Tag Archive for: Apps

Apple TV Apps

21 Nov 2015
21. November 2015

Nachdem ich kürzlich allgemein über die vierte Generation des Apple TV berichtet habe, möchte ich heute einige Apps empfehlen. Installierbare Apps gehören zu den wesentlichen Neuerungen der kleinen schwarzen Box. Leider gibt es keine iTunes- oder Webansicht des App Stores auf dem Apple TV, sodass dieser Artikel diesmal ohne Links auskommen muss. Die Apps können aber anhand ihres Namens leicht über den Store gefunden werden. Apps, die es bereits für das alte Apple TV gab, wie z.B. Netflix, Watchever oder Flickr erwähne ich nicht nochmal gesondert, sie sind allerdings zum Teil verbessert und an das neue User-Interface angepasst worden. Heute kann ich sogar Screenshots einbauen, da ich inzwischen einen USB-C-Adapter und ein Verlängerungskabel zum Anschluss des Apple TV an meinem Mac besitze (die Screenshots können dann mit Hilfe von Apples Xcode erstellt werden).

ZDF

Umfassender Zugriff auf die Mediathek und die Livestreams des ZDF und dessen Spartensender. Kostenlos. Leider ist von der ARD bisher nur der bayrische Rundfunk mit einer App vertreten.

ZDF

Mediathekensuche

Zugriff auf die Mediatheken (ohne Livestreams) der öffentlich-rechtlichen Sender. Wie vollständig dieser ist, kann ich schwer sagen, aber diese App bietet schon ein recht umfassendes Angebot sofort abrufbarer Sendungen. Kostenpflichtig (aktuell 3,99 €).

Mediathekensuche

Live TV

Zugriff auf die Livestreams (inkl. EPG) der öffentlich-rechtlichen Sender sowie einer Reihe weiterer Programme (allerdings nicht RTL, SAT1, PRO7 und Co.). Abo-Modell, kostet im Jahr derzeit 19,99 €. Mit den drei genannten Programmen zusammen kann man schon relativ viel fernsehen, ohne vom Apple TV wegschalten zu müssen.

Live TV

Für Freunde der dänischen Sprache sei noch erwähnt, dass das dänische Fernsehen (DR) eine recht gute App mit umfangreichen Mediathek-Inhalten (teilweise mit Untertiteln) im Angebot hat, einige Sendungen und Live-Programme sind allerdings nur mit einer dänischen IP-Adresse abrufbar.

Cueist

Schönes Poolbillard mit guter Optik und zahlreichen Optionen, es kann wahlweise gegen das Apple TV oder gegen eine andere Person gespielt werden. Ein Game-Controller ist empfehlenswert. Kostenpflichtig (aktuell 1,99 €).

Cueist

Jetpack Joyride

Typisches Jump&Run-Spiel, was mir sehr viel Freude bereitet und auf dem Fernseher irgendwie mehr Spaß macht als auf iPhone oder iPad, wo es die App ebenfalls gibt. Kostenlos mit In-App-Käufen, die man IMHO nicht unbedingt braucht.

Jetpack Joyride

Crossy Road

Im Gegensatz zur iOS-Version gibt es hier einen Zweispieler-Modus. Netter Zeitvertreib. Kostenlos mit In-App-Käufen für weitere Spielfiguren.

Crossy Roads

Kitchen Stories

Gut gemachte Video-Rezepte und -Kochanleitungen. Das Apple TV ist wie geschaffen für so eine Art von App. Kostenlos.

Kitchen Stories

MeteoEarth

Zeigt in einer Globus-Ansicht die aktuellen Wetterverhältnisse auf unserem Planeten. Wie unter iOS, nur auf dem Fernseher irgendwie beeindruckender. Kostenlos.

MeteoEarth

Podcasts by myTuner

Bis Apple sich bequemt seine Podcast-App mal fürs TV zur portieren, kann man sich mit dieser App behelfen. Kostenpflichtig (aktuell 2,99 €). Insbesondere Video-Podcasts sind natürlich eine prädestinierte Aufgabe für den Apple TV. Der bekannte Apple-Podcast „Bits und so“ ist übrigens mit einer eigenen App im Store vertreten. Für das TWIT-Podcast-Netzwerk sind sogar mehrere Apps erhältlich.

Podcasts

Earthlapse

Diese App macht den Fernseher zum Sichtfenster der internationalen Raumstation ISS. Beeindruckende Bilder, insbesondere bei dunklem Wohnzimmer. Viele Einstellmöglichkeiten. Kostenpflichtig (derzeit 2,99 €).

Earthlapse

Cinepass

Film-Trailer und lokales Kinoprogramm. Auch eine App, die auf Fernsehgeräten durchaus Sinn macht. Kostenlos.

Cinepass

Zova

Zum Schluss noch etwas für die Fitness. Fernseher sind ideal, um sich Übungen zeigen zu lassen und gleich mitzumachen. Da Zova auch eine iPhone- und eine Watch-App hat, kann man sich den eigene Puls sogar auf dem TV einblenden lassen. Beeindruckend. Kostenlos mit zusätzlichen Übungen als In-App-Kauf.

Zova

Finder Info

14 Nov 2015
14. November 2015

Schlimm genug, wenn man sein iPhone mal verlieren sollte. Noch schlimmer wäre es jedoch, wenn ein ehrlicher Finder keine Möglichkeit hätte herauszufinden, wem das verlorene Gerät gehört. Die Chancen es überhaupt zurückzubekommen, sind mit Einführung des „Activation Lock“ auf jeden Fall gestiegen, da sich bei aktiviertem Lock, was ich jedem empfehle, mit dem iPhone nicht mehr allzu viel anfangen läßt. Apple selbst bietet „Find my iPhone“ und den mit iOS 8 eingeführten Notfallpass als Hilfsmittel an. Letzterer ist allerdings nicht wirklich dazu gedacht und auch nicht ganz so leicht aufzurufen (Bildschirm aktivieren > Entsperren wischen > Notfall klicken > Notfallpass klicken). Und um mit „Find my iPhone“ eine Nachricht an den Finder zu schicken, braucht man erstmal ein anderes Gerät mit Internet. Früher konnte man für solche Fälle seine Kontaktdaten auf dem Wallpaper des Sperrbildschirms platzieren, was man leicht mit der Hilfe von entsprechenden Apps erledigen kann. Mittlerweile verschwimmt allerdings das Hintergrundbild sobald eine Push-Nachricht auf dem Bildschirm erscheint. Somit ist nicht mehr sichergestellt, dass ein möglicher Finder einen ungetrübten Blick auf das Wallpaper hat.

Es ist daher eine gute Idee, die Besitzerinformation auf dem Heute-Bildschirm unterzubringen. Dieser ist von überall – auch vom Sperrbildschirm, wenn man dies in den Einstellungen erlaubt – durch Wischen nach unten erreichbar. Für diesen Zweck habe ich die App „Finder Info“ (kostenlos, App-Store-Link) gefunden. Dort trägt man einfach in die verschiedenen Felder seine entsprechenden Infos ein (bei der Telefonnummer natürlich nicht die des iPhones nehmen!):

Finder info 1

Nun kann das fertige Widget bereits auf dem Heute-Bildschirm platziert werden. Dazu einfach von ganz oben nach unten wischen, an das untere Ende der Liste scrollen und auf „Bearbeiten“ tippen. Dann das Widget „Message to finder“ durch das grüne Plus-Symbol hinzufügen und am besten so weit nach oben schieben, dass es ohne zu scrollen zu sehen ist. Fertig! Standardmäßig zeigt das Widget nur den Namen des Besitzers an, wenn man es antippt erscheinen alle Infos:

Finder info 2

Finder info 3

Fotos

17 Mai 2015
17. Mai 2015

Meine Foto-Workflows waren schon immer großen Veränderungen unterworfen, meist weil ein Dienst, den ich genutzt habe, eingestellt wurde oder sich verschlechtert hat oder es plötzlich etwas viel besseres gab. Zuerst hatte ich meine Aufnahmen in der MobileMe-Fotogalerie, dann – als diese eingestellt wurde – bei Flickr, dann – nach Design- und Performance-Verschlechterungen bei Ipernity und zuletzt zusätzlich noch als Backup bei Picturelife. Softwareseitig habe ich zuerst iPhoto und dann Aperture eingesetzt, um die Bilder zu kategorisieren, zu verschlagworten, nachzubearbeiten, usw. Dieses Frühjahr gab es nun wieder einen großen Umbruch, Apple hat die App „Fotos“, die es unter iOS schon länger gibt, auch für den Mac veröffentlicht. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, alle Bilder aus „Fotos“, egal ob es sie vom Mac oder iOS kommen, in die iCloud hochzuladen und diese dort aufzubewahren und zwischen den Geräten zu synchronisieren. Dafür werden allerdings iPhoto und Aperture nicht mehr weiterentwickelt. Die Alternativen sind also, entweder – zumindest mittelfristig, eine ganze Weile könnte man sicher noch mit den alten Programmen weiterarbeiten – auf das neue System umzusteigen oder sich eine andere Lösung zu suchen.

Ehrlich gesagt, war ich bei der Ankündigung von Fotos froh, dass dieser Wechsel kam, auch wenn „Fotos“ längst nicht alle Funktionen von Aperture oder Lightroom hat. Denn das alte System stammt aus einer Zeit, bei der man idealerweise nur einen Computer hat, auf dem die Bilder importiert, bearbeitet und veröffentlicht werden. Schon die zunehmende Anzahl von Fotos, die auf dem iPhone entstanden sind, hat mir Probleme gemacht, denn es war mir oft genug zu viel Arbeit (bzw. die Zeit war einfach nicht da), diese nach Aperture reinzuholen und dort äquivalent zu den DLSR-Fotos weiterzuverarbeiten. Noch schlimmer wurde es, als ein zweiter Mac dazukam, denn zwei Aperture-Installationen synchron zu halten, war eine ziemliche Bastelarbeit inklusive Terminal-Skripten. Das lief dann darauf hinaus, dass Fotoarbeiten nur noch an einem Mac gemacht wurden, obwohl ich bei der Nutzung des anderen vielleicht gerade dafür Zeit gehabt hätte. Und dann ist da noch das iPad, das ideale Gerät eigentlich, um in Ruhe auf dem Sofa mal ein paar Bilder auszusortieren. Oder einfach die Fotos mal anderen zu zeigen. Aber dazu müssen sie erstmal auf das iPad kommen.

Die eleganteste Lösung für diese Probleme ist eine zentrale Ablage in der Cloud und nicht auf einem einzelnen Gerät. Und wer kann sowas besser in alle Geräte integrieren als der Hersteller? Also habe ich mich gleich in der ersten Woche, als die Mac-App erschienen ist, an die Migration gemacht. Meine einzige Sorge war eigentlich, dass Apple den Cloud-Teil nicht richtig hinbekommt, denn dies ist traditionell nicht eine der Stärken des Unternehmens aus Cupertino. Aber aus der langen Beta-Phase, die ich intensiv verfolgt hatte, wusste ich, dass es keine technischen Probleme gibt. Blieb nur noch die Sorge, dass das System eventuell zusammenbricht, wenn sich bei Veröffentlichung Millionen von Kunden darauf stürzen, aber auch diese war unbegründet.

Fotos 1

Fotos für Mac

Nun liegen meine rund 7000 Fotos alle in der iCloud, es hat etwa 1-2 Tage gedauert, bis alle vier Geräte wirklich den gleichen Stand hatten. Die Aperture-Library wurde problemlos in „Fotos“ übernommen, inklusive aller Alben, intelligenten Alben und Ereignisse, die in Fotos-Alben umgewandelt wurden. Ich hatte vor dem Import die Struktur in Aperture etwas vereinfacht, was aber wohl gar nicht notwendig gewesen wäre. Pro Gerät kann man entscheiden, ob dort die Originale abgelegt werden sollen, oder – um Platz zu sparen – nur eine verkleinerte Version. Ich habe auf beiden Macs die Originale, so dass es nun inkl. iCloud jeweils drei Kopien eines Fotos gibt (und zusätzlich noch meine TimeMachine- und SuperDuper-Backups). Das ist – insbesondere was die iPhone-Fotos betrifft – wesentlich besser als vorher. Meinen Picturelife-Account habe ich daher nicht verlängert.

Fotos 2

Fotos für iPad

Nach einigen Wochen der Nutzung kann ich festhalten, dass dieses neue System sehr gut funktioniert. Meine Fotosammlung war noch nie in einem so guten Zustand wie jetzt. Es ist von unschätzbaren Wert, auf jedem Gerät die gleiche Ansicht auf die gesamte Fotosammlung zu haben, selbst auf dem iPhone habe ich jedes Foto dabei und kann ein ganz bestimmtes Bild mit Hilfe der Suchfunktionen in kürzester Zeit hervorzaubern. Es wird wirklich fast alles synchronisiert, bis auf die Druckprojekte wie Grußkarten oder Kalender und die intelligenten Alben auf iOS. D.h.,ich kann z.B. auf dem iPad nach Stichwörten wie „Möwe“ oder „Strand“ suchen, die ich auf einem der Macs vergeben habe, und finde sofort die passenden Bilder. Und ich kann ein Bild irgendwo bearbeiten – automatisch verbessern oder nur einen Ausschnitt nehmen oder einfach nur drehen oder begradigen – und die Änderungen werden quasi instantan auf allen Geräten nachgezogen. Ich muss mir auch keine Gedanken mehr machen, welche Fotos ich mit iTunes aufs iPad synchronisiere, um sie jemanden zu zeigen, sie sind einfach alle da.

Fotos 3

Fotos für iPhone

Abstriche gibt es allerdings für Aperture-Benutzer bei der Bildbearbeitung. Die Bearbeitungsfunktionen von „Fotos“ sind zwar mächtiger als sie auf den ersten Blick erscheinen, kommen aber an Aperture nicht ran. Wem die Funktionen nicht reichen und trotzdem „Fotos“ nutzen möchte, sollte die Bilder idealerweise vorm Import mit einem anderen Programm bearbeiten. Das gilt auch für das Hinzufügen von GPS-Koordinaten, denn dies kann „Fotos“ zumindest noch nicht. Für mich überwiegen die genannten Vorteile, da ich in der Regel – schon aus Zeitgründen – in 99% der Fälle mit croppen, begradigen, verschlagworten und automatisch verbessern auskomme. Für iPhoto-Nutzer hingegen fällt mir kein Grund ein, nicht umzusteigen. Bedenken sollte man noch, dass die 5 GB Inklusiv-iCloud-Speicher in vielen Fällen nicht mehr reichen werden, wenn die Fotosammlung dazukommt. Ich musste auf den 200GB-Tarif umsteigen (4 EUR pro Monat), zahle aber im Endeffekt nicht mehr als für Picturelife und habe jetzt noch jede Menge freien Speicherplatz für mein iCloud-Drive.

Fotos 4

Bildbearbeitungsfunktionen bei Fotos für Mac

„Fotos“ bietet – wie auch unter iOS – eine Veröffentlichungsfunktion ins Web (iCloud-Fotofreigabe). Nicht so schick wie bei Ipernity, aber die Jahresgebühr dort könnte ich dann immerhin einsparen. Vielleicht werde ich dazu aber auch wieder Flickr nutzen, denn zumindest die Performance-Probleme auf iOS-Geräten scheinen mir inzwischen beseitigt zu sein, auch wenn mir das neue Design immer noch nicht zusagt. Mein Foto-Workflow bleibt also zumindest was diesen Teil betrifft in Bewegung.

Ich nutze „Fotos“ übrigens nur für Fotos. Screenshots sammele ich in einem intelligenten Album und übernehme diese in meine Screenshotverwaltung „Ember“, über die ich bei Gelegenheit auch mal einen Artikel schreiben müsste. Auch diese synchronisiert über alle Geräte (via Dropbox) und bietet Screenshot-typische Bearbeitungsfunktionen wie das Zeichnen von Pfeilen, das Einfügen von Texten oder das Verpixeln von Bildausschnitten.

Standardtermine schnell auf dem iPhone eintragen

11 Jan 2015
11. Januar 2015

Wir alle haben Termine, die sich oft nur durch die Anfangszeit unterscheiden, ansonsten aber immer den gleichen Titel, die gleiche Dauer, den gleichen Ort, den gleichen Kalender und die gleichen Alarmeinstellungen besitzen. Ein Frisörtermin ist ein gutes Beispiel dafür. Bei einem neuen Termin dieser Art geben wir diese Daten immer und immer wieder erneut ein, was Zeit kostet, insbesondere auf dem iPhone. Für den Mac habe ich vor einiger Zeit „Fantastical“ für schnelle Termineingaben in natürlicher Sprache vorgestellt, inzwischen gibt es die App auch für das iPhone und iPad. Auch über Siri können Termine recht fix via Spracheingabe angelegt werden, für die entsprechenden Befehle verweise ich gerne auf das Kapitel 5 meines Siri-E-Books.

Aber für solche Standardtermine gibt es was schnelleres, nämlich die App „Calendar Paste“ (App-Store-Link). Sie begrüßt uns gleich auf ihrer Startseite mit den vorher zu erstellenden Vorlagen für solche Termine (die Verpixelung dient nur meiner Privatsphäre):

Calendar Paste  1

Alles was dann noch zu tun ist, ist auf eine Vorlage zu tippen und eine Startzeit auszuwählen und schon steht der Termin mit den übrigen Daten aus dem Template in unserem Kalender. Das geht wirklich superschnell:

Calendar Paste  3

Die Vorlagen werden in der App erstellt, indem ein entsprechendes Formular ausgefüllt wird:

Calendar Paste  2

Natürlich können die Vorlagen auch nachträglich geändert, gelöscht oder umsortiert werden. Praktische Sache das.

OmniFocus 2 für Mac

25 Mai 2014
25. Mai 2014

Lange angekündigt und entwickelt, nach den ersten Betas nochmal komplett überarbeitet und mit vielem, was wir schon in den iOS-Versionen gesehen haben ausgestattet, ist es diese Woche endlich veröffentlicht worden, OmniFocus 2 für den Mac. OmniFocus ist eine umfassende Aufgabenverwaltung, mit der sich auch GTD – „Getting Things Done“, eine bekannte Selbstmanagement-Methode von David Allen – umsetzen lässt. Das Programm kann sehr flexibel an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden und besitzt viele durchdachte Funktionen, die es erlauben, nur die Aufgaben anzuzeigen, welche gerade in einer bestimmten Situation, einem bestimmten Ort oder einem Moment sinnvoll sind. Die App ist auch für das iPhone und das iPad erhältlich. Ich nutze OmniFocus seit 2009 und habe bereits mehrfach darüber berichtet (hier ein Link zu einer umfangreicheren Vorstellung der ersten Mac-Version, einer meiner ersten Blog-Artikel übrigens). In dem genannten Artikel werden auch einige Grundkonzepte von OmniFocus, wie z.B. Kontexte erläutert, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte.

OmniFocus ist aus meinen Workflows nicht mehr wegzudenken und läuft praktisch die ganze Zeit. Daher war ich natürlich sehr neugierig auf die 2er-Version und bin noch während der privaten Beta-Phase von Version 1 (man kann beide Versionen auch parallel nutzen) umgestiegen, ohne auch nur einmal zurückzuschauen.

Was ist neu? Als erstes fällt sofort auf, dass die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet wurde. OmniFocus sieht jetzt wie ein modernes Mavericks-Programm aus und steht vom Design betrachtet z.B. den neuen iWork-Apps von Apple in keinster Weise nach. Auffällig ist, dass ganz links eine neue Navigationsleiste hinzugekommen ist:

OmniFocus2 1

Sie dient zur Umschaltung zwischen den einzelnen Ansichten, wie Projekten, Kontexten und Reviews. Genial ist, dass man hier auch ausgewählte Perspektiven ablegen kann (man kann in OmniFocus jede Ansicht, die man sich zusammengestellt hat – z.B. eine Auswahl an Kontexten inklusive Ansichts- und Sortieroptionen – als sogenannte Perspektive speichern und genau diesen View schnell wiederherstellen). Hier gibt es übrigens ein schönes Set mit Perspektiven-Icons, die zum neuen App-Design passen. Die obere Toolbar enthält jetzt nur noch Aktionen, eine durchaus sinnvolle Trennung im Vergleich zu früher, wo sich alles in der oberen Toolbar befand. Man sieht im ersten Screenshot auch, dass der Inspektor nun auf der rechten Seite fest integriert ist – ähnlich wie bei Pages, Numbers oder Keynote. Er bezieht sich inhaltlich nun immer auf das jeweils ausgewählte Element, also das Projekt, den Kontext oder die Aufgabe. Auch die Darstellung der Aufgaben selbst hat sich geändert, die Checkbox zum Abhaken ist nun beispielsweise nach rechts gewandert und wurde durch einen Kreis ersetzt, der je nach Fälligkeit verschiedene Farben haben kann. Sich wiederholende Aufgaben werden durch drei Punkte im Kreis dargestellt. Diese Funktionalität war bereits in der neuen iPhone-App zu finden.

Ebenfalls aus iOS kommt die neue Vorschau-Ansicht, die in einer Kalender-basierten Darstellung Aufgaben mit Fälligkeitsdatum anzeigt. Wer möchte, kann sich dort zusätzlich seine Termine aus der Kalender-App anzeigen lassen, wobei detailliert festgelegt werden kann, welche Kalender angezeigt werden sollen.

OmniFocus2 2

Allein für diese praktische Ansicht lohnt sich IMHO schon das Update. Auch die Review-Ansicht wurde überarbeitet und ist nun ähnlich komfortabel wie bei der iPad-Version, die ich daher bisher bevorzugt für Reviews verwendet hatte. Eine regelmäßige Überprüfung aller Aufgaben und Projekte ist fester Bestandteil von GTD, wird aber nur von den wenigsten Aufgabenmanagern unterstützt. In OmniFocus lassen sich sogar für jedes Projekt individuelle Review-Zyklen festlegen.

Neu und überaus praktisch ist die Quick-Open-Funktion. Durch Klick auf das Quick-Open-Icon oder durch die Tastenkombination Cmd-O öffnet sich ein kleines Zusatzfenster, mit dem man nach Projekten, Ordnern, Kontexten oder Aufgaben suchen kann.

OmniFocus2 3

Ähnlich wie bei Google oder Alfred wird nach jedem getippten Buchstaben das Suchergebnis aktualisiert. Der gewünschte Eintrag kann optional auch in einem neuen Fenster geöffnet werden, damit die aktuelle Ansicht erhalten bleibt.

Endlich unterstützt OmniFocus auch das Notification-Center von OS X und zeigt dort fällige oder bald fällige Aufgaben an. Workarounds über Growl sind somit hinfällig.

OmniFocus kommt nun in einer Standard- und einer Pro-Version. Nur die Pro-Version enthält die bereits erwähnten Perspektiven, AppleScript-Support sowie die Möglichkeit die App auf ein Projekt zu fokussieren und alle anderen Dinge auszublenden. Sie ist bei der OmniGroup direkt oder im Mac-App-Store erhältlich, hier ist die Pro-Version ein In-App-Kauf. Dies war das erste kostenpflichtige Update seit 2009 für mich, daher ging der Update-Preis von rund 40 USD von OmniFocus 1 auf OmniFocus 2 Pro absolut in Ordnung, insbesondere für eine App, die eine so zentrale Rolle in der Arbeits- und Lebensplanung spielt. Die zuverlässige Sync-Funktion zwischen anderen Macs und iOS-Geräten auch mit einer selbstgebauten Wolke ist selbstverständlich nach wie vor enthalten. Momentan liegt OmniFocus 2 nur in englischer Sprache vor. Es ist leider ein Trend bei vielen Firmen geworden, die Übersetzungen erstmal weg zu lassen, um schneller auf den Markt zu kommen. Bisher hat die OmniGroup jedoch die deutschsprachigen Fassungen immer nachgeliefert.

Weitere Infos zur App sind u.a. auf der Produkt-Homepage zu finden.

Version 7.2 - © 1995-2016 by Dr. Markus Jasinski - Impressum