iPad-Kurztipp: Mr. Reader

23 Aug 2012
23. August 2012

Heute geht es um einen Newsreader auf dem iPad, also eine App, mit der man seine abonnierten RSS-Feeds lesen kann. Alle meine Newsreader verwalten die Feeds nicht direkt, sondern zapfen meinen Google-Account an, was den Vorteil hat, dass ich auf allen Geräten den gleichen Feed- und Lesestand habe mit dem Nachteil, dass Google meine Lesegewohnheiten kennt, das soll hier nicht verschwiegen werden. Wie auch immer, der „Google Reader„, so nennt sich diese Funktion offiziell, ist eine Art Standard für das webbasierte Verwalten von Newsfeeds geworden. Während ich auf dem Mac und dem iPhone großer Fan der App „Reeder“ bin, war ich mit der iPad-Version nicht wirklich zufrieden, was im wesentlichen am User-Interface liegt. Auf der Suche nach Alternativen bin ich auf „Mr. Reader“ (nur fürs iPad, zur Zeit 2,99 €) gestossen (übrigens vom gleichen Autor wie „HappyDayz“, einer Geburtstagserinnerungsapp, die ich schon sehr lange verwende).

Mr. Reader kommt mit einer sehr übersichtlichen und aufgeräumten Benutzeroberfläche. Die Hauptansicht – am besten funktioniert die App im Querformat – ist dreispaltig, links die Liste der abonnierten Feeds (bzw. Ordner, ergänzt durch Sonderpunkte wie beispielsweise „alle ungelesenen Artikel), in der Mitte die Liste der Artikel und rechts Schnellaktionen für den Artikel (als gelesen markieren, als Favorit markieren, teilen, …). Alles ist so angeordnet, dass man seine News-Artikel zügig „abarbeiten“ kann. Tippt man einen Artikel an, öffnet sich das Detailfenster zu dem Artikel, welcher verschiedene Ansichten auf die Nachricht bietet wie z.B. den Feed-Eintrag, die Webseite zu dem Artikel oder für das Lesen optimierte Darstellungen dieser Webseite (wie etwa „Readability“). Selbstverständlich stehen auch aus dieser Ansicht die Funktionen zum favorisieren, teilen usw. zur Verfügung. Über Wischgesten oder Pfeil-Buttons gelangen wir zum nächsten Artikel, eine Pinch-Geste bzw. ein X-Button schließt das Detailfenster wieder.

Was die Sharing-Optionen betrifft bietet Mr. Reader die ganze Palette, unter anderem:

  • in Safari (bzw. diversen anderen Browsern) öffnen
  • Artikel oder Link per E-Mail
  • URL kopieren
  • an Instapaper und weitere Lesedienste senden
  • auf Twitter oder Facebook posten
  • an OmniFocus oder Things senden
  • an Evernote senden
  • an Pinboard und weitere Lesezeichen-Dienste senden

Als wäre das alles noch nicht genug, offeriert Mr. Reader auch eine Vielzahl von Einstellungen, mit der man die App an seine Bedürfnisse anpassen kann. Die Konfigurationsmöglichkeiten reichen von der Darstellung der News über die zu verwendenen Sharing-Optionen und Einstellungen zum Offline-Lesen bis hin zu Themes, die sich sogar nachinstallieren lassen. Auch an das Hinzufügen neuer Feeds hat der Autor selbstverständlich gedacht.

Alles in allem ein sehr gelungener und effizienter Newsreader, mit dem sich auch größere Nachrichtenberge zügig abtragen lassen!

Website neugestaltet

19 Aug 2012
19. August 2012

Nachdem ich vor rund 2 Monaten mein Blog von RapidWeaver (eine Mac-Software) auf WordPress umgestaltet habe, war es Zeit für ein frisches neues Design. Hier ist nun das Ergebnis von zwei Wochen Freizeit zu sehen, die in die Umgestaltung geflossen sind. Dabei musste ich die Erfahrung machen, dass es nicht leicht ist, RapidWeaver (damit waren die statischen Seiten gemacht) und WordPress (Blog-Teil) in das gleiche Theme zu pressen. Nach einigen Fehlversuchen in dieser Richtung habe ich mich daher entschlossen, die ganze Website auf WordPress umzustellen.

Der Inhaltsbereich des neuen Themes ist auf Desktop-Computern breiter als vorher, sodass die Artikel nun nicht mehr so gedrängt aussehen. Das Besondere am neuen Design ist aber, dass es sich automatisch dem Bildschirmplatz anpasst und zwar bis runter zum iPhone. Es gibt aber keine gesonderte Mobilversion der Webseiten, sondern die einzelnen Elemente werden automatisch neu angeordnet und teilweise sogar umgestaltet. So wird aus dem Menü auf dem iPhone eine Drop-Down-Box mit den einzelnen Navigationspunkten. Man spricht in diesem Zusammenhang von „responsive Design„.

Die Inhalte sind im wesentlichen gleichgeblieben, die URLs haben sich durch die Zusammenführung aber geändert. Statt www.markus-jasinski.de (hier lagen die statischen Seiten) und blog.markus-jasinski.de (hier war das Blog beheimatet) ist jetzt alles unter markus-jasinski.de zu finden. Das Blog z.B. unter markus-jasinski.de/blog. Da ich für die alten Seiten Umleitungen eingerichtet habe, sollten eigentlich alle Links auf die alte Struktur noch funktionieren.

Der Link für den RSS-Feed lautet nun:
http://markus-jasinski.de/feed

Eine Änderung gibt es den Blog-Kategorien. Da ich künftig auch ab und zu Artikel veröffentlichen möchte, die nichts mit Computern zu tun haben (z.B. die Ankündigung neuer Fotogalerien auf meinen Flickr-Seiten), habe ich alle bisherigen Beiträge in die Kategorie „Computing“ verschoben. Wer sich nur dafür interessiert abonniert einfach den Feed:

http://markus-jasinski.de/category/computing/feed

Selbstverständlich sind die Artikel über Apple®-Hardware, Apps, Workflows und Produktivität auch künftig Schwerpunkt des Blogs.

Feedback zum neuen Design gerne unten in den Kommentaren, ich würde mich freuen!

Wegen der Sicherheit

09 Aug 2012
9. August 2012

Diese Woche sorgte die Geschichte eines Journalisten, dessen digitales Leben durch einen Hack weitgehend ausgelöscht wurde, für reichlich Schlagzeilen. Ich möchte hier nicht nochmal alle Einzelheiten zusammentragen, wobei die komplette Geschichte allerdings wirklich sehr lesenswert und hochinteressant ist. Die Kurzfassung ist, dass es den Angreifern gelang durch Recherchen und durch Eindringen in sein Amazon-Konto so viele Daten zusammenzutragen, dass der telefonische Apple-Support überzeugt werden konnte, ein neues iCloud-Kennwort herauszugeben – und zwar ohne die für solche Zwecke eigentlich vorhandene Sicherheitsfrage, die man bei der Erstellung einer Apple-ID konfiguriert, zu beantworten.

Das hatte weitreichende Folgen, denn über die entsprechenden iCloud-Funktionen wurden dann das Notebook, das iPhone und das iPad des betroffenen Journalisten aus der Ferne gelöscht. Der Schaden war um so größer, da es von dem MacBook kein Backup gab, obwohl es unwiderbringliche Daten wie z.B. Fotos von der Tochter enthielt. Ferner konnten über Kennwort-Rücksetzfunktionen von Online-Diensten weitere Benutzerkonten übernommen werden, viel schlimmer konnte es also nicht kommen.

Fernlöschen

Ich erwähne diese Geschichte hier, weil ich mich mit der Frage beschäftigen möchte, was wir tun können, um uns vor solchen oder ähnlichen Angriffen zu schützen. Natürlich trifft Apple hier ein Mitverschulden, was dazu geführt hat, dass die entsprechenden Prozeduren dort nun eingehend überprüft werden. Um so wichtiger ist es, selber Maßnahmen zu treffen. Hier meine Tipps:

  • Backups: Das ist die Vorkehrung, die hier den Schaden minimiert hätte. Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig Datensicherungen sind. Kein Betriebssystem macht einem das Sichern der Daten so einfach wie OS X mit seiner Time-Machine-Funktion. Wer das nicht nutzt, spielt mit seinen Daten. Idealerweise hat man mehrere Backups. Neben einem Time-Machine-Backup empfiehlt es sich, z.B. regelmäßig die Rechner-Festplatte zu klonen, bei mir hat sich hierfür das Programm SuperDuper! bewährt, es gibt natürlich auch andere Lösungen dafür. Um sich perfekt abzusichern, sollten nicht alle Backups am selben Ort wie der gesicherte Rechner lagern. Das schützt vor Diebstahl durch Einbruch oder Komplettverlusten durch Feuer und andere Katastrophen. Seit Mountain Lion unterstützt OS X Time-Machine-Backups auf mehreren Platten – ohne dass dazu jedesmal die Konfiguration geändert werden muss. Ideal, wenn man seinen Rechner sowieso an verschiedenen Orten nutzt, wie z.B. zu Hause und im Büro. Time-Machine-Backups können – genau wie die internen Platten eines Macs – sogar verschlüsselt werden, ein wichtiger Sicherheitsgewinn beim Diebstahl solcher Systeme. Durch die Nutzung eines Bilderdienstes – wie in meinem Fall Flickr – habe ich für meine Fotos eine weitere Sicherungsschicht. Alle Bilder werden dort in der Originalgröße gespeichert, wobei natürlich individuell festgelegt werden kann, ob und welche Aufnahmen öffentlich sichtbar sind.
  • Kennwörter: Kennwörter sollten lang und individuell sein, d.h., für jeden Dienst ein anderes Kennwort verwenden. Mit dem Programm 1Password, welches ich sehr empfehlen kann, existiert ein Werkzeug, mit dem sich diese Strategie sehr gut umsetzen läßt. Wir brauchen uns nur noch ein Kennwort zu merken (das 1Password-Masterkennwort), alle anderen können wir dem Tool entnehmen. Das spart auch eine Menge Zeit bei der täglichen Arbeit, da uns die Software künftig automatisch in Kennwort-geschützte Webseiten einloggen kann. 1Password sollte man nicht nur auf einem System haben, um im Falle eines Rechnerverlusts weiterhin Zugriff auf die Daten zu haben. Es gibt z.B. Versionen für iPhone und iPad, eine Synchronisation der Geräte ist über WLAN möglich.
  • iCloud: Das iCloud-Kennwort sollte besonders sicher sein, da mit diesem, wenn es in die falschen Hände gerät, wie wir gesehen haben, ein großer Schaden angerichtet werden kann. Antworten auf Sicherheitsfragen sollten nicht leicht rauszubekommen sein. Ich empfehle hier, nicht die wirkliche Antwort auf eine Frage zu hinterlegen, sondern auch zufälligen Text, der z.B. dann ebenfalls in 1Password eingetragen wird. Ob die Funktion zum Fernlöschen des Rechners überhaupt aktiviert werden sollte, muss man sich – insbesondere bei verschlüsselter Platte – gut überlegen.
  • E-Mail-Kennwörter: Auch diese sollten sehr sicher sein. Durch Übernahme eines E-Mail-Kontos kann der Zugang zu vielen anderen Diensten erlangt werden, da Kennwort-Resets in der Regel über E-Mails abgewickelt werden.
  • Updates: Ich empfehle Macs und iOS-Geräte, was die Software betrifft, auf dem aktuellen Stand zu halten, da Updates – insbesondere des Betriebssystems – in vielen Fällen Sicherheitslücken schließen.

Nachschlag zu Mountain Lion

04 Aug 2012
4. August 2012

Tipps, Tricks und Fundstücke

Das intensive Arbeiten mit dem neuen OS X „Mountain Lion“ – sowohl dienstlich wie privat – hat weitere Fundstücke und Neuheiten ans Licht gespült, die ich in meinem Review noch nicht erwähnt habe und meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Diese folgen nun hier in loser Reihenfolge, auf geht’s!

Internet-Sharing über WLAN

Im Unterschied zu vorherigen Versionen von OS X sind die Verbindungen nun mit WPA 2 verschlüsselt, wenn man seinen Mac als Hotspot zur Verfügung stellt.

Mtlion1

Notification Center

Der Schalter zum Deaktivieren der Benachrichtigungen kann auch durch Hochscrollen in der Zentrale über das obere Ende hinaus erreicht werden. Mehr und mehr Apps nutzen die neuen Benachrichtigungen, bei mir z.B. Day One (Tagebuch) und Snowtape (vorzügliche Radio-App mit Aufnahmefunktion). Mit Terminal-Notifier steht ein Tool zur Verfügung, um Benachrichtigungen per Kommandozeile abzusetzen. Das ist z.B. nützlich, wenn es um Benachrichtungen aus Applescripts, Automator-Workflows oder auch z.B. Hazel geht.

Notification Center

Die Funktion zum Öffnen der Mitteilungszentrale kann auch in den Systemeinstellungen als aktive Ecke definiert werden.

Aktive Ecken

Neue Unix-Kommandos

Apropos Kommandozeile, Mountain Lion bringt ein paar neue Befehle mit. Hier gibt es einen ausführlichen Artikel dazu. Interessant ist z.B. das Kommando „caffeinate“, welches die Sleep-Funktion von OS X aussetzen kann. Mit diesem Befehl bleibt der Mac eine Stunde wach:

caffeinate -u -t 3600

Und noch eine Neuerung beim Terminal: Zieht man eine Datei aus dem Finder mit gedrückter Command-Taste in ein Terminal wird in das entsprechende Verzeichnis gewechselt.

OmniFocus

OmniFocus hat unter Mountain Lion die Fähigkeit verloren, mit iCal (jetzt Kalender genannt) zu syncen. Ich habe diese Funktion schon länger nicht mehr verwendet, halte dies aber dennoch für bemerkenswert.

OmniFocus

App Store

Der App Store fragt bei Updates nicht mehr nach einer Apple-ID und gleicht sich damit dem Verhalten unter dem kommenden iOS 6 an. Jedenfalls sehr praktisch! Außerdem können Apps direkt via Twitter weiterempfohlen werden.

App Store

Launchpad 

Durch seine neue Suchfunktion läßt sich das Launchpad als tastaturbasierter Programmstarter verwenden. Dazu weisen wir Launchpad zunächst in den Systemeinstellungen ein Tastaturkürzel wie in meinem Fall F5 zu.

Launchpad

Nun brauchen wir zum Starten einer App nur noch F5 und die ersten Buchstaben des Namens sowie Enter betätigen.

Dock

Das Entfernen von Apps aus dem Dock per Drag & Drop scheint auf den ersten Blick nicht mehr möglich zu sein. Es geht aber immer noch, die jeweilige App muss nur etwas weiter als vorher gezogen werden, offensichtlich ein Schutzmechanismus gegen versehentliches Entfernen einer App.

RSS-Feeds

In Mountain Lion sind die RSS-Funktion von Mail und Safari ersatzlos entfallen. Als Ersatz empfehle ich die ausgezeichnete Reeder-App aus dem App Store. Um Feeds wieder direkt aus Safari abonnieren zu können, empfehle ich diese Safari-Erweiterung.

Reeder

X11

Wer noch X11-Programme einsetzt muss feststellen, dass kein X11-Server/-Tool mehr mitgeliefert wird. Stattdessen empfiehlt Apple nun die Nutzung der X11-App aus dem XQuartz-Projekt.

Finder

In der Finder-Seitenleiste kann der Abschnitt „Geräte“ wieder nach ganz oben geschoben werden.

Dashboard

Die Liste aller installierten Widgets kann durchsucht und mit Hilfe von Ordnern strukturiert werden.

Erste Eindrücke von Mountain Lion

25 Jul 2012
25. Juli 2012

Nachdem ich im Vorfeld sehr viel Gutes über Mountain Lion, der neunten Ausgabe von OS X, gehört habe, bin ich diesmal gleich mit Erscheinen des Golden-Master-Releases umgestiegen, nachdem ich mir das System vorher kurz auf einer externen Platte installiert und angeschaut habe. Dies ist möglich, weil ich/meine Firma über einen entsprechenden Entwickler-Zugang verfügt. Ich kann daher hier und heute von meiner rund zweiwöchigen Erfahrung mit dem neuen Apple-Betriebssystem berichten.

Genau wie Lion wird Mountain Lion aus dem App Store bezogen und kann dann einfach über das bestehende System (10.6 oder 10.7) installiert werden.

Was ich gehört habe, scheint zu stimmen, das System läuft sehr rund für eine Nuller-Version, eine Kernel-Panic, wie ich sie unter Lion bis einschießlich 10.7.1 öfter erlebt habe, ist bisher nicht aufgetreten. Das mag sicherlich damit zu tun haben, dass die Änderungen diesmal bei vielen Funktionen oberflächlicher als bei Lion sind, wo sich vor einem Jahr viele grundlegende Dinge geändert haben (Vollbild-Modus, Versions, Mission Control, FileVault2 uvm.).

Mit Apps von Drittanbietern gab es bei mir keine nennenswerten Kompatibilitätsprobleme, lediglich für VMware, MailTags und Mail-Act-On brauchte ich Vorabversionen, die schon an Mountain Lion angepasst sind.

Ich möchte hier nicht alle neuen Funktionen von Mountain Lion ausführlich vorstellen, diese sind auf einer Apple-Seite ausführlich beschrieben, sondern über die Dinge berichten, die mir aufgefallen sind.

Mountainlion 1

Desktop mit neuen Apps

Was mir negativ aufgefallen ist

Fangen wir mal mit der Kritik an. Zunächstmal scheint – zumindest was meine Platte betrifft – in FileVault2 irgendwie der Wurm drin zu stecken. Ich hatte vor dem Update meine Platte entschlüsselt (weil ich nicht wußte, ob ein Update mit verschlüsselter Platte funktioniert) und konnte diese dann unter Mountain Lion nicht wieder verschlüsseln (Fehlermeldung beim Starten der Verschlüsselung). Daher mußte ich erstmal wieder zu Lion zurück, die Platte dort verschlüsseln und dann wieder updaten, was problemlos möglich war. Also am besten einfach die Finger von FileVault lassen.

Leider werden unter Mountain Lion bei verschlüsselter Platte die Mitteilung für gesperrte Bildschirme sowie der Gastbenutzer nicht mehr im Login-Screen vor dem Booten angezeigt. Ob das auch irgendwie mit FileVault2 zusammenhängt, kann ich nicht genau sagen.

Am Vollbild-Modus von Mountain Lion bei mehr als einem Bildschirm hat sich leider nicht viel geändert, ein Bildschirm bleibt weiterhin grau, nur kann man sich jetzt aussuchen welcher. Bildschirmschoner werden jetzt immer auf allen Bildschirm angezeigt, die Option, nur den  Hauptbildschirm zu nutzen, ist leider entfallen.

Weiterhin werden auf meinem System einige fettgedruckte Texte etwas zu fett dargestellt. Das mag damit zu tun haben, dass ich über ein bestehendes Lion-System drüberinstalliert habe. Ich hoffe, dass ich dafür noch eine Lösung finde.

Ärgerlich für mich als Entwickler ist der Wegfall des Aktivitäten-Fensters in Safari, mit dem man sehr leicht feststellen konnte, ob auf einer https-Seite auch wirklich alle Elemente via HTTPS geladen wurden, so dass es keine entsprechenden Sicherheitswarnungen gibt.

Sehr enttäuscht war ich, dass Airplay-Mirroring aufs Apple-TV nur bei 2011er und 2012er Macs funktioniert (mein System ist älter). Mit dieser Information ist Apple erst sehr spät rübergekommen und ich hatte mich bei der ersten Ankündigung von Mountain-Lion sehr darauf gefreut.

Was mir positiv aufgefallen ist

Nun zu den schönen Dingen :-). Apple hat in Mountain Lion viele Dinge zu Ende programmiert, die in Lion noch nicht völlig rund waren. So funktioniert das Launchpad z.B. nun endlich so wie es soll und würfelt nicht mehr bei jedem Neustart meine Apps durcheinander.

Bei einigen Funktionalitäten wurde auch Richtung Snow Leopard zurückgerudert. So können die Kategorien im Kalender jetzt wieder ständig im Fenster angezeigt werden. Gleiches gilt für die Gruppen im Adressbuch (neuer Name: Kontakte). In beiden Apps ist das Leder-Design allerdings geblieben. Der Kalender zeigt jetzt sogar Wochennummern an, sodass die Notwendigkeit für alternative Apps wie BusyCal deutlich sinkt. Mission Control läßt sich jetzt durch eine neue Einstellung ein Stück weit Richtung Leopard zurückkonfigurieren, indem Fenster nicht mehr gruppiert werden müssen. Auch „Speichern unter“ ist wieder da und zwar über die Tastenkombination Cmd-Shift-Alt-S.

Absolut sinnvoll ist die Vereinheitlichung der App-Namen wie z.B. Kontakte und Kalender in OS X und iOS. Auch die Ausgliederung von Erinnerungen und Notizen in eigene Apps begrüße ich ausdrücklich, sie wirkten in iCal und Mail ein wenig wie Fremdkörper. Das iOS-ähnliche Design ermöglicht iOS-Nutzern ohne Mac einen leichten Einstieg in die Welt der iMacs und MacBooks. Sehr gut finde ich übrigens, dass Apple iOS und OS X in der Regel nur dort vereinheitlicht, wo es sinnvoll ist und nicht für Desktops und Tablets dasselbe System ausliefert (viele Grüße nach Redmond an dieser Stelle!).

Die neue App „Nachrichten“ (also iChat + iMessages) habe ich schon als Beta unter Lion genutzt, daher gibt es hier erstmal wenig neues zu entdecken.

Wirklich genial ist die Diktierfunktion, welche eine Spracheingabe überall dort ermöglicht, wo Texte eingegeben werden können. Die Erkennung ist so gut wie bei den neuen iOS-Geräten und berücksichtigt diktierte Satzzeichen. Man muss sich allerdings darüber im klaren sein, dass eine Onlineverbindung benötigt wird und alle diktierten Texte bei Apple landen. Darauf wird immerhin auch vor der ersten Nutzung ausdrücklich hingewiesen.

Wo wir schon beim Datenschutz sind, Apps können jetzt nicht mehr ohne Nachfrage des Systems auf unser Adressbuch zugreifen. Erst jetzt merkt man, welche Programme die Daten haben möchten, bei mir z.B. EyeTV und Snowtape, was mich etwas überrascht hat (und ich den Zugriff verweigert habe). Für Kalender scheint es aber keinen analogen Mechanismus zu geben.

Auch in Richtung iCloud hat sich einiges getan. Entwickler können nun einen erweiterten Öffnen-Speichern-Dialog verwenden, der Dokumente alternativ in der iCloud ablegt. Bisher musste dafür jeder sein eigenes Süppchen kochen. Praktisch wird dieses Feature sobald man entweder mehrere Macs hat oder es zu den betreffenden Apps iOS-Versionen gibt. Von den mitgelieferten Apps nutzt – soweit ich das gesehen habe – nur TextEdit diese Funktion, iWork und Drittprogramme werden hoffentlich schnell nachziehen.

Ein Zeitsparer und ansprechend gestaltet sind die neuen „Share-Sheets“, also die Möglichkeit Dinge direkt aus Apps heraus zu teilen. So können Webseiten in Safari direkt nach Twitter gepostet werden. Die Benutzerkonten für solche Sharing-Dienste wie z.B. auch Flickr oder Vimeo müssen nur einmal zentral in die Systemeinstellungen eingetragen werden (und zwar unter „Mail, Kontakte und Kalender“, da muss man auch erstmal drauf kommen). Facebook wird sich noch dazu gesellen, darauf müssen Nicht-Enwickler allerdings noch bis zum Herbst warten. Von mir aus hätten es gerne noch ein paar Dienste mehr sein können wie z.B. Instapaper. Twittern ist übrigens auch direkt aus der Benachrichtigungszentrale möglich, womit wir beim nächsten interessanten Feature sind.

Seit ich einen Mac habe nutze ich Growl, quasi ebenfalls eine Benachrichtigungszentrale, nur eben von einem Drittanbieter, welche aber von sehr vielen Apps unterstützt wird. Nur eben nicht von den mitgelieferten. Für Mail gab es zwar noch Mittel und Wege, diese nach Growl zu bringen, bei Kalender-Ereignissen, Safari oder iMessages wird es aber schwierig. Daher werden wohl nach und nach die meisten Apps auf das neue System umstellen, auch das Growl-Team hat schon angekündigt, die Benachrichtigungszentrale als eine Notification-Option zu unterstützen. Zu den Apps, die die Benachrichtigungszentrale jetzt schon nutzen, gehören z.B. Chrome, PhotoSync und die Tweetbot-Alpha. Etwas versteckt ist das kurzzeitige Abschalten aller Benachrichtungen, welches über einen Alt-Klick auf das Menüleistensymbol der Zentrale zu erreichen ist. Zum Einblenden der Benachrichtigungszentrale kann neben der vorhandenen Wischgeste auch eine Tastenkombination konfiguriert werden (Systemeinstellungen > Tastatur > Tastaturkurzbefehle).

Mountainlion 2

Das neue Game-Center wird bisher nur von dem mitgelieferten Schach-Programm genutzt, welches dadurch aufgewertet wird. Es dürfte aber nicht sehr lange dauern, bis andere Spiele die Möglichkeiten des Centers nutzen. Auch die Daten aus dem Game-Center für iOS werden auf dem Mac angezeigt.

Bis auf den Wegfall des Aktivitätenfensters gefallen mir die Änderungen in Safari, die Vereinigung von Adress- und Suchfeld, die bereits genannten Share-Sheets sowie die Wischgesten zum Tab-Wechsel werten den Browser deutlich auf.

Auf den Gatekeeper – also die Funktion, welche dafür sorgt, dass standardmäßig nur noch App-Store-Apps und signierte Programme ausgeführt werden – bin ich erst zwei-/dreimal gestossen, da alle Apps auf dem System, die vorm Update schon mal ausgeführt wurden, auch weiterhin ohne Rückfrage ausgeführt werden.

Es sind vor allem die vielen vielen kleinen Änderungen, die Mountain-Lion zu einem empfehlenswerten Update machen, welches das Lion-System sehr viel runder macht. Abschließend ein paar Beispiele für solche Modifikationen:

  • Das Lexikon hat jetzt ein neues Wörterbuch zur Definition deutscher Begriffe.
  • Mit Time-Machine kann man jetzt an verschiedenen Orten sichern (ohne jedesmal umzukonfigurieren).
  • Im App Store kann man nun mit Wischgesten navigieren.
  • QuickLook im Finder kann nun auch mit Hilfe eines Dreifinger-Taps aktiviert werden.
  • Es gibt ein paar schön gestaltete neue Bildschirmschoner.

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