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Pakete verfolgen unter iOS und OS X

08 Jun 2013
8. Juni 2013

Wer ähnlich “Gadget-verrückt” ist wie ich wird es wissen, unsere Spezies bekommt relativ viel Lieferungen. Und da will man natürlich herausfinden, wann die nächste heißbegehrte Paketsendung zu Hause oder im Büro eintrifft. Zum Glück übermitteln viele Versender einen Tracking-Code, mit dem man die Sendung über die Webseite des Paketdienstes verfolgen kann. Das ist verhältnismäßig umständlich und deshalb setze ich zu diesem Zweck seit “ewigen Zeiten” Apps ein, bei denen man nur einmalig den Tracking-Code und Paketdienst eingibt und dann immer leicht auf dem aktuellen Stand bleiben kann.

Bis vor wenigen Wochen hatte ich dafür den Klassiker, nämlich “Delivery Status touch” im Einsatz, der aufm iPhone und iPad grafisch ansprechend eine Liste der Lieferungen inkl. einer Detailseite pro Sendung anzeigen kann. Diese Lösung hat jedoch zwei Nachteile. Es existiert keine Mac-App, sondern stattdessen ein Dashboard-Widget (ja, die Dinger gibt’s noch), welches sich über eine Wolke des Anbieters Junecloud mit den iOS-Apps synchronisiert. Und Push-Notifications über Änderungen des Lieferstatus werden nur an die iOS-Geräte gesendet, wenn eben dieses Widget gerade läuft, was automatisch bedeutet, dass unser Mac dazu eingeschaltet sein muss, was bei mir nicht immer der Fall ist.

Nun habe ich eine bessere Lösung gefunden und um die soll es heute gehen. Die App nennt sich “Parcel” und ist für iPhone, iPad und Mac verfügbar. Auch hier erfolgt eine Synchronisation über die Wolke, so dass man auf allen genannten Geräten stets den gleichen Stand vorfindet. Weltweit werden nach Angaben des Anbieters rund 180 Paketdienste unterstützt. Die wesentlichen User-Interface-Elemente sind eine Liste der Sendungen sowie eine Detailansicht (die man auf iPad und Mac auch gleichzeitig sehen kann):

Parcel 1

Parcel 2

Neue Sendungen können händisch oder auf iPhone und iPad auch durch Scannen des Paketcodes (bei eigenen Sendungen) erfasst werden. Auf dem Mac wird ein Einscannen per iSight-/Facetime-Kamera allerdings nicht unterstützt, was aber aufgrund der Synchronisation kein Problem ist, nimmt man halt das iPhone. Den Paketdienst selbst muss man nur selten eintragen, da er in vielen Fällen bereits korrekt aus der Nummer erkannt wird.

Aus der Detailansicht heraus kann man zur Tracking-Seite des Paketdienstes gehen, den aktuellen Standort der Sendung auf einer Karte anzeigen lassen (nur iPhone und iPad), den Support des Paketdienstes anrufen (nur iPhone) oder die Sendungsinformationen per E-Mail oder SMS/iMessage weitergeben (nur iPhone und iPad):

Parcel 3

Die für mich wichtigste Funktion ist die Push-Notification. Ohne, dass irgendeine der Apps laufen müsste, erhält man eine Push-Nachricht, sobald sich der Lieferstatus einer beobachteten Sendung ändert. Das funktioniert sogar unter OS X und gehört somit zu den seltenen Beispielen, wo man auf Mac Notifications erhält, die nicht von einem gerade laufenden lokalen Programm kommen. Dieses Feature schlummert seit Mountain Lion im Betriebssystem, wird aber kaum genutzt. Auch an einen Nachtruhe-Modus für die Benachrichtigungen hat der Entwickler gedacht, eine Beschränkung nur auf Ausliefer-Mitteilungen ist ebenfalls vorgesehen.

Wer die Push-Nachrichten nutzen möchte, zahlt dafür 1,79 € im Jahr (In-App-Purchase), ansonsten sind die Apps kostenlos (eine weitere Einschränkung der Gratis-Version ist die Beschränkung auf drei gleichzeitige Lieferungen). Der Jahrespreis geht für mich völlig in Ordnung, wenn man bedenkt, dass der Anbieter für den Dienst ständige Server-Kosten aufzubringen hat:

Parcel 4

Insgesamt ist “Parcel” eine sehr runde Lösung, die alle meine Ansprüche erfüllt.

OmniFocus-Aufgaben via QR-Code erstellen

18 Mai 2013
18. Mai 2013

Manche Ideen sind so abgedreht, dass sie mir sofort gefallen ;-) . Einige Dinge benötige ich so selten, dass deren Anschaffung keine regelmäßige Aufgabe ist. Das ist in meinem Fall z.B. der Kauf neuer Wasserfilter für meine Kaffeemaschine. Wie wäre es also, wenn ich beim Entnehmen des letzten Filters aus der Packung die Neuanschaffung nicht händisch in OmniFocus eintrage, sondern einfach einen QR-Code scanne, den ich vorher auf der Schachtel angebracht habe?

So funktioniert das Ganze: Zunächst wird mit Hilfe einer QR-Code-Software – hier empfehle ich QR-Generator aus dem Mac-App-Store – eine passende Grafik erstellt:

QR Generator

Als QR-Typ brauchen wir “URL”. Das URL-Schema, welches in OmniFocus eine Aufgabe erzeugt lautet allgemein:

omnifocus:///add?name=<Text>

Für mein o.g. Beispiel benötige ich dementsprechend:

omnifocus:///add?name=Wasserfilter%20(Brita%20Maxtra)%20kaufen

Die “%20″ sind hierbei nicht unwichtig und stehen für Leerzeichen. Man könnte der Aufgabe auch gleich eine Notiz hinzufügen, sollte aber ein wenig darauf achten, dass der Code nicht zu groß wird. Das URL-Schema würde in diesem Fall so aussehen:

omnifocus:///add?name=<Text>&note=<Text>

Nun wird der QR-Code ausgedruckt, ausgeschnitten und auf die Packung geklebt:

QR Packung

Gehen die Filter zu Neige braucht der Code nur mit einer Scan-App auf dem iPhone – ich nehme dazu Optiscan - eingelesen werden. Sofort öffnet sich OmniFocus und geht in die Bildschirmmaske für eine neue Aufgabe. Unser Text ist dabei schon vorausgefüllt:

OmniFocus-Scan

Ob das nun wirklich schneller geht, als die Aufgabe von Hand einzutragen, muss jeder für sich selbst probieren. Das Einscannen ist auf jeden Fall deutlich “nerdiger”.

Da eine ganze Reihe von iOS-Apps inzwischen URL-Schemata registrieren, die direkt irgendwelche Funktionen ausführen, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, was man als nächstes damit automatisieren könnte.

Instacast für Mac

04 Mai 2013
4. Mai 2013

Zu den Anfangszeiten des iPhones habe ich mich über Apps gefreut, die ihren Weg vom Mac auf das Telefon gefunden haben, denn sie ermöglichen häufig ein nahtloses Arbeiten über die Gerätegrenzen hinweg. Mittlerweile gibt es immer öfter auch die umgekehrte Situation, erfolgreiche iOS-Apps bekommen einen “großen Bruder” auf dem Mac. Eigentlich nicht verwunderlich, bei der enormen Zahl von über 800.000 iOS-Programmen.

Jüngstes Beispiel ist für mich Instacast, eine der beliebtesten Podcast-Apps für iPhone und iPad und seit langer Zeit der Podcast-Client meiner Wahl. Am 1. Mai hat der Entwickler die erste öffentliche Beta-Version für OS X veröffentlicht. Natürlich hab ich mir dieses Stück Software sofort angeschaut, auch wenn ich noch nicht so viel Zeit mit dem Programm verbringen konnte.

Instacast 1

Der Funktionsumfang entspricht in etwa der iPad-App. Allerdings handelt es sich nicht um eine einfache Portierung, denn Instacast für OS X hat das Look & Feel einer echten Mac-App. Ein paar Besonderheiten möchte ich gerne hervorheben.

Up Next

Dieses Feature kennen wir aus iTunes 11. Statt einen Podcast gleich abzuspielen sind auch die Einträge “Play Next” oder “Add To Up Next” möglich. Die betreffende Episode wird dann entweder als nächstes gespielt oder an das Ende der Up-Next-Liste gesetzt. Die Up-Next-Liste selbst kann per Drag & Drop umsortiert werden.

Mini-Player

Ebenfalls wie bei iTunes gibt es auch einen Mini-Player um wertvollen Bildschirmplatz einzusparen. Der Mini-Player kann zusätzlich zum oder statt des Hauptfensters verwendet werden.

Instacast 2

AirPlay

Als eine der wenigen Mac-Apps unterstützt Instacast die AirPlay-Technologie. In meinen Tests mit dem Apple TV funktionierte dies allerdings nur für Audio.

Flattr

Im Gegensatz zur iOS-Version können Podcasts direkt aus der App “geflattrt” werden (Flattr ist ein Mikrospendensystem für Content, welches auch in diesem Blog zur Verfügung steht). Im App Store lässt Apple solche Mechanismen nicht zu, daher wird Instacast – wenn überhaupt – nur in einer abgespeckten Version im Mac-App-Store erscheinen.

Sync

Die Mac-Version kann sich mit den iOS-Versionen synchronisieren. Hierzu setzt Instacast nicht mehr wie früher auf die iCloud, sondern bietet eine eigene “Wolke” an. Die Neueinrichtung eines entsprechenden Accounts muss allerdings noch über iOS erfolgen, in der Mac-Ausgabe ist diese Teilfunktion noch nicht fertig.

Der Sync selbst hat in meinen Tests gut funktioniert, auch die Abspielposition wird abgeglichen, man kann also das Gerät wechseln und nahtlos weiterhören.

Fazit

Mit Instacast gibt es nun endlich einen leistungsfähigen Podcast-Client für den Mac, welcher eine einheitliche Podcast-Experience über alle Geräte hinweg ermöglicht. Wer eine Alternative zu iTunes sucht wird gut bedient. Die Beta kann kostenlos verwendet werden, gleichzeitig ist aber auch jetzt schon ein Kauf zum Vorzugspreis von 15 Euro möglich.

Software-Tipp: Bartender

28 Apr 2013
28. April 2013

Es gibt mittlerweile für OS X viele nützliche “Menubar Items”, also Apps, die mit einem kleinen Symbol rechts oben in unserer Menüleiste laufen. Eine nicht mehr ganz aktuelle Liste meiner Menü-Apps habe ich in diesem Artikel zusammengestellt, einzelne Programme wie z.B. TextExpander, PopClip, oder Fantastical habe ich auch im Detail beschrieben. Die ganze Sache hat nur ein Haken, irgendwann wird der Platz da oben knapp. OS X fängt dann an, einzelne Elemente auszublenden, wenn der Raum z.B. für ein aktives Programm mit vielen Menüpunkten benötigt wird.

Für dieses Problem gibt es eine ziemlich praktikable Lösung, die App “Bartender”, ein schönes Wortspiel wie wir gleich sehen werden. Bartender ist selber ein “Menubar Item” und hat die Funktion andere Menüleisten-Programme aufzunehmen, so dass wir weniger oft benötigte Items quasi in zweiter Reihe parken können. Durch Klick auf das Bartender-Symbol öffnet sich eine Zusatzfläche mit den ausgelagerten Symbolen. In meiner Menüleiste sieht das so aus:

Bartender 5

Ich konnte also den Platzbedarf um 5 Icons reduzieren (ich habe allerdings nicht immer alle Menüleisten-Programme laufen, die Einsparung ist daher noch höher). Bartender kann sehr detailliert konfiguriert werden, für jedes Item werden drei Optionen angeboten:

  • Bartender soll nichts mit dem Symbol machen
  • das Symbol soll in der zusätzlichen Bartender-Leiste angezeigt werden
  • das Symbol soll komplett versteckt werden

Bartender 1

Bartender unterscheidet zwischen den mitgelieferten Menubar-Programmen von Apple und den zusätzlich installierten. Für letztere kann (pro App!) festgelegt werden, dass sie –  wenn sie sich in der Zusatzleiste befinden – in der eigentlichen Menüleiste auftauchen, sobald sich deren Icon ändert. Das ist z.B. für Apps wie Dropbox sehr nützlich.

Bartender 4

In den allgemeinen Einstellungen können wir z.B.

  • einstellen, dass Bartender beim Anmelden gestartet werden soll (macht natürlich Sinn)
  • ein Symbol für das Bartender-Icon festlegen (eine Auswahl ist bereits vorhanden)
  • festlegen, wie sich die zusätzliche Leiste verhält (z.B. einklappen bei Focus-Verlust)
Bartender 2

In den fortgeschrittenen Einstellungen können u.a. Tastenkombinationen für das Anzeigen der Zusatzleiste festgelegt werden:

Bartender 3

Insgesamt also ein recht nützliches Tool, welches seine 15 Dollar wert ist, da der Autor hier sicherlich einige Kniffe herausfinden musste, um die Menüleiste derart zu manipulieren. Bartender kann vier Wochen kostenlos getestet werden.

Software-Tipp: PopClip

20 Apr 2013
20. April 2013

Nutzer von iOS-Geräten kennen das: Sobald irgendwo Text ausgewählt wird oder man den Cursor neu platziert, erscheint ein kleines Menü mit gerade zur Situation passenden Einträgen wie z.B. “Einfügen” oder “Kopieren”. Das wäre eigentlich unter OS X ebenfalls ganz praktisch – das muss sich auch die Firma Pilotmoon gedacht haben und bietet so ein Tool auch für den Mac an (Mac-AppStore-Link, derzeit 4,49 Euro). Darum soll es heute gehen.

Das Programm lebt in der Menubar von OS X und sollte sinnvollerweise gleich beim Anmelden mitgestartet werden, hierfür gibt es in der App auch eine entsprechende Einstellung. Mehr ist auch schon nicht zu tun, um das iOS-typische Verhalten zu bekommen.

Aber der Entwickler hat zum Glück an dieser Stelle nicht aufgehört, sondern PopClip mit einem Plugin-Konzept versehen. Diese Plugins – ein Verzeichnis ist auf dieser Seite zu finden – erweitern die App um äußerst sinnvolle Aktionen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Anlegen einer neuen Notiz mit dem ausgewählten Textes in nvALT.
  • Die Umwandlung des ausgewählten Textes in Groß- oder Kleinbuchstaben. Gerade letzteres brauche ich häufiger, da einige Kunden unsere Webformulare gerne mal komplett in Großbuchstaben ausfüllen.
  • Die direkte Anzeige der Zeichenzahl des ausgewählten Textes. Als Software-Entwickler, der viel mit Zeichenketten arbeitet, nutze ich das jeden Arbeitstag.
  • Das Nachschlagen des ausgewählten Begriffes in der Wikipedia oder im Lexikon von OS X.
  • Das Einfügen aus der Zwischenablage ohne eine evtl. Formatierung zu übernehmen (“paste and match style”). Brauche ich häufiger als das normale Einfügen.
  • Das Erzeugen eines neuen TextExpander-Snippets aus dem ausgewählten Text.
  • Das Erstellen einer neuen Aufgabe in OmniFocus mit dem ausgewählten Text.

PopClip

Die Reihenfolge der Plugins im Menü kann über die Einstellungen festgelegt werden (ich mag übrigens den Sound, der abgespielt wird, wenn man ein neues Plugin hinzufügt).
Zugegeben, ab und zu ist mir das Tool auch mal im Weg, aber sobald man sich einmal dran gewöhnt hat, möchte man diesen Helfer und Zeitsparer nicht mehr missen. Über die Menubar kann man PopClip auch kurzzeitig deaktivieren oder über die Einstellungen die Verwendung in einzelnen Programmen ausschließen.

 

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