Apple TV Apps

21 Nov 2015
21. November 2015

Nachdem ich kürzlich allgemein über die vierte Generation des Apple TV berichtet habe, möchte ich heute einige Apps empfehlen. Installierbare Apps gehören zu den wesentlichen Neuerungen der kleinen schwarzen Box. Leider gibt es keine iTunes- oder Webansicht des App Stores auf dem Apple TV, sodass dieser Artikel diesmal ohne Links auskommen muss. Die Apps können aber anhand ihres Namens leicht über den Store gefunden werden. Apps, die es bereits für das alte Apple TV gab, wie z.B. Netflix, Watchever oder Flickr erwähne ich nicht nochmal gesondert, sie sind allerdings zum Teil verbessert und an das neue User-Interface angepasst worden. Heute kann ich sogar Screenshots einbauen, da ich inzwischen einen USB-C-Adapter und ein Verlängerungskabel zum Anschluss des Apple TV an meinem Mac besitze (die Screenshots können dann mit Hilfe von Apples Xcode erstellt werden).

ZDF

Umfassender Zugriff auf die Mediathek und die Livestreams des ZDF und dessen Spartensender. Kostenlos. Leider ist von der ARD bisher nur der bayrische Rundfunk mit einer App vertreten.

ZDF

Mediathekensuche

Zugriff auf die Mediatheken (ohne Livestreams) der öffentlich-rechtlichen Sender. Wie vollständig dieser ist, kann ich schwer sagen, aber diese App bietet schon ein recht umfassendes Angebot sofort abrufbarer Sendungen. Kostenpflichtig (aktuell 3,99 €).

Mediathekensuche

Live TV

Zugriff auf die Livestreams (inkl. EPG) der öffentlich-rechtlichen Sender sowie einer Reihe weiterer Programme (allerdings nicht RTL, SAT1, PRO7 und Co.). Abo-Modell, kostet im Jahr derzeit 19,99 €. Mit den drei genannten Programmen zusammen kann man schon relativ viel fernsehen, ohne vom Apple TV wegschalten zu müssen.

Live TV

Für Freunde der dänischen Sprache sei noch erwähnt, dass das dänische Fernsehen (DR) eine recht gute App mit umfangreichen Mediathek-Inhalten (teilweise mit Untertiteln) im Angebot hat, einige Sendungen und Live-Programme sind allerdings nur mit einer dänischen IP-Adresse abrufbar.

Cueist

Schönes Poolbillard mit guter Optik und zahlreichen Optionen, es kann wahlweise gegen das Apple TV oder gegen eine andere Person gespielt werden. Ein Game-Controller ist empfehlenswert. Kostenpflichtig (aktuell 1,99 €).

Cueist

Jetpack Joyride

Typisches Jump&Run-Spiel, was mir sehr viel Freude bereitet und auf dem Fernseher irgendwie mehr Spaß macht als auf iPhone oder iPad, wo es die App ebenfalls gibt. Kostenlos mit In-App-Käufen, die man IMHO nicht unbedingt braucht.

Jetpack Joyride

Crossy Road

Im Gegensatz zur iOS-Version gibt es hier einen Zweispieler-Modus. Netter Zeitvertreib. Kostenlos mit In-App-Käufen für weitere Spielfiguren.

Crossy Roads

Kitchen Stories

Gut gemachte Video-Rezepte und -Kochanleitungen. Das Apple TV ist wie geschaffen für so eine Art von App. Kostenlos.

Kitchen Stories

MeteoEarth

Zeigt in einer Globus-Ansicht die aktuellen Wetterverhältnisse auf unserem Planeten. Wie unter iOS, nur auf dem Fernseher irgendwie beeindruckender. Kostenlos.

MeteoEarth

Podcasts by myTuner

Bis Apple sich bequemt seine Podcast-App mal fürs TV zur portieren, kann man sich mit dieser App behelfen. Kostenpflichtig (aktuell 2,99 €). Insbesondere Video-Podcasts sind natürlich eine prädestinierte Aufgabe für den Apple TV. Der bekannte Apple-Podcast „Bits und so“ ist übrigens mit einer eigenen App im Store vertreten. Für das TWIT-Podcast-Netzwerk sind sogar mehrere Apps erhältlich.

Podcasts

Earthlapse

Diese App macht den Fernseher zum Sichtfenster der internationalen Raumstation ISS. Beeindruckende Bilder, insbesondere bei dunklem Wohnzimmer. Viele Einstellmöglichkeiten. Kostenpflichtig (derzeit 2,99 €).

Earthlapse

Cinepass

Film-Trailer und lokales Kinoprogramm. Auch eine App, die auf Fernsehgeräten durchaus Sinn macht. Kostenlos.

Cinepass

Zova

Zum Schluss noch etwas für die Fitness. Fernseher sind ideal, um sich Übungen zeigen zu lassen und gleich mitzumachen. Da Zova auch eine iPhone- und eine Watch-App hat, kann man sich den eigene Puls sogar auf dem TV einblenden lassen. Beeindruckend. Kostenlos mit zusätzlichen Übungen als In-App-Kauf.

Zova

Finder Info

14 Nov 2015
14. November 2015

Schlimm genug, wenn man sein iPhone mal verlieren sollte. Noch schlimmer wäre es jedoch, wenn ein ehrlicher Finder keine Möglichkeit hätte herauszufinden, wem das verlorene Gerät gehört. Die Chancen es überhaupt zurückzubekommen, sind mit Einführung des „Activation Lock“ auf jeden Fall gestiegen, da sich bei aktiviertem Lock, was ich jedem empfehle, mit dem iPhone nicht mehr allzu viel anfangen läßt. Apple selbst bietet „Find my iPhone“ und den mit iOS 8 eingeführten Notfallpass als Hilfsmittel an. Letzterer ist allerdings nicht wirklich dazu gedacht und auch nicht ganz so leicht aufzurufen (Bildschirm aktivieren > Entsperren wischen > Notfall klicken > Notfallpass klicken). Und um mit „Find my iPhone“ eine Nachricht an den Finder zu schicken, braucht man erstmal ein anderes Gerät mit Internet. Früher konnte man für solche Fälle seine Kontaktdaten auf dem Wallpaper des Sperrbildschirms platzieren, was man leicht mit der Hilfe von entsprechenden Apps erledigen kann. Mittlerweile verschwimmt allerdings das Hintergrundbild sobald eine Push-Nachricht auf dem Bildschirm erscheint. Somit ist nicht mehr sichergestellt, dass ein möglicher Finder einen ungetrübten Blick auf das Wallpaper hat.

Es ist daher eine gute Idee, die Besitzerinformation auf dem Heute-Bildschirm unterzubringen. Dieser ist von überall – auch vom Sperrbildschirm, wenn man dies in den Einstellungen erlaubt – durch Wischen nach unten erreichbar. Für diesen Zweck habe ich die App „Finder Info“ (kostenlos, App-Store-Link) gefunden. Dort trägt man einfach in die verschiedenen Felder seine entsprechenden Infos ein (bei der Telefonnummer natürlich nicht die des iPhones nehmen!):

Finder info 1

Nun kann das fertige Widget bereits auf dem Heute-Bildschirm platziert werden. Dazu einfach von ganz oben nach unten wischen, an das untere Ende der Liste scrollen und auf „Bearbeiten“ tippen. Dann das Widget „Message to finder“ durch das grüne Plus-Symbol hinzufügen und am besten so weit nach oben schieben, dass es ohne zu scrollen zu sehen ist. Fertig! Standardmäßig zeigt das Widget nur den Namen des Besitzers an, wenn man es antippt erscheinen alle Infos:

Finder info 2

Finder info 3

Apple TV der 4. Generation

08 Nov 2015
8. November 2015

Schon recht lange bin ich Nutzer des Apple TV, einer kleinen schwarzen HDMI-fähigen Box, die per WLAN oder Ethernet das Apple-Ökosystem auf den großen Bildschirm bringt. Meine Hauptanwendungsgebiete waren Airplay, also den Bildschirm des iPhones, iPads oder Macs quasi drahtlos auf den Fernseher umleiten, und das Schauen von Filmen oder Serien (aus iTunes, Netflix oder gespeist vom iTunes meines Macs). DVDs kauf ich schon länger nicht mehr, Blu-ray habe ich übersprungen und was gekauft wird, wird digital bei iTunes erworben, was den Vorteil hat, dass ich diese Filme und Serien dann auch auf den iOS-Geräten via WLAN-Download/Streaming aus der iCloud schauen kann. Daher habe ich das Erscheinen des neuen Apple TV mit Spannung erwartet, schließlich stehen mit den Apps von Drittanbietern nun völlig neue Nutzungsmöglichkeiten offen. Sogar mein geliebtes Siri-Feature ist nun mit an Bord, daher habe ich das Gerät gleich am ersten Vorbestelltag geordert und habe es nun eine knappe Woche, Zeit also für ein erstes Zwischenfazit.

Ich habe mich für die größere 64 GB-Variante (es gibt auch eine Version mit 32 GB) entschieden, allerdings hauptsächlich deshalb, weil Apple recht wenig Anhaltspunkte dafür liefert, wieviel Speicher man in denn der Praxis so braucht. Außerdem habe ich auf iOS-Geräten tendenziell immer zu wenig Speicher gehabt, mit Ausnahme des 128 GB fassenden iPhones. An Zubehör besitze ich noch die Schlaufe für die Fernbedienung sowie den Nimbus-Controller von steelseries.

Apple TV 1

Apple TV 2

Apple TV 3

Unboxing-Zeremonie: zum Lieferumfang gehören das Apple TV selbst, ein Stromkabel, ein Lightning-Kabel (zum Laden der Fernbedienung), die Siri-Remote sowie eine Kurzanleitung

Nach der traditionellen Unboxing-Zeremonie muss das Gerät erstmal angeschlossen werden. Für mich gab es hier keine Unterschiede zur vorherigen Generation, Nutzer des optischen Ausgangs müssen sich allerdings etwas einfallen lassen, denn dieser ist weggefallen, genutzt hatte ich ihn allerdings sowieso nicht. Die Inbetriebnahme beginnt einfach, denn WLAN- und Account-Daten können eleganterweise direkt vom iPhone, welches man dazu in die Nähe des Apple TV halten soll, übernommen werden. Dann hat der Setup-Assistent aber noch viel zu viele Daten und Passwörter abgefragt, die man mit der Bildschirmtastatur nur mühselig eingeben kann, obwohl sie auch auf dem iPhone vorliegen sollten. An dieser Stelle sehe ich einiges an Verbesserungspotential.

Hat man diese Hürde aber erstmal genommen, macht das vierte Apple-TV viel Freude. Ich möchte hier kein komplettes Review verfassen, die gibt es im Internet zuhauf, sondern auf die Punkte eingehen, die mir besonders aufgefallen sind, sei es positiv oder negativ. Leider gibt es im Gegensatz zu anderen Geräten keine einfache Möglichkeit Screenshots zu erstellen, so dass die Bebilderung dieses Artikels in dieser Hinsicht sparsamer ist als sonst. Auf geht’s:

  • Verpackung und Inhalt machen – wie eigentlich immer bei Apple – einen wertigen Eindruck, das Gerät ist deutlich dicker als sein Vorgänger, was da, wo es bei mir steht, allerdings keine Probleme verursacht.
  • Siri ist schnell und hilfreich. Ein „10 Minuten vorspulen“ ist als Sprachbefehl viel schneller als die gleiche Aktion in händisch per Fernbedienung. Siri dürfte gerne noch umfangreicher sein, Musik (immerhin angekündigt) und diktierter Text wären nur zwei Beispiele. Schön wäre auch, wenn die Filmsuche per Siri das Filmangebot auf meinem Mac zusätzlich berücksichtigen würde.
  • Apropos Fernbedienung, meine Logitech Harmony steuert auch das neue Apple TV (ohne dass ich ein neues Gerät einrichten musste).
  • Das User-Interface ist modern, ansprechend und schnell, Filme starten sehr zügig.
  • Allein die Bildschirmschoner sind beeindruckend.
  • Die neue einzeilige Bildschirmtastatur finde ich nicht so schlimm, wie mancherorts behauptet wird, im Gegenteil.
  • Apps sind ein echter Mehrwert und haben das Potential, mittelfristig klassische Fernsehkanäle zu ersetzen, so dass man das oft grottige UI des Fernsehers selbst irgendwann nicht mehr benötigen wird.
  • Das Fehlen einer Remote-App sowie einer Bluetooth-Tastaturunterstützung ist nicht nachvollziehbar.
  • Ähnliches gilt für die Podcasts-App von Apple, Fernseher sind wie gemacht für Video-Podcasts und Cupertino hat sich immerhin ziemlich viel Vorlauf gegönnt.
  • Warum die Fotos-App nicht alle Fotos anzeigen kann, ist mir ebenso ein Rätsel und keine Verbesserung zum Vorgängermodell. Immerhin geht das, wenn man auf einen Mac im Netz zugreift.

Das App-Angebot ist noch recht dünn, was aber normal ist bei einer neuen Plattform, und dürfte derzeit so zwischen 500 und 1000 liegen. Ich habe etwa 30 davon installiert, die man grob in Fernsehen (Netflix, Arte, ZDF, Mediatheksuche, Live-TV, n-tv, …), Spiele (Alto, Asphalt, Badlands, Bowling, Crossy Roads, Cueist, Does not Commute, …) und Infotainment (Youtube, Bits und so, Flickr, TWIT, Cinepass, Kitchen Stories, Podcasts by myTuner, …) unterteilen kann. Natürlich darf auch eine App, die ein schönes Kaminfeuer auf den Bildschirm zaubert, in der kalten Jahreszeit nicht fehlen. In der letztgenannten Kategorie, also Infotainment, ist das Apple TV natürlich vor allem für Apps prädestiniert, die in irgendeiner Form Videos oder Bilder wiedergeben. Bei den Spielen habe ich schon einige gefunden, wie „Cueist“ oder „Does not Commute“, die ich mit dem Game-Controller besser spielen kann als mit der Siri-Remote.

App Store auf dem Apple TV

App Store auf dem Apple TV

Abschließend noch ein paar Tipps und Tricks, die für neue Nutzer nicht so offensichtlich sind:

  • Tippt man in der Bildschirmtastatur länger auf eine  Buchstaben stehen der entsprechende Grossbuchstabe sowie Sonderzeichen, die auf dem jeweiligen Buchstaben basieren, zur Verfügung.
  • Mit dem Play-Pause-Button kann auf der Bildschirmtastatur zwischen Gross- und Kleinschreibung umgeschaltet werden.
  • Doppelklick auf dem Home-Button startet den App-Umschalter, der genauso funktioniert wie unter iOS.
  • Ein dreifacher Klick auf den Home-Button bietet Schnellzugriff auf Voice-Over.

Mit zunehmenden App-Angebot dürfte das, was sich auf den übrigen Kanälen meines Fernsehers so abspielt, immer unwichtiger werden, so dass man letztendlich zumindest mittelfristig darauf verzichten kann. Das erhoffe ich mir vom Apple TV und das ist wohl auch Apples Vision, wenn sie sagen, dass Apps die Zukunft des Fernsehens sind. Insgesamt bin ich recht angetan von dem Gerät.

Erste Erfahrungen mit HomeKit

01 Nov 2015
1. November 2015

Da mein neuer Apple TV noch auf sich warten läßt, möchte ich die Gelegenheit nutzen und über meine erste Erfahrungen mit HomeKit berichten. Geräte, die nach Apples HomeKit-Standard zertifiziert sind (erkennbar an einem HomeKit-Logo auf der Verpackung, hier eine von Apple gepflegte Liste der Geräte), lassen sich mit iOS-Geräten – einschließlich der Apple Watch – steuern bzw. abfragen. Was viele verwirrt ist die Tatsache, dass Apple – beispielsweise im Gegensatz zum HealthKit – keine Frontend-App mitliefert, sondern dies den Herstellern der Geräte und Drittanbietern überlässt. Allerdings gibt es eine zentrale HomeKit-Datenbank auf dem jeweiligen Gerät, aus der sich diese Apps bedienen und in die sie ihre Daten auch hineinschreiben, so dass alle Anwendungen die gleiche Sicht auf unsere jeweilige Wohnung haben. Ein systemweites Frontend gibt es aber dennoch – und das ist mein geliebtes Siri. Mit Hilfe der Sprachsteuerung lassen sich Lampen einschalten oder dimmen, Steckdosen aktivieren, Sensoren abfragen und einiges mehr. Dies funktioniert übrigens dann mit allen iOS-Geräten, iPhone, iPad und der Apple Watch. Dazu gleich mehr.

An HomeKit-fähigen Geräten habe ich derzeit

  • Philips Hue
  • Elgato eve energy
  • Elgato eve room

Das Beleuchtungssystem „Hue“ setze ich schon länger ein und habe bereits darüber berichtet. Damit die HomeKit-Unterstützung funktioniert, musste eine neue Bridge her, weil der HomeKit-Standard ziemlich genau vorschreibt, welche Funkstandards und Verschlüsselungen (bei der Sicherheit sind Apples Anforderungen wohl recht hoch) unterstützt werden müssen. Die neue Bridge kann einzeln ohne Lampen erworben werden. Zunächst einmal muss das neue HomeKit-Gerät ins System integriert werden. Dazu liegt der Packung ein Kärtchen mit einem Nummerncode bei, der mit der jeweiligen HomeKit-fähigen App abfotografiert wird. Diese Vorgehensweise ist übrigens herstellerübergreifend immer gleich. Entsprechend hat Philips die Hue-App erweitert, um alle neuen Funktionen zu unterstützen, außerdem gibt es eine eingebaute Prozedur, die alle Daten von der alten auf die neue Bridge überträgt (dazu müssen kurzzeitig beide Bridges ans Ethernet angeschlossen werden), was in meinem Fall problemlos funktioniert hat.

In der Hue-App kann man nun unter Einstellungen > Siri-Sprachsteuerung festlegen, welche Lampen und Szenen man mit Siri steuern möchte. Anschließend stehen eine ganze Reihe neuer Siri-Befehle zur Verfügung (Schrägstrich bedeutet alternativer Befehl, bei eckigen Klammern muss etwas eingesetzt werden):

„Licht aus“ / „Alle Lampen ausschalten“

„Licht an“ / „Alle Lampen einschalten“

„Schalte [Name der Lampe] aus“

„Schalte [Name der Lampe] an“

„Schalte [Name der Lampe] auf [Farbe]“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] heller“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] dunkler

„Setze die Helligkeit der Lampe [Name der Lampe] auf [Wert] Prozent“

„Ist die Lampe [Name der Lampe] eingeschaltet?“

„Aktiviere [Name der Szene]“

Eine Szene ist in Hue eine beliebige Zusammenstellung von Lampen, Farben und Helligkeiten. D.h., ich kann mit einem einzigen kurzen Sprachbefehl ein komplettes Licht-Setup in meiner Wohnung aktivieren. Ich habe zum Beispiel eine Szene „Stimmung“ in der ähnlich wie auf dem Titelbild alle Räume in verschiedene Farben gehüllt werden und somit eine für mich entspannende und stimmungsvolle Lichtatmosphäre entsteht. Alles was ich dazu tun muss ist, meine Apple Watch so zu heben, dass sie aktiviert wird und dann reicht der Satz „Hey Siri, aktiviere Stimmung“. Magisch.

Hue 2

Hue 1

HomeKit Szene

Leider kann die Hue-App die Lampen nicht bestimmten Räumen zuordnen, was der HomeKit-Standard explizit vorsieht. Dies ist jedoch mit anderen Apps möglich, dazu gleich mehr.

Elgato eve energy ist ein kleine Steckdose, die in eine Steckdose kommt und diese damit HomeKit-fähig macht. Nach entsprechender Einrichtung mit der Eve-App stehen folgende neue Siri-Befehle zur Verfügung (der Name der Steckdose wird in der App festgelegt):

„[Name der Steckdose] anschalten“

„[Name der Steckdose] ausschalten“

„Ist [Name der Steckdose] eingeschaltet?“

Natürlich kann die Steckdose auch mit der Eve-App ein- oder ausgeschaltet werden. Das Besondere an „eve energy“ ist, dass zusätzlich ein Stromzähler eingebaut ist. D.h., es kann in der Eve-App eingesehen, wieviel Strom das eingesteckte Gerät insgesamt oder an einem bestimmten Tag verbraucht hat. Sehr praktisch.

eve-energy

Zusätzlich kann man mit der Eve-App seine Geräte – und das geht auch mit Hue-Lampen (!) – Räumen zuweisen. Dadurch entstehen neue, sehr praktische Befehle:

„Schalte alles im [Name des Zimmers] ein“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] an“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] aus“

„Mach das Licht im [Name des Zimmers] dunkler“

Und so weiter (betroffen sind dann immer alle Lampen und/oder Geräte, die einem Raum zugeordnet sind). Das erinnert schon irgendwie an Captain Picard in seiner Kabine ;-).

Schließlich habe ich noch das „eve room“, ein Gerät zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in Innenräumen (außerdem wird auch ein Außenmodul angeboten). Zusätzlich zur Protokollierung dieser Werte in der Eve-App, was an sich nichts neues ist (macht z.B. Netatmo auch), können Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch mit Siri abgefragt werden:

„Wie warm ist es im [Name des Zimmers]?“

„Wie ist die Luftfeuchtigkeit im [Name des Zimmers]?“

eve room

eve room

Eve-Room wird mit Batterien betrieben und ist nicht sehr groß

Eine sehr gute HomeKit-App, die so ziemlich jedes HomeKit-Feature unterstützt und auch eine Watch-App hat, ist übrigens „Home“ (App-Store-Link), welche allerdings das iTunes-Budget mit 15 Euro belastet.

Insgesamt ist eine Wohnung, die aufs Wort gehorcht, schon recht beeindruckend und fühlt sich auf jeden Fall ein wenig nach einem Leben in der Zukunft an.

Fremdsprachen lernen mit Apps

26 Jul 2015
26. Juli 2015

Da ich häufiger bei unserem nördlichen Nachbarn unterwegs bin (ist ja nur eine kurze Fährüberfahrt entfernt von hier), lerne ich derzeit ein wenig Dänisch. Leider kein leichtes Unterfangen, knapp die Hälfte der Wörter stimmen zwar mit der deutschen Sprache überein (was das Lesen von Texten vereinfacht, beim Sprechen muss man natürlich dennoch wissen, welche Wörter gleich sind), jedoch weicht die Aussprache mehr oder weniger von der Schriftsprache ab, zumal nach meiner Erfahrung im Alltag recht schnell und teilweise auch undeutlich gesprochen wird. Dafür lernt man im Gegenzug quasi drei Sprachen in einer, denn die skandinavischen Sprachen haben eine Wortübereinstimmung zwischen 90 und 95 Prozent und werden gegenseitig meist ohne größere Probleme verstanden.

Wie man es bei mir nicht anders erwarten kann, unterstützen mich meine Geräte wie iPhone und iPad kräftig beim Lernen und ich möchte heute einfach mal meine Erfahrungen weitergeben und die Apps empfehlen, die mir weitergeholfen haben. Ich habe dabei nicht recherchiert, welche der Apps plattformübergreifend sind, dies dürfte aber zumindest für einige der Fall sein.

Mein wichtigster Baustein ist ein App-gestützter Sprachkurs. Denn nur so ist, meiner Meinung nach, ein systematisches Erlernen in kleinen zusammenhängenden und aufeinander aufbauenden Lektionen möglich. Hierzu setze ich Babbel ein (App-Store-Link), eine App, die eine ganze Reihe von Sprachen unterstützt, u.a. eben auch Dänisch. Für die Nutzung entstehen monatliche Kosten, die um so niedriger sind, je größer man den Abo-Bezahlzeitraum wählt. Ich zahle beispielsweise 33,30 Euro für 6 Monate, was einem Monatspreis von 5,55 Euro entspricht. Das ist meiner Meinung nach nicht zu viel, denn zum einen ist es ein professioneller Kurs, zum anderen erwirbt man natürlich – sofern man das Ganze nicht nur oberflächlich angeht – eine zusätzliche Fertigkeit, die sich zukünftig bezahlt machen kann. Die Sprachkurse sind auch nicht statisch, sondern es kommen regelmäßig neue Lektionen hinzu. Es dürfte schwierig sein, ein vergleichbares kostenloses Angebot zu finden, zumindest bei etwas exotischeren Sprachen wie eben Dänisch.

Babbel-Kurse

Eine Babbel-Lektion (für Dänisch gibt es über 300), die meist aus 5-10 Unterabschnitten besteht, hat mehrere Komponenten. Zunächst werden die neuen Wörter bzw. Redewendungen dieser Lektion (meist nicht mehr als 10) in Deutsch und der jeweiligen Fremdsprache angezeigt und in der Fremdsprache vorgelesen. Erlaubt man der App den Mikrofonzugriff, kann das Wort nachgesprochen werden und es wird angezeigt, ob die Aussprache korrekt war oder nicht.

Babbel 1

Anschließend werden diese wiederholt und man muss die richtige Übersetzung wählen.

Babbel 2

Nun werden einzelne Begriffe nochmal vorgelesen und man muss diese selber schreiben. Dazu werden entweder die enthaltenen Buchstaben angezeigt oder es wird einfach nur eine Tastatur eingeblendet, was natürlich schwieriger ist.

Babbel 3

Babbel 4

Weiterhin gibt es immer mal wieder Erläuterungs- und Grammatikseiten, auf denen das Gelernte vertieft wird.

Babbel 5

Weitere Komponenten sind das Zuordnen von Wörtern in Gruppen (durch Verschieben auf dem Bildschirm) oder das Vervollständigen von Dialogen, die gängige Alltagssituationen abdecken. Eine Lektion kann natürlich beliebig oft wiederholt werden. Die gelernten Wörter und Redewendungen kommen zusätzlich in eine persönliche Vokabelliste, die man in regelmäßigen Abständen mit Hilfe eines Wiederhol-Managers, der sich auch merkt, mit welchen Wörtern man Schwierigkeiten hat, abgearbeitet werden.

Babbel 6

Alles in allem bleibt nach meiner Erfahrung mit Hilfe der App eine ganze Menge hängen und die Sprachkenntnisse verbessern sich Schritt für Schritt. Der zweite wichtige Baustein meines Lernsystems ist ein Vokabel-Manager. Zwar hat Babbel ja schon den eben erwähnten Wiederhol-Manager, dieser lässt sich jedoch nur übers Web mit eigenen Wörtern erweitern und geht vermutlich auch verloren, sollte man jemals sein Abo beenden. Daher bevorzuge ich hierfür eine separate App und habe mich für iVocabulary entschieden. Diese kostenpflichtige App gibt es für Mac, iPhone und iPad, wobei die Daten über alle Geräte synchronisiert werden (iCloud oder Dropbox, Dropbox funktioniert nach meiner Erfahrung besser) und der Funktionsumfang ähnlich ist. Das Eintragen größerer Vokabelmengen ist natürlich am Mac bequemer.

Ivoc

In iVocabulary trage ich alle Wörter, die ich in Babbel lerne, sowie alle weiteren Vokabeln, die ich aufschnappe – z.B. auf Dänemark-Reisen, Webseiten, Prospekten usw. – ein. Zu jeder Vokabel kann auch ein Bild (diese Funktion nutze ich nicht, ist aber sinnvoll, für alle, die mehr visuell lernen), ein Kommentar, die Aussprache (als Aufnahme) und ein Etikett (nutze ich für die Wortart Substantiv, Verb, usw.) gespeichert werden. Mit Hilfe verschiedener Abfrage-Modi können die Wörter dann gelernt werden, wobei zu jeder Vokabel der letzte Abfragezeitpunkt und die individuelle Schwierigkeit (wie oft passieren Fehler bei diesem Wort) gespeichert wird. Insgesamt ist iVocabulary sehr umfangreich und ich habe noch nicht alle Funktionen genutzt.

Es kommt häufiger vor, dass ich ein neues Wort lese und einfach nur wissen möchte, wie es ausgesprochen wird. Hierfür hat sich die kostenlose App Forvo (App-Store-Link) bewährt. Forvo ist eine Sprach-Community, an der man teilnehmen kann, indem man dort einspricht, wie Wörter in der eigenen Muttersprache ausgesprochen werden. Der Umfang ist recht hoch, ich stoße recht selten auf ein Wort, welches nicht enthalten ist.

Forvo

Natürlich wäre diese Zusammenstellung ohne ein Wörterbuch nicht vollständig, denn irgendwo muss man bisher völlig unbekannte Wörter ja nachschlagen. Ich nutze dazu die iPhone-App von dict.cc, dict.cc+ (App-Store-Link, Offline-Benutzung möglich, alternativ gibt es auch eine kostenlose Version mit Werbung).

Dictcc

Diese vier Apps decken den Grundbedarf IMHO ganz gut ab, gelegentlich nutze ich noch weitere Dienste wie Google-Translate, aber mit den vorgestellten Produkten kommt man schon recht weit. Bonus-Tipp: Insbesondere fürs Vokabellernen ist es nützlich, auf dem iPhone oder iPad die Tastatur der jeweiligen Sprache zu installieren (iOS: Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Tastaturen). In diesem Sinne, viel Spaß beim Lernen!

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