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Fotos

17 Mai 2015
17. Mai 2015

Meine Foto-Workflows waren schon immer großen Veränderungen unterworfen, meist weil ein Dienst, den ich genutzt habe, eingestellt wurde oder sich verschlechtert hat oder es plötzlich etwas viel besseres gab. Zuerst hatte ich meine Aufnahmen in der MobileMe-Fotogalerie, dann – als diese eingestellt wurde – bei Flickr, dann – nach Design- und Performance-Verschlechterungen bei Ipernity und zuletzt zusätzlich noch als Backup bei Picturelife. Softwareseitig habe ich zuerst iPhoto und dann Aperture eingesetzt, um die Bilder zu kategorisieren, zu verschlagworten, nachzubearbeiten, usw. Dieses Frühjahr gab es nun wieder einen großen Umbruch, Apple hat die App „Fotos“, die es unter iOS schon länger gibt, auch für den Mac veröffentlicht. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, alle Bilder aus „Fotos“, egal ob es sie vom Mac oder iOS kommen, in die iCloud hochzuladen und diese dort aufzubewahren und zwischen den Geräten zu synchronisieren. Dafür werden allerdings iPhoto und Aperture nicht mehr weiterentwickelt. Die Alternativen sind also, entweder – zumindest mittelfristig, eine ganze Weile könnte man sicher noch mit den alten Programmen weiterarbeiten – auf das neue System umzusteigen oder sich eine andere Lösung zu suchen.

Ehrlich gesagt, war ich bei der Ankündigung von Fotos froh, dass dieser Wechsel kam, auch wenn „Fotos“ längst nicht alle Funktionen von Aperture oder Lightroom hat. Denn das alte System stammt aus einer Zeit, bei der man idealerweise nur einen Computer hat, auf dem die Bilder importiert, bearbeitet und veröffentlicht werden. Schon die zunehmende Anzahl von Fotos, die auf dem iPhone entstanden sind, hat mir Probleme gemacht, denn es war mir oft genug zu viel Arbeit (bzw. die Zeit war einfach nicht da), diese nach Aperture reinzuholen und dort äquivalent zu den DLSR-Fotos weiterzuverarbeiten. Noch schlimmer wurde es, als ein zweiter Mac dazukam, denn zwei Aperture-Installationen synchron zu halten, war eine ziemliche Bastelarbeit inklusive Terminal-Skripten. Das lief dann darauf hinaus, dass Fotoarbeiten nur noch an einem Mac gemacht wurden, obwohl ich bei der Nutzung des anderen vielleicht gerade dafür Zeit gehabt hätte. Und dann ist da noch das iPad, das ideale Gerät eigentlich, um in Ruhe auf dem Sofa mal ein paar Bilder auszusortieren. Oder einfach die Fotos mal anderen zu zeigen. Aber dazu müssen sie erstmal auf das iPad kommen.

Die eleganteste Lösung für diese Probleme ist eine zentrale Ablage in der Cloud und nicht auf einem einzelnen Gerät. Und wer kann sowas besser in alle Geräte integrieren als der Hersteller? Also habe ich mich gleich in der ersten Woche, als die Mac-App erschienen ist, an die Migration gemacht. Meine einzige Sorge war eigentlich, dass Apple den Cloud-Teil nicht richtig hinbekommt, denn dies ist traditionell nicht eine der Stärken des Unternehmens aus Cupertino. Aber aus der langen Beta-Phase, die ich intensiv verfolgt hatte, wusste ich, dass es keine technischen Probleme gibt. Blieb nur noch die Sorge, dass das System eventuell zusammenbricht, wenn sich bei Veröffentlichung Millionen von Kunden darauf stürzen, aber auch diese war unbegründet.

Fotos 1

Fotos für Mac

Nun liegen meine rund 7000 Fotos alle in der iCloud, es hat etwa 1-2 Tage gedauert, bis alle vier Geräte wirklich den gleichen Stand hatten. Die Aperture-Library wurde problemlos in „Fotos“ übernommen, inklusive aller Alben, intelligenten Alben und Ereignisse, die in Fotos-Alben umgewandelt wurden. Ich hatte vor dem Import die Struktur in Aperture etwas vereinfacht, was aber wohl gar nicht notwendig gewesen wäre. Pro Gerät kann man entscheiden, ob dort die Originale abgelegt werden sollen, oder – um Platz zu sparen – nur eine verkleinerte Version. Ich habe auf beiden Macs die Originale, so dass es nun inkl. iCloud jeweils drei Kopien eines Fotos gibt (und zusätzlich noch meine TimeMachine- und SuperDuper-Backups). Das ist – insbesondere was die iPhone-Fotos betrifft – wesentlich besser als vorher. Meinen Picturelife-Account habe ich daher nicht verlängert.

Fotos 2

Fotos für iPad

Nach einigen Wochen der Nutzung kann ich festhalten, dass dieses neue System sehr gut funktioniert. Meine Fotosammlung war noch nie in einem so guten Zustand wie jetzt. Es ist von unschätzbaren Wert, auf jedem Gerät die gleiche Ansicht auf die gesamte Fotosammlung zu haben, selbst auf dem iPhone habe ich jedes Foto dabei und kann ein ganz bestimmtes Bild mit Hilfe der Suchfunktionen in kürzester Zeit hervorzaubern. Es wird wirklich fast alles synchronisiert, bis auf die Druckprojekte wie Grußkarten oder Kalender und die intelligenten Alben auf iOS. D.h.,ich kann z.B. auf dem iPad nach Stichwörten wie „Möwe“ oder „Strand“ suchen, die ich auf einem der Macs vergeben habe, und finde sofort die passenden Bilder. Und ich kann ein Bild irgendwo bearbeiten – automatisch verbessern oder nur einen Ausschnitt nehmen oder einfach nur drehen oder begradigen – und die Änderungen werden quasi instantan auf allen Geräten nachgezogen. Ich muss mir auch keine Gedanken mehr machen, welche Fotos ich mit iTunes aufs iPad synchronisiere, um sie jemanden zu zeigen, sie sind einfach alle da.

Fotos 3

Fotos für iPhone

Abstriche gibt es allerdings für Aperture-Benutzer bei der Bildbearbeitung. Die Bearbeitungsfunktionen von „Fotos” sind zwar mächtiger als sie auf den ersten Blick erscheinen, kommen aber an Aperture nicht ran. Wem die Funktionen nicht reichen und trotzdem „Fotos“ nutzen möchte, sollte die Bilder idealerweise vorm Import mit einem anderen Programm bearbeiten. Das gilt auch für das Hinzufügen von GPS-Koordinaten, denn dies kann „Fotos“ zumindest noch nicht. Für mich überwiegen die genannten Vorteile, da ich in der Regel – schon aus Zeitgründen – in 99% der Fälle mit croppen, begradigen, verschlagworten und automatisch verbessern auskomme. Für iPhoto-Nutzer hingegen fällt mir kein Grund ein, nicht umzusteigen. Bedenken sollte man noch, dass die 5 GB Inklusiv-iCloud-Speicher in vielen Fällen nicht mehr reichen werden, wenn die Fotosammlung dazukommt. Ich musste auf den 200GB-Tarif umsteigen (4 EUR pro Monat), zahle aber im Endeffekt nicht mehr als für Picturelife und habe jetzt noch jede Menge freien Speicherplatz für mein iCloud-Drive.

Fotos 4

Bildbearbeitungsfunktionen bei Fotos für Mac

„Fotos“ bietet – wie auch unter iOS – eine Veröffentlichungsfunktion ins Web (iCloud-Fotofreigabe). Nicht so schick wie bei Ipernity, aber die Jahresgebühr dort könnte ich dann immerhin einsparen. Vielleicht werde ich dazu aber auch wieder Flickr nutzen, denn zumindest die Performance-Probleme auf iOS-Geräten scheinen mir inzwischen beseitigt zu sein, auch wenn mir das neue Design immer noch nicht zusagt. Mein Foto-Workflow bleibt also zumindest was diesen Teil betrifft in Bewegung.

Ich nutze „Fotos” übrigens nur für Fotos. Screenshots sammele ich in einem intelligenten Album und übernehme diese in meine Screenshotverwaltung „Ember“, über die ich bei Gelegenheit auch mal einen Artikel schreiben müsste. Auch diese synchronisiert über alle Geräte (via Dropbox) und bietet Screenshot-typische Bearbeitungsfunktionen wie das Zeichnen von Pfeilen, das Einfügen von Texten oder das Verpixeln von Bildausschnitten.

Frohe Weihnachten und guten Rutsch!

23 Dez 2012
23. Dezember 2012

Ich wünsche allen Lesern ein frohes, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Genau wie beim letzten Weihnachtsartikel möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf das vergangene Jahr – aus der Sicht eines Apple-Users und Computer-Geeks zurückzublicken.

Im ersten Jahr ohne Steve Jobs gab es reichlich neue Hardware: Gleich zwei iPad-Generationen, das iPad Mini, das iPhone 5, neue iPods, MacBooks, iMacs und Mac Minis. Die gesamte Hardware-Palette wurde mehr oder weniger aktualisiert. Abbekommen davon habe ich das iPad der dritten Generation (welches ein halbes Jahr später überraschend schnell aktualisiert wurde) und das iPhone 5. Für letzteres brauchte ich wegen der inzwischen hinlänglich bekannten Kratzer-Problematik zwei Anläufe. Positiv ist anzumerken, dass der Bezug über das Premierenticket der Telekom wie versprochen zu keinen Wartezeiten geführt hat, mein erstes iPhone kam einen Tag nach dem offiziellen Verkaufsstart bei mir an. Mit beiden Geräten bin ich sehr zufrieden, sie sind aus meinem Alltag nicht wegzudenken. Mein MacBook ist inzwischen recht alt, fühlt sich aber – SSD sei Dank – überhaupt nicht so an. Da ich bei 13 Zoll bleiben möchte stehen für eine Neuanschaffung das MacBook Pro, Air und Retina zur Auswahl und ich kann mich einfach nicht entscheiden, alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile (Gewicht, Aufrüstbarkeit, maximaler Speicherausbau, eingebaute SSD, …). Ich bin noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen.

IPad und iPhone

Auf der Software-Seite überraschte uns Apple im Februar – nur wenige Monate nach Lion – mit der Ankündigung von Mountain Lion. Und von nun an soll sogar jedes Jahr eine neue Version von OS X erscheinen, d.h., wir werden voraussichtlich schon in wenigen Wochen mehr über 10.9 erfahren (allerdings dürften Apple bald die Großkatzen ausgehen). Mountain Lion (hier meine ersten Eindrücke, hier ein Nachschlag) hat – zumindest bei mir – sein Versprechen erfüllt, iPhone, iPad und Mac näher zusammenzubringen, um Dinge, die auf einem System begonnen wurden, auf dem anderen fortzuführen. Dabei geht Apple allerdings nicht den Weg von Windows 8, wo sich Desktop und Tablet nahezu identisch präsentieren und auch dementsprechend bedient werden müssen, sondern führt die Dinge nur dort zusammen, wo es sinnvoll ist. Ein wichtiger Klebstoff hierbei ist die iCloud (oder Apples Internetdienste im allgemeinen), die noch vielseitiger und an manchen Tagen auch zuverlässiger werden muss. Im Vergleich zu 10.8 war iOS 6 eher ein kleineres Update, sieht man mal von den Karten und ihren sehr publik gewordenen Kinderkrankheiten ab. Dennoch sind viele kleine Dinge hinzugekommen, die ich täglich nutze und nicht mehr missen möchte, wie z.B. der Nachtmodus, geteilten Fotostreams und das Beantworten von Anrufen mit Nachrichten. Auch viele von Apples Applikationen wurden aktualisiert und an die neuen Möglichkeiten der Betriebssysteme angepasst.

Mountain Lion

Mit App.net erblickte dieses Jahr ein neuer Social-Media-Dienst das Licht der Welt, der zumindest das Potential hat, eine Twitter-Alternative zu sein. Und das ist auch gut so, denn Twitter entwickelt sich meiner Meinung nach in keine gute Richtung. Statt zunehmend auf Werbung angewiesen zu sein, hätte ich bezahlte Pro-Accounts für den besseren Weg gehalten. Ich fürchte, dass wir in 2013 Werbetweets in unsere Timelines bekommen werden, ähnlich wie wir das bei Facebook jetzt schon sehen. Es ist jedenfalls schön zu beobachten, wie schnell App.net technisch voranschreitet. Die 256 Zeichen, welche dort für Postings zur Verfügung stehen, sorgen zumindest in meiner Timeline für interessantere Diskussionen. Ich werde auf jeden Fall erstmal Mitglied bleiben.

2012 ist für mich auch das Jahr meines ersten E-Books. Ende November erschien mein Titel “Die inoffizielle deutsche Siri-Referenz“, ein Nachschlagewerk für jeden, der alle Möglichkeiten von Apples Sprachsteuerung nutzen möchte. Siri habe ich recht spät auf meinem iPad 3 mit iOS 6 kennengelernt und bin seitdem von diesem System recht begeistert. Inzwischen beantworte ich sogar unterwegs SMS-Nachrichten, ohne das Telefon dafür aus der Manteltasche zu holen. Fühlt sich irgendwie nach Zukunft an ;-).

Den Rostocker Mac-Stammtisch gibt es erfreulicherweise immer noch, auch wenn wir uns an dem einen oder anderen Termin über mehr Besucher gefreut hätten. Es ist einfach schön, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, um in gemütlicher Runde über alle möglichen Apple- und Gadgetthemen zu plaudern. Unser Stammtisch hat seit gestern eine eigene Webseite auf meiner Homepage. Dort sind schon alle Termine für 2013 zu sehen, denn wir gehen im nächsten Jahr zu einem festen Termin (jeden zweiten Mittwoch im Monat) über. Mit 19 Uhr haben wir die Startzeit etwas nach hinten verlegt, um allen, die länger arbeiten müssen, einen Besuch zu ermöglichen.

Nicht zuletzt hat dieses Blog im Spätsommer ein modernes neues Design bekommen, welches sich automatisch an kleinere Bildschirme – wie z.B dem iPhone – anpasst.

Nun schauen wir mal, was uns 2013 bringen wird. Ich melde mich Anfang Januar mit dem nächsten Artikel zurück und wünsche allen schöne Feiertage!

Artikelfoto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2012

Wegen der Sicherheit

09 Aug 2012
9. August 2012

Diese Woche sorgte die Geschichte eines Journalisten, dessen digitales Leben durch einen Hack weitgehend ausgelöscht wurde, für reichlich Schlagzeilen. Ich möchte hier nicht nochmal alle Einzelheiten zusammentragen, wobei die komplette Geschichte allerdings wirklich sehr lesenswert und hochinteressant ist. Die Kurzfassung ist, dass es den Angreifern gelang durch Recherchen und durch Eindringen in sein Amazon-Konto so viele Daten zusammenzutragen, dass der telefonische Apple-Support überzeugt werden konnte, ein neues iCloud-Kennwort herauszugeben – und zwar ohne die für solche Zwecke eigentlich vorhandene Sicherheitsfrage, die man bei der Erstellung einer Apple-ID konfiguriert, zu beantworten.

Das hatte weitreichende Folgen, denn über die entsprechenden iCloud-Funktionen wurden dann das Notebook, das iPhone und das iPad des betroffenen Journalisten aus der Ferne gelöscht. Der Schaden war um so größer, da es von dem MacBook kein Backup gab, obwohl es unwiderbringliche Daten wie z.B. Fotos von der Tochter enthielt. Ferner konnten über Kennwort-Rücksetzfunktionen von Online-Diensten weitere Benutzerkonten übernommen werden, viel schlimmer konnte es also nicht kommen.

Fernlöschen

Ich erwähne diese Geschichte hier, weil ich mich mit der Frage beschäftigen möchte, was wir tun können, um uns vor solchen oder ähnlichen Angriffen zu schützen. Natürlich trifft Apple hier ein Mitverschulden, was dazu geführt hat, dass die entsprechenden Prozeduren dort nun eingehend überprüft werden. Um so wichtiger ist es, selber Maßnahmen zu treffen. Hier meine Tipps:

  • Backups: Das ist die Vorkehrung, die hier den Schaden minimiert hätte. Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig Datensicherungen sind. Kein Betriebssystem macht einem das Sichern der Daten so einfach wie OS X mit seiner Time-Machine-Funktion. Wer das nicht nutzt, spielt mit seinen Daten. Idealerweise hat man mehrere Backups. Neben einem Time-Machine-Backup empfiehlt es sich, z.B. regelmäßig die Rechner-Festplatte zu klonen, bei mir hat sich hierfür das Programm SuperDuper! bewährt, es gibt natürlich auch andere Lösungen dafür. Um sich perfekt abzusichern, sollten nicht alle Backups am selben Ort wie der gesicherte Rechner lagern. Das schützt vor Diebstahl durch Einbruch oder Komplettverlusten durch Feuer und andere Katastrophen. Seit Mountain Lion unterstützt OS X Time-Machine-Backups auf mehreren Platten – ohne dass dazu jedesmal die Konfiguration geändert werden muss. Ideal, wenn man seinen Rechner sowieso an verschiedenen Orten nutzt, wie z.B. zu Hause und im Büro. Time-Machine-Backups können – genau wie die internen Platten eines Macs – sogar verschlüsselt werden, ein wichtiger Sicherheitsgewinn beim Diebstahl solcher Systeme. Durch die Nutzung eines Bilderdienstes – wie in meinem Fall Flickr – habe ich für meine Fotos eine weitere Sicherungsschicht. Alle Bilder werden dort in der Originalgröße gespeichert, wobei natürlich individuell festgelegt werden kann, ob und welche Aufnahmen öffentlich sichtbar sind.
  • Kennwörter: Kennwörter sollten lang und individuell sein, d.h., für jeden Dienst ein anderes Kennwort verwenden. Mit dem Programm 1Password, welches ich sehr empfehlen kann, existiert ein Werkzeug, mit dem sich diese Strategie sehr gut umsetzen läßt. Wir brauchen uns nur noch ein Kennwort zu merken (das 1Password-Masterkennwort), alle anderen können wir dem Tool entnehmen. Das spart auch eine Menge Zeit bei der täglichen Arbeit, da uns die Software künftig automatisch in Kennwort-geschützte Webseiten einloggen kann. 1Password sollte man nicht nur auf einem System haben, um im Falle eines Rechnerverlusts weiterhin Zugriff auf die Daten zu haben. Es gibt z.B. Versionen für iPhone und iPad, eine Synchronisation der Geräte ist über WLAN möglich.
  • iCloud: Das iCloud-Kennwort sollte besonders sicher sein, da mit diesem, wenn es in die falschen Hände gerät, wie wir gesehen haben, ein großer Schaden angerichtet werden kann. Antworten auf Sicherheitsfragen sollten nicht leicht rauszubekommen sein. Ich empfehle hier, nicht die wirkliche Antwort auf eine Frage zu hinterlegen, sondern auch zufälligen Text, der z.B. dann ebenfalls in 1Password eingetragen wird. Ob die Funktion zum Fernlöschen des Rechners überhaupt aktiviert werden sollte, muss man sich – insbesondere bei verschlüsselter Platte – gut überlegen.
  • E-Mail-Kennwörter: Auch diese sollten sehr sicher sein. Durch Übernahme eines E-Mail-Kontos kann der Zugang zu vielen anderen Diensten erlangt werden, da Kennwort-Resets in der Regel über E-Mails abgewickelt werden.
  • Updates: Ich empfehle Macs und iOS-Geräte, was die Software betrifft, auf dem aktuellen Stand zu halten, da Updates – insbesondere des Betriebssystems – in vielen Fällen Sicherheitslücken schließen.

Fotostream im Finder anzeigen

13 Apr 2012
13. April 2012

Fotostream ist ein Feature von Apples iCloud. Dieser Dienst stellt im wesentlichen in chronologischer Reihenfolge alle Fotos und Screenshots zusammen, die wir auf dem iPhone oder dem iPad aufgenommen haben. Der Umfang der Bilder, die Apple auf dieser Weise in der Wolke speichert ist sowohl zeitlich als auch von der Anzahl der Bilder begrenzt. Betrachtet werden kann der Fotostream auf dem iPhone, dem iPad (bei diesen beiden Geräten gibt es ein gesondertes Fotostream-Album), auf dem Apple TV, sogar auf Windows-Rechnern (hier landen die Bilder in einem Ordner) und natürlich auf dem Mac. Dort steht der Fotostream bisher ausschliesslich in den Foto-Apps “iPhoto” und “Aperture” zur Verfügung und zwar nur in einer von beiden (muss entsprechend konfiguriert werden). Die Darstellung wird auf allen Geräten synchron gehalten. Fotostream benötigt einen Mac mit 10.7.2 oder höher und iOS-Geräte ab iOS 5. Fotostream muss in den iCloud-Einstellungen aktiviert sein:

finderstream0

Auf diese Weise können wir z.B. auf dem iPhone ein Foto machen und es kurze Zeit später auf dem iPad oder dem Mac betrachten (nach meiner Erfahrung kann es ein kleines Weilchen dauern bis ein Foto auf dem Mac erscheint) – ohne weiteres Zutun. Heute soll es darum gehen, diese Bilder direkt im Finder des Mac anzuschauen. Technisch betrachtet landen die Aufnahmen in einem vergrabenen Ordner, den iPhoto und Aperture dann quasi anzapfen. Das wollen wir nun unmittelbar im Finder tun. Wenn wir mal schnell ein Bild aus dem Stream benötigen, kommen wir mit dieser Methode rasch ans Ziel.

Dazu gehen wir via Finder in den Ordner „Library/Application Support/iLifeAssetManagement/assets/sub“ unseres Benutzerverzeichnisses. Der Library-Ordner ist ab Lion standardmäßig versteckt, jedoch mit einem Alt-Klick auf das Gehe-zu-Menü des Finders erreichbar. Permanent sichtbar wird der Ordner wieder mit folgendem Terminal-Befehl:

chflags nohidden ~/Library/

Der Ordner enthält einen ganzen Haufen Verzeichnisse:

finderstream1

Nun lösen wir mit Cmd-F eine Suche im Finder aus:

finderstream2

Wir kümmern uns nicht um die Suchtexteingabe, sondern stellen „Durchsuchen“ von „Diesen Mac“ auf „sub“ um (in der grauen Leiste unterhalb der Toolbar). Direkt darunter stellen wir das Kriterium „Art“ auf „Bild“, das dann erscheinende dritte Auswahlfeld bleibt auf „Alle“.
Und schon sehen wir den Fotostream:

finderstream3

Um diese Schritte nicht immer wiederholen zu müssen, sichern wir das Ganze als intelligenten Ordner mit Hilfe des Buttons „Sichern“. Als Name bietet sich „Fotostream“ an, der Haken bei „Zur Seitenleiste hinzufügen“ sollte gesetzt bleiben:

finderstream4

Nun können wir den Fotostream direkt links in der Seitenleiste des Finders aufrufen.

Wer Lust hat, kann sich noch mit Hilfe der Darstellungsoptionen dieses Ordners (Kontextmenü) die Icons größer stellen:

finderstream4

Abschließender Hinweis: Wie bei allen internen Strukturen von OS X kann es passieren, dass sich der Speicherort mit einer neuen Version des Betriebsystems ändert.

Querverweis: Wer iCloud nicht nutzt, aber ein Dropbox-Konto hat, kann sich eine Art Fotostream mit dieser Methode basteln.



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Filesharing via iCloud

14 Jan 2012
14. Januar 2012

Vor zwei Monaten habe ich an dieser Stelle beschrieben, wie man den „Documents in the Cloud“-Teil von iCloud als eine Art iDisk-Ersatz verwenden kann. Die iDisk ist Bestandteil von MobileMe, dem Vorläufer-Dienst von iCloud, welcher zur Jahresmitte abgeschaltet wird. Da bei „Documents in the Cloud“ die Daten nicht nur in der „Wolke“, sondern auch auf dem Mac gespeichert werden (in einem Unterverzeichnis des Library-Ordners), gibt es auch deutliche Parallelen zur Dropbox. Allerdings erlauben sowohl iDisk als auch Dropbox die Freigabe einzelner Dateien für andere Benutzer. Das kann natürlich sehr nützlich sein. Erst nach Erscheinen meines o.g. Artikels habe ich herausgefunden, dass dieses auch in der iCloud möglich ist, darum soll es heute gehen.

icloudnachtrag1

Im o.g. Artikel wurde beschrieben, dass alle Dateien, die zu „Documents in the Cloud“ (deutsch: Dokumente & Daten) gehören, im Verzeichnis „Library/Mobile Documents“ wiedergefunden werden können und dass die iOS-App „GoodReader“ Dateien, die wir dorthin befördern, aus der iCloud laden kann und umgekehrt dort auch Daten via iCloud ablegen kann. Somit ist jede Datei aus dem dortigen GoodReader-Unterverzeichnis unseres Macs auch auf iPhone und iPad verfügbar und kann dort mit geeigneten Apps bearbeitet werden. Die noch fehlende Freigabefunktion steckt ebenfalls in GoodReader.

Dazu gehen wir in das gewünschte iCloud-Unterverzeichnis unseres GoodReaders. In diesem Beispiel möchte ich mit der iPhone-Version die Bilddatei „weihnachtsmarkt-rostock-2011.jpg“ im Verzeichnis iCloud/Bilder freigeben:

icloudnachtrag1

Dazu tappen wir oben rechts auf den Knopf „Actions“ und anschließend auf den Kreis links neben der Bilddatei:

icloudnachtrag2

Sie ist nun grün markiert. Unten stehen jetzt viele Aktionen, die mit der Auswahl möglich sind. Die Freigabe finden wir aber erst auf der dritten Seite, zu der wir gelangen, wenn wir zweimal auf den Doppelpfeil nach rechts („>>“) tappen. Der Button unserer Begierde ist mit „Publish“ beschriftet:

icloudnachtrag3

Er veröffentlicht das Bild in iCloud und führt uns gleichzeitig zu einer E-Mail, mit der wir diesen Download-Link verbreiten können. Der Link ist vierzehn Tage gültig. Eine Möglichkeit, diese Frist zu ändern, habe ich nicht gefunden.

icloudnachtrag4

Im Browser führt der Download-Link zu einer Seite auf icloud.com, mit der unser Bild von jedem, der den Link kennt, heruntergeladen werden kann:

icloudnachtrag2

Was bedeutet das ganz allgemein? Nun, jede App, die „Documents in the Cloud“ verwendet, hat offensichtlich die Möglichkeit, auch Dateifreigaben für ihre Dokumente zu erstellen. Das scheint bisher kaum bekannt zu sein, auch nicht bei den Entwicklern, zumindest habe ich es bisher nur bei GoodReader gesehen. Bleibt zu hoffen, dass weitere Entwickler von dieser spannenden Funktion Gebrauch machen werden, welche die iCloud ein ganzes Stückchen näher an iDisk und Dropbox heranrückt.



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