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Aktueller Stand meines Smart Homes

19 Mrz 2017
19. März 2017

Im Laufe der letzten zwei bis drei Jahre hat sich hier einiges an Smart-Home-Technik angesammelt, so dass ich heute mal einen entsprechenden Überblick geben möchte. Ausnehmen will ich hierbei aus Gründen ausdrücklich die sicherheitstechnischen Einrichtungen, die den Einbruchsschutz betreffen. Obwohl ich ja Apple-Fan bin, spielt Apples HomeKit bei mir, wie der Artikel zeigen wird, nur eine untergeordnete Rolle. Das liegt zum einen daran, dass viele meiner Geräte nicht HomeKit-fähig sind und dass die Spracherkennung meines Echos (s.u.) wirklich hervorragend funktioniert.

IFTTT

In diesem Artikel wird öfter von „IFTTT“ die Rede sein, was ist das eigentlich? IFTTT ist die Abkürzung für „if this than that“ („wenn dies, dann das“) und steht für einen Internetdienst, der andere Internetdienste (Twitter, Facebook, Instagram, E-Mail, RSS, Dropbox…) oder Internet-fähige Geräte (Amazon Echo, Netatmo, Logitech Harmony, Philips Hue, diverse Smart-Home-Systeme, …) miteinander verbindet. Ein einzelner Dienst kann dabei sowohl die Bedingung sein als auch die Aktion ausführen, letztendlich ist es dem Hersteller bzw. Anbieter überlassen, was im einzelnen implementiert wird. Da inzwischen viele teilnehmen, sind die Verknüpfungsmöglichkeiten enorm und im wesentlichen der Fantasie des Users überlassen. Allgemeine Beispiele:

  • wenn ich auf Twitter erwähnt werde, Küchenlampe einschalten
  • wenn ich auf Instagram ein Foto poste, poste es auch auf Facebook
  • wenn die Temperatur im Raum 18 Grad unterschreitet, schalte die Heizung an
  • wenn ich auf dem Amazon Echo etwas zur Einkaufsliste hinzufüge, schicke meiner Frau eine E-Mail mit dem Artikel
Kurz zusammengefasst, IFTTT ist ein wichtiges Tool, um das Internet zu automatisieren. Solche Automatisierungen spielen natürlich auch im Smart-Home-Bereich eine Rolle. Nun aber zu den einzelnen Komponenten meines Smart Homes:

Postmelder

Das Smart Home beginnt schon draußen am Briefkasten. Meinen Postmelder, der mir anzeigt, dass etwas in den Briefkasten geworfen wurde, habe ich bereits in einem früheren Artikel vorgestellt.

Lampen

Damit hat eigentlich alles angefangen. Inzwischen ist die gesamte Wohnung mit Philips-Hue-Lampen ausgestattet, es findet sich sowohl die E27- als auch die GU10-Variante. Dazu kommen noch vier Hue-Bloom-Strahler, die verschiedene Wandflächen in bestimmte Farben tauchen können. Ich genieße es immer noch sehr, abends auf dem Sofa zu sitzen und jeden Raum in einer anderen Farbe leuchten zu sehen. Für mich ist das irgendwie entspannend. Lediglich im Badezimmer werkeln normale LED-Birnen, da das Hue-System in feuchten Räumen nicht empfohlen wird.

Hue-Stimmung

Abendstimmung mit Philips Hue

Lichtschalter

Bei smarten Glühbirnen sind ja die klassischen Lichtschalter immer eingeschaltet. Meistens steuere ich die Beleuchtung per Sprache (dazu später mehr), es gibt aber auch ein paar schlaue Schalter. Derzeit habe ich drei Varianten davon im Einsatz. Der Hue-Tap ist ein Puck-förmiges Gerät, welches aus vier Schaltern besteht (drei kleine und der Rest ist ein großer), die entsprechend mit vier Szenen belegt werden können. Man kann den Tap einfach auf einen Tisch legen oder an der Wand befestigen.

Hue Tap

Hue Tap

Das Hue-Dimmer-Kit ist ein Schalter, der zum an die Wand kleben oder schrauben gedacht ist, dessen Mittelteil mit den Knöpfen man aber auch herausnehmen kann. Er hat vier Knöpfe: „ein“, „aus“, „heller“ und „dunkler“. Ich nutze ihn, um die Beleuchtung im Wohnzimmer zu steuern. Sowohl Tap als auch Dimmer-Kit sprechen direkt mit der Hue-Bridge.

Hue-Dimmer

Hue-Dimmer über einem klassischen Lichtschalter

Kürzlich habe ich auch noch Pop-Schalter von Logitech erworben. Diese sind zum Aufkleben an Wände oder Möbel gedacht und können dreifach belegt werden (Klick, Doppelklick und lange drücken), wobei jeweils noch festgelegt werden kann, dass eine Aktion ein- und anschließend wieder ausschaltet. Die Schalter benötigen eine eigene Bridge und können u.a. mit Philips Hue, SmartThings (s.u.) und IFTTT sprechen. Es gibt ein Starter-Kit mit Bridge und zwei Schaltern sowie einzelne Schalter in verschiedenen Farben zu kaufen. Dank der SmartThings- und IFTTT-Integration kann man mit den Pop-Schaltern viel mehr machen, als nur Licht steuern: Geräte ein- und ausschalten, „Guten Morgen“ twittern, Dinge auf die Einkaufsliste setzen und vieles mehr. Nur der Einzelpreis von rund 40 EUR ist da ein wenig hemmend.

Logitech Pop

Logitech-Pop-Schalter (links) neben klassischem Lichtschalter (rechts)

Logitech Harmony

Logitech-Harmony ist eine Art Universalfernbedienung, die über einen Hub Tausende von Geräten per Infrarot, WLAN oder Bluetooth fernsteuern kann. Als Interface gibt es eine beleuchtete physikalische Fernbedienung mit Display, eine Smartphone- und Tablet-App, sowie die Möglichkeit Geräte auch per IFTTT zu steuern.

AirPlay-Lautsprecher

Alle Zimmer verfügen über AirPlay-fähige Lautsprecher, so dass ich Musik oder Podcasts, die auf meinem Mac abgespielt werden, in der ganzen Wohnung hören kann. Leider hat Apple es noch nicht geschafft, dass man von einem iOS-Gerät mit Bordmitteln mehrere AirPlay-Lautsprecher bespielen kann. Daher möchte ich den Wechsel auf ein anderes Mehrraum-System nicht ausschließen.

Netatmo-Wetterstation

Diese Wetterstation mit Internet-Anbindung erfasst eine Reihe von Messwerten in verschiedenen Zimmern und hat auch ein sonnengeschützt angebrachtes Außenmodul. Gemessen werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck, sowie innen auch CO2-Gehalt der Luft und Geräuschpegel. Mit Hilfe von IFTTT sind einige Alarmierungen per Benachrichtigung definiert, z.B. falls der Kohlendioxid-Gehalt so hoch ist, dass gelüftet werden muss. Die wichtigsten Daten werden auch abwechselnd mit anderen Informationen auf meinem Smart-Display (s.u.) angezeigt. Netatmo bietet eine Entwickler-Schnittstelle an, so dass die Daten auch in anderen Programmen wie „Weather Pro“ oder in der Menüleiste meines Macs angezeigt werden können. Mit Hilfe der Netatmo-App kann alles auch im Nachhinein ausgewertet werden.

Netatmo-Hauptmodul

Netatmo-Hauptmodul

Schaltbare Steckdosen

Ich besitze verschiedene schaltbare Steckdosen, um Geräte automatisch oder per Sprachsteuerung (Siri oder Amazon Echo) ein- oder auszuschalten. Im Laufe der Zeit haben sich drei verschiedene Varianten angesammelt: Infrarot- (Steuerung über Logitech-Harmony und damit wiederum über IFTTT möglich), Z-Wave- (Steuerung über den unten genannten Smart-Hub und damit ebenfalls per IFTTT möglich) und HomeKit-Modelle (Elgato Eve, Steuerung über Siri). Letztere verfügen zusätzlich über die Möglichkeit, den Stromverbrauch zu messen.

Rauchmelder

In der Wohnung befinden sich insgesamt drei Nest-Protect-Rauchmelder. Diese sind untereinander vernetzt, so dass bei Problemen immer über alle Rauchmelder alarmiert wird. Zusätzlich erhält man Benachrichtigungen auch auf dem Smartphone, daher schlagen Alarme auch dann auf, wenn man unterwegs ist. Die Nest-Protects alarmieren nicht nur bei Rauch, sondern können auch Kohlenmonoxid detektieren. Die Rauchmelder haben unten ein Leuchtring (ähnlich dem Amazon Echo), der verschiedenste Dinge tun und signalisieren kann. Im Alarmfall leuchtet er natürlich rot, aber wenn man z.B. in der Nacht das Licht ausschaltet, leuchtet er kurz in grüner Farbe. Das soll signalisieren: „Hey, ich funktioniere und passe auf.“ Dafür bleibt einem dann das ständige rote Blinken einer LED wie bei klassischen Rauchmeldern erspart. Man kann einen Nest-Rauchmelder sogar so konfigurieren, dass er als Nachtlicht dient, in diesem Fall leuchtet der Ring für eine kurze Zeit in weißer Farbe. Möglich wird das, weil die Geräte über integrierte Bewegungsmelder verfügen. Bei meinem Rauchmelder im Flur nutze ich diese praktische Funktion.

Schön an den Nests ist auch, dass per Sprachausgabe mit den Bewohnern kommuniziert wird. So gibt es z.B. einen Countdown bei der Testfunktion oder die Ansage des betreffenden Raums im Alarmfall. Nest-Protects lassen sich mit den Hue-Leuchten verknüpfen. So blinken im Alarmfall die Hue-Lampen rot und stellen sich anschließend auf ein gedimmtes Rot, der besten Farbe, um sich in verrauchten Räumen zurechtzufinden. Hoffentlich werde ich das nie erleben!

Nest-Rauchmelder

Nest-Rauchmelder mit Leuchtring

Sensoren

In meiner Wohnung gibt es eine Menge Tür- und Fenster-Sensoren sowie Bewegungsmelder. Wie eingangs erwähnt schreibe ich nichts zu den Sicherheitsaspekten, dennoch ist es natürlich unterwegs allein schon gut zu wissen, ob man z.B. alle Fenster geschlossen hat. Ein Wasser-Sensor im Badezimmer alarmiert mich, falls dort eine Überschwemmung auftreten sollte.

Smart-Schlafsystem

Die smarte Technik macht auch vorm Schlafzimmer keinen Halt. Mein Withings-Aura-Schlafsystem (Withings gehört mittlerweile Nokia) hat mehrere Funktionen. Es ist erstmal eine Nachttischlampe mit dezenter Uhrzeitanzeige, die sich automatisch der Helligkeit des Raumes anpasst. Als Einschlafhilfe gibt es ein Programm, welches die Lampe rot leuchten läßt und immer leiser werdende beruhigende Musik spielt. Das hat den wissenschaftlichen Hintergrund, dass Licht im rötlichen Bereich müde macht. Die Weckfunktion kann für jeden Tag flexibel programmiert werden und macht genau das Gegenteil. Sie spielt anregende Musik und taucht den Raum in ein blaues Licht. Bläuliches Licht hat wiederum wachmachende Eigenschaften. Zusätzlich ist ein Sensor angeschlossen, der in Form einer Matte unter der Matratze liegt. Dieser zeichnet den Schlaf auf, so dass man sein Schlafverhalten auswerten und optimieren kann. Die Daten werden auch an die Health-App vom iPhone weitergegeben, können aber natürlich ausführlicher in der Withings-App eingesehen werden.

Withings Aura

Withings Aura im Nachttischlampen-Modus 

Whitings-App

Withings-App mit beispielhafter Schlafanalyse

Saugroboter

Ein Vorwerk-Saugroboter kümmert sich seit über zwei Jahren zuverlässig um die Reinigung der Fußböden. Hier mein Blog-Artikel dazu.

Smart-Hub

Der SmartThings-Hub von Samsung ist quasi das Herzstück meines Smart Homes. Das Gerät ist etwa so groß wie ein Apple TV 3. Generation, hängt direkt am Ethernet und spricht WLAN, Z-Wave und Zigbee. Dadurch kann sich die Box mit vielen Geräten und Sensoren, die für Smart Homes relevant sind, verbinden. Der Smart-Hub selbst wird über mein iPhone bedient und konfiguriert. Dort kann ich jederzeit den Status der Wohnung einsehen und auch Änderungen vornehmen, z.B. Lichter oder Steckdosen  ein- und ausschalten. Hier kann ich auch Automatisierungen erstellen, die das Leben leichter machen, dazu später mehr. Geht etwas nicht mit Bordmitteln, kann man sogar sogenannte SmartApps schreiben oder fertige installieren, die die Fähigkeiten des Systems erweitern. Grundsätzlich unterscheidet der Hub drei Zustände: anwesend, abwesend und Nacht. Für einige Regeln und Automatisierungen ist es sehr nützlich, dass man „anwesend“ von „Nacht“ unterscheiden kann, auch dazu später mehr. Die Anwesenheit kann mit sogenannten Anwesenheitssensoren, von denen idealerweise jeder Bewohner einen bekommt, festgestellt werden. So ein Anwesenheitssensor kann z.B. ein Smartphone sein, Samsung verkauft aber auch dedizierte Sensoren, die man sich ans Schlüsselbund hängen kann. Letztendlich ermöglichen diese Sensoren z.B. festzulegen, was passieren soll, wenn der letzte das Haus verlassen hat. Das SmartThings-System hat natürlich auch eine IFTTT-Integration für alle Dinge, die nicht direkt mit Bordmitteln gehen. Leider gibt es die SmartThings-Produkte, obwohl sie hier einwandfrei funktionieren, nicht in Deutschland. Ich habe sie daher bei amazon.co.uk bestellt. Kompatible Z-Wave-Sensoren, z.B. für Türen oder Fenster, kann man aber ganz normal von anderen Herstellern hier erwerben.

SmartThings-App

SmartThings-App mit der Detailanzeige zum Badezimmer

SmartThings-HomeMonitor

Hauptbildschirm der SmartThings-App

Sprachinterface

Amazons Echo ist das zentrale Sprachinterface meiner Wohnung. Ich habe Amazons schwarzen Zylinder kürzlich in einem Artikel ausführlich vorgestellt. Mit den entsprechenden Sprachbefehlen werden bei mir u.a. folgende Aktionen gesteuert:

  • Steuerung der Beleuchtung, inklusive zweier Lampen, die an schaltbaren Steckdosen hängen
  • Ein- und Ausschalten des Fernsehers und der Stereoanlage
  • Ein- und Ausschalten von Z-Wave-Steckdosen via IFTTT
  • Abfrage von Netatmo-Daten, z.B. der Außentemperatur (s.o.)
  • Hinzufügen von Artikeln zur Einkaufsliste via IFTTT
  • Hinzufügen von Aufgaben zu OmniFocus via IFTTT und E-Mail
  • Abspielen von Musik- und Radiostreams

Amazon Echo

Amazon Echo

Smart-Display

Dies ist die neueste Komponente meines Smart Homes. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass ein Smart Home auch die Möglichkeit haben sollte, mir optisch etwas mitzuteilen, ohne dass ich dabei aufs Smartphone schauen muss. Als ich kürzlich auf das LaMetric-Display gestossen bin, war mir schnell klar, dass es genau das ist, was ich gesucht habe. Das etwa 20 cm lange und 6 cm hohe, teils farbige Display zeigt bei mir (man kann es sehr individuell anpassen, sogar eigene kleine Apps schreiben oder Nachrichten per „http“ senden) folgende Informationen in einer Rotation an:

  • Uhrzeit, Datum, Wochentag und Kalenderwoche
  • Temperatur, aktuelles Wetter und Luftdruck (mitgelieferte Wetter-App)
  • die wichtigsten Daten meiner Wetterstation (s.o.)
  • Uhrzeit von Sonnenauf- und -untergang
  • die nächsten Nahverkehr-Abfahrten an der nahegelegenen Haltestelle (selbst programmiert)
  • die nächsten drei Geburtstage in meiner Familie/Bekanntschaft (selbst programmiert)
  • aktuelle Tagesschau-Schlagzeilen (selbst programmiert)

Video von meinem LaMetric-Display, welches einen Teil meiner Anzeige-Rotation zeigt (die Bewegungsunschärfe ist dem Abfilmen geschuldet)

Mit Schaltern direkt am Display kann auch manuell zwischen den einzelnen Anzeigen hin- und hergeschaltet werden. Zusätzlich kann man dem Display Benachrichtigungen per IFTTT schicken und hier wird es richtig spannend. So erhalte ich z.B. eine Benachrichtigung auf dem Display, wenn mich jemand auf Twitter erwähnt oder draußen ein Sturm tobt. Wenn ich etwas via Amazon Echo zu meiner Einkaufsliste hinzufüge, erscheint der Artikelname zur Bestätigung auf dem Display. Selbiges gilt für Aufgaben, die wie bereits erwähnt auch via IFTTT und E-Mail zu OmniFocus geleitet werden.

Innerhalb des eigenen Netzwerks braucht man übrigens kein IFTTT, sondern kann Texte relativ einfach per HTTP ans Display schicken. So habe ich zum Beispiel auf meinem Mac ein AppleScript, welches mir sobald in iTunes der Musiktitel wechselt, Songtitel und Interpret aufs Display sendet.

Automatisierungen

Das hier vorgestellte Setup ermöglicht eine Reihe von Automatisierungen, von denen ich abschließend einige beispielhaft vorstellen möchte. Eine einfache Automatisierung ist z.B. eine Steckdose, an der ständig ein Gerät hängt, nur zu bestimmten Zeiten einzuschalten. Ich nutze das z.B. für meinen Akku-Staubsauger, der nicht 24/7 laden muss, mir reichen hier ein paar Stunden pro Woche. Andere Steckdosen wiederum sind nur eingeschaltet, wenn jemand anwesend ist. An meinem Nachttisch ist ein Logitech-Pop-Schalter, der u.a. dazu da ist, den SmartThings-Hub von „anwesend“ auf „Nacht“ umzuschalten und umgekehrt. Bei Aktivierung des Nacht-Modus werden alle Lampen in der Wohnung ausgeschaltet. Extra für den Nacht-Modus habe ich einen Bewegungssensor, der mir, sobald ich aufstehe, das Licht bis zum Badezimmer für einige Minuten einschaltet und dann wieder ausschaltet. Beim Ausschalten des Nacht-Modus erscheint übrigens ein freundliches „Guten Morgen!“ auf dem Smart-Display – kleine IFTTT-Spielerei ;-). Natürlich werden auch nach Verlassen der Wohnung alle eventuell noch eingeschalteten Lampen ausgeschaltet.

Was fehlt?/Ausblick

Ich hätte noch gerne eine Heizungssteuerung. Dass ich noch keine besitze hapert momentan daran, dass ich keinen freien Ethernet-Port mehr im Router habe und dass meine Heizkörper recht alte Köpfe haben, von denen ich nicht genau weiß, ob ein Heizkörper-Thermostat passen würde. Auch Steckdosenplätze werden langsam knapp, wie man sich bei der ganzen Technik sicherlich vorstellen kann.

Auch könnte ich mir vorstellen, meine AirPlay-Lautsprecher durch ein Sonos-System zu ersetzen oder zu ergänzen. Allerdings ist der Anschaffungswiderstand hierfür recht hoch.

Ich hoffe, dass ich irgendwann die Zeit finden werde, die Komponenten, zu denen es noch keinen eigenen Artikel gibt, ausführlicher vorzustellen. Und mich würde natürlich auch interessieren, welche Smart-Home-Technologien meine Leser einsetzen, Feedback gerne in den Kommentaren!

Alexa – erste Erfahrungen mit dem Amazon Echo

16 Jan 2017
16. Januar 2017

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass ich ein riesiger Fan von Sprachsteuerung – in der Apple-Welt auch „Siri“ (Link zu meinem Siri-E-Book) genannt – bin. Mit großem Interesse habe ich daher vernommen, dass Amazon sein Echo-Gerät (endlich) auf den deutschen Markt bringt, schließlich bietet Apple noch keine stationäre Lösung (sprich einen eigenständigen Lautsprecher) im Bereich Sprachassistenten an. Jüngste Äußerungen aus der Führungsetage, dass so ein Gerät ohne Bildschirm keinen Sinn macht (was ich anders sehe), lassen mich daran zweifeln, dass da bald was kommt. Weil ich Sprachinterfaces bzw. persönliche Assistenten für zukunftsweisend halte – vielleicht sind sie sogar das „next big thing“, habe ich mir ein Echo bestellt. Leider funktioniert das derzeit nur auf Einladung und ich musste von September bis Januar auf selbige warten, nun aber ist das Echo ungefähr eine Woche bei mir und ich kann über meine ersten Erfahrungen berichten.

Echo Unboxing

Unboxing

Das Gerät ist ein etwa 24 cm hoher Zylinder (Durchmesser rund 8,5 cm). Der Mantel dient als Lautsprecher, auf der Oberfläche sind drei Bedienelemente, Aktivierungsknopf, Mikrofonsperre und Lautstärkenregler. Am Zylinderkopf ist ein Leuchtring, der z.B. blau leuchtet, wenn Sprachbefehle erfasst und beantwortet werden. Ein Netzteil versorgt das Ganze mit Strom, weitere Anschlüsse gibt es nicht. Eingerichtet wird das System mit Hilfe der Alexa-App, in meinem Fall der iOS-Version davon. Das funktioniert wie bei vielen anderen Geräten auch, man verbindet das Smartphone mit dem WLAN vom Echo und gibt in der App die WLAN-Daten des Heimnetzes ein, damit das Gerät dieses dann nutzen kann. Viel mehr ist auch prinzipiell nicht nötig, um die ersten Sprachbefehle absetzen zu können. Dazu sagt man das Aktivierungswort „Alexa“ gefolgt vom jeweiligen Anliegen. Es gibt zwei alternative Aktivierungswörter, unverständlicherweise aber nicht „Computer“, ärgerlich für uns Star-Trek-Fans. Weiterhin ist eine Aktivierung per Hardware-Taste möglich, was ich so gut wie nie nutze. Amazon sagt, Sprachdaten werden erst zu den Amazon-Servern geschickt, wenn das Aktivierungswort gefallen ist. Wollen wir hoffen, dass das so ist, jedenfalls ist mir nichts Gegenteiliges bekannt, schließlich hatten Sicherheitsforscher schon einige Zeit, sich mit dem System zu befassen. Mit einer weiteren Taste kann man die Mikrofone – Amazon sagt auf Hardware-Ebene – ausschalten. Der Leuchtring ist dann rot gefärbt. Es sind übrigens sieben leistungsstarke Mikrofone eingebaut, so dass man auch etwas weiter vom Echo weg sein kann und trotzdem noch verstanden wird. Das Gerät kann übrigens auch als ganz normaler Bluetooth-Lautsprecher genutzt werden, mit dem Befehl „koppeln“ wird der Zylinder ein sichtbares Bluetooth-Device, welches man z.B. mit dem Smartphone verbinden kann. Die Qualität der Lautsprecher-Ausgaben ist nebenbei bemerkt recht gut.

Alexa-App

Alexa-App

Wo sind nun die Unterschiede zu Siri? Den ersten habe ich schon genannt, es ist ein stationäres Gerät, was immer bereitsteht. Das ist schon recht nah am Raumschiff Enterprise, um die Serie nochmal zu bemühen, man kann den Computer einfach und freihändig irgendwas fragen oder machen lassen. Die Spracherkennung funktioniert dabei nach meinen Erfahrungen zuverlässiger und schneller als bei Siri, sodass der Frustfaktor, wenn ich das mal so nennen darf, hier kleiner ist. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass man sich etwas strenger an die Befehlssyntax halten muss als bei Siri.

Der Befehlsumfang vom Echo ist – das ist mein erster Eindruck – erstmal kleiner als bei Siri, kann aber durch Drittanbieter erheblich erweitert werden (dazu später mehr), was bei Siri nur in einigen ausgewählten Bereichen möglich ist. So kann Alexa z.B. keine Anrufe starten, Nachrichten verschicken, E-Mails schreiben oder etwas auf Twitter oder Facebook posten. In den Bereichen Datum, Umrechnungen, Wetter, Sport und Aktien kann Siri – soweit ich das festgestellt habe – mehr (z.B. mehr Feiertage, mehr Währungsumrechnungen, Sporttabellen und Wetter-Einzeldatenabfragen). Für manche Funktionen lebe ich auch einfach im falschen Ökosystem. Wenn man die Kalenderfunktionen nutzen möchte, muss man z.B. einen Google-Kalender haben. Und alles, was mit Musik zu tun hat, geht natürlich über Amazon. Daher musste ich mir erst in Amazon Music einige Playlisten anlegen, um diese Funktionen sinnvoll nutzen zu können.

Kommen wir aber mal wieder zu den guten Seiten des Echos, davon gibt es einige. Das fängt z.B. mit dem Befehl „guten Morgen“ an. Mit der Antwort erhält man einen „fact“ oder „fun fact“ zum jeweiligen Tag, was ich sehr nett finde. In der vergangenen Woche war das z.B., dass die Elbphilharmonie eröffnet wird oder das „Dschungelcamp“ beginnt. Sehr gut gemacht ist auch der Befehl „was gibt’s neues?“, eine Art „Briefing“ aus Nachrichtenquellen (auch von Drittparteien), welches man sich selbst zusammenstellen kann. Bei mir sind das Tagesschau, Wirtschaftswoche, Heise Topnews und Wetter. So kann man schon recht gut informiert in den Tag starten. Das Gerät kann neben Musik auch ganz normale Radiosender (Internet-Streams) abspielen, was für einen zylinderförmigen Lautsprecher natürlich praktisch ist. Dazu sagt man einfach z.B. „Spiele Radio NDR 2“). Siri bietet hier nur den Apple-Sender „Beats One“ an. Zu den Grundfunktionen gehören u.a. noch Hörbücher, Wecker, Timer, Wissensfragen (Hauptstädte, Einwohnerzahlen, Regierungschefs, Berechnungen, Geographie, Infos zu Prominenten, …),  eine Einkaufsliste, eine ToDo-Liste, Infos zu Geschäften und Restaurants und jede Menge Smalltalk (Alexas Vorrat an Witzen ist hierbei recht groß). Es ist auch möglich, Amazon-Bestellungen auszulösen und den Lieferstatus abzufragen, dies habe ich allerdings noch nicht getestet. Natürlich gehören heutzutage auch SmartHome-Funktionen zu einem solchen System. So kann „Alexa“ beispielsweise schon mit Bordmitteln meine Hue-Lampen steuern, allerdings ohne die Farben, was sich mit Drittanbietern aber weitgehend beheben läßt.

Richtig spannend wird es ganz allgemein mit eben solchen Erweiterungen, die bei Amazon „Skills“ genannt werden. Die Installation selbiger erfolgt wie die ganze übrige Konfiguration in der Alexa-App. Es gibt zwar noch nicht wahnsinnig viele für das deutschsprachige System, aber die, die es gibt, und ein Blick in die USA zeigen, wie mächtig das Gerät damit wird oder werden wird. Über die App und den Skill „Yonomi“ kann ich z.B. mein „Logitech Harmony“-System ansprechen, d.h., ich habe nun Sprachbefehle wie „Fernseher einschalten“ oder „Stereoanlage ausschalten“, die selbiges dann auch tun. Dieser Skill kann auch mein Hue-System besser ansprechen und ermöglicht eine weitergehende Lampen- und Farbsteuerung. Darüber hinaus gibt es Skills für eine Reihe weiterer SmartHome-Systeme, einschließlich Heizungssteuerung. Mit dem Skill „Heim-Wetterstation“ kann ich die Daten meiner Netatmo-Wetterstation per Sprache abfragen, einschließlich der aktuellen Außentemperatur. Schließlich beantwortet der Skill „Deutsche Bahn“ Fragen zu Zug- und Busverbindungen, auch im hiesigen Nahverkehr. Das System ist also weit offen und ich bin sehr gespannt, was da noch alles kommen wird.

Insgesamt kann das Amazon Echo meiner Meinung nach schon jetzt so viel, dass es über den Spielkram-Status hinausgeht. Ich finde, Siri und Alexa ergänzen sich gut.

Update vom 23.01.2017: Inzwischen ist eine neue Firmware-Version erschienen, die tatsächlich das Aktivierungswort „Computer“ zuläßt (liest Amazon hier mit?). Da kommt wirklich echtes Enterprise-Feeling auf, welches ich nicht mehr missen möchte, auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Erkennung ein klein wenig schlechter geworden ist als mit „Alexa“.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

24 Dez 2016
24. Dezember 2016

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie immer nutze ich meinen weihnachtlichen Blog-Artikel dazu, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Dieses Jahr sind es mit diesem hier 14 Artikel geworden. Leider nicht so viel, wie ich mir wünschen würde, aber mehr war aufgrund meiner vielfältigen Aktivitäten nicht drin. Darüber hinaus ist eine Neuauflage meines Siri-Buchs erschienen, welches durch das Erscheinen iOS 10 und macOS Sierra schon wieder ein klein wenig veraltet ist. Ich bin gerade dabei, die Neuerungen in das Buch einzupflegen und werde über den iBooks-Store ein kostenloses Update veröffentlichen, sobald ich soweit bin. Es gibt auch ein Konzept für ein zweites Buch zu einem ganz anderen Thema, ich hoffe, dass ich ein wenig Zeit dafür finden werde.

Leider hat Amazon mir noch keine Echo-Einladung zukommen lassen, ich bin sehr gespannt, auch diese Sprachsteurung einmal auszuprobieren.

Der meistgelesene Artikel aus diesem Jahr ist „Mein GTD-Workflow“ von Anfang Mai. Ich hoffe dieses Posting konnte dem ein oder anderen weiterhelfen, seine Aufgaben und Projekte besser zu organisieren, bzw. überhaupt mal damit anzufangen, sich nicht mehr auf sein Gedächtnis zu verlassen, denn das ist dafür einfach nicht gemacht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie hilfreich die Methoden und Ideen von David Allen für mein tägliches Leben sind.

An Apple-Hardware wurden im Laufe des Jahres zwei Anschaffungen getätigt, das iPhone 7 und die AirPods. Nach einem Vierteljahr Nutzung könnte ich mit dem iPhone 7 zufriedener nicht sein, es ist mein bisher bestes iPhone. Insbesondere die 3D-Touch-Funktionen und die Taptic-Engine – für mich die positive Überraschung im Gerät – sorgen für ein deutlich einfühlsameres Handling. Auch das komplett schwarze Design gefällt, rückblickend waren die Antennenstreifen am iPhone 6/6s wirklich nicht schön. Auf die AirPods habe ich lange gewartet, nun sind sie da, der vorherige Artikel enthält meinen ausführlichen Bericht.

Auf der Software-Schiene spendierte uns Cupertino iOS 10, macOS Sierra sowie watchOS 3 und in allen drei Updates war etwas für mich dabei, wie z.B. das Sharing von Apple-Notizen, die übergreifende Zwischenablage, das Entsperren des Mac mit der Watch oder Siri auf dem Mac. Etwas enttäuscht bin ich über die Siri-Nutzung in Dritthersteller-Apps unter iOS 10. Hier hätte ich mir mehr App-Kategorien gewünscht, insbesondere Podcasts. Ich hoffe da sehr auf das nächste Jahr. Schade finde ich auch, dass iOS immer noch nicht mehrere AirPlay-Lautsprecher gleichzeitig bespielen kann. Manchmal scheint Apple nicht so richtig hinter seinen eigenen Technologien zu stehen. Mit watchOS 3 hat Apple seine Watch nochmal ordentlich umgekrempelt und damit die allermeisten Geschindigkeitsprobleme ausgeräumt. Ich trage sie täglich, mit den AirPods hat sie nun auch viele Musiksteuerungsfunktionen bei mir übernommen.

Schließlich brachte mir das Jahr auch noch ein neues Hobby, das Fahrradfahren, was mein Zeitbudget noch etwas angespannter werden läßt. Im Nachhinein kann ich es nur als „bekloppt“ bezeichnen, schon so lange im Flachland zu wohnen – dazu noch in einem dünn besiedelten Bundesland mit herrlicher Natur – und nicht früher damit angefangen zu haben. Aber wie sagt man, besser spät als nie. Auch aus diesem Hobby wird hoffentlich der ein oder andere Artikel hier entstehen. So werde ich schon bald berichten, wie ich mein iPhone am Fahrrad befestige und welche App ich für meine Radtouren nutze.

Global betrachtet war 2016 zweifellos ein irres Jahr: Brexit, US-Wahl, Terror, … Und viel zu viele Prominente, die ich sehr geschätzt habe (David Bowie, Roger Willemsen, Hans-Dietrich Genscher, Bud Spencer, Götz George, Manfred Krug, …), sind leider verstorben.

Zum Schluß noch eine Ankündigung zum Blog selbst. Aufgrund der neuen Rechtslage zum Thema Link-Haftung („LG Hamburg“, sollte jeder, der das Netz intensiver nutzt, eigentlich mitbekommen haben) werde ich künftig externe Seiten wenig bis gar nicht mehr verlinken, da ich einfach keine Lust (und kein Geld) habe, für die Fehler anderer zu haften. Auch meine bisherigen Artikel werde ich in dieser Hinsicht nach und nach überarbeiten. Mit ist bewusst, dass dies für meine Leser zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, z.B. die besprochenen Produkte zu „googlen“, was ich zu entschuldigen bitte. Mir ist leider keine andere Lösung eingefallen. Für wie weltfremd ich diese Rechtslage halte, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

Nochmals schöne Feiertage und schauen wir mal, was das nächste Jahr für uns bringt!

Artikel-Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2016, aufgenommen aus dem Riesenrad

Erste Eindrücke von den AirPods

21 Dez 2016
21. Dezember 2016

Seit gestern habe ich sie, meine neuen AirPods von Apple. Da ich gut vernetzt bin, habe ich auf Twitter glücklicherweise rechtzeitig vom Bestellstart erfahren, derzeit müsste man wohl bis Februar warten, es sei denn, man erwischt welche im Einzelhandel. Der ganze „product launch“ der AirPods ist sehr unglücklich verlaufen, mit dem Wegfall des Klinkenanschlusses am iPhone 7 hätten sie IMHO definitiv zum iPhone-Release im September auf den Markt kommen müssen. Man kann nicht die große Kabellosigkeit verkündigen und dann nicht liefern – da ist sicherlich gewaltig was schief gelaufen in Cupertino.

Airpods-Schachtel

24 Stunden reichen natürlich nicht für ein ausführliches Review aus, daher möchte mich sinnvollerweise auf ein paar erste Eindrücke beschränken. Die AirPods sind meine ersten drahtlosen Kopfhörer, vorher hatte ich nur einige Male diese Bluetooth-Dinger für ein Ohr zum Telefonieren probiert, bin damit aber nie wirklich glücklich geworden. Meine Standard-Kopfhörer waren immer die mitgelieferten EarPods, die für mich unterwegs (für zu Hause habe ich noch gute Kopfhörer von KEF) OK genug waren. Die 3-Tasten-Bedienung war recht praktisch, nur das Kabel hat immer genervt, ich habe es mindestens einmal pro Tag entknoten müssen. Die AirPods sind somit eine gute Gelegenheit, den Start in die drahtlose Welt zu probieren.

Aufbewahrungsbox

Eine praktische Sache. So haben die Airpods einen festen Platz, wenn sie nicht im Ohr sind und laden gleichzeitig noch so lange, bis die Box selber keinen Strom mehr hat. Die Kunststoffbox ist ca, 5 x 4 x 1 cm – klein genug, um in jede Hosen- oder Jackentasche zu passen – groß genug, um nicht verloren zu gehen. Sie wiegt leer 38 Gramm und hat unten einen Lightning-Anschluß zum Aufladen. Ein USB-zu-Lightning-Kabel wird mitgeliefert. Da ich mittlerweile viele Geräte habe, die per Lightning geladen werden, habe ich mir inzwischen zahlreiche Lademöglichkeiten geschaffen, kein Problem also. Öffnet man den magnetisch verschlossenen Deckel, kommen die beiden AirPods zum Vorscheinen. Sie werden ebenfalls magnetisch in der Hülle gehalten, so dass sie nicht versehentlich rausfallen können. Mit dem Öffnen des Deckels zeigt das iPhone automatisch den Akkustand von Box und AirPods an (bzw. einen Kopplungsdialog beim allerersten Mal). Durch ihre abgerundeten Ecken fühlt sich die Box recht gut an. Vorder- und Rückseite kann man durch silberfarbene Scharnier auf der Rückseite gut unterscheiden. Eine LED in der Box, die in verschiedenen Farben leuchten kann, signalisiert den Ladezustand der AirPods oder der Box, wenn die AirPods außerhalb sind.

AirPods

Die AirPods sehen ziemlich genau so aus wie EarPods ohne Kabel, sind nur ein klein wenig schwerer (ist ja mehr Technik drin, ein AirPod wiegt rund vier Gramm) und das Röhrchen ist etwas dicker und vielleicht einen halben Zentimeter länger. Wem die EarPods gut passen, sollte mit AirPods keine Probleme haben. Durch wildes Kopfschütteln oder wahlloses Hin- und Herspringen ist es mir nicht gelungen, die AirPods zu verlieren. Beruhigend. Ich denke, die alten EarPods fallen vorwiegend durch Kabelzug aus dem Ohr, das entfällt hier natürlich. Obwohl sie nicht durch ein Kabel verbunden sind, ist die Wiedergabe auf beiden AirPods nach meiner bisherigen Erfahrung absolut synchron.

Kopplung

Könnte einfacher nicht sein. Man öffnet die Box und auf dem iPhone erscheint ein Dialog mit Kopplungsknopf. Antippen und gut ist. Gleichzeitig werden die AirPods allen Apple-Geräten, die denselben iCloud-Account benutzen, bekannt gemacht, so dass sie beim Mac z.B. im Bluetooth-Menü erscheinen. Zweifellos ein Vorteil des Apfel-Ökosystems.

AirPods-Kopplung

Bedienung/Steuerung

Hier scheiden sich die Geister sicherlich, denn es gibt keinerlei Knöpfe auf den AirPods. Nimmt man einen AirPod aus dem Ohr pausiert die Wiedergabe, sie wird automatisch fortgesetzt, wenn man ihn zurück ins Ohr setzt. Die restliche Steuerung kann über Siri erledigt werden. Die Aktivierung erfolgt durch doppeltes Antippen eines AirPods. Apples Sprachsteuerung kennt natürlich Befehle für die Lautstärke, Titelauswahl, Titelnavigation, Wiedergabelisten, Suche nach Titeln usw. Wer sich hier nicht so gut auskennt, dem möchte ich an dieser Stelle meine umfassende Siri-Referenz empfehlen ;-). Allerdings setzt Siri eine Online-Verbindung voraus und nicht jeder redet in der Öffentlichkeit gerne mit seinen Geräten. Ich fand die eingangs erwähnte 3-Tasten-Bedienung der EarPods durchaus praktisch und man kann hier sicherlich einen Rückschritt sehen. Allerdings besitze ich eine Apple Watch, die das fehlende Bedienteil weitgehend wieder wettmacht. Die eingebaute App „aktueller Titel“, die bei mir im Dock liegt, kann Start/Stopp, Vor- und Rücksprünge sowie den aktuellen Titel anzeigen. Außerdem kann man durch Drehung an der Krone die Lautstärke ändern. Ich muss sagen, ohne die Watch wäre mir die Entscheidung für die AirPods deutlich schwerer gefallen.

Watch-App „aktueller Titel“

Klangqualität

Der Klang gefällt mir. Ich würde sagen, er ist besser als bei den mitgelieferten EarPods. Audiophile werden allerdings wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Die Qualität wird nicht spürbar schlechter, wenn ich mich ohne iPhone zum anderen Ende des Raums begebe.

Batterielaufzeit

Hier kann ich aufgrund der Kürze der Zeit noch keine Angaben machen. Apple hat fünf Stunden genannt, ich habe nach über zwei Stunden Musik hören (in gehobener Lautstärke) etwa 33% Akku verbraucht, das könnte also ganz gut hinkommen. Der aktuelle Ladestand kann während der Benutzung auf dem Batterie-Widget von Apple angezeigt werden, außerdem ist eine Abfrage per Siri möglich:

„Wieviel Akku haben die AirPods?“

Batterie-Widget

Fazit

Summiert man die oben genannten Punkte, fällt mein Fazit positiv aus. Ich geniesse die absolut kabellose Freiheit beim Hören von Musik und Podcasts. Man merkt kaum, dass man etwas in den Ohren hat. Abstriche gibt es bei der Steuerung, ohne Apple Watch muss man sich natürlich überlegen, worauf man sich da einläßt.

Mein Saugroboter

20 Mrz 2016
20. März 2016

Ich muss gestehen, dass ich seit über einem Jahr in meiner Wohnung keinen Staub mehr gesaugt habe! Das hat aber nichts mit einem plötzlichen Hang zum Schmutz zu tun, sondern liegt daran, dass dies seit Dezember 2014 ein Roboter für mich erledigt. Ich habe bewusst so lange mit diesem Artikel gewartet, um Langzeiterfahrungen zu sammeln und wirklich eine fundierte Empfehlung auszusprechen. Denn gerade in diesem Marktsegment kann etwas, was zwei bis drei Wochen gut funktioniert, schon nach zwei Monaten im Desaster enden.

Vor der Anschaffung habe ich mich länger mit der Thematik befasst, viele Testberichte, Rezensionen und Foren gelesen und für mich folgende Kriterien aufgestellt:

  • Lithium-Akku, der Akku soll keinen Memory-Effekt haben und ein Weilchen halten
  • selbstständiges Reinigen der Wohnung bei Abwesenheit an festgelegten Wochentagen (nicht täglich, das wäre zu oft)
  • systematische Reinigung (nicht nach dem Zufallsprinzip)
  • zuverlässiges Wiederfinden der Basisstation
  • möglichst hohe Reinigungsleistung
  • Absperrmöglichkeit für Bereiche, die nicht befahren werden sollen (z.B. weil dort viele Kabel liegen)

Am Ende meiner Recherchen lief alles auf einen Vorwerk-Roboter hinaus, obwohl diese recht teuer sind. Zwei Modelle standen hier zur Auswahl, der ältere VR-100 oder der damals sehr neue VR-200. Aktuell scheint es nur noch den VR-200 zu geben. Der VR-200 weißt eine Reihe von Verbesserungen auf, wie z.B. eine Fernbedienung, eine etwas geringere Höhe, Software-Updates per USB-Stick und eine Absaugmöglichkeit direkt per konventionellem Staubsauger. Da es zum Zeitpunkt der Anschaffung kaum Tests oder Erfahrungen zum VR-200 gab, habe ich zum VR-100 gegriffen, der immerhin 150 EUR günstiger war.

Dieser reinigt nun seit 15 Monaten wöchentlich zuverlässig meine Wohnung, obwohl diese recht verwinkelt ist und es sicherlich viel einfachere Zuschnitte gibt. Dabei geht er in der Tat systematisch vor und unterteilt die Wohnung in zwei Hälften, von denen zuerst die eine und dann die andere gesaugt wird. Innerhalb einer Hälfte fährt er zunächst mit seinem rechten Rand an der Wand/an den Möbeln entlang und reinigt anschließend den Innenteil. Der integrierte Laserturm erkennt die meisten Hindernisse, ab und zu kommt es zu sanften Zusammenstößen, wobei ich aber noch nie Beschädigungen festgestellt habe. Durch seine praktische D-Form kommt er gut in Ecken (warum sind die meisten Saugroboter eigentlich rund?) Innerhalb der gesamten Zeitperiode kann ich mich nur an eine Reinigung erinnern, wo die Basisstation nicht wiedergefunden wurde. Darüberhinaus ist es vielleicht 4-5 mal vorgekommen, dass er sich festgefahren hat. Insgesamt also eine sehr solide Leistung, mit der ich überaus zufrieden bin.

Bereiche, die nicht befahren werden sollen, können mit Magnetband abgesperrt werden, wovon eine Rolle mitgeliefert wird, weitere können bei Bedarf nachgekauft werden.

Magnetband

Magnetband zum Abgrenzen gesperrter Bereiche

Der Akku macht bisher keinerlei Probleme. Ein Wechsel der austauschbaren Bürsten erschien mir bisher nicht notwendig. Der Staubbehälter ist nach einer Reinigung etwa zu einem Drittel voll, was mehr ist, als ich eigentlich an Staub erwartet hätte.

Staubbehälter

Staubbehälter nach einer Reinigung

Alles in allem kann ich Vorwerk-Saugroboter somit empfehlen, auch wenn der Preis recht hoch ist. Im Gegenzug erhält man aber auch einen zuverlässigen Helfer bei der Hausarbeit. Die eingesparte Zeit kann nun anderweitig genutzt werden. 2015 ist der VR-200 übrigens Testsieger bei einem Vergleich der Stiftung Warentest geworden. Mein Roboter erfüllt alle eingangs aufgestellten Kriterien, wobei ich die Praxis die Programmierfunktion kaum nutze. Er saugt in der Regel sonnabends, während ich mich anderweitiger Hausarbeit beschäftigt bin.

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