Software-Tipp: Soulver

19 Jun 2011
19. Juni 2011

Soulver ist ein kleines, nett und intelligent gemachtes Rechenprogramm, welches einen ganz eigenen Ansatz verfolgt. Dieser liegt darin, dass die Rechenaufgaben mit Text vermischt werden können, wodurch die Aufgabenstellungen sehr leicht zu lesen und gut nachvollziehbar sind. In der großen Spalte links stehen die Aufgaben, in die rechte Spalte gibt Soulver die Ergebnisse aus. Jede Zeile ist dabei quasi eine neue oder weitere Berechnung. Ich möchte das gerne an einem Beispiel, der Berechnung eines Tagesbudgets, verdeutlichen:

Schauen wir uns diese Berechnungen Zeile für Zeile mal etwas genauer an. Zeile 1 endet mit einem Doppelpunkt, Soulver hat automatisch erkannt, dass hier eine Überschrift stehen soll und formatiert den Text daher fett. Zeile 2 enthält eine Multiplikation, die Soulver auch entsprechend ausführt. Das Programm erkennt auch, dass hier mit Geld gerechnet wird und gibt in der Ergebnisspalte Euro-Beträge an. In Zeile 3 wird ein Trinkgeld prozentual addiert, auch das ist für Soulver kein Problem, ebenso wie die Addition zweier Einzelbeträge in Zeile 4. Alle Angaben erfolgen – da es sich um Euro-Beträge handelt – automatisch mit zwei Nachkommastellen. In der Fußzeile nennt uns die Software noch freundlicherweise die Summe unserer drei Berechnungen.

Eine solche Berechnung können wir im Soulver-Format speichern, für welches das Programm ein QuickLook-Plugin mitbringt, so dass wir Soulver-Dateien im Finder einfach durch Betätigen der Leertaste in einer Vorschau betrachten können. Ferner ist ein Export in die Formate PDF, HTML, Text und CSV mit zahlreichen Optionen vorgesehen.

Mit den Zwischenergebnissen können wir auch weiterrechnen wie dieses Zinsbeispiel zeigt:

Die Zwischenergebnisse in Zeile 4 werden mit Hilfe des Menüpunkts „Bearbeiten > Antwortreferenz einfügen mit Verweis auf“ eingefügt. Dieses Feature kann auch über die Toolbar erreicht werden. Ändern wir nun z.B. einen Zinssatz werden alle davon abhängigen Werte automatisch aktualisiert.

Auch Währungsumrechnungen sind für das Programm kein Problem, die aktuellen Kurse besorgt sich die Software aus dem Internet. So können wir schnell überschlagen, was uns die letzte Reise in Euro gekostet hat:

Auch Berechnungen mit Aktien oder Zeiteinheiten gehören zum Repertoire von Soulver:

Ich hoffe, das Grundprinzip dieser App ist durch diese Beispiele deutlich geworden. Soulver hat noch eine ganze Menge mehr „auf dem Kasten“ als ich im Rahmen eines Artikels vorstellen kann. Das Programm kennt eine Menge Einheiten aus den Bereichen Zeit, Masse, Volumen, Länge, Fläche usw. und kann alle möglichen Varianten von Prozentrechnung wie ein Blick in die Schnellreferenz zeigt:

Die maximale Genauigkeit beträgt 50 Nachkommastellen. Auch mit Binär- und Hexadezimalzahlen hat das Programm kein Problem.

Soulver füllt für mich die Lücke zwischen Taschenrechner und Tabellenkalkulation. Das Programm kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels 7,99 EUR im Mac-App-Store. Es gibt auch Versionen für iPhone und iPad, diese besitze ich jedoch nicht, daher habe ich mich hier auf die Mac-Version beschränkt.

Mac-Adressbuch: Intelligente Gruppen

14 Jun 2011
14. Juni 2011

Eine Besonderheit beim Mac liegt darin, daß Daten in vielen Programmen nicht nur fest, sondern auch nach individuellen Kriterien eingeordnet werden können. Am bekanntesten sind sicherlich die intelligenten Wiedergabelisten in iTunes (z.B. „Meine Top 25“) und die intelligenten Ordner im Finder (z.B. „Alle Filme“). Eine solche Liste kann im Gegensatz zu einer festen Einordnung jeden Tag andere Inhalte haben. Dieses Konzept zieht durch viele Mac-Apps, egal ob sie von Apple oder einem Drittanbieter sind. Weitere Beispiele hierfür sind Mail (intelligente Mailboxen), DEVONthink (intelligente Gruppen) oder Delicious Library (intelligentes Regal).

Heute wollen wir uns das Ganze mal beim Adressbuch (gehört zum Lieferumfang von Mac OS X) näher ansehen. Dieses kennt – neben festen Gruppen (z.B. „Familie“ oder „Kunden“) – sogenannte intelligente Gruppen. Die folgenden Gruppen aus meinem Adressbuch sollen als Beispiel dafür dienen, wie man sich dieses Feature zu nutzen machen kann.

Eine intelligente Gruppe wird entweder über das Menü (Ablage > Neue intelligente Gruppe…) oder die Tastenkombination Cmd-Alt-N angelegt. Leider synchronisieren intelligente Gruppen – im Gegensatz zu festen – nicht mit iOS-Geräten.

Bald Geburtstag

Diese Gruppe enthält alle Kontakte, die in den nächsten 10 Tagen Geburtstag haben. So kann ich mich rechtzeitig um ein passendes Geschenk kümmern.

Messenger

Liste der Kontakte, die ich über Instant-Messaging erreichen kann.

Rostock

Die Kontakte, die man am schnellsten treffen kann, sind meist die in der eigenen Stadt. Daher habe ich hierfür eine intelligente Gruppe:

Es gibt noch eine ganze Reihe weitere mögliche Kriterien für intelligente Gruppen. Selbstverständlich können auch mehrere Kriterien kombiniert werden und zwar mit UND- oder ODER-Verknüpfung. Somit kann man etwa im dritten Beispiel leicht noch einige Nachbarstädte mit einbeziehen.

Ich hoffe, daß ich mit diesem Artikel ein paar Anregungen für eigene intelligente Gruppen geben konnte.

OmniFocus: Aufgaben und Kontexte verlinken

05 Jun 2011
5. Juni 2011

OmniFocus ist eine professionelle Aufgabenverwaltung für Mac, iPad und iPhone, die ich bereits hier im Blog ausführlicher vorgestellt habe. In einer Reihe von Folgeartikeln möchte ich ein paar Tipps und Tricks zu dieser von mir täglich verwendeten Software weitergeben. Den Anfang soll das Thema Verlinkung machen.

Diese wenig bekannte Funktion ist u.a. im Kontextmenü einer Aufgabe versteckt, welches durch Rechts- oder Ctrl-Klick zu erreichen ist:

In der Zwischenablage haben wir nun folgende Zeichenkette;

omnifocus:///task/kQaoX07z4bQ

Da OmniFocus „omnifocus“ als sogenanntes URL-Schema im System registriert, kann man die zugehörige Aufgabe aus anderen Programmen über diese Verlinkung öffnen. Hier ein Beispiel für TextEdit:

Natürlich kann man die Aufgabe auch in OmniFocus selbst verlinken (z.B. im Notizfeld), etwa um einen Zusammenhang von zwei Aktionen deutlich zu machen.

Das Geniale ist nun, dass dieser Link ebenfalls auf iOS-Geräten funktioniert, wenn wir unser OmniFocus zwischen Mac und iOS entsprechend synchronisieren. Hier ein Beispieltext im iPhone-Notizprogramm „Simplenote“:

Ein Klick auf den Link öffnet die entsprechende Aufgabe in der iPhone-Version von OmniFocus:

Solche Links lassen sich auch für Projekte und Kontexte erzeugen. Hier ein Beispiel für einen Personen-Kontext:

Dieser Link sieht so aus:

omnifocus:///context/h1NAD0d6gO4

Dieser Personen-Kontext eignet sich natürlich ganz vorzüglich fürs Adressbuch:

Dazu habe ich ein Feld des Typs „URL“ hinzugefügt und einen eigenen URL-Typ („OmniFocus“) definiert.

LaunchBar: Mac App Store durchsuchen

28 Mai 2011
28. Mai 2011

LaunchBar ist ein tastaturbasiertes Tool für den Mac, mit dem wir blitzschnell die unterschiedlichsten Aktionen starten können (Programme, Websuchen, Adressen, E-Mails, …). Ich habe dieses nützliche Werkzeug neulich hierausführlicher beschrieben. Heute soll LaunchBar so erweitert werden, daß wir den Mac App Store damit durchsuchen können, egal ob dieser gerade läuft oder nicht.

Dazu rufen wir den LaunchBar-Index auf (z.B. aus LaunchBar mit Cmd-Alt-I). Dieser Index, den ich im letzten Artikel wegen seines einführenden Charakters ausgelassen habe, enthält eine vollständige Liste aller möglichen LaunchBar-Befehle:

Wir brauchen für unser Vorhaben die „Custom Search Templates“.

Sollte es noch keinen Abschnitt für eigene Suchvorlagen geben, empfehle ich einen solchen anzulegen, damit leichter zu sehen ist, was man selber hinzugefügt hat. Das geht über das Plus-Symbol links unten in dem Fenster durch die Auswahl von: Suchvorlagen > Leere Suchvorlagen-Liste.

Ein Klick auf „Hinzufügen“ erweitert die Liste um einen Eintrag:

Wir ändern den Namen in „Mac App Store durchsuchen“ und ersetzen das Feld „Details“ durch:

macappstore://ax.search.itunes.apple.com/WebObjects/MZSearch.woa/wa/search?q=*

Nun sichern und aktualisieren wir den LaunchBar-Index (das Sichern-Icon muß ggf. erst noch zur Toolbar hinzugefügt werden, ein ungesichertes Fenster wird aber auch nicht ohne Nachfrage geschlossen):

Aufrufen können wir den neuen Befehl in Launchbar dann z.B. so:

Cmd-Leertaste > MAS > Leertaste > Suchbegriff > Enter

Als Ergebnis erhalten wir eine App-Store-Suche nach „Twitter“:

TextExpander: Begrüßung nach Tageszeit

21 Mai 2011
21. Mai 2011

TextExpander, ein Tool, welches ich vor rund einem Monat hier vorgestellt habe, wandelt zuvor definierte Kürzel in eine Langform um. Auf diese Weise kann der Tippaufwand für Briefe, E-Mails, Chats, HTML-Seiten uvm. deutlich reduziert werden.

Heute wollen wir uns das Kürzel tzb erstellen, welches automatisch in eine Begrüßung umgewandelt wird, die von der Tagszeit abhängig ist:

0 bis 12 Uhr: Guten Morgen
12 bis 18 Uhr: Guten Tag
18 bis 0 Uhr: Guten Abend

Dabei machen wir von der Möglichkeit Gebrauch, dass TextExpander auch sogenannte Shell-Script verarbeiten kann.

Es ist darauf zu achten, dass eine aktuelle Version von TextExpander installiert ist, da es vor kurzem ein Release gab, welches Prozentzeichen in Shell-Scripten nicht richtig verarbeitet hat!

Wir rufen TextExpander auf und klicken auf „Neuer Textbaustein“:

Nun stellen wir den Inhalt auf „Shell Script“ um (über die Dropdown-Auswahl) und legen als Kürzel „tzb“ fest:

In die Textbox kommt nun folgendes Shell-Script:

#!/bin/bash
stunde=`date „+%H“`
if [ $stunde -lt 12 ]; then
echo -n „Guten Morgen“
elif [ $stunde -lt 18 ]; then
echo -n „Guten Tag“
else
echo -n „Guten Abend“
fi

Fertig ist unsere Begrüßung!



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