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iPhone am Fahrrad befestigen und nutzen

01 Jan 2017
1. Januar 2017

Da ich in letzter Zeit zunehmend mit dem Fahrrad unterwegs bin, entstand relativ schnell der Wunsch, das iPhone am Fahrrad zu befestigen. Hauptanwendung ist dabei die Navigation mit ihren verschiedenen Aspekten, wie das Einsehen einer Umgebungskarte, das Ankündigen von Richtungswechseln, die Anzeige der verbleibenden Kilometer, das Aufzeichnen der gefahrenen Strecke usw. Da hierzu der Bildschirm ständig in Betrieb ist, war eine der wichtigen Anforderungen, in der Nähe des iPhones auch ein Zusatzakku platzieren zu können.

Grundsätzlich gibt es mehrere Stellen am Fahrrad, an die man ein Smartphone befestigen kann. Da wäre zunächst mal der Lenker, der ist bei mir aber mit Akku-Lampe, Klingel und konventionellem Fahrradcomputer schon so gut wie voll bestückt. Diese Variante habe ich daher schnell verworfen. Variante 2 wäre eine Tasche mit Sichtfenster oben, die am oberen Rahmen befestigt wird. Auch diese Möglichkeit habe ich verworfen, weil die Befestigung bei solchen Taschen meist über Schlaufen erfolgt, deren Stabilität ich nur schwer einschätzen konnte. Weiterhin müßte man während der Fahrt recht weit hinunterschauen und evtl. wäre auch die Beinfreiheit etwas behindert.

Daher habe ich mich für den Lenkervorbau entschieden. Hier war zum einen noch reichlich Platz und zum anderen ist die Ablesehöhe dort nahezu ideal. Als Tasche habe ich die „Rixen und Kaul KLICKfix Phonebag Duratex Plus“ (z.B. bei Amazon erhältlich) genommen. Die Tasche ist wasserfest und besteht aus zwei Fächern, einem von der Höhe her schmalen oben mit Sichtfenster (hier kommt das Smartphone rein) und einem breiteren Fach unten. Dieses kann entweder für den Zusatzakku oder für andere kleine Dinge verwendet werden. Der Touchscreen kann durch die Folie bedient werden, allerdings nicht der neue Homebutton des iPhone 7. Ich behelfe mir daher mit einer Funktion, die sich „Assistive Touch“ nennt und einen Software-Homebutton auf den Bildschirm zaubert. Am einfachsten aktiviert man diese Funktion via Siri: „Assistive Touch einschalten“. Außerdem ist es sinnvoll, das automatische Abschalten des Bildschirms während der Fahrt zu deaktivieren. Das gelingt unter Einstellungen > Anzeige & Helligkeit > Automatische Sperre, dort den Wert einfach auf „Nie“ setzen.

Phonebag

Für längere Fahrten bestücke ich das untere Fach mit einem Zusatzakku und verbinde es mit einem 50cm-Lightning-Kabel von Gravis mit dem Smartphone. Das Kabel muss oben rechts oder links neben dem Telefon vorbeigeführt werden. Die Tasche ist so gemacht, dass ein iPhone 7 (und damit auch ein iPhone 6 oder 6S) dort ziemlich genau hineinpasst. Größer darf das Smartphone also nicht sein.

Die Tasche wird mit Hilfe eines „KLICKfix Quad Adapters“ (z.B. bei Amazon oder vielen Fahrradhändlern erhältlich) am Vorderbau befestigt. Dieser liegt der Tasche schon bei, kann aber bei Bedarf einzeln nachbestellt werden. Die Befestigung des Adapters war etwas fummelig, mein Nachbar hat mich aber dabei tatkräftig unterstützt (vielen Dank nochmal, André!). Die Tasche hat unten das entsprechende Gegenstück zum Adapter, so dass sie dort problemlos „eingeklickt“ werden kann. Sie ist dann umgangssprachlich gesagt „bombenfest“, so dass nie auch nur ansatzweise die Befürchtung bestand, dass sie während der Fahrt abfallen könnte. Gelöst wird die Verbindung durch das Drücken der  beiden roten Knöpfe am Adapter. Der Adapter ermöglicht eine Befestigung sowohl im Hoch- als auch im Querformat, was je nach benutzter App sehr praktisch sein kann.

Klickfix-Adapter

Als App während der Fahrt nutze ich in erster Linie „Komoot“. Sie ist für Android und iOS erhältlich, bietet aber auch ein Webfrontend, um die Touren auf dem großen Desktop-Monitor zu planen oder sich eine aufgezeichnete Radtour anzuschauen. Komoot verdient eigentlich einen eigenen Artikel, der evtl. auch mal kommen wird, ich möchte mich heute aufs wesentliche beschränken. Die App läßt sich sinnvoll nur mit einem (kostenlosen) Komoot-Account nutzen, allein schon, um die Daten zwischen der Smartphone- und der Webversion auszutauschen. Grundlage von Navigation und Aufzeichnung sind das Kartenmaterial, welches in Regionen unterteilt ist (Rostock mit Umland ist z.B. eine solche). Eine bekommt man kostenlos, weitere sind für wenige Euro pro Gebiet zu erwerben, wodurch sich die App auch finanziert. Man kann auch gleich alle Regionen zum Gesamtpreis von rund 30 Euro im Komplettpaket erwerben, gelegentlich ist dieses sogar für ein paar Tage um 10 Euro reduziert. Das hängt natürlich vom eigenen Fahrverhalten ab, ist man nur heimatnah unterwegs, kommt der Einzelkauf günstiger oder man ist gar mit der kostenlosen Region schon versorgt. Bedenken sollte man aber, dass die App auch zum Wandern genutzt werden kann, so dass ggf. noch die eigenen Urlaubsregionen hinzukommen. Die Karten können direkt auf das Smartphone geladen werden, da ja unterwegs nicht unbedingt immer ein Mobilfunknetz zur Verfügung steht. Außerdem spart man auf diese Weise mobile Daten.

Beispielregion

Die wichtigsten Funktionen sind Planung und Aufzeichnung. Man kann entweder eine Tour von Komoot oder Komoot-Nutzern auswählen oder komplett selbst planen. Dazu gibt man einfach Start und Ziel sowie eventuelle Wegpunkte ein. Ist man fertig, gibt die App eine Einschätzung zum Schwierigkeitsgrad der Tour, schätzt die Dauer und gibt u.a. an, wieviel der Strecke Radwege sind und wie sich der Streckenbelag prozentual verteilt. Darüber hinaus wird das Höhenprofil angezeigt. Fertige Touren können optional anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Ich war übrigens erstaunt, wieviele Radwege Komoot hier in meiner Region kennt. Während der Fahrt folgt man den Anweisungen auf dem Bildschirm, der auch eine Karte mit der Route anzeigt, sowie einer ganzen Reihe von Daten (aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte KM, verbleibende KM, verbleibende Zeit sowie das Höhenprofil). Optional sind auch Sprachansagen möglich. Unterwegs können direkt mit der App Fotos gemacht werden, die der Tour dann hinzugefügt werden. Möchte man Komoot nicht als Navi nutzen, kann man die gefahrene Strecke auch einfach nur aufzeichnen lassen. Bei Nutzung der Navigation wird die Tour sowieso aufgezeichnet.

geplante Tour

Navigation

Tour-Statistik

Andere Komoot-Nutzer können als Kontakte hinzugefügt werden, deren Touren man dann nachverfolgen kann.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

24 Dez 2016
24. Dezember 2016

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie immer nutze ich meinen weihnachtlichen Blog-Artikel dazu, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Dieses Jahr sind es mit diesem hier 14 Artikel geworden. Leider nicht so viel, wie ich mir wünschen würde, aber mehr war aufgrund meiner vielfältigen Aktivitäten nicht drin. Darüber hinaus ist eine Neuauflage meines Siri-Buchs erschienen, welches durch das Erscheinen iOS 10 und macOS Sierra schon wieder ein klein wenig veraltet ist. Ich bin gerade dabei, die Neuerungen in das Buch einzupflegen und werde über den iBooks-Store ein kostenloses Update veröffentlichen, sobald ich soweit bin. Es gibt auch ein Konzept für ein zweites Buch zu einem ganz anderen Thema, ich hoffe, dass ich ein wenig Zeit dafür finden werde.

Leider hat Amazon mir noch keine Echo-Einladung zukommen lassen, ich bin sehr gespannt, auch diese Sprachsteurung einmal auszuprobieren.

Der meistgelesene Artikel aus diesem Jahr ist „Mein GTD-Workflow“ von Anfang Mai. Ich hoffe dieses Posting konnte dem ein oder anderen weiterhelfen, seine Aufgaben und Projekte besser zu organisieren, bzw. überhaupt mal damit anzufangen, sich nicht mehr auf sein Gedächtnis zu verlassen, denn das ist dafür einfach nicht gemacht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie hilfreich die Methoden und Ideen von David Allen für mein tägliches Leben sind.

An Apple-Hardware wurden im Laufe des Jahres zwei Anschaffungen getätigt, das iPhone 7 und die AirPods. Nach einem Vierteljahr Nutzung könnte ich mit dem iPhone 7 zufriedener nicht sein, es ist mein bisher bestes iPhone. Insbesondere die 3D-Touch-Funktionen und die Taptic-Engine – für mich die positive Überraschung im Gerät – sorgen für ein deutlich einfühlsameres Handling. Auch das komplett schwarze Design gefällt, rückblickend waren die Antennenstreifen am iPhone 6/6s wirklich nicht schön. Auf die AirPods habe ich lange gewartet, nun sind sie da, der vorherige Artikel enthält meinen ausführlichen Bericht.

Auf der Software-Schiene spendierte uns Cupertino iOS 10, macOS Sierra sowie watchOS 3 und in allen drei Updates war etwas für mich dabei, wie z.B. das Sharing von Apple-Notizen, die übergreifende Zwischenablage, das Entsperren des Mac mit der Watch oder Siri auf dem Mac. Etwas enttäuscht bin ich über die Siri-Nutzung in Dritthersteller-Apps unter iOS 10. Hier hätte ich mir mehr App-Kategorien gewünscht, insbesondere Podcasts. Ich hoffe da sehr auf das nächste Jahr. Schade finde ich auch, dass iOS immer noch nicht mehrere AirPlay-Lautsprecher gleichzeitig bespielen kann. Manchmal scheint Apple nicht so richtig hinter seinen eigenen Technologien zu stehen. Mit watchOS 3 hat Apple seine Watch nochmal ordentlich umgekrempelt und damit die allermeisten Geschindigkeitsprobleme ausgeräumt. Ich trage sie täglich, mit den AirPods hat sie nun auch viele Musiksteuerungsfunktionen bei mir übernommen.

Schließlich brachte mir das Jahr auch noch ein neues Hobby, das Fahrradfahren, was mein Zeitbudget noch etwas angespannter werden läßt. Im Nachhinein kann ich es nur als „bekloppt“ bezeichnen, schon so lange im Flachland zu wohnen – dazu noch in einem dünn besiedelten Bundesland mit herrlicher Natur – und nicht früher damit angefangen zu haben. Aber wie sagt man, besser spät als nie. Auch aus diesem Hobby wird hoffentlich der ein oder andere Artikel hier entstehen. So werde ich schon bald berichten, wie ich mein iPhone am Fahrrad befestige und welche App ich für meine Radtouren nutze.

Global betrachtet war 2016 zweifellos ein irres Jahr: Brexit, US-Wahl, Terror, … Und viel zu viele Prominente, die ich sehr geschätzt habe (David Bowie, Roger Willemsen, Hans-Dietrich Genscher, Bud Spencer, Götz George, Manfred Krug, …), sind leider verstorben.

Zum Schluß noch eine Ankündigung zum Blog selbst. Aufgrund der neuen Rechtslage zum Thema Link-Haftung („LG Hamburg“, sollte jeder, der das Netz intensiver nutzt, eigentlich mitbekommen haben) werde ich künftig externe Seiten wenig bis gar nicht mehr verlinken, da ich einfach keine Lust (und kein Geld) habe, für die Fehler anderer zu haften. Auch meine bisherigen Artikel werde ich in dieser Hinsicht nach und nach überarbeiten. Mit ist bewusst, dass dies für meine Leser zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, z.B. die besprochenen Produkte zu „googlen“, was ich zu entschuldigen bitte. Mir ist leider keine andere Lösung eingefallen. Für wie weltfremd ich diese Rechtslage halte, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

Nochmals schöne Feiertage und schauen wir mal, was das nächste Jahr für uns bringt!

Artikel-Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2016, aufgenommen aus dem Riesenrad

Als PDF drucken mit Bordmitteln unter iOS 10

09 Okt 2016
9. Oktober 2016

Seit iOS 10, dem großen Herbst-Update dieses Jahr, ist es endlich möglich, mit Bordmitteln in ein PDF zu drucken. Beim Mac geht das schon, seitdem ich diese benutze. Die Vorgehensweise unter iOS ist allerdings alles andere als intuitiv, daher möchte ich diese Schritt für Schritt beschreiben. Grundvoraussetzung ist, dass aus der betreffenden App ganz normal gedruckt werden kann. Weiterhin muss die iCloud soweit eingerichtet sein, dass das „iCloud-Drive“ zur Verfügung steht. Als Beispiel für einen PDF-Druck nehmen wir mal eine E-Mail, die Vorgehensweise ist aber woanders analog.

Als erstes klicken wir unten auf den gebogenen Pfeil:

PDF-Druck 1

Dann tippen wir auf „Drucken“:

PDF-Druck 2

Dann folgt ein „Force Touch“ auf das Vorschaubild im unteren Bereich, sodass die Vorschau den ganzen Bildschirm einnimmt. Bei Geräten ohne „Force Touch“ kann alternativ eine Pinch-To-Zoom-Geste ausgeführt werden:

PDF-Druck 2

Anschließend tippen wir auf das Share-Icon unten links:

PDF-Druck 6

Im Share-Sheet tippen wir nun auf „iCloud Drive“:

PDF-Druck 4

Dann auf den gewünschten Ordner klicken:

PDF-Druck 5

Fertig, das PDF mit dem Ausdruck befindet sich jetzt in diesem Ordner! Davon können wir uns z.B. mit der iCloud-Drive-App oder am Mac mittels Finder überzeugen.

Im Zeichen der Sieben

03 Okt 2016
3. Oktober 2016

Pünktlich zum Verkaufsstart am 16. September habe ich von der Telekom – Premierenticket sei Dank (ich weiß, es heißt inzwischen anders) – mein iPhone 7 bekommen. Höchste Zeit daher für einen kurzen Bericht! Es ist mein fünftes iPhone nach 3G, 4, 5 und 6. Nach „Silber“ beim iPhone 6 habe ich mich diesmal für „Schwarz“ entschieden. Die silber-schwarzen Ausführungen beim iPhone 6 und 6S haben mir nicht gefallen, aber ein komplett schwarzes Telefon ist was anderes. Diamantschwarz kam allerdings nicht in Frage, da ich mit „Klavierlack“-ähnlichen Geräten keine guten Erfahrungen habe. Sie sind in der Regel ein Fingerabdruckmagnet und – selbst Apple weist ja darauf hin – anfällig für kleinste Kratzer. Dennoch sehen diese Geräte – ich habe inzwischen eins gesehen – sehr schick aus. Wie auch immer, ich bin mit dem Aussehen meines schwarzen iPhone 7 sehr zufrieden, zumal keine Antennenbänder mehr auf der Rückseite zu sehen sind. Da ich bei meinem 128 GB großen 6er immer so 30 bis 40 GB freien Speicher hatte, bin ich bei dieser Speichergröße geblieben. Ebenfalls geblieben bin ich bei der kleinen Variante des Gerätes, nachdem ich mir das Plus-Modell nochmal ausführlich bezüglich der Größe angeschaut hatte. Es ist nicht kompatibel mit der Art und Weise wie ich mein iPhone unterwegs benutze, in der Regel mit einer Hand. Die Doppelkamera war allerdings sehr verlockend.

Unboxing-Foto

Unboxing-Foto

Die Form hat sich beim iPhone 7 kaum geändert. Das hat auch Vorteile, so kann ich meine Ledertaschen und Docks einfach weiterverwenden. Zusätzlich zu den Neuerungen des iPhone 7 habe ich – da ich als Vertragskunde nur alle zwei Jahre ein neues Gerät kaufe – natürlich noch die Neuerungen des iPhone 6s dazubekommen. Insgesamt ist der Funktionszuwachs damit so hoch, dass sich ein Update aus meiner Sicht lohnt, bei den Neuerungen von einem Jahr zum nächsten täte ich mich wesentlich schwerer.

Die Geschwindigkeit des 7ers ist unglaublich. Da ich kaum Hardware-intensive Spiele installiert habe, kann ich diese Prozessorpower kaum nutzen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei mir hauptsächlich die beiden langsameren Stromspar-Kerne laufen. Damit sind wir gleich beim nächsten Punkt, dem Akku. Der hält nach meiner Erfahrung wesentlich länger als bei meinem 6er. Bei normaler Nutzung muss sogar erst in der Nacht geladen werden. An den neuen Home-Button habe ich mich schnell gewöhnt, es ist erstaunlich wie wie gut einem der Klick durch haptisches Feedback vorgegaukelt wird. Dieses Feedback war für mich eigentlich die größte Überraschung beim 7er, weil mir vor dem Kauf nicht klar war, dass auch das iOS-System nun haptisches Feedback nutzt, etwa beim Drehen eines Auswahlrads (bei Datumsfeldern z.B.). Diese fühlen sich nun wie echte Zahnräder an, was ich absolut faszinierend finde. Eine vollständige Zusammenstellung zur System-Haptik gibt es in diesem Artikel. Ich habe übrigens auch den Eindruck, dass der Home-Button schneller reagiert als seine mechanischen Vorfahren. Neu sind für mich auch die Force-Touch-Funktionen vom 6s. Ich versuche mich Schritt für Schritt an sie zu gewöhnen, da sie doch die ein oder andere Abkürzung bereithalten. Aber man muss das erst verinnerlichen. Durchaus gemischte Gefühle habe ich bezüglich des Kopfhöreranschlusses. Es ist in der Vergangenheit durchaus vorgekommen, dass ich gleichzeitig den Kopfhörer genutzt und das Gerät aufgeladen habe, etwa bei langen Bahnfahrten. Dies erfordert nun eine Adapterlösung oder ein drahtloses Headset. Allerdings freue ich mich sehr auf die Airpods, die ich mit ihren Sensoren, der einfachen Kopplung und der Weitergabe der Kopplung an andere Geräte über iCloud für durchaus innovativ halte. Die Stereo-Lautsprecher sorgen für einen Klang, der kleinere Räume durchaus ganz gut füllen kann. Seltsamerweise gibt es an der Oberseite, wo der neue Lautsprecher sitzt, jedoch keine Öffnungslöcher wie unten. Die Wasserresistenz nehme ich natürlich gerne mit, eine Gefahrenquelle weniger für das teuere Gerät. Dass das iPhone jetzt auch – ohne am Strom angeschlossen zu sein – auf „Hey Siri“ reagiert, ist eine Neuerung vom 6s. Für mich als Siri-Fan ist das natürlich dennoch sehr sehr praktisch.

Foto mit iPhone 7

Foto vom iPhone 7 – bitte anklicken für Galerieansicht

Zur Kamera habe ich noch kein abschließendes Urteil. Die Vorder-/Selfie-Kamera ist auf jeden Fall um Größenordnungen besser als beim iPhone 6. Die Rückkamera macht bei schlechten Lichtverhältnissen meiner Meinung nach bessere Fotos als das iPhone 6. Bei guten Lichtverhältnissen bin mir noch unsicher, wie groß die Verbesserungen sind. Ich denke, ich brauche einfach noch ein paar Fotos mehr. Live-Fotos (auch eine Neuerung des 6s) sind zwar ganz nett, meistens nutze ich die Funktion jedoch nicht.

Foto mit iPhone 7

Foto vom iPhone 7 – bitte anklicken für Galerieansicht

Hier der Link zu einer kleinen Galerie mit fünf Fotos, die mit dem iPhone 7 gemacht wurden.

Drafts 4 – der flexible Notizblock für iOS

17 Jul 2016
17. Juli 2016

Unsere elektronischen Helfer, z.B. iPhone oder iPad, haben heute in vielen Fällen den klassischen Notizblock verdrängt. Ich habe zwar immer noch ein Moleskine®-Mininotizbuch in meiner Hemdtasche, greife aber natürlich selber gerne zu iOS-Geräten. Die Möglichkeit, einen Gedanken oder eine Idee schnell aufschreiben oder diktieren zu können, ist wichtiger Bestandteil meines GTD®-Systems (hier ist ein ausführlicher Artikel dazu). Doch welche App nimmt man dazu am besten? Naheliegend wäre zunächst mal die eingebaute Notiz-App. Das würde auch funktionieren, dennoch möchte ich heute „Drafts“ von Agile Tortoise (AppStore-Link) empfehlen (ich habe zuletzt vor rund vier Jahren Artikel dazu geschrieben), da sie insbesondere für die Ersterfassung eine ganze Reihe Vorteile aufweist:

  • Sie startet bei jedem Aufrufen der App mit einem neuen leeren Blatt. Somit kann man quasi verzögerungsfrei sofort seine Notiz auf das virtuelle Papier bringen. Wenn man die App nur kurz verlässt, gelangt man natürlich zur alten Notiz zurück, der Zeitraum, ab wann ein neues Dokument begonnen wird, ist einstellbar.
  • Man kann auf ältere Versionen eines Dokuments zurückgreifen.
  • Drafts unterstützt TextExpander. Dadurch stehen alle meine Kürzel vom Mac direkt in der App zur Verfügung.
  • Drafts unterstützt das Schreiben in Markdown, einer einfachen, aber effektiven Textauszeichnungssprache. Neben einer Vorschau-Möglichkeit, wird auch eine konfigurierbare zusätzliche Tastaturzeile geboten.
  • Es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, den eingegebenen Text weiterzuverarbeiten. Hier liegt die wesentliche Stärke von Drafts, die weit über das hinausgeht, was andere Programme bieten. Nicht immer weiß ich schon beim Erstellen der Notiz, was daraus mal wird, vielleicht ein Tweet, ein Facebook-Posting, eine E-Mail, eine iMessage, ein Kalendereintrag, ein Aufgabe oder eine richtige Notiz, die dann später in der Notiz-App endgelagert wird. Es ist aber auch egal, ich bin erstmal nicht festgelegt, sondern kann einfach losschreiben.

Im restlichen Artikel möchte ich den letztgenannten Punkt vertiefen, denn mit den richtigen Aktionen (so heißen die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten in der App) wird Drafts zu einem sehr mächtigen Werkzeug.

Damit man bei seinen konfigurierten Aktionen nicht den Überblick verliert, kann man sie in Gruppen zusammenfassen. Ich habe mir die Gruppen „Main“, „Share“, „MD“ (für Markdown) und „Misc.“ (für Verschiedenes) eingerichtet. Alle häufig verwendeten Aktionen befinden sich der Einfachheit halber in „Main“. Zur besseren Auffindbarkeit kann jede Aktion mit einem Icon (aus einer umfangreichen Bibliothek) und einer Iconfarbe versehen werden.

Drafts Aktionsmenü

Aktionsmenü

Drafts Aktionseditor

Aktionseditor

Die Aktion selbst besteht aus ein oder mehren Schritten, die man im eingebauten Aktionseditor festlegen kann. Was alles als Schritt definiert werden kann, ist beachtlich. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Ersetzen oder erweitern (voranstellen oder anhängen) der Zwischenablage
  • Versenden einer E-Mail und zwar auch im Hintergrund, ohne dass erst die Entwurfsansicht aufgeht
  • Versenden einer iMessage oder SMS
  • Erstellen einer Erinnerung in iOS
  • Erstellen eines Kalendereintrags
  • Erstellen einer Notiz in Evernote (bzw. an eine bestehende Notiz anhängen)
  • Öffnen des iOS-Share-Sheets
  • Weitergabe als Datei mit dem Öffnen-in-Dialog
  • Auf Twitter, Facebook oder Google+ (gibt’s das noch?) posten
  • Neue Datei in Dropbrox, Google Drive oder iCloud erstellen, bzw. an eine Textdatei anhängen (vorne oder hinten)
  • Eine URL aufrufen
  • Eine bestehende Aktion aufrufen

Beim Konfigurieren des jeweiligen Schritts kann vieles im Detail festgelegt werden, z.B. Betreff und Empfänger der E-Mail, Empfänger und Text der iMessage usw. Dazu stehen mächtige Platzhalter zur Verfügung wie z.B.:

  • [[draft]] = der ganze eingegebene Text der Notiz
  • [[title]] = nur die erste Zeile des eingegebenen Textes
  • [[body]] = der ganze Text außer die erste Zeile
  • [[line|n]] = die n. Zeile des eingebenen Textes
  • [[clipboard]] = Inhalt der Zwischenablage

Somit können die Daten für den jeweiligen Schritt in flexibler Weise dem eingebenen Text oder der Zwischenablage entnommen werden. Legt man sich etwa eine E-Mail-Aktion an, so kann in der ersten Zeile der Betreff und in den übrigen Zeilen der eigentliche Inhalt der Mail stehen.

Sehr mächtig ist der URL-Aufrufschritt. Und hier wird es auch ein wenig „nerdig“, denn viele iOS-Apps lassen sich über einen URL-Aufruf starten. Aber damit nicht genug, es lassen sich in vielen Fällen auch noch Parameter anhängen und z.B. Drafts-Platzhaltern befüllen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung. Man kann mit Drafts Aufgaben in OmniFocus anlegen, indem man in einer einschrittigen Aktion folgende URL aufruft:

Drafts URL-Aktion

omnifocus:///paste?content=[[draft]]&x-success=drafts4://

Diese URL öffnet OmniFocus, legt eine neue Aufgabe mit dem ganzen eingebenen Text als Titel an und springt wieder zurück nach Drafts (so dass man z.B. gleich die nächste Aufgabe eingeben könnte).

Wem das zu nerdig ist, kann auf das umfangreiche eingebaute Aktionsverzeichnis zurückgreifen, zu dem auch Drafts-Benutzer ihre selbstgeschriebenen Aktionen beisteuern können. Es ist daher entsprechend umfangreich.

Drafts Aktionsverzeichnis

Ein weiteres Beispiel für eine Aktion wäre eine iMessage oder eine SMS an eine ganze Gruppe vordefinierter Personen. Einfach die Personen in dem betreffenden Schritt einfügen, dann reicht es künftig den Text zu schreiben und diese Aktion zu starten, um alle zu informieren. Die Möglichkeiten zum E-Mail-Versand im Hintergrund nutze ich z.B. für Trello, einer Projektmanagement-Software. Somit kann ich eine neue Idee einfach in Drafts hineinschreiben, die entsprechende Aktion starten und schon landet das Ganze in meiner Trello-Ideenliste, da solche Trello-Listen individuelle E-Mail-Adressen haben, mit denen man sie per Mail erweitern kann.

Die Aktionen, die Konfiguration und auch die Notizen können übrigens über iCloud synchronisiert werden, was sehr sinnvoll ist, wenn man sowohl ein iPhone als auch ein iPad nutzt. Es gibt sogar eine App für die Apple Watch, mit der man schnell mal eine neue Notiz diktieren kann. Drafts erhält regelmäßig Updates und Funktionen neuer iOS-Versionen sind bisher immer schnell in das Programm eingeflossen. Wünschenswert wäre eine Mac-Version.

Alles in allem also eine rundum nützliche App, die sich einen Platz auf dem ersten Homescreen meiner Geräte gesichert hat.

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