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Erste Eindrücke von den AirPods

21 Dez 2016
21. Dezember 2016

Seit gestern habe ich sie, meine neuen AirPods von Apple. Da ich gut vernetzt bin, habe ich auf Twitter glücklicherweise rechtzeitig vom Bestellstart erfahren, derzeit müsste man wohl bis Februar warten, es sei denn, man erwischt welche im Einzelhandel. Der ganze „product launch“ der AirPods ist sehr unglücklich verlaufen, mit dem Wegfall des Klinkenanschlusses am iPhone 7 hätten sie IMHO definitiv zum iPhone-Release im September auf den Markt kommen müssen. Man kann nicht die große Kabellosigkeit verkündigen und dann nicht liefern – da ist sicherlich gewaltig was schief gelaufen in Cupertino.

Airpods-Schachtel

24 Stunden reichen natürlich nicht für ein ausführliches Review aus, daher möchte mich sinnvollerweise auf ein paar erste Eindrücke beschränken. Die AirPods sind meine ersten drahtlosen Kopfhörer, vorher hatte ich nur einige Male diese Bluetooth-Dinger für ein Ohr zum Telefonieren probiert, bin damit aber nie wirklich glücklich geworden. Meine Standard-Kopfhörer waren immer die mitgelieferten EarPods, die für mich unterwegs (für zu Hause habe ich noch gute Kopfhörer von KEF) OK genug waren. Die 3-Tasten-Bedienung war recht praktisch, nur das Kabel hat immer genervt, ich habe es mindestens einmal pro Tag entknoten müssen. Die AirPods sind somit eine gute Gelegenheit, den Start in die drahtlose Welt zu probieren.

Aufbewahrungsbox

Eine praktische Sache. So haben die Airpods einen festen Platz, wenn sie nicht im Ohr sind und laden gleichzeitig noch so lange, bis die Box selber keinen Strom mehr hat. Die Kunststoffbox ist ca, 5 x 4 x 1 cm – klein genug, um in jede Hosen- oder Jackentasche zu passen – groß genug, um nicht verloren zu gehen. Sie wiegt leer 38 Gramm und hat unten einen Lightning-Anschluß zum Aufladen. Ein USB-zu-Lightning-Kabel wird mitgeliefert. Da ich mittlerweile viele Geräte habe, die per Lightning geladen werden, habe ich mir inzwischen zahlreiche Lademöglichkeiten geschaffen, kein Problem also. Öffnet man den magnetisch verschlossenen Deckel, kommen die beiden AirPods zum Vorscheinen. Sie werden ebenfalls magnetisch in der Hülle gehalten, so dass sie nicht versehentlich rausfallen können. Mit dem Öffnen des Deckels zeigt das iPhone automatisch den Akkustand von Box und AirPods an (bzw. einen Kopplungsdialog beim allerersten Mal). Durch ihre abgerundeten Ecken fühlt sich die Box recht gut an. Vorder- und Rückseite kann man durch silberfarbene Scharnier auf der Rückseite gut unterscheiden. Eine LED in der Box, die in verschiedenen Farben leuchten kann, signalisiert den Ladezustand der AirPods oder der Box, wenn die AirPods außerhalb sind.

AirPods

Die AirPods sehen ziemlich genau so aus wie EarPods ohne Kabel, sind nur ein klein wenig schwerer (ist ja mehr Technik drin, ein AirPod wiegt rund vier Gramm) und das Röhrchen ist etwas dicker und vielleicht einen halben Zentimeter länger. Wem die EarPods gut passen, sollte mit AirPods keine Probleme haben. Durch wildes Kopfschütteln oder wahlloses Hin- und Herspringen ist es mir nicht gelungen, die AirPods zu verlieren. Beruhigend. Ich denke, die alten EarPods fallen vorwiegend durch Kabelzug aus dem Ohr, das entfällt hier natürlich. Obwohl sie nicht durch ein Kabel verbunden sind, ist die Wiedergabe auf beiden AirPods nach meiner bisherigen Erfahrung absolut synchron.

Kopplung

Könnte einfacher nicht sein. Man öffnet die Box und auf dem iPhone erscheint ein Dialog mit Kopplungsknopf. Antippen und gut ist. Gleichzeitig werden die AirPods allen Apple-Geräten, die denselben iCloud-Account benutzen, bekannt gemacht, so dass sie beim Mac z.B. im Bluetooth-Menü erscheinen. Zweifellos ein Vorteil des Apfel-Ökosystems.

AirPods-Kopplung

Bedienung/Steuerung

Hier scheiden sich die Geister sicherlich, denn es gibt keinerlei Knöpfe auf den AirPods. Nimmt man einen AirPod aus dem Ohr pausiert die Wiedergabe, sie wird automatisch fortgesetzt, wenn man ihn zurück ins Ohr setzt. Die restliche Steuerung kann über Siri erledigt werden. Die Aktivierung erfolgt durch doppeltes Antippen eines AirPods. Apples Sprachsteuerung kennt natürlich Befehle für die Lautstärke, Titelauswahl, Titelnavigation, Wiedergabelisten, Suche nach Titeln usw. Wer sich hier nicht so gut auskennt, dem möchte ich an dieser Stelle meine umfassende Siri-Referenz empfehlen ;-). Allerdings setzt Siri eine Online-Verbindung voraus und nicht jeder redet in der Öffentlichkeit gerne mit seinen Geräten. Ich fand die eingangs erwähnte 3-Tasten-Bedienung der EarPods durchaus praktisch und man kann hier sicherlich einen Rückschritt sehen. Allerdings besitze ich eine Apple Watch, die das fehlende Bedienteil weitgehend wieder wettmacht. Die eingebaute App „aktueller Titel“, die bei mir im Dock liegt, kann Start/Stopp, Vor- und Rücksprünge sowie den aktuellen Titel anzeigen. Außerdem kann man durch Drehung an der Krone die Lautstärke ändern. Ich muss sagen, ohne die Watch wäre mir die Entscheidung für die AirPods deutlich schwerer gefallen.

Watch-App „aktueller Titel“

Klangqualität

Der Klang gefällt mir. Ich würde sagen, er ist besser als bei den mitgelieferten EarPods. Audiophile werden allerdings wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Die Qualität wird nicht spürbar schlechter, wenn ich mich ohne iPhone zum anderen Ende des Raums begebe.

Batterielaufzeit

Hier kann ich aufgrund der Kürze der Zeit noch keine Angaben machen. Apple hat fünf Stunden genannt, ich habe nach über zwei Stunden Musik hören (in gehobener Lautstärke) etwa 33% Akku verbraucht, das könnte also ganz gut hinkommen. Der aktuelle Ladestand kann während der Benutzung auf dem Batterie-Widget von Apple angezeigt werden, außerdem ist eine Abfrage per Siri möglich:

„Wieviel Akku haben die AirPods?“

Batterie-Widget

Fazit

Summiert man die oben genannten Punkte, fällt mein Fazit positiv aus. Ich geniesse die absolut kabellose Freiheit beim Hören von Musik und Podcasts. Man merkt kaum, dass man etwas in den Ohren hat. Abstriche gibt es bei der Steuerung, ohne Apple Watch muss man sich natürlich überlegen, worauf man sich da einläßt.

Mein Saugroboter

20 Mrz 2016
20. März 2016

Ich muss gestehen, dass ich seit über einem Jahr in meiner Wohnung keinen Staub mehr gesaugt habe! Das hat aber nichts mit einem plötzlichen Hang zum Schmutz zu tun, sondern liegt daran, dass dies seit Dezember 2014 ein Roboter für mich erledigt. Ich habe bewusst so lange mit diesem Artikel gewartet, um Langzeiterfahrungen zu sammeln und wirklich eine fundierte Empfehlung auszusprechen. Denn gerade in diesem Marktsegment kann etwas, was zwei bis drei Wochen gut funktioniert, schon nach zwei Monaten im Desaster enden.

Vor der Anschaffung habe ich mich länger mit der Thematik befasst, viele Testberichte, Rezensionen und Foren gelesen und für mich folgende Kriterien aufgestellt:

  • Lithium-Akku, der Akku soll keinen Memory-Effekt haben und ein Weilchen halten
  • selbstständiges Reinigen der Wohnung bei Abwesenheit an festgelegten Wochentagen (nicht täglich, das wäre zu oft)
  • systematische Reinigung (nicht nach dem Zufallsprinzip)
  • zuverlässiges Wiederfinden der Basisstation
  • möglichst hohe Reinigungsleistung
  • Absperrmöglichkeit für Bereiche, die nicht befahren werden sollen (z.B. weil dort viele Kabel liegen)

Am Ende meiner Recherchen lief alles auf einen Vorwerk-Roboter hinaus, obwohl diese recht teuer sind. Zwei Modelle standen hier zur Auswahl, der ältere VR-100 oder der damals sehr neue VR-200. Aktuell scheint es nur noch den VR-200 zu geben. Der VR-200 weißt eine Reihe von Verbesserungen auf, wie z.B. eine Fernbedienung, eine etwas geringere Höhe, Software-Updates per USB-Stick und eine Absaugmöglichkeit direkt per konventionellem Staubsauger. Da es zum Zeitpunkt der Anschaffung kaum Tests oder Erfahrungen zum VR-200 gab, habe ich zum VR-100 gegriffen, der immerhin 150 EUR günstiger war.

Dieser reinigt nun seit 15 Monaten wöchentlich zuverlässig meine Wohnung, obwohl diese recht verwinkelt ist und es sicherlich viel einfachere Zuschnitte gibt. Dabei geht er in der Tat systematisch vor und unterteilt die Wohnung in zwei Hälften, von denen zuerst die eine und dann die andere gesaugt wird. Innerhalb einer Hälfte fährt er zunächst mit seinem rechten Rand an der Wand/an den Möbeln entlang und reinigt anschließend den Innenteil. Der integrierte Laserturm erkennt die meisten Hindernisse, ab und zu kommt es zu sanften Zusammenstößen, wobei ich aber noch nie Beschädigungen festgestellt habe. Durch seine praktische D-Form kommt er gut in Ecken (warum sind die meisten Saugroboter eigentlich rund?) Innerhalb der gesamten Zeitperiode kann ich mich nur an eine Reinigung erinnern, wo die Basisstation nicht wiedergefunden wurde. Darüberhinaus ist es vielleicht 4-5 mal vorgekommen, dass er sich festgefahren hat. Insgesamt also eine sehr solide Leistung, mit der ich überaus zufrieden bin.

Bereiche, die nicht befahren werden sollen, können mit Magnetband abgesperrt werden, wovon eine Rolle mitgeliefert wird, weitere können bei Bedarf nachgekauft werden.

Magnetband

Magnetband zum Abgrenzen gesperrter Bereiche

Der Akku macht bisher keinerlei Probleme. Ein Wechsel der austauschbaren Bürsten erschien mir bisher nicht notwendig. Der Staubbehälter ist nach einer Reinigung etwa zu einem Drittel voll, was mehr ist, als ich eigentlich an Staub erwartet hätte.

Staubbehälter

Staubbehälter nach einer Reinigung

Alles in allem kann ich Vorwerk-Saugroboter somit empfehlen, auch wenn der Preis recht hoch ist. Im Gegenzug erhält man aber auch einen zuverlässigen Helfer bei der Hausarbeit. Die eingesparte Zeit kann nun anderweitig genutzt werden. 2015 ist der VR-200 übrigens Testsieger bei einem Vergleich der Stiftung Warentest geworden. Mein Roboter erfüllt alle eingangs aufgestellten Kriterien, wobei ich die Praxis die Programmierfunktion kaum nutze. Er saugt in der Regel sonnabends, während ich mich anderweitiger Hausarbeit beschäftigt bin.

Postmelder

11 Jan 2016
11. Januar 2016

Heute möchte ich ein Gadget vorstellen, welches sich seit etlichen Monaten auf meinem Schreibtisch befindet und für nützlich befunden wurde. Es klärt die leidige Frage, ob sich der Weg zum häuslichen Briefkasten draußen lohnt oder ob dieser definitiv leer ist – ein elektronischer Postmelder. Er besteht aus zwei Teilen, einem Sender und einem Empfänger. Der Sender ist eine flache schwarze Leiste und wird von innen an die Klappe der Briefkastens geklebt. Er erkennt, ob die Klappe geöffnet wurde (und somit etwas eingeworfen wurde), weil er über einen Bewegungssensor verfügt. Das Kieselstein-förmige Gegenstück (s. Artikelfoto), der Empfänger, wird im Haus bzw. in der Wohnung platziert. Die grüne Lampe in Briefform blinkt, sobald der Bewegungssensor ausgelöst wurde. Durch Eindrücken dieser Lampe wird sie ausgeschaltet und die Alarmierung somit gelöscht.

Praktische Sache das. Die Batterien in beiden Komponenten scheinen langlebig zu sein, jedenfalls musste ich sie bis jetzt nicht wechseln. Auch die Sendeleistung ist ausreichend, da sich in meinem Fall zwischen Sender und Empfänger zwei Stockwerke befinden. Wenn man den Empfänger im Blickfeld einer Raumüberwachungskamera platzieren würde, könnte man sogar aus der Ferne feststellen, ob Post eingetroffen ist.

Der Postmelder ist für rund 30 Euro z.B. bei Amazon erhältlich.

Frohe Weihnachten und guten Rutsch

24 Dez 2015
24. Dezember 2015

Titelfoto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2015 (aufgenommen aus dem Riesenrad)

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Traditionell nutze ich diesen letzten Beitrag im Jahr dazu, ein wenig auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken, ein Stück weit natürlich mit der Brille eines Apple-Nutzers. Leider sind es diesmal nicht ganz so viele Blog-Beiträge geworden, was ich zu entschuldigen bitte, aber so ist das nunmal, wenn man sowohl beruflich als auch privat viele Projekte am laufen hat. Ich kann daher freilich auch nicht vorhersagen, ob es nächstes Jahr mehr werden.

Von der Apple-Hardwareseite betrachtet gab es für mich die Watch (meine erste Smartwatch) und ein neues Apple TV. Das iPhone 6s wird übersprungen (2-Jahresvertragsproblem) und ein neues 10-Zoll-iPad wurde nicht vorgestellt. Das iPad Pro macht zwar einen sehr guten Eindruck auf mich, ich finde es aber ebenso wie die „Plus-iPhones“ ein klein wenig zu groß. Der Stift scheint mir allerdings sehr gelungen, alle bisherigen iPad-Stifte haben mich leider nicht wirklich überzeugt. Das neue MacBook finde ich auch sehr elegant, wenn ich ein richtiger „Roadworker“ wäre, würde ich mein MacBook Pro sehr wahrscheinlich dagegen eintauschen.

Die Apple-Watch ist schnell zu einer festen Größe in meinem Alltag geworden. Allein die absolut unauffälligen Benachrichtigungen (ich habe mittlerweile eine gute Balance gefunden, welche ich zur Uhr durchlasse), von denen niemand außer mir etwas mitbekommt (Ton ist deaktiviert) sind für mich kaum wegdenkbar. Während Nutzer ohne Uhr noch ihr Telefon aus der Tasche ziehen, habe ich die jeweilige Benachrichtigung schon längst gelesen. Die Watch hat für mich ein ganz anderes Nutzungsschema als die übrigen Geräte, es sind die kurzen Aktionen, die schnelle Informationsaufnahme und die kleinen Interaktionen statt eine längere Beschäftigung am Stück. Wichtig sind für mich u.a. auch die Fitness-Funktionen, die Pulsmessung, die Anzeige des nächsten Termins direkt im Ziffernblatt (hat mich schon vor der ein oder anderen Peinlichkeit bewahrt) oder schlicht und einfach das schnelle Ablesen der Uhrzeit. Watch-Apps nutze ich allerdings weniger als ich dachte, der App Store ist diesbezüglich leider auch etwas unübersichtlich. Dennoch zwei Empfehlungen von Apps an dieser Stelle, welche die Vorteile des Geräts zu nutzen wissen: Runtastic Pro (App-Store-Link) hat auf der Uhr den großen Vorteil, dass man viel schneller die Gesamtkilometer ablesen kann als auf dem Telefon, indem man einfach nur auf die Uhr schaut, sie dient dabei zusätzlich noch als Pulsmesser für Runtastic. Just Press Record (App-Store-Link) ermöglicht die unkomplizierte Aufnahme von Sprachnotizen direkt über das Mikrofon der Uhr. Diese können dann auf dem iPhone oder auf dem Mac (Aufnahmen liegen auf dem iCloud-Drive) weiterverarbeitet oder geteilt werden. Seit kurzem nutze ich die Uhr auch zur Beleuchtungssteuerung via Siri und HomeKit, was mir große Freude bereitet. Alles in allem daher eine Anschaffung, die ich in keinster Weise bereue. Letzteres gilt auch für das Apple TV, über das ich erst kürzlich wieder berichtet habe.

Software-seitig waren die großen Updates dieses Jahr iOS 9 und OS X 10.11. Ich finde es gut, dass sich Apple mehr auf die Stabilität der Systeme als auf neue Funktionen konzentriert hat (Stichwort „Snow-Leopard-Releases“), allerdings empfand ich die ersten iOS-9-Versionen doch noch etwas buggy, insbesondere bei den App Stores sehe ich zum Teil heute noch noch viel Verbesserungsbedarf. Die neue Notiz-App kann man aber als gelungen bezeichnen. Ich nutze sie inzwischen für Notizen, die sich häufig ändern, und für kurzzeitige Aufzeichnungen, während der ganze Rest, also die eher statischen Dinge, in Evernote landen und verbleiben. Das Highlight war für mich allerdings die neue Fotos-App auf OS X. Endlich habe ich von allen Geräten dieselbe Sicht auf meine Aufnahmen und es ist egal, wo ich ein Foto hinzufüge oder bearbeite. Durch die Erweiterungen aus dem App Store (seit OS X 10.11 möglich) hat die Fotos-App IMHO iPhoto vom Funktionsumfang her überholt und steuert langsam in Richtung Aperture, auch wenn da natürlich noch vieles fehlt.

Natürlich ist in meinem Haushalt auch wieder das ein oder andere Gadget dazugekommen, über das ich auch gerne mal berichten würde, wie z.B. die Netatmo-Wetterstation oder eine Logitech-Harmony-Universalfernbedienung. Alle Lampen sind inzwischen auf LED umgestellt (in den allermeisten Fällen Philips Hue), was den Stromverbrauch spürbar gesenkt hat. Viel Zeit ist in mein Bilderrahmen-Projekt geflossen, ausführlich nachzulesen in meinem vorherigen Artikel.

Ich bin schon gespannt, was das kommende Jahr so bringen wird!

Apple TV der 4. Generation

08 Nov 2015
8. November 2015

Schon recht lange bin ich Nutzer des Apple TV, einer kleinen schwarzen HDMI-fähigen Box, die per WLAN oder Ethernet das Apple-Ökosystem auf den großen Bildschirm bringt. Meine Hauptanwendungsgebiete waren Airplay, also den Bildschirm des iPhones, iPads oder Macs quasi drahtlos auf den Fernseher umleiten, und das Schauen von Filmen oder Serien (aus iTunes, Netflix oder gespeist vom iTunes meines Macs). DVDs kauf ich schon länger nicht mehr, Blu-ray habe ich übersprungen und was gekauft wird, wird digital bei iTunes erworben, was den Vorteil hat, dass ich diese Filme und Serien dann auch auf den iOS-Geräten via WLAN-Download/Streaming aus der iCloud schauen kann. Daher habe ich das Erscheinen des neuen Apple TV mit Spannung erwartet, schließlich stehen mit den Apps von Drittanbietern nun völlig neue Nutzungsmöglichkeiten offen. Sogar mein geliebtes Siri-Feature ist nun mit an Bord, daher habe ich das Gerät gleich am ersten Vorbestelltag geordert und habe es nun eine knappe Woche, Zeit also für ein erstes Zwischenfazit.

Ich habe mich für die größere 64 GB-Variante (es gibt auch eine Version mit 32 GB) entschieden, allerdings hauptsächlich deshalb, weil Apple recht wenig Anhaltspunkte dafür liefert, wieviel Speicher man in denn der Praxis so braucht. Außerdem habe ich auf iOS-Geräten tendenziell immer zu wenig Speicher gehabt, mit Ausnahme des 128 GB fassenden iPhones. An Zubehör besitze ich noch die Schlaufe für die Fernbedienung sowie den Nimbus-Controller von steelseries.

Apple TV 1

Apple TV 2

Apple TV 3

Unboxing-Zeremonie: zum Lieferumfang gehören das Apple TV selbst, ein Stromkabel, ein Lightning-Kabel (zum Laden der Fernbedienung), die Siri-Remote sowie eine Kurzanleitung

Nach der traditionellen Unboxing-Zeremonie muss das Gerät erstmal angeschlossen werden. Für mich gab es hier keine Unterschiede zur vorherigen Generation, Nutzer des optischen Ausgangs müssen sich allerdings etwas einfallen lassen, denn dieser ist weggefallen, genutzt hatte ich ihn allerdings sowieso nicht. Die Inbetriebnahme beginnt einfach, denn WLAN- und Account-Daten können eleganterweise direkt vom iPhone, welches man dazu in die Nähe des Apple TV halten soll, übernommen werden. Dann hat der Setup-Assistent aber noch viel zu viele Daten und Passwörter abgefragt, die man mit der Bildschirmtastatur nur mühselig eingeben kann, obwohl sie auch auf dem iPhone vorliegen sollten. An dieser Stelle sehe ich einiges an Verbesserungspotential.

Hat man diese Hürde aber erstmal genommen, macht das vierte Apple-TV viel Freude. Ich möchte hier kein komplettes Review verfassen, die gibt es im Internet zuhauf, sondern auf die Punkte eingehen, die mir besonders aufgefallen sind, sei es positiv oder negativ. Leider gibt es im Gegensatz zu anderen Geräten keine einfache Möglichkeit Screenshots zu erstellen, so dass die Bebilderung dieses Artikels in dieser Hinsicht sparsamer ist als sonst. Auf geht’s:

  • Verpackung und Inhalt machen – wie eigentlich immer bei Apple – einen wertigen Eindruck, das Gerät ist deutlich dicker als sein Vorgänger, was da, wo es bei mir steht, allerdings keine Probleme verursacht.
  • Siri ist schnell und hilfreich. Ein „10 Minuten vorspulen“ ist als Sprachbefehl viel schneller als die gleiche Aktion in händisch per Fernbedienung. Siri dürfte gerne noch umfangreicher sein, Musik (immerhin angekündigt) und diktierter Text wären nur zwei Beispiele. Schön wäre auch, wenn die Filmsuche per Siri das Filmangebot auf meinem Mac zusätzlich berücksichtigen würde.
  • Apropos Fernbedienung, meine Logitech Harmony steuert auch das neue Apple TV (ohne dass ich ein neues Gerät einrichten musste).
  • Das User-Interface ist modern, ansprechend und schnell, Filme starten sehr zügig.
  • Allein die Bildschirmschoner sind beeindruckend.
  • Die neue einzeilige Bildschirmtastatur finde ich nicht so schlimm, wie mancherorts behauptet wird, im Gegenteil.
  • Apps sind ein echter Mehrwert und haben das Potential, mittelfristig klassische Fernsehkanäle zu ersetzen, so dass man das oft grottige UI des Fernsehers selbst irgendwann nicht mehr benötigen wird.
  • Das Fehlen einer Remote-App sowie einer Bluetooth-Tastaturunterstützung ist nicht nachvollziehbar.
  • Ähnliches gilt für die Podcasts-App von Apple, Fernseher sind wie gemacht für Video-Podcasts und Cupertino hat sich immerhin ziemlich viel Vorlauf gegönnt.
  • Warum die Fotos-App nicht alle Fotos anzeigen kann, ist mir ebenso ein Rätsel und keine Verbesserung zum Vorgängermodell. Immerhin geht das, wenn man auf einen Mac im Netz zugreift.

Das App-Angebot ist noch recht dünn, was aber normal ist bei einer neuen Plattform, und dürfte derzeit so zwischen 500 und 1000 liegen. Ich habe etwa 30 davon installiert, die man grob in Fernsehen (Netflix, Arte, ZDF, Mediatheksuche, Live-TV, n-tv, …), Spiele (Alto, Asphalt, Badlands, Bowling, Crossy Roads, Cueist, Does not Commute, …) und Infotainment (Youtube, Bits und so, Flickr, TWIT, Cinepass, Kitchen Stories, Podcasts by myTuner, …) unterteilen kann. Natürlich darf auch eine App, die ein schönes Kaminfeuer auf den Bildschirm zaubert, in der kalten Jahreszeit nicht fehlen. In der letztgenannten Kategorie, also Infotainment, ist das Apple TV natürlich vor allem für Apps prädestiniert, die in irgendeiner Form Videos oder Bilder wiedergeben. Bei den Spielen habe ich schon einige gefunden, wie „Cueist“ oder „Does not Commute“, die ich mit dem Game-Controller besser spielen kann als mit der Siri-Remote.

App Store auf dem Apple TV

App Store auf dem Apple TV

Abschließend noch ein paar Tipps und Tricks, die für neue Nutzer nicht so offensichtlich sind:

  • Tippt man in der Bildschirmtastatur länger auf eine  Buchstaben stehen der entsprechende Grossbuchstabe sowie Sonderzeichen, die auf dem jeweiligen Buchstaben basieren, zur Verfügung.
  • Mit dem Play-Pause-Button kann auf der Bildschirmtastatur zwischen Gross- und Kleinschreibung umgeschaltet werden.
  • Doppelklick auf dem Home-Button startet den App-Umschalter, der genauso funktioniert wie unter iOS.
  • Ein dreifacher Klick auf den Home-Button bietet Schnellzugriff auf Voice-Over.

Mit zunehmenden App-Angebot dürfte das, was sich auf den übrigen Kanälen meines Fernsehers so abspielt, immer unwichtiger werden, so dass man letztendlich zumindest mittelfristig darauf verzichten kann. Das erhoffe ich mir vom Apple TV und das ist wohl auch Apples Vision, wenn sie sagen, dass Apps die Zukunft des Fernsehens sind. Insgesamt bin ich recht angetan von dem Gerät.

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