Tag Archive for: iPhone

Als PDF drucken mit Bordmitteln unter iOS 10

09 Okt 2016
9. Oktober 2016

Seit iOS 10, dem großen Herbst-Update dieses Jahr, ist es endlich möglich, mit Bordmitteln in ein PDF zu drucken. Beim Mac geht das schon, seitdem ich diese benutze. Die Vorgehensweise unter iOS ist allerdings alles andere als intuitiv, daher möchte ich diese Schritt für Schritt beschreiben. Grundvoraussetzung ist, dass aus der betreffenden App ganz normal gedruckt werden kann. Weiterhin muss die iCloud soweit eingerichtet sein, dass das „iCloud-Drive“ zur Verfügung steht. Als Beispiel für einen PDF-Druck nehmen wir mal eine E-Mail, die Vorgehensweise ist aber woanders analog.

Als erstes klicken wir unten auf den gebogenen Pfeil:

PDF-Druck 1

Dann tippen wir auf „Drucken“:

PDF-Druck 2

Dann folgt ein „Force Touch“ auf das Vorschaubild im unteren Bereich, sodass die Vorschau den ganzen Bildschirm einnimmt. Bei Geräten ohne „Force Touch“ kann alternativ eine Pinch-To-Zoom-Geste ausgeführt werden:

PDF-Druck 2

Anschließend tippen wir auf das Share-Icon unten links:

PDF-Druck 6

Im Share-Sheet tippen wir nun auf „iCloud Drive“:

PDF-Druck 4

Dann auf den gewünschten Ordner klicken:

PDF-Druck 5

Fertig, das PDF mit dem Ausdruck befindet sich jetzt in diesem Ordner! Davon können wir uns z.B. mit der iCloud-Drive-App oder am Mac mittels Finder überzeugen.

Im Zeichen der Sieben

03 Okt 2016
3. Oktober 2016

Pünktlich zum Verkaufsstart am 16. September habe ich von der Telekom – Premierenticket sei Dank (ich weiß, es heißt inzwischen anders) – mein iPhone 7 bekommen. Höchste Zeit daher für einen kurzen Bericht! Es ist mein fünftes iPhone nach 3G, 4, 5 und 6. Nach „Silber“ beim iPhone 6 habe ich mich diesmal für „Schwarz“ entschieden. Die silber-schwarzen Ausführungen beim iPhone 6 und 6S haben mir nicht gefallen, aber ein komplett schwarzes Telefon ist was anderes. Diamantschwarz kam allerdings nicht in Frage, da ich mit „Klavierlack“-ähnlichen Geräten keine guten Erfahrungen habe. Sie sind in der Regel ein Fingerabdruckmagnet und – selbst Apple weist ja darauf hin – anfällig für kleinste Kratzer. Dennoch sehen diese Geräte – ich habe inzwischen eins gesehen – sehr schick aus. Wie auch immer, ich bin mit dem Aussehen meines schwarzen iPhone 7 sehr zufrieden, zumal keine Antennenbänder mehr auf der Rückseite zu sehen sind. Da ich bei meinem 128 GB großen 6er immer so 30 bis 40 GB freien Speicher hatte, bin ich bei dieser Speichergröße geblieben. Ebenfalls geblieben bin ich bei der kleinen Variante des Gerätes, nachdem ich mir das Plus-Modell nochmal ausführlich bezüglich der Größe angeschaut hatte. Es ist nicht kompatibel mit der Art und Weise wie ich mein iPhone unterwegs benutze, in der Regel mit einer Hand. Die Doppelkamera war allerdings sehr verlockend.

Unboxing-Foto

Unboxing-Foto

Die Form hat sich beim iPhone 7 kaum geändert. Das hat auch Vorteile, so kann ich meine Ledertaschen und Docks einfach weiterverwenden. Zusätzlich zu den Neuerungen des iPhone 7 habe ich – da ich als Vertragskunde nur alle zwei Jahre ein neues Gerät kaufe – natürlich noch die Neuerungen des iPhone 6s dazubekommen. Insgesamt ist der Funktionszuwachs damit so hoch, dass sich ein Update aus meiner Sicht lohnt, bei den Neuerungen von einem Jahr zum nächsten täte ich mich wesentlich schwerer.

Die Geschwindigkeit des 7ers ist unglaublich. Da ich kaum Hardware-intensive Spiele installiert habe, kann ich diese Prozessorpower kaum nutzen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei mir hauptsächlich die beiden langsameren Stromspar-Kerne laufen. Damit sind wir gleich beim nächsten Punkt, dem Akku. Der hält nach meiner Erfahrung wesentlich länger als bei meinem 6er. Bei normaler Nutzung muss sogar erst in der Nacht geladen werden. An den neuen Home-Button habe ich mich schnell gewöhnt, es ist erstaunlich wie wie gut einem der Klick durch haptisches Feedback vorgegaukelt wird. Dieses Feedback war für mich eigentlich die größte Überraschung beim 7er, weil mir vor dem Kauf nicht klar war, dass auch das iOS-System nun haptisches Feedback nutzt, etwa beim Drehen eines Auswahlrads (bei Datumsfeldern z.B.). Diese fühlen sich nun wie echte Zahnräder an, was ich absolut faszinierend finde. Eine vollständige Zusammenstellung zur System-Haptik gibt es in diesem Artikel. Ich habe übrigens auch den Eindruck, dass der Home-Button schneller reagiert als seine mechanischen Vorfahren. Neu sind für mich auch die Force-Touch-Funktionen vom 6s. Ich versuche mich Schritt für Schritt an sie zu gewöhnen, da sie doch die ein oder andere Abkürzung bereithalten. Aber man muss das erst verinnerlichen. Durchaus gemischte Gefühle habe ich bezüglich des Kopfhöreranschlusses. Es ist in der Vergangenheit durchaus vorgekommen, dass ich gleichzeitig den Kopfhörer genutzt und das Gerät aufgeladen habe, etwa bei langen Bahnfahrten. Dies erfordert nun eine Adapterlösung oder ein drahtloses Headset. Allerdings freue ich mich sehr auf die Airpods, die ich mit ihren Sensoren, der einfachen Kopplung und der Weitergabe der Kopplung an andere Geräte über iCloud für durchaus innovativ halte. Die Stereo-Lautsprecher sorgen für einen Klang, der kleinere Räume durchaus ganz gut füllen kann. Seltsamerweise gibt es an der Oberseite, wo der neue Lautsprecher sitzt, jedoch keine Öffnungslöcher wie unten. Die Wasserresistenz nehme ich natürlich gerne mit, eine Gefahrenquelle weniger für das teuere Gerät. Dass das iPhone jetzt auch – ohne am Strom angeschlossen zu sein – auf „Hey Siri“ reagiert, ist eine Neuerung vom 6s. Für mich als Siri-Fan ist das natürlich dennoch sehr sehr praktisch.

Foto mit iPhone 7

Foto vom iPhone 7 – bitte anklicken für Galerieansicht

Zur Kamera habe ich noch kein abschließendes Urteil. Die Vorder-/Selfie-Kamera ist auf jeden Fall um Größenordnungen besser als beim iPhone 6. Die Rückkamera macht bei schlechten Lichtverhältnissen meiner Meinung nach bessere Fotos als das iPhone 6. Bei guten Lichtverhältnissen bin mir noch unsicher, wie groß die Verbesserungen sind. Ich denke, ich brauche einfach noch ein paar Fotos mehr. Live-Fotos (auch eine Neuerung des 6s) sind zwar ganz nett, meistens nutze ich die Funktion jedoch nicht.

Foto mit iPhone 7

Foto vom iPhone 7 – bitte anklicken für Galerieansicht

Hier der Link zu einer kleinen Galerie mit fünf Fotos, die mit dem iPhone 7 gemacht wurden.

Drafts 4 – der flexible Notizblock für iOS

17 Jul 2016
17. Juli 2016

Unsere elektronischen Helfer, z.B. iPhone oder iPad, haben heute in vielen Fällen den klassischen Notizblock verdrängt. Ich habe zwar immer noch ein Moleskine®-Mininotizbuch in meiner Hemdtasche, greife aber natürlich selber gerne zu iOS-Geräten. Die Möglichkeit, einen Gedanken oder eine Idee schnell aufschreiben oder diktieren zu können, ist wichtiger Bestandteil meines GTD®-Systems (hier ist ein ausführlicher Artikel dazu). Doch welche App nimmt man dazu am besten? Naheliegend wäre zunächst mal die eingebaute Notiz-App. Das würde auch funktionieren, dennoch möchte ich heute „Drafts“ von Agile Tortoise (AppStore-Link) empfehlen (ich habe zuletzt vor rund vier Jahren Artikel dazu geschrieben), da sie insbesondere für die Ersterfassung eine ganze Reihe Vorteile aufweist:

  • Sie startet bei jedem Aufrufen der App mit einem neuen leeren Blatt. Somit kann man quasi verzögerungsfrei sofort seine Notiz auf das virtuelle Papier bringen. Wenn man die App nur kurz verlässt, gelangt man natürlich zur alten Notiz zurück, der Zeitraum, ab wann ein neues Dokument begonnen wird, ist einstellbar.
  • Man kann auf ältere Versionen eines Dokuments zurückgreifen.
  • Drafts unterstützt TextExpander. Dadurch stehen alle meine Kürzel vom Mac direkt in der App zur Verfügung.
  • Drafts unterstützt das Schreiben in Markdown, einer einfachen, aber effektiven Textauszeichnungssprache. Neben einer Vorschau-Möglichkeit, wird auch eine konfigurierbare zusätzliche Tastaturzeile geboten.
  • Es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, den eingegebenen Text weiterzuverarbeiten. Hier liegt die wesentliche Stärke von Drafts, die weit über das hinausgeht, was andere Programme bieten. Nicht immer weiß ich schon beim Erstellen der Notiz, was daraus mal wird, vielleicht ein Tweet, ein Facebook-Posting, eine E-Mail, eine iMessage, ein Kalendereintrag, ein Aufgabe oder eine richtige Notiz, die dann später in der Notiz-App endgelagert wird. Es ist aber auch egal, ich bin erstmal nicht festgelegt, sondern kann einfach losschreiben.

Im restlichen Artikel möchte ich den letztgenannten Punkt vertiefen, denn mit den richtigen Aktionen (so heißen die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten in der App) wird Drafts zu einem sehr mächtigen Werkzeug.

Damit man bei seinen konfigurierten Aktionen nicht den Überblick verliert, kann man sie in Gruppen zusammenfassen. Ich habe mir die Gruppen „Main“, „Share“, „MD“ (für Markdown) und „Misc.“ (für Verschiedenes) eingerichtet. Alle häufig verwendeten Aktionen befinden sich der Einfachheit halber in „Main“. Zur besseren Auffindbarkeit kann jede Aktion mit einem Icon (aus einer umfangreichen Bibliothek) und einer Iconfarbe versehen werden.

Drafts Aktionsmenü

Aktionsmenü

Drafts Aktionseditor

Aktionseditor

Die Aktion selbst besteht aus ein oder mehren Schritten, die man im eingebauten Aktionseditor festlegen kann. Was alles als Schritt definiert werden kann, ist beachtlich. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Ersetzen oder erweitern (voranstellen oder anhängen) der Zwischenablage
  • Versenden einer E-Mail und zwar auch im Hintergrund, ohne dass erst die Entwurfsansicht aufgeht
  • Versenden einer iMessage oder SMS
  • Erstellen einer Erinnerung in iOS
  • Erstellen eines Kalendereintrags
  • Erstellen einer Notiz in Evernote (bzw. an eine bestehende Notiz anhängen)
  • Öffnen des iOS-Share-Sheets
  • Weitergabe als Datei mit dem Öffnen-in-Dialog
  • Auf Twitter, Facebook oder Google+ (gibt’s das noch?) posten
  • Neue Datei in Dropbrox, Google Drive oder iCloud erstellen, bzw. an eine Textdatei anhängen (vorne oder hinten)
  • Eine URL aufrufen
  • Eine bestehende Aktion aufrufen

Beim Konfigurieren des jeweiligen Schritts kann vieles im Detail festgelegt werden, z.B. Betreff und Empfänger der E-Mail, Empfänger und Text der iMessage usw. Dazu stehen mächtige Platzhalter zur Verfügung wie z.B.:

  • [[draft]] = der ganze eingegebene Text der Notiz
  • [[title]] = nur die erste Zeile des eingegebenen Textes
  • [[body]] = der ganze Text außer die erste Zeile
  • [[line|n]] = die n. Zeile des eingebenen Textes
  • [[clipboard]] = Inhalt der Zwischenablage

Somit können die Daten für den jeweiligen Schritt in flexibler Weise dem eingebenen Text oder der Zwischenablage entnommen werden. Legt man sich etwa eine E-Mail-Aktion an, so kann in der ersten Zeile der Betreff und in den übrigen Zeilen der eigentliche Inhalt der Mail stehen.

Sehr mächtig ist der URL-Aufrufschritt. Und hier wird es auch ein wenig „nerdig“, denn viele iOS-Apps lassen sich über einen URL-Aufruf starten. Aber damit nicht genug, es lassen sich in vielen Fällen auch noch Parameter anhängen und z.B. Drafts-Platzhaltern befüllen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung. Man kann mit Drafts Aufgaben in OmniFocus anlegen, indem man in einer einschrittigen Aktion folgende URL aufruft:

Drafts URL-Aktion

omnifocus:///paste?content=[[draft]]&x-success=drafts4://

Diese URL öffnet OmniFocus, legt eine neue Aufgabe mit dem ganzen eingebenen Text als Titel an und springt wieder zurück nach Drafts (so dass man z.B. gleich die nächste Aufgabe eingeben könnte).

Wem das zu nerdig ist, kann auf das umfangreiche eingebaute Aktionsverzeichnis zurückgreifen, zu dem auch Drafts-Benutzer ihre selbstgeschriebenen Aktionen beisteuern können. Es ist daher entsprechend umfangreich.

Drafts Aktionsverzeichnis

Ein weiteres Beispiel für eine Aktion wäre eine iMessage oder eine SMS an eine ganze Gruppe vordefinierter Personen. Einfach die Personen in dem betreffenden Schritt einfügen, dann reicht es künftig den Text zu schreiben und diese Aktion zu starten, um alle zu informieren. Die Möglichkeiten zum E-Mail-Versand im Hintergrund nutze ich z.B. für Trello, einer Projektmanagement-Software. Somit kann ich eine neue Idee einfach in Drafts hineinschreiben, die entsprechende Aktion starten und schon landet das Ganze in meiner Trello-Ideenliste, da solche Trello-Listen individuelle E-Mail-Adressen haben, mit denen man sie per Mail erweitern kann.

Die Aktionen, die Konfiguration und auch die Notizen können übrigens über iCloud synchronisiert werden, was sehr sinnvoll ist, wenn man sowohl ein iPhone als auch ein iPad nutzt. Es gibt sogar eine App für die Apple Watch, mit der man schnell mal eine neue Notiz diktieren kann. Drafts erhält regelmäßig Updates und Funktionen neuer iOS-Versionen sind bisher immer schnell in das Programm eingeflossen. Wünschenswert wäre eine Mac-Version.

Alles in allem also eine rundum nützliche App, die sich einen Platz auf dem ersten Homescreen meiner Geräte gesichert hat.

Finder Info

14 Nov 2015
14. November 2015

Schlimm genug, wenn man sein iPhone mal verlieren sollte. Noch schlimmer wäre es jedoch, wenn ein ehrlicher Finder keine Möglichkeit hätte herauszufinden, wem das verlorene Gerät gehört. Die Chancen es überhaupt zurückzubekommen, sind mit Einführung des „Activation Lock“ auf jeden Fall gestiegen, da sich bei aktiviertem Lock, was ich jedem empfehle, mit dem iPhone nicht mehr allzu viel anfangen läßt. Apple selbst bietet „Find my iPhone“ und den mit iOS 8 eingeführten Notfallpass als Hilfsmittel an. Letzterer ist allerdings nicht wirklich dazu gedacht und auch nicht ganz so leicht aufzurufen (Bildschirm aktivieren > Entsperren wischen > Notfall klicken > Notfallpass klicken). Und um mit „Find my iPhone“ eine Nachricht an den Finder zu schicken, braucht man erstmal ein anderes Gerät mit Internet. Früher konnte man für solche Fälle seine Kontaktdaten auf dem Wallpaper des Sperrbildschirms platzieren, was man leicht mit der Hilfe von entsprechenden Apps erledigen kann. Mittlerweile verschwimmt allerdings das Hintergrundbild sobald eine Push-Nachricht auf dem Bildschirm erscheint. Somit ist nicht mehr sichergestellt, dass ein möglicher Finder einen ungetrübten Blick auf das Wallpaper hat.

Es ist daher eine gute Idee, die Besitzerinformation auf dem Heute-Bildschirm unterzubringen. Dieser ist von überall – auch vom Sperrbildschirm, wenn man dies in den Einstellungen erlaubt – durch Wischen nach unten erreichbar. Für diesen Zweck habe ich die App „Finder Info“ (kostenlos, App-Store-Link) gefunden. Dort trägt man einfach in die verschiedenen Felder seine entsprechenden Infos ein (bei der Telefonnummer natürlich nicht die des iPhones nehmen!):

Finder info 1

Nun kann das fertige Widget bereits auf dem Heute-Bildschirm platziert werden. Dazu einfach von ganz oben nach unten wischen, an das untere Ende der Liste scrollen und auf „Bearbeiten“ tippen. Dann das Widget „Message to finder“ durch das grüne Plus-Symbol hinzufügen und am besten so weit nach oben schieben, dass es ohne zu scrollen zu sehen ist. Fertig! Standardmäßig zeigt das Widget nur den Namen des Besitzers an, wenn man es antippt erscheinen alle Infos:

Finder info 2

Finder info 3

Erste Erfahrungen mit HomeKit

01 Nov 2015
1. November 2015

Da mein neuer Apple TV noch auf sich warten läßt, möchte ich die Gelegenheit nutzen und über meine erste Erfahrungen mit HomeKit berichten. Geräte, die nach Apples HomeKit-Standard zertifiziert sind (erkennbar an einem HomeKit-Logo auf der Verpackung, hier eine von Apple gepflegte Liste der Geräte), lassen sich mit iOS-Geräten – einschließlich der Apple Watch – steuern bzw. abfragen. Was viele verwirrt ist die Tatsache, dass Apple – beispielsweise im Gegensatz zum HealthKit – keine Frontend-App mitliefert, sondern dies den Herstellern der Geräte und Drittanbietern überlässt. Allerdings gibt es eine zentrale HomeKit-Datenbank auf dem jeweiligen Gerät, aus der sich diese Apps bedienen und in die sie ihre Daten auch hineinschreiben, so dass alle Anwendungen die gleiche Sicht auf unsere jeweilige Wohnung haben. Ein systemweites Frontend gibt es aber dennoch – und das ist mein geliebtes Siri. Mit Hilfe der Sprachsteuerung lassen sich Lampen einschalten oder dimmen, Steckdosen aktivieren, Sensoren abfragen und einiges mehr. Dies funktioniert übrigens dann mit allen iOS-Geräten, iPhone, iPad und der Apple Watch. Dazu gleich mehr.

An HomeKit-fähigen Geräten habe ich derzeit

  • Philips Hue
  • Elgato eve energy
  • Elgato eve room

Das Beleuchtungssystem „Hue“ setze ich schon länger ein und habe bereits darüber berichtet. Damit die HomeKit-Unterstützung funktioniert, musste eine neue Bridge her, weil der HomeKit-Standard ziemlich genau vorschreibt, welche Funkstandards und Verschlüsselungen (bei der Sicherheit sind Apples Anforderungen wohl recht hoch) unterstützt werden müssen. Die neue Bridge kann einzeln ohne Lampen erworben werden. Zunächst einmal muss das neue HomeKit-Gerät ins System integriert werden. Dazu liegt der Packung ein Kärtchen mit einem Nummerncode bei, der mit der jeweiligen HomeKit-fähigen App abfotografiert wird. Diese Vorgehensweise ist übrigens herstellerübergreifend immer gleich. Entsprechend hat Philips die Hue-App erweitert, um alle neuen Funktionen zu unterstützen, außerdem gibt es eine eingebaute Prozedur, die alle Daten von der alten auf die neue Bridge überträgt (dazu müssen kurzzeitig beide Bridges ans Ethernet angeschlossen werden), was in meinem Fall problemlos funktioniert hat.

In der Hue-App kann man nun unter Einstellungen > Siri-Sprachsteuerung festlegen, welche Lampen und Szenen man mit Siri steuern möchte. Anschließend stehen eine ganze Reihe neuer Siri-Befehle zur Verfügung (Schrägstrich bedeutet alternativer Befehl, bei eckigen Klammern muss etwas eingesetzt werden):

„Licht aus“ / „Alle Lampen ausschalten“

„Licht an“ / „Alle Lampen einschalten“

„Schalte [Name der Lampe] aus“

„Schalte [Name der Lampe] an“

„Schalte [Name der Lampe] auf [Farbe]“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] heller“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] dunkler

„Setze die Helligkeit der Lampe [Name der Lampe] auf [Wert] Prozent“

„Ist die Lampe [Name der Lampe] eingeschaltet?“

„Aktiviere [Name der Szene]“

Eine Szene ist in Hue eine beliebige Zusammenstellung von Lampen, Farben und Helligkeiten. D.h., ich kann mit einem einzigen kurzen Sprachbefehl ein komplettes Licht-Setup in meiner Wohnung aktivieren. Ich habe zum Beispiel eine Szene „Stimmung“ in der ähnlich wie auf dem Titelbild alle Räume in verschiedene Farben gehüllt werden und somit eine für mich entspannende und stimmungsvolle Lichtatmosphäre entsteht. Alles was ich dazu tun muss ist, meine Apple Watch so zu heben, dass sie aktiviert wird und dann reicht der Satz „Hey Siri, aktiviere Stimmung“. Magisch.

Hue 2

Hue 1

HomeKit Szene

Leider kann die Hue-App die Lampen nicht bestimmten Räumen zuordnen, was der HomeKit-Standard explizit vorsieht. Dies ist jedoch mit anderen Apps möglich, dazu gleich mehr.

Elgato eve energy ist ein kleine Steckdose, die in eine Steckdose kommt und diese damit HomeKit-fähig macht. Nach entsprechender Einrichtung mit der Eve-App stehen folgende neue Siri-Befehle zur Verfügung (der Name der Steckdose wird in der App festgelegt):

„[Name der Steckdose] anschalten“

„[Name der Steckdose] ausschalten“

„Ist [Name der Steckdose] eingeschaltet?“

Natürlich kann die Steckdose auch mit der Eve-App ein- oder ausgeschaltet werden. Das Besondere an „eve energy“ ist, dass zusätzlich ein Stromzähler eingebaut ist. D.h., es kann in der Eve-App eingesehen, wieviel Strom das eingesteckte Gerät insgesamt oder an einem bestimmten Tag verbraucht hat. Sehr praktisch.

eve-energy

Zusätzlich kann man mit der Eve-App seine Geräte – und das geht auch mit Hue-Lampen (!) – Räumen zuweisen. Dadurch entstehen neue, sehr praktische Befehle:

„Schalte alles im [Name des Zimmers] ein“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] an“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] aus“

„Mach das Licht im [Name des Zimmers] dunkler“

Und so weiter (betroffen sind dann immer alle Lampen und/oder Geräte, die einem Raum zugeordnet sind). Das erinnert schon irgendwie an Captain Picard in seiner Kabine ;-).

Schließlich habe ich noch das „eve room“, ein Gerät zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in Innenräumen (außerdem wird auch ein Außenmodul angeboten). Zusätzlich zur Protokollierung dieser Werte in der Eve-App, was an sich nichts neues ist (macht z.B. Netatmo auch), können Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch mit Siri abgefragt werden:

„Wie warm ist es im [Name des Zimmers]?“

„Wie ist die Luftfeuchtigkeit im [Name des Zimmers]?“

eve room

eve room

Eve-Room wird mit Batterien betrieben und ist nicht sehr groß

Eine sehr gute HomeKit-App, die so ziemlich jedes HomeKit-Feature unterstützt und auch eine Watch-App hat, ist übrigens „Home“ (App-Store-Link), welche allerdings das iTunes-Budget mit 15 Euro belastet.

Insgesamt ist eine Wohnung, die aufs Wort gehorcht, schon recht beeindruckend und fühlt sich auf jeden Fall ein wenig nach einem Leben in der Zukunft an.

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