanbieter-Tastaturen, Notification-Center-Widgets, erweiterbaren Sharing-Funktionen, dem iCloud-Drive, Touch-ID-Nutzung, Browser-Extensions und externen Foto-Filtern iOS so weit wie noch mit keinem anderen Update. Dies mag für Nutzer anderer Systeme nichts besonderes sein, für iOS wird es jedoch eine ganz neue Qualität an Apps hervorbringen und ich bin gespannt, auf welche Ideen die Entwickler kommen werden. Das vereinfacht die Zusammenarbeit der Apps untereinander enorm und viele Workarounds der Vergangenheit werden nun nicht mehr nötig sein. In der Keynote wurde an vielen Stellen deutlich gemacht, dass dabei die Sicherheit des Systems immer ein wichtiges Design-Kriterium war.
  • Durch die Verbilligung des iCloud-Speichers und den Änderungen beim Archivieren von Fotos sind neue Foto-Workflows denkbar, die evtl. dann ohne Systeme, wie das kürzlich von mir vorgestellte Picturelife auskommen. Ich bin jedenfalls auf die Einzelheiten gespannt. Schade, dass die neue Foto-App für den Mac erst nächstes Jahr kommen soll.
  • Sehr gespannt bin ich auch auf das iCloud-Drive und Erweiterungsmöglichkeiten im Datei-Picker bezüglich weiterer Speichersysteme. Ich hoffe, dass man an dieser Stelle künftig mehr mit WebDAV arbeiten kann, so dass zunehmend Daten auf eignen Servern in Deutschland abgelegt werden können.
  • Als großer Siri-Fan freue ich mich natürlich über die neue „Hey Siri“-Funktion und bin gespannt, welche Befehle und Easter-Eggs diesmal hinzugekommen sind. Wünschenswert wäre eine Diktierfunktion, die ohne Internetzugriff auskommt (wie es bei OS X schon realisiert wurde), aber davon habe ich leider nichts gehört. Vielleicht ist dazu aber noch neue Hardware nötig, also warte ich mal auf den Herbst.
  • Craig Federighi macht seine Sache als „Presenter” von OS X und iOS inzwischen hervorragend, was die Keynote trotz ihrer Länge von 2 Stunden recht kurzweilig erscheinen lies.
  • Das neue Design von OS X sieht sehr modern aus, ist aber für mich gewöhnungsbedürftig, insbesondere was das Dock und den neuen Systemfont „Helvetica Neue“ betrifft. Letzterer sieht auf „normalen Bildschirmen“ nicht so schick aus wie auf Retina-Displays. Dass die Icons sich optisch an iOS angenähert haben, ist freilich für Nutzer beide Systeme eine Vereinfachung. An die neuen Toolbar-Icons mit dem hellen Hintergrund habe ich mich noch nicht gewöhnt. Dass Safari auf OS X in der Adresszeile nun wie bei iOS auch nur noch die Domain anzeigt ist für mich als Webentwickler eine deutliche Verschlechterung, die man hoffentlich noch mit irgendwelchen Hacks wieder abstellen kann.
  • Nach dem neuen Design, welches mit iOS 7 gekommen ist, waren bezüglich iOS 8 optisch keine großen Änderungen zu erwarten und so ist es dann auch gekommen. Glücklicherweise ist die Trennung zwischen „Alle“ und „Verpasst“ im Notification-Center verschwunden. Leider wurde nichts zum Control-Center gesagt, hier hätte ich mir eine Konfigurierbarkeit der Apps unten gewünscht. Als intensiver Nutzer von iMessages freue ich mich über die vielen Erweiterungen, welche diese App erfahren hat.
  • Sicherlich hätten sich viele über neue Hardware gefreut, aber die WWDC ist nunmal eine Entwicklerkonferenz, auf der die Softwareseite im Vordergrund steht. Außerdem war die immerhin 2-stündige Veranstaltung dermaßen mit der Vorstellung zahlreicher neuer Funktionen vollgepackt, dass Tim Cook nichtmal wie sonst üblich auf neue Apple-Store-Eröffnungen eingehen konnte. Die von vielen erwartete iWatch vorzustellen hätte auch nicht viel Sinn gemacht, da sicherlich iOS 8 hierzu benötigt wird, welches erst im Herbst verfügbar ist.
  • Die neue Programmiersprache „Swift“ sieht erstmal interessant aus und scheint – zumindest auf den ersten Blick – leichter lernbar zu sein als Objective-C. Ich hab mir jedenfalls schon mal das entsprechende E-Book von Apple heruntergeladen.

OmniFocus 2 für Mac

25 Mai 2014
25. Mai 2014

Lange angekündigt und entwickelt, nach den ersten Betas nochmal komplett überarbeitet und mit vielem, was wir schon in den iOS-Versionen gesehen haben ausgestattet, ist es diese Woche endlich veröffentlicht worden, OmniFocus 2 für den Mac. OmniFocus ist eine umfassende Aufgabenverwaltung, mit der sich auch GTD – „Getting Things Done“, eine bekannte Selbstmanagement-Methode von David Allen – umsetzen lässt. Das Programm kann sehr flexibel an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden und besitzt viele durchdachte Funktionen, die es erlauben, nur die Aufgaben anzuzeigen, welche gerade in einer bestimmten Situation, einem bestimmten Ort oder einem Moment sinnvoll sind. Die App ist auch für das iPhone und das iPad erhältlich. Ich nutze OmniFocus seit 2009 und habe bereits mehrfach darüber berichtet (hier ein Link zu einer umfangreicheren Vorstellung der ersten Mac-Version, einer meiner ersten Blog-Artikel übrigens). In dem genannten Artikel werden auch einige Grundkonzepte von OmniFocus, wie z.B. Kontexte erläutert, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte.

OmniFocus ist aus meinen Workflows nicht mehr wegzudenken und läuft praktisch die ganze Zeit. Daher war ich natürlich sehr neugierig auf die 2er-Version und bin noch während der privaten Beta-Phase von Version 1 (man kann beide Versionen auch parallel nutzen) umgestiegen, ohne auch nur einmal zurückzuschauen.

Was ist neu? Als erstes fällt sofort auf, dass die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet wurde. OmniFocus sieht jetzt wie ein modernes Mavericks-Programm aus und steht vom Design betrachtet z.B. den neuen iWork-Apps von Apple in keinster Weise nach. Auffällig ist, dass ganz links eine neue Navigationsleiste hinzugekommen ist:

OmniFocus2 1

Sie dient zur Umschaltung zwischen den einzelnen Ansichten, wie Projekten, Kontexten und Reviews. Genial ist, dass man hier auch ausgewählte Perspektiven ablegen kann (man kann in OmniFocus jede Ansicht, die man sich zusammengestellt hat – z.B. eine Auswahl an Kontexten inklusive Ansichts- und Sortieroptionen – als sogenannte Perspektive speichern und genau diesen View schnell wiederherstellen). Hier gibt es übrigens ein schönes Set mit Perspektiven-Icons, die zum neuen App-Design passen. Die obere Toolbar enthält jetzt nur noch Aktionen, eine durchaus sinnvolle Trennung im Vergleich zu früher, wo sich alles in der oberen Toolbar befand. Man sieht im ersten Screenshot auch, dass der Inspektor nun auf der rechten Seite fest integriert ist – ähnlich wie bei Pages, Numbers oder Keynote. Er bezieht sich inhaltlich nun immer auf das jeweils ausgewählte Element, also das Projekt, den Kontext oder die Aufgabe. Auch die Darstellung der Aufgaben selbst hat sich geändert, die Checkbox zum Abhaken ist nun beispielsweise nach rechts gewandert und wurde durch einen Kreis ersetzt, der je nach Fälligkeit verschiedene Farben haben kann. Sich wiederholende Aufgaben werden durch drei Punkte im Kreis dargestellt. Diese Funktionalität war bereits in der neuen iPhone-App zu finden.

Ebenfalls aus iOS kommt die neue Vorschau-Ansicht, die in einer Kalender-basierten Darstellung Aufgaben mit Fälligkeitsdatum anzeigt. Wer möchte, kann sich dort zusätzlich seine Termine aus der Kalender-App anzeigen lassen, wobei detailliert festgelegt werden kann, welche Kalender angezeigt werden sollen.

OmniFocus2 2

Allein für diese praktische Ansicht lohnt sich IMHO schon das Update. Auch die Review-Ansicht wurde überarbeitet und ist nun ähnlich komfortabel wie bei der iPad-Version, die ich daher bisher bevorzugt für Reviews verwendet hatte. Eine regelmäßige Überprüfung aller Aufgaben und Projekte ist fester Bestandteil von GTD, wird aber nur von den wenigsten Aufgabenmanagern unterstützt. In OmniFocus lassen sich sogar für jedes Projekt individuelle Review-Zyklen festlegen.

Neu und überaus praktisch ist die Quick-Open-Funktion. Durch Klick auf das Quick-Open-Icon oder durch die Tastenkombination Cmd-O öffnet sich ein kleines Zusatzfenster, mit dem man nach Projekten, Ordnern, Kontexten oder Aufgaben suchen kann.

OmniFocus2 3

Ähnlich wie bei Google oder Alfred wird nach jedem getippten Buchstaben das Suchergebnis aktualisiert. Der gewünschte Eintrag kann optional auch in einem neuen Fenster geöffnet werden, damit die aktuelle Ansicht erhalten bleibt.

Endlich unterstützt OmniFocus auch das Notification-Center von OS X und zeigt dort fällige oder bald fällige Aufgaben an. Workarounds über Growl sind somit hinfällig.

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OmniFocus kommt nun in einer Standard- und einer Pro-Version. Nur die Pro-Version enthält die bereits erwähnten Perspektiven, AppleScript-Support sowie die Möglichkeit die App auf ein Projekt zu fokussieren und alle anderen Dinge auszublenden. Sie ist bei der OmniGroup direkt oder im Mac-App-Store erhältlich, hier ist die Pro-Version ein In-App-Kauf. Dies war das erste kostenpflichtige Update seit 2009 für mich, daher ging der Update-Preis von rund 40 USD von OmniFocus 1 auf OmniFocus 2 Pro absolut in Ordnung, insbesondere für eine App, die eine so zentrale Rolle in der Arbeits- und Lebensplanung spielt. Die zuverlässige Sync-Funktion zwischen anderen Macs und iOS-Geräten auch mit einer selbstgebauten Wolke ist selbstverständlich nach wie vor enthalten. Momentan liegt OmniFocus 2 nur in englischer Sprache vor. Es ist leider ein Trend bei vielen Firmen geworden, die Übersetzungen erstmal weg zu lassen, um schneller auf den Markt zu kommen. Bisher hat die OmniGroup jedoch die deutschsprachigen Fassungen immer nachgeliefert.

Weitere Infos zur App sind u.a. auf der Produkt-Homepage zu finden.

Erweiterte Suche im iTunes-Store

18 Mai 2014
18. Mai 2014

Die Suche im iTunes-Store auf dem Mac ist  – sagen wir es mal vorsichtig – verbesserungswürdig. Obwohl man in der Regel weiß, ob gerade ein Musiktitel, ein Film, eine Serie, ein Podcast, ein Buch oder eine App benötigt wird, werden Suchergebnisse aus allen diesen Bereichen präsentiert, was die Trefferliste in vielen Fällen unnötig aufbläht. Dabei boten frühere iTunes-Versionen durchaus ausgefeiltere Suchmöglichkeiten.

Die gute Nachricht ist: „Boten“ ist nicht ganz richtig, eine erweiterte Suche gibt es immer noch, sie ist nur im Programm vergraben, kann aber mit ein wenig AppleScript wieder ans Tageslicht gebracht werden, auf geht’s!

Wir öffnen also den AppleScript-Editor, ein mitgeliefertes Dienstprogramm, und erzeugen ein neues Dokument. Unser Skript besteht nur aus drei Zeilen:

tell application "Finder"
   open location "itms://phobos.apple.com/WebObjects/MZSearch.woa/wa/advancedSearch"
end tell

AppleScript

Mit der Schaltfläche „Übersetzen“ können wir prüfen, ob die Syntax korrekt ist. Zeigt der Editor ein Syntax-Highlighting an wie im Screenshot oben ist alles OK. Nun speichern wir unser Skript im Verzeichnis

Library/iTunes/Scripts

unseres Heimatverzeichnisses ab. Wie man den Library-Ordner unter Mavericks sichtbar machen kann (falls noch nicht geschehen), habe ich in einem früheren Blog-Artikel beschrieben. Als Name bietet sich „Erweiterte Suche“ an. Das war’s dann im Prinzip auch schon, die erweiterte Suche taucht als neuer Menüpunkt im Skript-Menü von iTunes auf.

ITunes Menu

Wer möchte, kann nun den Menüeintrag noch mit einem Tastenkürzel versehen. Das geht – wie übrigens für alle Menüeinträge – in den Systemeinstellungen unter Tastatur, Unterpunkt „App Shortcuts“. Dort bitte auf die Plus-Schaltfläche klicken und den folgenden Dialog entsprechend ausfüllen:

ITunes Tastenkombi

Der Wert des Feldes „Menü“ und der Name des Skripts müssen hierbei exakt übereinstimmen. Als Tastenkürzel wurde hier Cmd-Shift-Alt-E gewählt, aber selbstverständlich tut es auch jede andere noch nicht belegte Tastenkombination. Viel Spaß beim Stöbern im iTunes-Store!

Picturelife

04 Mai 2014
4. Mai 2014

Weil kürzlich einmal ein paar Fotos auf meinem iPhone verloren gegangen sind, habe ich mich mit dem Thema Foto-Backup bei externen Anbietern befasst. Zwar habe ich schon über 3000 Fotos bei Ipernity liegen, dort speichere ich aber nur Aperture-Alben und längst nicht jeden kleinen iPhone-Schnappschuss. Ein wichtiges Kriterium ist daher ein möglichst automatisches Hochladen aller Fotos, von Mac, iPhone und iPad, damit ein lückenloses Backup entsteht. Ein problemloser Zugriff auf alle Fotos von jedem der Geräte wäre ebenfalls äußerst wünschenswert, denn so hat man quasi alle seine Fotos immer dabei. Schliesslich wäre es praktisch, wenn meine ausgefeilte Aperture-Albenstuktur sich im Backup wiederfinden würde.

Der Markt für solche Lösungen ist nach meinen Recherchen recht übersichtlich. Vorreiter Everpix musste – IMHO wegen eines nicht tragfähigen Geschäftsmodells – seine Geschäftstätigkeit einstellen und Loom wurde kürzlich von Dropbox gekauft. Daher bin ich nach einer kurzen Testphase bei Picturelife (Empfehlungslink) gelandet, einem Dienst aus New York, der alle genannten Anforderungen erfüllt.

Die Mac-App lebt in der Menüleiste (am besten automatisch bei der Anmeldung starten lassen) und lädt im Hintergrund wahlweise alle Fotos (und auch Videos) aus Aperture, iPhoto und einer Liste konfigurierbarer Verzeichnisse zu Picturelife hoch. Die Albenstruktur von Aperture oder iPhoto wird dabei beibehalten. Die Fotos dürfen sogar im Raw-Format vorliegen. Sinnvollerweise kann man den Upload während der Benutzung von Aperture und iPhoto über eine Einstellung pausieren lassen. Auch ein automatischer Import aus sozialen Netzen wie Twitter oder Facebook ist vorgesehen.

Picturelife 5

Auswahl der Backup-Quellen in der Mac-App

Picturelife 4

Fortgeschrittene Einstellungen in der Mac-App

Picturelife 1

Web-App

Die Verwaltung der hochgeladenen Bilder erfolgt über eine Web-App. In dieser Web-App kann die Fotosammlung in verschiedenen Ansichten – Memories, Timeline, All Pictures, Albums und Places – begutachtet werden. Weiterhin gibt es eine leistungsfähige Suchfunktion, die u.a. Orte, Datumsangaben und Schlagwörter (z.B. aus Aperture) berücksichtigt. Die Bilder können sogar nachträglich bearbeitet werden, dazu steht ein Editor-Tool mit erstaunlich vielen Funktionen zur Verfügung.

Picturelife 2

Foto-Editor in der Web-App

Schließlich können einzelne Fotos oder Alben auch noch veröffentlicht (standardmäßig sind alle Bilder privat) werden, so dass diese von allen, von allen, die den Link kennen oder einer bestimmten Gruppe an Picturelife-Benutzern im Web betrachtet werden kann. Ein paar Beispielbilder habe ich hier freigegeben. Auch das Posten von Bildern in verschiedene soziale Netze ist möglich.

Die iOS-Apps dienen sowohl zum Hochladen der jeweils lokalen Bilder als auch zur Durchsicht der eigenen Fotosammlung (inkl. Suchfunktion). Eine Veröffentlichung der Bilder ist ebenfalls vorgesehen. Der Upload kann auch im Hintergrund erfolgen, allerdings scheint hierfür nicht die iOS7-Hintergrundaktualisierung verwendet zu werden, sondern das Multitasking über den Geolocation-Mechanismus.

Picturelife 3

iOS-App

Die monatlichen bzw. jährlichen Kosten (bei jährlicher Vorauszahlung zahlt man jeweils nur für 10 Monate) hängen von der gewünschten Speicherkapazität ab, wobei es eine ganze Reihe Preisstufen gibt (mehr als auf der Homepage angegeben). Bis 5 GB Speicher zahlt man nichts, der Speicherplatz kann durch Weiterempfehlungen oder die erstmalige Nutzung bestimmter Funktionen oder Apps erweitert werden. Ich nutze die 75GB-Preisstufe für 50 Dollar im Jahr. Nicht zu viel für das gute Gefühl, von wirklich jedem Foto ein externes Backup zu haben.

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