Tag Archive for: iCloud

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

23 Dez 2011
23. Dezember 2011

Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch in neue Jahr!

weihnachtsmarkt-rostock-2011

Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2011

Das Jahresende ist ja nun immer auch eine Zeit, um auf das fast vergangene Jahr zurückzublicken. Für die Nutzer unter uns, die viel mit Apple-Produkten arbeiten – ich zähl mich mal einfach dazu – war es ein bewegendes Jahr, nicht zuletzt durch den Tod von Steve Jobs im Oktober. Er war sicherlich eine Ausnahmeerscheinung in vielerlei Hinsicht und wird nicht leicht zu ersetzen sein. Wie viele andere bin auch ich gerade dabei, die über 600 Seiten lange Biographie zu lesen, ich hoffe in der Weihnachtspause ein Stückchen voranzukommen.

Auf der Hardware-Seite sind sicherlich das Erscheinen von iPad 2, iPhone 4S und der 2011er MacBooks hervorzuheben. Alle diese Produktreihen wurden konsequent vorangetrieben und mit interessanten Funktionen versehen wie z.B. Video-Mirroring, Siri oder Thunderbolt. Der große Erfolg der Air-Modelle wundert mich nicht, die Thunderbolt-Schnittstelle und die Tastaturbeleuchtung machen sie zu sehr attraktiven Notebooks und vermutlich auch zum Nachfolger meines MacBooks sobald dessen Leistung für mich nicht mehr ausreichend ist. Aufgrund der Vertragsbindung werde ich das iPhone 4S wohl überspringen und mich auf das iPhone 5 freuen. Wenn es nach mir ginge, bräuchte der Bildschirm nicht größer werden, denn eine vernünftige Einhand-Bedienbarkeit kann unterwegs sehr nützlich sein. Auf die Weiterentwicklung von Siri bin ich schon sehr gespannt, die Spracherkennung funktioniert selbst in lauten Umgebungen (wie z.B. einem Apple Store) sehr gut.

Launchpad

Lion-Screenshot (Launchpad)

Einen kompletten Generationswechsel gab es dieses Jahr auf der Software-Seite: OS X 10.7 („Lion“), iOS 5 und iCloud. Und diese Updates, welche sich auch auf viele Mac- und iOS-Applikationen ausgewirkt haben, kamen fast alle an einem Tag, diesen Update-Marathon werde ich so schnell nicht vergessen. Mit iOS 5 haben iPhone und iPad einen großen Schritt nach vorne getan, nicht zuletzt, weil sie nun weitestgehend autarke Geräte sind. Und das neue Notification-Center war natürlich mehr als überfällig, ist aber durchaus sehr gelungen und bis ins Detail konfigurierbar. Lion lohnt sich für mich allein schon wegen der neuen Festplattenverschlüsselung, welche extrem einfach einzurichten war. Gewiss, es gibt noch ein paar nervige Bugs, mein Launchpad führt zum Beispiel immer noch ein gewisses Eigenleben. Insgesamt überwiegen für mich aber die Vorteile wie das neue Vollbild-Konzept, Mission Control, Versions und Touch-Bedienung. Der iCloud-Start war im Vergleich zur Einführung von MobileMe recht problemlos und es sieht im Moment so aus, als käme ich sogar mit den kostenlosen 5 GB aus. Das hängt ein wenig davon ab, wie sich „Documents in the Cloud“ weiterentwickelt. Apple sollte hier endlich mit einem iCloud-Update für iWork eine Referenzimplementierung für den Mac vorlegen. Zu meiner großen Überraschung wurde diesen Monat „iTunes-Match“ freigeschaltet, meine ganze Musik ist nun via Cloud auf all meinen Geräten – inklusive Apple TV – verfügbar. Leider sind die Fotogalerien des auslaufenden MobileMe-Dienstes nicht Bestandteil der iCloud, ich habe daher inzwischen einen kompletten Umzug aller Bilder zu Flickr hinter mir. Das neue Fotostream-Feature der iCloud hat mir allerdings schon gute Dienste geleistet.

Das persönliche Umfeld betreffend möchte ich auf jeden Fall den Rostocker Mac-Stammtisch erwähnen. Hier hat sich seit Februar regelmäßig eine Gruppe sympathischer Mac-User zusammengefunden, deren Zusammentreffen ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Einen herzlichen Dank an alle Teilnehmer!

Nicht zuletzt habe ich im April 2011 dieses Blog begonnen und freue mich über jeden neuen Leser!



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iTunes Match und iTunes in the Cloud

18 Dez 2011
18. Dezember 2011

Eigentlich wollte ich diese Woche nicht schon wieder über iTunes schreiben, aber da habe ich die Rechnung ohne Apple gemacht. Für mich völlig überraschend wurden Freitag die Funktionen „iTunes in the Cloud“ für Musik und „iTunes Match“ in Deutschland verfügbar. Mit einer so schnellen Einigung von Apple mit der hiesigen Musikindustrie und der GEMA habe ich wirklich nicht gerechnet. Hervorragend!

Der „iTunes in the Cloud“-Teil ist schnell erklärt. Ab sofort kann Musik, die bei iTunes gekauft wurde, dort beliebig oft wieder heruntergeladen werden. Eigentlich selbstverständlich sollte man meinen, aber bisher war dieses nur mit Apps und E-Books möglich. Für Musik musste erst eine entsprechende Vereinbarung bzw. Lizenzierung abgeschlossen werden. Für Filme und TV-Serien steht das immer noch aus, obwohl ich mir dieses gerade hierfür wünschen würde, um auf meinen Platten mal so richtig Platz zu sparen. Um gekaufte Musik erneut auf den Mac zu laden, öffnen wir iTunes und gehen in den Store (Hauptseite). Dort klicken wir auf der rechten (!) Seite auf „Gekaufte Artikel“ und haben dort nun einen Abschnitt „Musik“, über den sich der Download erledigen lässt:

itunes-cloud1

Auf dem iPhone müssen wir ebenfalls in die iTunes-App (die mit dem violetten Icon) und klicken dort auf das Mehr-Tab. Nun wieder in „Gekaufte Artikel“ gehen. Hier finden wir praktischerweise sogar eine Unterseite „Nicht auf diesem iPhone“ und können von dort entsprechende Titel laden. Die Funktion „iTunes in the Cloud“ ist mit keinen weiteren Kosten verbunden und falls man alle Musik über iTunes bezogen haben sollte, sind alle Musikstücke ständig verfügbar, da sie bei Bedarf einfach nachgeladen werden können.

Ein weitergehendes Konzept verfolgt „iTunes Match“ – ist aber dafür auch nicht kostenlos, sondern mit 24,95 EUR pro Jahr gesondert zu erwerben. Bevor ich auch nur daran gedacht habe, diese Funktion zu nutzen, habe ich erstmal ein Backup meiner iTunes-Musik auf eine externe Festplatte vorgenommen. Sicher ist sicher:

itunes-match1

Meine Musiksammlung ist übrigens vergleichbar klein, da ich von meinen CDs in der Regel nur meine Lieblingstitel in iTunes einlese.

Um „iTunes Match“ zu aktivieren suchen wir den gleichnamigen Eintrag in der linken Seitenleiste von iTunes auf:

itunes-match2

Dort wird der Dienst kurz erläutert und ein entsprechender Abo-Knopf angeboten. Der Service kann aus vorhandenem iTunes-Guthaben bezahlt werden, dennoch liegen mir Hinweise vor, dass in iTunes zumindest eine andere Bezahlmethode wie Kreditkarte oder „Click and Buy“ hinterlegt sein muss (was bei mir auch der Fall war). Das könnte damit zusammenhängen, dass es sich um ein Abo handelt. Im Zusammenhang mit vergünstigten iTunes-Karten, die immer mal wieder von Super- oder Elektromärkten angeboten werden, lässt sich der Abo-Preis noch ein wenig drücken.

Nach Abschluss des Abos analysiert iTunes zunächst mal die eigene Mediathek:

itunes-match3

Dann wird ermittelt, welche dieser Songs im iTunes-Store verfügbar sind. Das werden in der Regel eine ganze Menge sein, da der Katalog rund 20 Millionen Titel umfasst:

itunes-match4

Im letzten Schritt lädt iTunes alle Titel unserer Mediathek, die nicht im Store verfügbar sind, zu Apple in unseren Cloud-Speicher hoch. Das kann je nach Umfang der eigenen Musiksammlung eine Weile in Anspruch nehmen:

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Abschließend teilt uns iTunes mit, wieviele Songs nun in der iCloud für uns bereitliegen:

itunes-match6

Auf diese Musiksammlung können wir nun von unseren Macs und iOS-Geräten zugreifen. Wir erhalten den gewünschten Titel dabei entweder aus dem Store-Fundus oder dem, was in Schritt 3 hochgeladen wurde. Auf diese Weise können Titel, die wir nicht über iTunes erworben haben aber Bestandteil des Katalogs sind, durch die iTunes-Version ersetzt werden. Daher auch der Name des Dienstes. Es gibt allerdings ein paar Vorraussetzungen, so muss die Datenrate eines zu matchenden Songs mindestens 96 kBit/s betragen. Weiterhin können nicht mehr als 25000 Titel hochgeladen werden, größere Mediatheken sind nicht für „iTunes Match“ geeignet.

Nachdem wir auf dem Mac fertig sind, können wir „iTunes Match“ z.B. auf dem iPhone aktivieren. Das machen wir in „Einstellungen“ unter „Musik“:

itunes-match8

Obacht, dadurch deaktivieren wir die Synchronisation mit iTunes auf dem Mac und ersetzen die Mediathek durch „iTunes Match“. Das ist in etwa vergleichbar mit der Synchronisation der Kontakte über die iCloud statt über iTunes. Nach der Aktivierung können wir festlegen, ob in der Musik-App nur die tatsächlich lokal gespeicherten Titel angezeigt werden sollen oder alles, was die Cloud zu bieten hat:

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Wir können nun entweder einzelne Titel auf das iPhone laden (Wolkensymbol anklicken) oder ganze Wiedergabelisten („Alle laden“):

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Falls wir auf dem Mac nicht genug Platz haben für unsere ganze Musik, können wir nun auch Titel löschen und uns diese dann bei Bedarf aus der Cloud zurückholen, wenn sie zuvor dort abgelegt wurden (dazu bei „Diese Lieder auch aus der iCloud löschen“ keinen Haken setzen“):

itunes-match7

Außerdem haben wir nun die Möglichkeit, Titel welche wir nur in niedriger Qualität besitzen, durch die Store-Version zu ersetzen. Solche Titel finden wir am besten mit Hilfe einer intelligenten Wiedergabeliste:

itunes-match11

Als Bonbon kommt abschließend noch hinzu, dass die eigene Musik-Mediathek dank „iTunes Match“ nun auch auf dem Apple-TV zur Verfügung steht, ohne dass ein Mac vorhanden sein muss:

itunes-match12

Insgesamt erfüllt sich mit „iTunes Match“ für mich der Traum, die vollständige Musiksammlung immer dabeizuhaben, obwohl sie gar nicht komplett auf das iPhone passt. Quasi wie damals beim iPod Classic mit Riesenplatte. Als Nutzer von Apple-Technologien wie „iTunes Match“, „iCloud“, „Documents in the Cloud“, „Airplay“ und „Fotostream“ fühlt man sich irgendwie wie ein Mensch aus der Zukunft ;-).

Datei-Sync zwischen OS X und iOS via iCloud

05 Nov 2011
5. November 2011

Update 17.03.2012: Dass die hier beschriebene Methode unter ab OS X 10.7.3 nicht mehr funktioniert, scheint ein Bug in OS X zu sein. Als Workaround kann ein Terminal-Fenster (Terminal ist bei den „Dienstprogrammen“ zu finden) geöffnet werden und folgender Befehl (als eine Zeile) eingegeben werden (Quelle):

while true;
do /System/Library/PrivateFrameworks/Ubiquity.framework/Versions/A/Support/ubd;
done

Das Terminal-Fenster bitte geöffnet lassen. Der Sync funktioniert nun wieder. Wer es komfortabler mag, kann diese Befehlsfolge auch als Shell-Skript mit Hilfe von Platypus in eine Mac-App verpacken und den Anmeldeobjekten in den Systemeinstellungen unter „Benutzer & Gruppen“ hinzufügen.

Weiterhin möchte ich im Rahmen dieses Updates noch auf meinen ArtikelFilesharing via iCloud“ hinweisen. Dort wird beschrieben, wie man GoodReader-Dokumente, die in der iCloud gespeichert sind, für andere temporär freigeben kann.

Update 19.02.2012: Seit OS X 10.7.3 scheint die hier beschriebene Methode nicht mehr zu funktionieren. Der u.g. Ordner „Mobile Documents“ wird offensichtlich nicht mehr mit den iCloud-Inhalten synchronisiert.

Beim neuen iCloud-Dienst von Apple gibt es kein Äquivalent zur iDisk von MobileMe. Nach dem Umstieg von MobileMe zur iCloud kann die iDisk noch bis zum 30.6.2012 wie gewohnt genutzt werden, danach steht sie nicht mehr zur Verfügung. Die iDisk hat/hatte u.a. den Vorteil, dass sie als Internet-basierte gemeinsame Datei-Ablage für alle Apple-Geräte genutzt werden konnte. Unter OS X konnte sie direkt als Volume eingebunden werden und eine Reihe von iOS-Apps konnten Dateien unmittelbar von der iDisk laden und auch Apple selber hat eine Universal-App für diesen Zweck veröffentlicht. Allerdings war die iDisk – zumindest in Europa – auch für ihre relativ langsamen Zugriffszeiten bekannt.

Vom iCloud-Standpunkt aus betrachtet ist „Documents in the Cloud“ („Dokumente und Daten“) der Dienst, welcher der iDisk am nächsten kommt. Allerdings ist „Documents in the Cloud“ eine App-spezifische Datei- und Datenablage. D.h., jede App, die diesen Service nutzt, hat quasi ihren eigenen Speicherbereich in der Wolke, auf den nur sie zugreifen kann. Glücklicherweise gibt es zwei sehr interessante Gesichtspunkte, die es erlauben, diesen Dienst universeller zu nutzen als Apple dies vorgesehen hat.

Punkt 1 ist die Tatsache, dass „Documents in the Cloud“ alle Daten als ganz normale Dateien im Library-Ordner eines Macs ablegt. Bei Punkt 2 machen wir uns die Tatsache zunutze, dass es iOS-Apps gibt, die recht universell mit Dateien umgehen und diese auch mit anderen Apps öffnen können. Eine solche App ist zweifelsohne „GoodReader“, welche sowohl für das iPhone als auch das iPad verfügbar ist. Allein über „GoodReader“ (bei mir schon über zwei Jahre im Einsatz) könnte man mehrere Artikel schreiben, so vielseitig ist das Programm. Es kann sich mit allerlei Datenquellen verbinden (Dropbox, iDisk, Mailserver, Google Docs, WebDAV-Server, (S)FTP-Server, Web-Downloads, iTunes u.a.), viele Dateitypen anzeigen, Dateien kopieren, verschieben, packen, umbenennen, mit anderen Apps öffnen uvm. Eine weitere wichtige Funktion ist das Versehen von PDF-Dokumenten mit Anmerkungen, so dass z.B. Entwürfe unterwegs durchgesehen werden können. Die neueste Errungenschaft von „GoodReader“ ist jedoch die Nutzung der iCloud als weitere Datenquelle:

goodreader1

Alles, was wir in das iCloud-Verzeichnis von GoodReader verschieben oder kopieren, landet in Apples Wolke und damit letztendlich auf allen unseren Macs, bei denen „Documents in the Cloud“ aktiviert ist. Höchste Zeit, dass wir uns diesen Teil einmal näher ansehen. Alle Apps, die die iCloud nutzen, haben ein Verzeichnis im Ordner „Library/Mobile Documents“. Den GoodReader-Ordner habe ich im folgenden Screenshot farbig markiert:

MobileDocuments

Der Library-Ordner selbst ist seit Lion standardmäßig versteckt. Er kann über das „Gehe zu“-Menü des Finders bei gedrückter Alt-Taste erreicht werden oder mit folgendem Terminal-Befehl dauerhaft sichtbar gemacht werden:

chflags nohidden ~/Library/

Das Tilde-Zeichen wird mit der Tastenkombination Alt-N eingegeben. Im GoodReader-Ordner befindet sich ein Ordner „Documents“, der unsere GoodReader-iCloud-Dokumente enthält:

GoodReader-Ordner

Documents

Wir sehen hier die gleichen sechs Ordner (mit dem gleichen Inhalt), die wir auch oben im GoodReader-Screenshot finden. Die Synchronisation funktioniert aber auch in die umgekehrte Richtung. Dateien, die wir in den Documents-Ordner von GoodReader kopieren, sind wenige Augenblicke später auch in GoodReader sichtbar. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um die iPhone- oder die iPad-Version handelt.

Damit ich das Documents-Verzeichnis von GoodReader auf dem Mac nicht immer im Library-Verzeichnis ausgraben muss, habe ich für dieses Verzeichnis auf dem Schreibtisch ein Alias erzeugt (Ordner mit gedrückten Alt- und Cmd-Tasten auf den Schreibtisch ziehen). Diesen Alias habe ich in „iCloud“ umbenannt und mit dem iDisk-Icon versehen:

iCloud-Desktop

Somit steht nun auch mit der iCloud eine Möglichkeit zur Verfügung, ganz allgemein Dateien zwischen den einzelnen Geräten zu synchronisieren. Die eingangs erwähnte Analogie zur iDisk ist allerdings nicht ganz korrekt. Alle Dateien, die wir in die iCloud legen, sind immer zusätzlich auch auf dem Mac. Das Ganze ist also eher mit dem Dropbox-Dienst zu vergleichen und funktioniert vom Ablauf her auch ziemlich ähnlich.



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Ab in die (i)Cloud

22 Okt 2011
22. Oktober 2011

Nachdem Update-Marathon von letzter Woche fehlte noch der letzte Schritt, von MobileMe zur iCloud. Der iCloud-Dienst von Apple löst das rund drei Jahre alte MobileMe ab. Viele Kernfunktionen, wie Mail, Kalender und Kontakte, wurden übernommen, neue Dienste hinzugefügt, ein paar Funktionen fallen sofort nach der Umstellung weg, weitere werden zur Jahresmitte 2012 eingestellt (dazu später mehr). Ausführliche Infos zu iCloud können den entsprechenden Apple-Seiten entnommen werden.

icloud2

Gestern habe ich mein MobileMe-Konto zur iCloud migriert. Die Voraussetzungen – iOS 5 auf den Mobilgeräten und OS X 10.7.2 auf dem Mac – waren nach der Aktualisierungsflut erfüllt und signifikante technische Probleme scheint der neue Dienst auch nicht zu haben, also konnte es losgehen. Zuvor habe ich auf dem Mac sicherheitshalber meine Kalender (Ablage > Exportieren), Kontakte (Ablage > Exportieren > Adresssbucharchiv) und Safari-Bookmarks (Ablage > Lesezeichen exportieren) gesichert. Den Umstieg für MobileMe-Mitglieder hat Apple extrem einfach und komfortabel gestaltet. Auf dem Mac muss dazu die Webseite

http://www.me.com/move

mobileme1

besucht werden. Dort meldet man sich mit seinen MobileMe-Zugangsdaten an und gelangt automatisch zu einem webbasierten Umzugsassistenten. Dieser informiert nochmals über die Voraussetzungen und Konsequenzen (z.B. den Wegfall einiger Dienste) des Umzugs. Nach dem Abnicken der iCloud-AGB werden die Daten von den Mobile-Servern auf die iCloud-Server umkopiert. Das hat bei mir trotz tausender E-Mails nur rund eine Minute gedauert.

Zu meiner Überraschung musste ich in Mail, Kalender und Adressbuch keine neuen Einstellungen vornehmen. Alle Änderungen wie z.B. das Eintragen der iCloud-Server wurden automatisch vom System vorgenommen. In den Systemeinstellungen ist der Punkt „iCloud“ nun mit Leben gefüllt. Hier lässt sich festlegen, welche iCloud-Dienste der jeweilige Mac nutzen soll:

icloud1

Neue Funktionen

Neu (im Vergleich zu MobileMe) sind die Punkte „Fotostream“, „Dokumente & Daten“ und „Meinen Mac suchen“. Im Fotostream landen z.B. alle neuen Fotos, die wir mit dem iPhone machen (vorausgesetzt diese Funktion ist dort ebenfalls in den Einstellungen aktiviert), gleiches gilt auch für Screenshots. Auf dem Mac kann der Fotostream entweder mit Aperture oder iPhoto betrachtet werden (beides gleichzeitig geht nicht). Unter iOS ist die Stream-Ansicht in die Fotos-App integriert. Das Apple-TV hat seit dem neuesten Update ebenfalls einen Menüpunkt für den Fotostream. Obacht, es ist zur Zeit nicht möglich einzelne Bilder aus dem Stream zu löschen. In Mehrpersonen-Haushalten dürfte daher der ein oder andere peinliche Moment schon vorprogrammiert sein. Ein Zurücksetzen ist über die icloud.com-Webseite möglich, hat aber keine Auswirkungen auf Fotos, die sich bereits auf den Geräten befinden. Insgesamt werden maximal 1000 Fotos bis zu 30 Tagen in der Cloud gespeichert. Da ich viele Screenshots von meinen iOS-Geräten auf dem Mac weiterverarbeite hat dieses Feature für mich einen hohen Nutzen.

Leider gibt es noch kaum Mac-Programme, die den iCloud-Bestandteil „Dokumente und Daten“ („Documents in the Cloud“) nutzen, das gilt leider auch für iWork. Hier hat Apple die Gelegenheit verpasst, eine Referenzimplementierung vorzulegen, an der sich Entwickler orientieren können. Unter iOS hingegen ist iWork mit dieser Funktion ausgestattet, so dass sich z.B. Dokumente, die auf dem iPad begonnen wurden, auf dem iPhone weiterbearbeiten lassen und umgekehrt. Es bleibt zu hoffen, dass viele der Apps, die heute Dropbox für diese Funktion nutzen, bald auch den iCloud-Dienst unterstützen.

keynote-icloud

Wie einst bei iPhone und iPad kann nun auch ein Mac über die icloud.com-Webseite oder die „iPhone-Suche“-App für iOS (müsste dann wohl mal umbenannt werden) gesucht werden (mit den üblichen Optionen zum Nachrichten senden und Fernlöschen). Übrigens noch ein Grund, für die iCloud ein möglichst sicheres Kennwort zu verwenden. Nicht wundern, die Funktion „Meinen Mac finden“ schaltet einen Gastbenutzer frei, der lediglich Safari nutzen kann. Das soll einen evtl. Dieb dazu verleiten, seinen Standort via Internet preiszugeben.

Neu ist auch die Synchronisation der iOS-Erinnerungen mit iCal und der Leseliste zwischen Safari für Mac und iOS.

Speicherausstattung

5 GB bekommt jeder Nutzer kostenfrei, wobei viele Dinge (wie z.B. Einkäufe oder der Fotostream) nicht mitzählen. Zur Zeit verbrauche ich daher nur 2 GB (hauptsächlich für E-Mails) und käme damit vermutlich sogar hin. Als ehemaliges MobileMe-Mitglied bekomme ich aber noch bis zur Jahresmitte 2012 20 GB dazu. Zusätzlicher Speicher läßt sich ebenfalls über die Systemeinstellungen buchen:

icloud3

iOS-Geräte

Nach Abschluss der oben beschriebenen Migration erscheint auf allen iOS-Geräten ein Popup-Dialog, der einen in die Einstellungen schickt, damit auch dort alles (automatisch) von MobileMe auf iCloud umgestellt wird. Aus dem Store kann nun auch die zusätzliche App „Meine Freunde finden“ von Apple installiert werden, mit der die eigene Position an Freunde und Familie weitergegeben werden kann (auch zweiweise). Die iCloud kann auch für iOS-Backups verwendet werden. Davon sehe ich allerdings ab, da ich meine Backup-Daten nicht im Ausland speichern möchte.

icloud4

Nicht mehr dabei

Webgalerien, die iDisk und iWeb-Seiten können noch bis zum 30. Juni 2012 (danach werden diese Dienste eingestellt) genutzt werden, auch wenn bereits in die iCloud gewechselt wurde. Dazu stehen Teile der alten MobileMe-Webseite weiterhin zur Verfügung:

icloud5

Von diesen Funktionen habe ich hauptsächlich die Webgalerien genutzt. Daher habe ich diese bereits größtenteils – wie in einem früheren Artikel beschrieben – nach Flickr umgezogen. Sofort mit Migration auf die iCloud entfallen die Synchronisation (zwischen Macs) von Dashboard-Widgets, Schlüsselbunden, Dock-Objekten und Systemeinstellungen. Ansonsten können diese Features ebenfalls zum 30. Juni 2012 genutzt werden.

Fazit

Der Umstieg von MobileMe auf die iCloud war (zumindest bei mir) einfach und unproblematisch. Damit endet für mich – Apple-technisch betrachtet – eine Zeit des großen Umbruchs (Wechsel zu Lion, iOS 5 und iCloud) und ruhigere Zeiten beginnen. Nun hoffe ich, dass die Entwickler schnell die Möglichkeiten der iCloud nutzen werden, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Mac, sodass eine neu Ära des geräteübergreifenden Arbeitens beginnt.



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