Fitbit Aria

05 Mrz 2014
5. März 2014

Seit gut einem Jahr nutze ich einen „Fitbit One“ (s. meinen Blog-Artikel hierzu) zum Zählen meiner Schritte, Kilometer, Stockwerke und der verbrannten Kalorien. Meine Erwartungen in diesen Kauf haben sich erfüllt, ich trage den One täglich, so dass sichergestellt ist, dass ich meine 10.000 Schritte am Tag schaffe, was im Jahresdurchschnitt 2013 auch gelungen ist.

Daher fand ich es nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und auch mein Gewicht mit einem Gadget regelmäßig zu kontrollieren. Für Fitbit-Nutzer ist es naheliegend, hierzu die WLAN-Waage aus diesem Hause zu nehmen, die „Fitbit Aria“ (Link zur Produktseite, 120 EUR, bei Amazon derzeit etwas günstiger). Darum habe ich mir dieses Gadget vor rund zwei Wochen bestellt. Die Waage ist in schwarzer und weißer Farbe erhältlich. Der Vorteil gegenüber meiner alten analogen Waage liegt darin, dass das Gewicht nach dem Wiegen automatisch per WLAN an mein Fitbit-Konto gesendet wird. Außerdem wird gleichzeitig der Körperfett-Anteil in Prozent gemessen. Die Werte werden natürlich auch auf dem LCD-Display der Waage angezeigt. Einen Ein-/Ausschalter gibt es übrigens nicht, die Aria schaltet sich beim Betreten ein und deaktiviert sich wieder, sobald die Messergebnisse via WLAN versendet wurden. Ihren Strom bezieht die Fitbit-Waage aus 4 AA-Batterien (im Lieferumfang enthalten), die über ein Fach an der Unterseite zugänglich sind. Die Körperfett-Bestimmung erfolgt über eine Impedanz-Messung (Wechselstromwiderstand). Daher darf die Waage nicht verwendet werden, wenn man einen Herzschrittmacher oder andere medizinische Implantate trägt. Genau wie beim Schrittzähler erhält man von Fitbit motivierende Abzeichen für das Erreichen bestimmter Ziele. Die ermittelten Daten werden automatisch ins persönliche Dashboard – im Webbrowser oder der iOS- bzw. Android-App – integriert.

Im Gegensatz zum „Fitbit One“ kann die Aria von mehreren Personen verwendet werden (maximal 8 Benutzer, was auch für größere Haushalte ausreichen sollte). Die Nutzererkennung erfolgt dabei automatisch, das Namenskürzel wird zur Kontrolle im Display der Waage angezeigt. Laut Produkt-Homepage darf die Aria auch in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (also Badezimmern) eingesetzt werden.

Die Ersteinrichtung – die Waage muss ja irgendwie mit den WLAN- und Fitbit-Zugangsdaten (sowie dem Namenskürzel) versorgt werden, um als autonomes Gerät im heimischen Netz zu funktionieren – kann entweder durch eine herunterladbare Software (für Windows und OS X) oder über einen Browser (letzteres funktioniert auch auf Smartphones und Tablets) erfolgen. Bei mir hat die Methode mit der Software nicht funktioniert, da sich das Programm statt mit der Waage immer versucht hat, mit dem WLAN-Router eines Nachbarn zu verbinden.

Fitbit Aria 1

Software-basierte Einrichtung der Fitbit Aria

Die Einrichtung über den Browser hat hingegen problemlos funktioniert. Durch das Einlegen der Batterien wird die Waage in einen Setup-Modus versetzt. Im Browser werden in einem mehrschrittigen Vorgang die Fitbit- und WLAN-Zugangsdaten eingegeben. Dazu enthält die Waage offenbar einen Mini-Webserver, der diese Daten via HTTP entgegennimmt und in der Waage speichert. DIe Waage unterstützt übrigens nur den 802.11b-Standard, was ich für verbesserungswürdig halte. Zum Glück spannt mein Router zwei Netze auf, so dass sich die Aria nur mit den Geräten, die nur 2,4-GHz können in diesem Netz befindet, damit sie meine Geräte, die eine schnelle Verbindung nutzen sollen und sich im 5-GHz-Netz befinden (Macs, iPhone, iPad und Apple-TV), nicht ausbremst. Da die Waage immer nur kurz eingeschaltet ist, sollte dieser Punkt aber auch nicht überbewertet werden. Mit dem modernen WPA2-Standard kommt die WLAN-Waage problemlos zurecht.

Fitbit Aria 2

Browser-basierte Einrichtung der Fitbit Aria

Zum Abschluss noch zwei Tipps:

  • Die Waage sollte auf einem festen Untergrund (kein Teppich!) stehen, die Messungen sind sonst ungenau.
  • Das Wiegen sollte immer zur selben Tageszeit erfolgen, damit die Messungen vergleichbar sind.

Insgesamt bin ich mit der Waage bisher zufrieden, das Wiegen ist einfacher geworden, da Gewicht, Datum und Uhrzeit automatisch an mein Fitbit-Konto übermittelt werden. Ferner kann ich nun auch meinen Körperfettanteil kontrollieren.

Mac-Synchronisation mit OmniPresence

16 Feb 2014
16. Februar 2014

Da ich seit kurzer Zeit zwei Macs habe, ist das Thema Mac-Synchronisation neu auf meiner Agenda. Ich möchte einfach bestimmte Verzeichnisse auf beiden Maschinen synchron haben, und zwar so automatisch wie möglich und auch dann, wenn beide Macs sich nicht am gleichen Ort befinden. Ein klassische Aufgabe für Dropbox würde man sicherlich zuerst denken, eine ganze Reihe von Verzeichnissen gleiche ich auch darüber ab, was äußerst zuverlässig funktioniert. Aber, Dropbox ist nun mal in den USA zu Hause und da möchte man aus Gründen bestimmte Daten einfach nicht liegen haben. Ich war daher auf der Suche nach einer einfachen Lösung, die ähnlich wie Dropbox funktioniert, den Einsatz eines eigenen Servers erlaubt und auf dem Server möglichst wenig Aufwand machen soll.

Dadurch, dass ich die Programme OmniGraffle und OmniOutliner von der Omni-Group einsetze, bin ich auf eine sehr interessante Lösung aus diesem Hause gestossen, die sich OmniPresence nennt. OmniPresence wurde eigentlich geschrieben, damit die Mac- und iOS-Versionen der Omni-Programme auf die gleichen Daten zugreifen können. Dazu wird die kostenlose OmniPresence-App (benötigt OS X 10.8.2 oder neuer) auf den eigenen Macs installiert, welche vom Grundprinzip her Dropbox ähnelt. Das Programm läuft oben in der Menüleiste und zeigt über sein Icon den aktuellen Synchronisationsstatus an. Bevor etwas abgeglichen wird, muss man dem Programm natürlich erstmal mitteilen, welches Verzeichnis (oder welche Verzeichnisse) synchronisiert werden sollen. Dazu klickt auf „Add Synced Folder“, woraufhin ein neues, leeres Verzeichnis (Name oder Ort im Verzeichnisbaum wird abgefragt) für die abzugleichenden Daten angelegt wird. Anschließend wird abgefragt, wie dieses Verzeichnis synchronisiert werden soll, und hier wird es spannend:

OmniPresence

Es kann nämlich ein beliebiger WebDAV-Server, also auch ein eigener als Speicherort angegeben werden. Was ist WebDAV, werden sich vielleicht manche nun fragen? Vereinfacht gesagt ist das ein erweiterter Webserver, von dem man nicht nur wie sonst Daten bzw. Dateien lesen, sondern auf dem man auf Dateien ablegen/schreiben kann. Er ähnelt also dem traditionellen FTP-Server mit dem Unterschied, dass ein erweitertes HTTP-Protokoll zur Übertragung verwendet wird. Natürlich kann das eigene WebDAV-Verzeichnis so abgesichert werden, dass sowohl der lesende als auch der schreibende Zugriff nur mit entsprechenden Zugangsdaten möglich sind und selbstverständlich ist auch eine verschlüsselte Übertragung der Daten (HTTPS) vorgesehen.

Man kann also in OmniPresence nun über die Felder „Server Address“, „Account Name“ (Benutzername) und „Password“  einfach seinen eigenen WebDAV-Server eintragen. Das kann übrigens auch ein Mac mit der Server-Version von OS X sein, welche die WebDAV-Funktionalität mitbringt. Viele deutsche Provider bieten ihren Kunden ebenfalls WebDAV-Speicherplatz an, so dass man zumindest die Möglichkeit hat, die Daten beim Provider seines Vertrauens in Deutschland abzulegen. Auch die Telekom-Cloud basiert zum Beispiel auf WebDAV. Man könnte zur Not auch den „Omni Sync Server“, also einen WebDAV-Server der Omni-Group nutzen, wie im Screenshot zu sehen ist, der aber eigentlich nur für die Synchronisation unter den Omni-Apps gedacht ist und wie die Omni-Group selber in den USA beheimatet sein dürfte. Konkrete Rahmenbedingungen – wie z.B. der maximale Speicherplatz dort – habe ich allerdings nicht gefunden.

Eins bleibt noch zu tun, auf dem zweiten Mac muss nun ebenfalls OmniPresence installiert und ein Verzeichnis konfiguriert werden, welches auf denselben WebDAV-Server/Account zugreift. Ab sofort sind dann alle Dateien, die man in das synchronisierte Verzeichnis ablegt, auf beiden Rechnern zu finden. Nach meinen praktischen Erfahrungen ist die Synchronisation nicht auf die Omni-Dateiformate beschränkt, sondern funktioniert mit bisher allen getesteten Dateien zuverlässig. Ob es evtl. Probleme bei sehr großen oder sehr sehr vielen Dateien gibt, habe ich noch nicht probiert, für meine Zwecke hat sich das System jedoch bewährt. Man ist mit OmniPresence übrigens nicht auf ein(en) Verzeichnis(baum) beschränkt, sondern kann mehrere Ordner mit unterschiedlichen WebDAV-Zielen konfigurieren. OmniPresence eignet sich daher auch gut für Arbeitsgruppen, die zusätzlich noch einen gemeinsamen Ordner verwalten möchten.

Der Zugriff via iOS ist nur mit Apps möglich, die OmniPresence unterstützen, was natürlich bei OmniGraffle und OmniOutliner der Fall ist. Für Drittentwickler bietet die Omni-Group ein kostenloses Open-Source-Framework auf GitHub an.

Weitere Alternativen zu Dropbox sind in diesem Artikel zu finden.

Grid-It Organizer

04 Feb 2014
4. Februar 2014

Immer mal wieder werde ich nach Zubehör-Empfehlungen gefragt. Daher möchte ich ab und zu mal einen Artikel einstreuen, der nützliche Dinge für den Geek-Alltag vorstellt. Beginnen werde ich heute mit dem Grid-It-Organizer, der nun fast ein Jahr bei mir im Einsatz ist.

Unterwegs nehme ich nicht immer dieselbe Tasche mit. Je nachdem ob ich iPad, MacBook Pro oder beides dabei habe, kann die Tragetasche unterschiedlich groß ausfallen. Nun möchte ich aber nicht jedes Kabel und jeden Adapter einzeln von einer Tasche in die andere umräumen, sondern den Wechsel mit einem Handgriff vollziehen. Und genau hier kommt das Grid-It ins Spiel. Es ist im Prinzip eine stabile Stoffebene, auf der sich eine Vielzahl von Schlaufen unterschiedlicher Länge und Breite in waagerechter und senkrechter Anordnung befindet (s. Artikelbild). In diese Schlaufen kann man nun alles reinstecken, was man immer dabei haben möchte. Ein Vorteil des Grid-It-Systems ist, dass diese Art der Aufbewahrung deutlich übersichtlicher ist als z.B. eine kleine Zubehörtasche, wo dann alles lose drinliegt. Man bekommt schnell einen Blick dafür, ob etwas fehlt. Auf der Rückseite ist noch eine flache Reißverschlusstasche, die sich z.B. für Reinigungstücher eignet.

Grid-It gibt es in verschiedenen Größen z.B. bei Amazon oder im Apple-Store. Mein Organizer ist etwa 27 x 19 cm und bewahrt für mich derzeit folgende Dinge auf:

  • UMTS-Stick fürs MacBook
  • USB-Verlängerungskabel
  • Lightning-auf-USB-Kabel
  • Apple 5W USB-Power-Adapter
  • Lightning-auf-30-polig-Adapter (um altes 30-poliges Zubehör weiter zu nutzen)
  • Kamera-Connection-Kit (2-teilig)
  • Lightning-Digital-AV-Adapter
  • 2 Touchscreen-Stifte
  • Kugelschreiber

Für mich inzwischen ein unentbehrlicher Helfer und daher auch eine klare Empfehlung!

iPhone-Hardwaretasten beim Telefonieren

25 Jan 2014
25. Januar 2014

Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich kein Vieltelefonierer bin, aber die Funktionen der Hardwaretasten beim Telefonieren waren mir bisher nicht bekannt. Da es vielleicht einigen Lesern auch so geht, folgt hier eine kleine Zusammenstellung.

Auflegen

Hierzu kann einfach die Standby-Taste oben rechts des iPhones verwendet werden. Die ist in der Regel schneller getroffen als die entsprechende Schaltfläche auf dem Bildschirm und kann jetzt im Winter natürlich auch mit Handschuhen betätigt werden.

Klingelton unterdrücken

Bekommt man einen Anruf und möchte den Klingelton unterdrücken, ohne das Gespräch abzulehnen, reicht es eine der Lautstärketasten oder die Standby-Taste zu betätigen. Es ist nur der aktuelle Anruf betroffen, beim nächsten Telefonat klingelt das iPhone erneut. Zum dauerhaften Unterdrücken des Klingeltons muss daher der Stummschalter verwendet werden.

Anrufer zum Anrufbeantworter schicken

Hierzu einfach während des Klingelns die Standby-Taste oben rechts zweimal zügig hintereinander betätigen. Eine gute Methode, um zum Beispiel unbekannte Anrufer schnell loszuwerden.

 

Raspberry Pi

04 Jan 2014
4. Januar 2014

Völlig überraschend hab ich zu Weihnachten von einem guten Freund (Danke nochmals, Karsten!) einen Raspberry Pi geschenkt bekommen. Dies ist ein winziger Computer, etwa in der Größe einer Zigarettenschachtel, gegen den selbst ein Mac mini wie ein Riese wirkt. An Bord werkelt ein ARM-Prozessor mit 512 MB RAM, im Prinzip so ähnlich wie bei Mobiltelefonen. Er hat keinen integrierten nicht-flüchtigen Speicher, sondern dafür einen SD-Kartenslot, dazu später mehr. Rings um das Gehäuse sind für die Größe eine Menge Anschlüsse untergebracht, wie gesagt der SD-Kartenslot, ein Micro-USB-Anschluss für die Stromversorgung (5 Volt über Netzteil), 2 USB Anschlüsse (nutze ich für Tastatur und Maus, wer mehr braucht, muss einen Hub anschliessen), ein Ethernet-Anschluss, ein HDMI-Anschluss, eine Audio-Buchse und einen Cinch-Videoanschluss, der für analoge Fernseher gedacht ist. WLAN ist nicht an Bord, kann aber bei Bedarf über einen USB-Adapter nachgerüstet werden.

Raspberry 1

Natürlich war ich neugierig, den Kleinstrechner in Betrieb zu nehmen. Dazu musste zunächst die Platine, auf der sich sämtliche Hardware befindet, in das passende Gehäuse gesteckt werden, was kinderleicht ist. Im nächsten Schritt muss die SD-Karte vorbereitet werden, was ich mit Hilfe meines Macs erledigt habe. Die Karte muss mit Hilfe des Tools „SDFormatter“ formatiert werden. Ob hierfür auch das Festplattendienstprogramm für OS X ausreichen würde, habe ich nicht weiter recherchiert. Dann muss man noch das Paket „NOOBS“ (New Out of Box Software) – im Prinzip das Installationsprogramm – von der Raspberry-Homepage herunterladen, auspacken und die so erhaltenen Dateien auf die soeben formatierte SD-Karte spielen.

Raspberry 4

Nun werden Tastatur, Maus, Monitor und Ethernet angeschlossen, die SD-Karte eingelegt und die Stromversorgung eingesteckt (einen Ein-/Ausschalter gibt es nicht). Dann bootet NOOBS und bietet verschiedene Linux-Systeme zur Installation an. Die Auswahl hängt natürlich ein wenig davon ab, wofür man seinen Raspberry nutzen möchte. Ich habe mich für „Raspbian“, einen Debian-Port entschieden, da ich aus beruflichen Gründen mit dem Debian-System vertraut bin. Im nächsten Schritt wird das Linux-System auf der SD-Karte installiert, was ein kleines Weilchen dauert.

Raspberry 2

Beim ersten Systemstart bootet das Debian-System in das Konfigurationswerkzeug „raspi-config“, mit dem man noch einige Einstellungen vornehmen kann (z.B. das Kennwort für den Standardbenutzer „pi“ ändern oder Spracheinstellungen anpassen). Hier wird auch festgelegt, ob gleich in ein grafisches System gebootet werden soll, oder ob man mit einem Terminal starten möchte (von hier kann mit dem Befehl „startx“ das grafische System gestartet werden). Noch einmal booten und fertig ist unser Raspberry-System! Der Rechner arbeitet übrigens völlig geräuschlos, da er ähnlich wie ein iPhone oder ein iPad ohne Lüfter auskommt. Allerdings darf man natürlich keine Geschwindigkeitswunder erwarten, dazu ist die Hardware nicht leistungsfähig genug. Dennoch erhält man für rund 50 Euro einen ziemlich kompletten Computer.

Raspberry 3

Grafisches Debian-System auf dem Raspberry Pi

Wofür könnte man einen Raspberry Pi nun nutzen? Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Ursprünglich war das System als preiswerter Computer für Schüler zum Erlernen der Programmierkunst gedacht. Er eignet sich aufgrund seines HDMI-Anschlusses aber auch als Mediencenter (hierfür gibt es angepasste Betriebssysteme), als stromsparendes NAS-System (der eigentliche Rechner benötigt zwischen 2,5 und 3,5 Watt), als Musikbox und Internetradio oder als Home/Cloud-Server. Ob er in meinem sehr Apple-lastigen Haushalt einen festen Job bekommen wird, steht noch nicht fest, auf jeden Fall macht es aber Freude, sich mit der „kleinen Kiste“ zu beschäftigen.

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