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Gedanken zu Mountain Lion

17 Feb 2012
17. Februar 2012

Heute muss ich mich aus gegebenen Anlass ausnahmsweise mal selber zitieren. Vor zwei Wochen schrieb ich zum Thema „AirPlay für den Mac“:

In manchen Dingen hinkt der Mac den iOS-Systemen einfach hinterher. Warum kann ich dort keine iBooks lesen? Keine iMessages senden oder empfangen? Wieso gibt’s dort kein Game Center? Und warum kann ich meine iPhone-Fotos nicht per AirPlay auf dem Mac präsentieren? Unverständlich, warum Apple hier die Vorteile seines Ökosystems nicht ausspielt und dieses konsequent auf allen Geräten nutzbar macht.

Als ob Apple hier mitlesen wurde, kündigte das Unternehmen aus Cupertino am vergangenen Donnerstag völlig überraschend den Lion-Nachfolger „Mountain Lion“ (OS X 10.8) an, welcher schon im Spätsommer erscheinen soll. Apple trifft mit den angekündigten Funktionen genau den Kernpunkt meiner Kritik und vereinheitlicht sein Ökosystem. Nun kann z.B. auch der Mac iMessages senden und empfangen oder seinen Bildschirminhalt mit Hilfe von Apple TV auf einen Fernseher oder Beamer spiegeln, drahtlos versteht sich. Auch das Game Center wird Einzug halten.

Der endgültige Funktionsumfang ist natürlich noch nicht bekannt, so dass vermutlich noch das ein oder andere weitere Feature auf allen Apple-Geräten vereinheitlicht wird. Eine gute Anlaufstelle für erste Infos zu OS X 10.8 (das „Mac“ wurde nun endgültig gestrichen) sind die Webseiten auf apple.com, die zum Zeitpunkt dieses Artikels nur in englischer Sprache vorliegen. Die Features-Seite enthält auch ein fünfminütiges Einführungsvideo (hier eine YouTube-Version):

Neue Funktionen sind also auch Benachrichtigungen, die Apps „Notizen“ und „Erinnerungen“, dann die „Share Sheets“ samt Twitter-Integration sowie der Schutzfunktion „Gatekeeper“.

Ich muss dazu sagen, dass ich das System noch nicht in Natura gesehen habe und die entsprechenden Informationen den Apple-Seiten und einschlägigen Blogs entnommen habe.

CultofMac hat diese und weitere Funktionen in einem schönen 2-Minuten-Schnelldurchlauf-Video zusammengetragen:

Da „Mountain Lion“ (der Name klingt für mich ein wenig sperrig, ich hab auch schon öfter versehentlich „Snow Lion“ gedacht oder gesagt) meine o.g. Kritikpunkte aufgreift, begrüsse ich die Neuerungen logischerweise ausdrücklich. Schön ist auch, dass Apple nicht einfach versucht, dem Mac die iPad-Oberfläche aufzustülpen, sondern jedem System – iOS und OS X – seine Vorzüge läßt und Dinge dort, wo sie sinnvoll sind, vereinheitlicht. Ob Programme wie Adressbuch oder Kalender natürlich auf dem Mac unbedingt dasselbe Lederdesign wie auf dem iPad haben müssen steht auf einem anderen Blatt. Bei beiden Programmen rudert Apple übrigens wieder ein Stück zurück und zeigt die Gruppen- und Kalenderliste wie früher permanent an.

Sinnvoll ist auch die Herauslösung von Notizen und Erinnerungen aus Mail bzw. iCal (welches zur Vereinheitlichung in „Kalender“ umbenannt wurde), da diese Funktionen dort nur aus technischen Gründen untergebracht waren, rein logisch da aber nichts zu suchen haben. Weil ich schon immer ein großer Growl-Fan war, gefallen mir die Benachrichtigungen natürlich sehr, an verschiedenen Stellen war allerdings zu lesen, dass diese nur Programmen aus dem App Store zur Verfügung stehen (und die Growl-Macher werden vermutlich nicht so begeistert sein).

Die neuen Sharing-Funktionen („Share Sheets“) und die Twitter-Integration kommen SocialMedia-Nutzern wie mir natürlich sehr entgegen und sind grafisch elegant umgesetzt worden. Dass man in Safari nun nur noch ein Eingabefeld für Adressen und Suchen hat, beseitigt für mich einen Nachteil gegenüber Chrome, denn der Google-Browser macht das schon lange.

Die Funktion „Gatekeeper“ läßt bei vielen natürlich die Befürchtung aufkommen, Apple könnte den Mac für Programme, die nicht aus dem App Store kommen verriegeln. Das ist aber bei der vorgestellten Implementierung nicht der Fall. Das System kennt drei Sicherheitsstufen:

  • es dürfen nur Programme aus dem App Store ausgeführt werden
  • es dürfen nur Programme aus dem App Store und signierte Programme ausgeführt werden
  • es dürfen alle Programme ausgeführt werden

Voreingestellt ist die mittlere Stufe. Entwickler können ihre Programme kostenlos signieren und zwar ganz ohne App Store und ohne Review-Prozess. Sollten sich die Programme als schädlich erweisen, kann Apple das Zertifikat widerrufen. Vom Prinzip her also ein sinnvoller Schutzmechanismus, welcher dem Besitzer des jeweiligen Macs freie Wahl läßt. „Gatekeeper“ schlummert sogar schon bereits in der aktuellen Lion-Version wie Heise berichtet.

Schon öfters habe ich hier bemängelt, dass „Documents in the Cloud“ unter OS X eher selten genutzt wird – noch nichtmal in iWork. Auch hier bessert „Mountain Lion“ nach und schafft einen Zugang über die Dateidialoge zum Laden und Speichern von Dokumenten.

Leider streicht Apple auch wieder Funktionen, diesmal trifft es die X11-Unterstützung, die man nun händisch aus dem XQuartz-Projekt nachrüsten muss.

Ein wenig „Mountain Lion“-Feeling ist schon heute für Lion-Nutzer verfügbar, denn Apple hat gleichzeitig mit der Ankündigung eine Beta-Version von „Nachrichten“ veröffentlicht, mit der iMessages auch auf dem Mac empfangen und gesendet werden können. Dazu wurde iChat entsprechend aufgebohrt und in „Nachrichten“ umbenannt:

nachrichten

Die App ist eine sinnvolle Ergänzung und macht das iMessage-System durch die Präsenz auf der gesamten Apple-Hardware brauchbarer als „WhatsApp“ und Co.

Zusammengefasst bringt „Mountain Lion“ eine Menge Funktionen, die sich auch schon Lion ganz gut gemacht hätten. Da Apple nun jedes Jahr eine neue Version von OS X veröffentlichen möchte, werde ich wohl – nach der obligatorischen Testinstallation auf einer externen Platte – relativ bald nach Erscheinen umsteigen.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass Apple bis dahin die verbleibenden Bugs in Lion beseitigt. So werde ich z.B. auch in 10.7.3 immer noch von einem Launchpad-Bug genervt, der meiner sorgfältig platzierten Icons selbsttätig umsortiert. Und – fast hätte ich es vergessen – bitte auch noch iBooks auf den Mac portieren!

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

23 Dez 2011
23. Dezember 2011

Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch in neue Jahr!

weihnachtsmarkt-rostock-2011

Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2011

Das Jahresende ist ja nun immer auch eine Zeit, um auf das fast vergangene Jahr zurückzublicken. Für die Nutzer unter uns, die viel mit Apple-Produkten arbeiten – ich zähl mich mal einfach dazu – war es ein bewegendes Jahr, nicht zuletzt durch den Tod von Steve Jobs im Oktober. Er war sicherlich eine Ausnahmeerscheinung in vielerlei Hinsicht und wird nicht leicht zu ersetzen sein. Wie viele andere bin auch ich gerade dabei, die über 600 Seiten lange Biographie zu lesen, ich hoffe in der Weihnachtspause ein Stückchen voranzukommen.

Auf der Hardware-Seite sind sicherlich das Erscheinen von iPad 2, iPhone 4S und der 2011er MacBooks hervorzuheben. Alle diese Produktreihen wurden konsequent vorangetrieben und mit interessanten Funktionen versehen wie z.B. Video-Mirroring, Siri oder Thunderbolt. Der große Erfolg der Air-Modelle wundert mich nicht, die Thunderbolt-Schnittstelle und die Tastaturbeleuchtung machen sie zu sehr attraktiven Notebooks und vermutlich auch zum Nachfolger meines MacBooks sobald dessen Leistung für mich nicht mehr ausreichend ist. Aufgrund der Vertragsbindung werde ich das iPhone 4S wohl überspringen und mich auf das iPhone 5 freuen. Wenn es nach mir ginge, bräuchte der Bildschirm nicht größer werden, denn eine vernünftige Einhand-Bedienbarkeit kann unterwegs sehr nützlich sein. Auf die Weiterentwicklung von Siri bin ich schon sehr gespannt, die Spracherkennung funktioniert selbst in lauten Umgebungen (wie z.B. einem Apple Store) sehr gut.

Launchpad

Lion-Screenshot (Launchpad)

Einen kompletten Generationswechsel gab es dieses Jahr auf der Software-Seite: OS X 10.7 („Lion“), iOS 5 und iCloud. Und diese Updates, welche sich auch auf viele Mac- und iOS-Applikationen ausgewirkt haben, kamen fast alle an einem Tag, diesen Update-Marathon werde ich so schnell nicht vergessen. Mit iOS 5 haben iPhone und iPad einen großen Schritt nach vorne getan, nicht zuletzt, weil sie nun weitestgehend autarke Geräte sind. Und das neue Notification-Center war natürlich mehr als überfällig, ist aber durchaus sehr gelungen und bis ins Detail konfigurierbar. Lion lohnt sich für mich allein schon wegen der neuen Festplattenverschlüsselung, welche extrem einfach einzurichten war. Gewiss, es gibt noch ein paar nervige Bugs, mein Launchpad führt zum Beispiel immer noch ein gewisses Eigenleben. Insgesamt überwiegen für mich aber die Vorteile wie das neue Vollbild-Konzept, Mission Control, Versions und Touch-Bedienung. Der iCloud-Start war im Vergleich zur Einführung von MobileMe recht problemlos und es sieht im Moment so aus, als käme ich sogar mit den kostenlosen 5 GB aus. Das hängt ein wenig davon ab, wie sich „Documents in the Cloud“ weiterentwickelt. Apple sollte hier endlich mit einem iCloud-Update für iWork eine Referenzimplementierung für den Mac vorlegen. Zu meiner großen Überraschung wurde diesen Monat „iTunes-Match“ freigeschaltet, meine ganze Musik ist nun via Cloud auf all meinen Geräten – inklusive Apple TV – verfügbar. Leider sind die Fotogalerien des auslaufenden MobileMe-Dienstes nicht Bestandteil der iCloud, ich habe daher inzwischen einen kompletten Umzug aller Bilder zu Flickr hinter mir. Das neue Fotostream-Feature der iCloud hat mir allerdings schon gute Dienste geleistet.

Das persönliche Umfeld betreffend möchte ich auf jeden Fall den Rostocker Mac-Stammtisch erwähnen. Hier hat sich seit Februar regelmäßig eine Gruppe sympathischer Mac-User zusammengefunden, deren Zusammentreffen ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Einen herzlichen Dank an alle Teilnehmer!

Nicht zuletzt habe ich im April 2011 dieses Blog begonnen und freue mich über jeden neuen Leser!

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Mac-Kurztipp: BusyCal

20 Nov 2011
20. November 2011

Mac OS X verfügt seit 2002 über die Apple-eigene Kalender-App „iCal“. Diese Software verfügt über alle Grundfunktionen, die man von einer Kalender-Software erwartet und ist gut in OS X, MobileMe und iCloud integriert. Daher habe ich iCal benutzt seitdem ich mit dem Mac arbeite. Mit Lion haben sich jedoch – aus meiner Sicht – zwei Dinge an iCal verschlechtert. Da wäre zunächst einmal die Optik, das neue Lederdesign gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Zum anderen wurde die linke Seitenleiste entfernt, die u.a. eine Kalenderliste enthielt. Diese wird jetzt über einen Kalender-Button in einem Drop-Down-Fenster dargestellt.

ical

U.a. aus einigen Podcasts ist mir BusyCal von BusyMac als alternative Kalender-Software bekannt. Ich habe das Update auf Lion daher als Gelegenheit genutzt, mir BusyCal näher anzusehen und anschließend käuflich zu erwerben. Die App hat im wesentlichen das alte iCal-Design aus Snow Leopard, für mich schonmal ein großer Pluspunkt. Demzufolge gibt es auch links die Seitenleiste mit der Kalenderliste und optional ein Mini-Monat-Kalender zur Navigation. In der einklappbaren rechten Seitenleiste finden wir die Aufgabenliste und optional eine editierbare Detailansicht des ausgewählten Termins.

busycal

Der Funktionsumfang von BusyCal geht merklich über iCal hinaus, man könnte die Software als eine Art „iCal Pro“ bezeichnen. Zu den zusätzlichen Funktionen gehören z.B.:

  • Die Anzeige der Kalenderwochen (wichtig für mich, die Angabe von Kalenderwochen ist im Geschäftsleben recht verbreitet).
  • Anzeige von termingebundenen Aufgaben direkt in der Kalenderansicht (werden tageweise verschoben bis sie abgehakt werden).
  • Leichtes Editieren von Terminen durch die nicht-modale Detailansicht in der rechten Seitenleiste.
  • Aufgabenliste nach vielen Kriterien sortierbar.
  • Optionale Anzeige der Mondphasen direkt im Kalender.
  • Optionale Anzeige des Wetters für die nächsten Tage direkt im Kalender.
  • Kalender-Sharing mit anderen BusyCal-Nutzern im lokalen Netzwerk.
  • Synchronisation mit Google-Kalendern.

Ob einem das klassische iCal-Design und die Zusatzfunktionen (von denen ich nicht alle erwähnt habe) den BusyCal-Preis von 50 Dollar wert sind, muss jeder für sich entscheiden. Eine 30-Tage-Testversion kann von der BusyMac-Homepage heruntergeladen werden. Man erhält dafür eine umfangreiche Kalender-Software, die sich m.E. angenehmer als iCal bedienen lässt.

Ab in die (i)Cloud

22 Okt 2011
22. Oktober 2011

Nachdem Update-Marathon von letzter Woche fehlte noch der letzte Schritt, von MobileMe zur iCloud. Der iCloud-Dienst von Apple löst das rund drei Jahre alte MobileMe ab. Viele Kernfunktionen, wie Mail, Kalender und Kontakte, wurden übernommen, neue Dienste hinzugefügt, ein paar Funktionen fallen sofort nach der Umstellung weg, weitere werden zur Jahresmitte 2012 eingestellt (dazu später mehr). Ausführliche Infos zu iCloud können den entsprechenden Apple-Seiten entnommen werden.

icloud2

Gestern habe ich mein MobileMe-Konto zur iCloud migriert. Die Voraussetzungen – iOS 5 auf den Mobilgeräten und OS X 10.7.2 auf dem Mac – waren nach der Aktualisierungsflut erfüllt und signifikante technische Probleme scheint der neue Dienst auch nicht zu haben, also konnte es losgehen. Zuvor habe ich auf dem Mac sicherheitshalber meine Kalender (Ablage > Exportieren), Kontakte (Ablage > Exportieren > Adresssbucharchiv) und Safari-Bookmarks (Ablage > Lesezeichen exportieren) gesichert. Den Umstieg für MobileMe-Mitglieder hat Apple extrem einfach und komfortabel gestaltet. Auf dem Mac muss dazu die Webseite

http://www.me.com/move

mobileme1

besucht werden. Dort meldet man sich mit seinen MobileMe-Zugangsdaten an und gelangt automatisch zu einem webbasierten Umzugsassistenten. Dieser informiert nochmals über die Voraussetzungen und Konsequenzen (z.B. den Wegfall einiger Dienste) des Umzugs. Nach dem Abnicken der iCloud-AGB werden die Daten von den Mobile-Servern auf die iCloud-Server umkopiert. Das hat bei mir trotz tausender E-Mails nur rund eine Minute gedauert.

Zu meiner Überraschung musste ich in Mail, Kalender und Adressbuch keine neuen Einstellungen vornehmen. Alle Änderungen wie z.B. das Eintragen der iCloud-Server wurden automatisch vom System vorgenommen. In den Systemeinstellungen ist der Punkt „iCloud“ nun mit Leben gefüllt. Hier lässt sich festlegen, welche iCloud-Dienste der jeweilige Mac nutzen soll:

icloud1

Neue Funktionen

Neu (im Vergleich zu MobileMe) sind die Punkte „Fotostream“, „Dokumente & Daten“ und „Meinen Mac suchen“. Im Fotostream landen z.B. alle neuen Fotos, die wir mit dem iPhone machen (vorausgesetzt diese Funktion ist dort ebenfalls in den Einstellungen aktiviert), gleiches gilt auch für Screenshots. Auf dem Mac kann der Fotostream entweder mit Aperture oder iPhoto betrachtet werden (beides gleichzeitig geht nicht). Unter iOS ist die Stream-Ansicht in die Fotos-App integriert. Das Apple-TV hat seit dem neuesten Update ebenfalls einen Menüpunkt für den Fotostream. Obacht, es ist zur Zeit nicht möglich einzelne Bilder aus dem Stream zu löschen. In Mehrpersonen-Haushalten dürfte daher der ein oder andere peinliche Moment schon vorprogrammiert sein. Ein Zurücksetzen ist über die icloud.com-Webseite möglich, hat aber keine Auswirkungen auf Fotos, die sich bereits auf den Geräten befinden. Insgesamt werden maximal 1000 Fotos bis zu 30 Tagen in der Cloud gespeichert. Da ich viele Screenshots von meinen iOS-Geräten auf dem Mac weiterverarbeite hat dieses Feature für mich einen hohen Nutzen.

Leider gibt es noch kaum Mac-Programme, die den iCloud-Bestandteil „Dokumente und Daten“ („Documents in the Cloud“) nutzen, das gilt leider auch für iWork. Hier hat Apple die Gelegenheit verpasst, eine Referenzimplementierung vorzulegen, an der sich Entwickler orientieren können. Unter iOS hingegen ist iWork mit dieser Funktion ausgestattet, so dass sich z.B. Dokumente, die auf dem iPad begonnen wurden, auf dem iPhone weiterbearbeiten lassen und umgekehrt. Es bleibt zu hoffen, dass viele der Apps, die heute Dropbox für diese Funktion nutzen, bald auch den iCloud-Dienst unterstützen.

keynote-icloud

Wie einst bei iPhone und iPad kann nun auch ein Mac über die icloud.com-Webseite oder die „iPhone-Suche“-App für iOS (müsste dann wohl mal umbenannt werden) gesucht werden (mit den üblichen Optionen zum Nachrichten senden und Fernlöschen). Übrigens noch ein Grund, für die iCloud ein möglichst sicheres Kennwort zu verwenden. Nicht wundern, die Funktion „Meinen Mac finden“ schaltet einen Gastbenutzer frei, der lediglich Safari nutzen kann. Das soll einen evtl. Dieb dazu verleiten, seinen Standort via Internet preiszugeben.

Neu ist auch die Synchronisation der iOS-Erinnerungen mit iCal und der Leseliste zwischen Safari für Mac und iOS.

Speicherausstattung

5 GB bekommt jeder Nutzer kostenfrei, wobei viele Dinge (wie z.B. Einkäufe oder der Fotostream) nicht mitzählen. Zur Zeit verbrauche ich daher nur 2 GB (hauptsächlich für E-Mails) und käme damit vermutlich sogar hin. Als ehemaliges MobileMe-Mitglied bekomme ich aber noch bis zur Jahresmitte 2012 20 GB dazu. Zusätzlicher Speicher läßt sich ebenfalls über die Systemeinstellungen buchen:

icloud3

iOS-Geräte

Nach Abschluss der oben beschriebenen Migration erscheint auf allen iOS-Geräten ein Popup-Dialog, der einen in die Einstellungen schickt, damit auch dort alles (automatisch) von MobileMe auf iCloud umgestellt wird. Aus dem Store kann nun auch die zusätzliche App „Meine Freunde finden“ von Apple installiert werden, mit der die eigene Position an Freunde und Familie weitergegeben werden kann (auch zweiweise). Die iCloud kann auch für iOS-Backups verwendet werden. Davon sehe ich allerdings ab, da ich meine Backup-Daten nicht im Ausland speichern möchte.

icloud4

Nicht mehr dabei

Webgalerien, die iDisk und iWeb-Seiten können noch bis zum 30. Juni 2012 (danach werden diese Dienste eingestellt) genutzt werden, auch wenn bereits in die iCloud gewechselt wurde. Dazu stehen Teile der alten MobileMe-Webseite weiterhin zur Verfügung:

icloud5

Von diesen Funktionen habe ich hauptsächlich die Webgalerien genutzt. Daher habe ich diese bereits größtenteils – wie in einem früheren Artikel beschrieben – nach Flickr umgezogen. Sofort mit Migration auf die iCloud entfallen die Synchronisation (zwischen Macs) von Dashboard-Widgets, Schlüsselbunden, Dock-Objekten und Systemeinstellungen. Ansonsten können diese Features ebenfalls zum 30. Juni 2012 genutzt werden.

Fazit

Der Umstieg von MobileMe auf die iCloud war (zumindest bei mir) einfach und unproblematisch. Damit endet für mich – Apple-technisch betrachtet – eine Zeit des großen Umbruchs (Wechsel zu Lion, iOS 5 und iCloud) und ruhigere Zeiten beginnen. Nun hoffe ich, dass die Entwickler schnell die Möglichkeiten der iCloud nutzen werden, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Mac, sodass eine neu Ära des geräteübergreifenden Arbeitens beginnt.

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Apple Update-Marathon

19 Okt 2011
19. Oktober 2011

Selten zuvor gab es eine so mit Apple-Updates angereicherte Woche wie die letzte. Folgende Aktualisierungen standen für mich an:

  • OS X auf 10.7.2
  • iPhone auf 5.0
  • iPad auf 5.0
  • Apple TV auf 4.4
  • Xcode auf 4.2
  • gefühlte 100 iPhone Apps (damit sie kompatibel zu iOS 5 sind)
  • Aperture auf 3.2
  • iPhoto auf 9.2
  • BusyCal auf 1.6 (für iCloud-Support)

Updates kleinerer Tools wie z.B. Apples iPhone-Konfigurationsprogramm zähl ich dabei erst gar nicht mit. Und der Umstieg von MobileMe auf die iCloud steht mir noch bevor, hier habe ich erstmal beobachtet wie stabil der neue Dienst läuft, denn E-Mails, Kontakte und Kalender sind für mich sehr sehr wichtige Dinge. Da ich diesbezüglich bereits Fragen erhalten habe, möchte ich darauf hinweisen, dass sowohl iOS 5 als auch OS X 10.7.2 problemlos mit MobileMe funktionieren und alles wie gehabt weiter synchronisiert.

Die Aktualisierung von OS X und Apple TV verliefen völlig reibungslos, bei den iOS-Geräten bin ich allerdings Opfer des enormen Ansturms kurz nach Veröffentlichung der Updates geworden. Erst nach mehrmaligen Versuchen mit merkwürdigen Fehlermeldungen („unbekannter Fehler“) konnte der Vorgang erfolgreich abgeschlossen werden. Das iPad hing zwischendurch sogar mal im Wiederherstellungsmodus fest. Beide Updates zusammen haben über fünf Stunden in Anspruch genommen. Wie gesagt, das alles war dem Andrang mehrerer Millionen iOS-User geschuldet, ich gehe daher davon aus, dass mittlerweile alles völlig reibungslos funktioniert. So ist das halt an vorderster Front ;-).

iOS 5

Aber die Mühen haben sich gelohnt, iOS 5 ist ein lukratives Update. Allein die neuen Notifications sind ein ausreichender Grund, die Geräte zu aktualisieren. Benachrichtigungen können jetzt am oberen Bildschirmrand als Banner angezeigt sowie auf dem Sperrbildschirm und im Notification-Center (s. Screenshot) gesammelt werden. Was wo angezeigt werden soll, läßt sich für jede einzelne App, die Notifications senden kann, bis ins kleinste Datei in den Systemeinstellungen festlegen. Eine hervorragende Lösung und für mich das Ende der modalen, blauen Popup-Benachrichtigungen. Ein Wetter- und Aktienwidget gibt’s noch kostenlos dazu.

nc

Ich möchte nicht auf jede Neuerung von iOS 5 eingehen, das haben viele andere bereits getan und auf der Apple-Homepage gibt es natürlich ebenfalls ausführliche Informationen. Vielleicht noch ein paar Dinge, die ich nützlich finde. Die ortsbasierten Erinnerungen der neuen App „Erinnerungen“ sind sehr praktisch. Auch mein geliebtes OmniFocus bedient sich dieser neuen Möglichkeiten, die auch Entwicklern zur Verfügung stehen. Mehr Infos dazu sind in diesem Blog-Eintrag der OmniGroup zu finden. Praktischerweise kann man sich nun in den Systemeinstellungen (Allgemein > Benutzung) anzeigen lassen, welche App wieviel Speicher verbraucht (inkl. der Daten). Dadurch konnte ich schon das ein oder andere Megabyte zurückerobern, die Tagesschau-App hatte z.B. 200 MB in ihrem Cache angesammelt, den man aus der App heraus einfach leeren konnte.

platzverbrauch

Hilfreich sind auch die Kurzbefehle, die in allen iOS-Apps ein klein wenig TextExpander-Feeling aufkommen lassen (aber natürlich hinter dessen Möglichkeiten zurückbleiben):

kurzbefehle

Gelungen finde ich auch den WLAN-Sync und die teilbare Tastatur auf dem iPad. Insgesamt sehe ich keinen Grund dieses Update aufzuschieben.

OS X

Das Update auf 10.7.2 hat einige Fehler beseitigt, die mich sehr genervt haben. Dazu zählt vor allem das ständige Durcheinanderwürfeln meiner Apps im LaunchPad. Mission Control ermöglicht jetzt das Umsortieren der Desktops. Zur wichtigsten Neuerung (iCloud-Unterstützung) kann ich aus dem o.g. Grund noch nichts schreiben.

launchpad2

Es hat sich aber auch ein neuer Bug eingeschlichen. Wenn man die neue Festplattenverschlüsselung nutzt, ist im Login-Bildschirm (der ja dann gleich nach dem Einschalten kommt) nur eine amerikanische Tastaturbelegung verfügbar. Das kann bei Kennwörtern mit Sonderzeichen schon ein Problem sein. Auch der App Store bietet noch Raum für Verbesserungen, die Toolbar ist immer noch in englischer Sprache und Updates werden in der Regel erst beim Besuch der Update-Seite angezeigt.

MacAppStore

Insgesamt fühlt sich Lion durch das Update aber ausgereifter an.

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