Nachschlag zu Mountain Lion

04 Aug 2012
4. August 2012

Tipps, Tricks und Fundstücke

Das intensive Arbeiten mit dem neuen OS X „Mountain Lion“ – sowohl dienstlich wie privat – hat weitere Fundstücke und Neuheiten ans Licht gespült, die ich in meinem Review noch nicht erwähnt habe und meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Diese folgen nun hier in loser Reihenfolge, auf geht’s!

Internet-Sharing über WLAN

Im Unterschied zu vorherigen Versionen von OS X sind die Verbindungen nun mit WPA 2 verschlüsselt, wenn man seinen Mac als Hotspot zur Verfügung stellt.

Mtlion1

Notification Center

Der Schalter zum Deaktivieren der Benachrichtigungen kann auch durch Hochscrollen in der Zentrale über das obere Ende hinaus erreicht werden. Mehr und mehr Apps nutzen die neuen Benachrichtigungen, bei mir z.B. Day One (Tagebuch) und Snowtape (vorzügliche Radio-App mit Aufnahmefunktion). Mit Terminal-Notifier steht ein Tool zur Verfügung, um Benachrichtigungen per Kommandozeile abzusetzen. Das ist z.B. nützlich, wenn es um Benachrichtungen aus Applescripts, Automator-Workflows oder auch z.B. Hazel geht.

Notification Center

Die Funktion zum Öffnen der Mitteilungszentrale kann auch in den Systemeinstellungen als aktive Ecke definiert werden.

Aktive Ecken

Neue Unix-Kommandos

Apropos Kommandozeile, Mountain Lion bringt ein paar neue Befehle mit. Hier gibt es einen ausführlichen Artikel dazu. Interessant ist z.B. das Kommando „caffeinate“, welches die Sleep-Funktion von OS X aussetzen kann. Mit diesem Befehl bleibt der Mac eine Stunde wach:

caffeinate -u -t 3600

Und noch eine Neuerung beim Terminal: Zieht man eine Datei aus dem Finder mit gedrückter Command-Taste in ein Terminal wird in das entsprechende Verzeichnis gewechselt.

OmniFocus

OmniFocus hat unter Mountain Lion die Fähigkeit verloren, mit iCal (jetzt Kalender genannt) zu syncen. Ich habe diese Funktion schon länger nicht mehr verwendet, halte dies aber dennoch für bemerkenswert.

OmniFocus

App Store

Der App Store fragt bei Updates nicht mehr nach einer Apple-ID und gleicht sich damit dem Verhalten unter dem kommenden iOS 6 an. Jedenfalls sehr praktisch! Außerdem können Apps direkt via Twitter weiterempfohlen werden.

App Store

Launchpad 

Durch seine neue Suchfunktion läßt sich das Launchpad als tastaturbasierter Programmstarter verwenden. Dazu weisen wir Launchpad zunächst in den Systemeinstellungen ein Tastaturkürzel wie in meinem Fall F5 zu.

Launchpad

Nun brauchen wir zum Starten einer App nur noch F5 und die ersten Buchstaben des Namens sowie Enter betätigen.

Dock

Das Entfernen von Apps aus dem Dock per Drag & Drop scheint auf den ersten Blick nicht mehr möglich zu sein. Es geht aber immer noch, die jeweilige App muss nur etwas weiter als vorher gezogen werden, offensichtlich ein Schutzmechanismus gegen versehentliches Entfernen einer App.

RSS-Feeds

In Mountain Lion sind die RSS-Funktion von Mail und Safari ersatzlos entfallen. Als Ersatz empfehle ich die ausgezeichnete Reeder-App aus dem App Store. Um Feeds wieder direkt aus Safari abonnieren zu können, empfehle ich diese Safari-Erweiterung.

Reeder

X11

Wer noch X11-Programme einsetzt muss feststellen, dass kein X11-Server/-Tool mehr mitgeliefert wird. Stattdessen empfiehlt Apple nun die Nutzung der X11-App aus dem XQuartz-Projekt.

Finder

In der Finder-Seitenleiste kann der Abschnitt „Geräte“ wieder nach ganz oben geschoben werden.

Dashboard

Die Liste aller installierten Widgets kann durchsucht und mit Hilfe von Ordnern strukturiert werden.

Erste Eindrücke von Mountain Lion

25 Jul 2012
25. Juli 2012

Nachdem ich im Vorfeld sehr viel Gutes über Mountain Lion, der neunten Ausgabe von OS X, gehört habe, bin ich diesmal gleich mit Erscheinen des Golden-Master-Releases umgestiegen, nachdem ich mir das System vorher kurz auf einer externen Platte installiert und angeschaut habe. Dies ist möglich, weil ich/meine Firma über einen entsprechenden Entwickler-Zugang verfügt. Ich kann daher hier und heute von meiner rund zweiwöchigen Erfahrung mit dem neuen Apple-Betriebssystem berichten.

Genau wie Lion wird Mountain Lion aus dem App Store bezogen und kann dann einfach über das bestehende System (10.6 oder 10.7) installiert werden.

Was ich gehört habe, scheint zu stimmen, das System läuft sehr rund für eine Nuller-Version, eine Kernel-Panic, wie ich sie unter Lion bis einschießlich 10.7.1 öfter erlebt habe, ist bisher nicht aufgetreten. Das mag sicherlich damit zu tun haben, dass die Änderungen diesmal bei vielen Funktionen oberflächlicher als bei Lion sind, wo sich vor einem Jahr viele grundlegende Dinge geändert haben (Vollbild-Modus, Versions, Mission Control, FileVault2 uvm.).

Mit Apps von Drittanbietern gab es bei mir keine nennenswerten Kompatibilitätsprobleme, lediglich für VMware, MailTags und Mail-Act-On brauchte ich Vorabversionen, die schon an Mountain Lion angepasst sind.

Ich möchte hier nicht alle neuen Funktionen von Mountain Lion ausführlich vorstellen, diese sind auf einer Apple-Seite ausführlich beschrieben, sondern über die Dinge berichten, die mir aufgefallen sind.

Mountainlion 1

Desktop mit neuen Apps

Was mir negativ aufgefallen ist

Fangen wir mal mit der Kritik an. Zunächstmal scheint – zumindest was meine Platte betrifft – in FileVault2 irgendwie der Wurm drin zu stecken. Ich hatte vor dem Update meine Platte entschlüsselt (weil ich nicht wußte, ob ein Update mit verschlüsselter Platte funktioniert) und konnte diese dann unter Mountain Lion nicht wieder verschlüsseln (Fehlermeldung beim Starten der Verschlüsselung). Daher mußte ich erstmal wieder zu Lion zurück, die Platte dort verschlüsseln und dann wieder updaten, was problemlos möglich war. Also am besten einfach die Finger von FileVault lassen.

Leider werden unter Mountain Lion bei verschlüsselter Platte die Mitteilung für gesperrte Bildschirme sowie der Gastbenutzer nicht mehr im Login-Screen vor dem Booten angezeigt. Ob das auch irgendwie mit FileVault2 zusammenhängt, kann ich nicht genau sagen.

Am Vollbild-Modus von Mountain Lion bei mehr als einem Bildschirm hat sich leider nicht viel geändert, ein Bildschirm bleibt weiterhin grau, nur kann man sich jetzt aussuchen welcher. Bildschirmschoner werden jetzt immer auf allen Bildschirm angezeigt, die Option, nur den  Hauptbildschirm zu nutzen, ist leider entfallen.

Weiterhin werden auf meinem System einige fettgedruckte Texte etwas zu fett dargestellt. Das mag damit zu tun haben, dass ich über ein bestehendes Lion-System drüberinstalliert habe. Ich hoffe, dass ich dafür noch eine Lösung finde.

Ärgerlich für mich als Entwickler ist der Wegfall des Aktivitäten-Fensters in Safari, mit dem man sehr leicht feststellen konnte, ob auf einer https-Seite auch wirklich alle Elemente via HTTPS geladen wurden, so dass es keine entsprechenden Sicherheitswarnungen gibt.

Sehr enttäuscht war ich, dass Airplay-Mirroring aufs Apple-TV nur bei 2011er und 2012er Macs funktioniert (mein System ist älter). Mit dieser Information ist Apple erst sehr spät rübergekommen und ich hatte mich bei der ersten Ankündigung von Mountain-Lion sehr darauf gefreut.

Was mir positiv aufgefallen ist

Nun zu den schönen Dingen :-). Apple hat in Mountain Lion viele Dinge zu Ende programmiert, die in Lion noch nicht völlig rund waren. So funktioniert das Launchpad z.B. nun endlich so wie es soll und würfelt nicht mehr bei jedem Neustart meine Apps durcheinander.

Bei einigen Funktionalitäten wurde auch Richtung Snow Leopard zurückgerudert. So können die Kategorien im Kalender jetzt wieder ständig im Fenster angezeigt werden. Gleiches gilt für die Gruppen im Adressbuch (neuer Name: Kontakte). In beiden Apps ist das Leder-Design allerdings geblieben. Der Kalender zeigt jetzt sogar Wochennummern an, sodass die Notwendigkeit für alternative Apps wie BusyCal deutlich sinkt. Mission Control läßt sich jetzt durch eine neue Einstellung ein Stück weit Richtung Leopard zurückkonfigurieren, indem Fenster nicht mehr gruppiert werden müssen. Auch „Speichern unter“ ist wieder da und zwar über die Tastenkombination Cmd-Shift-Alt-S.

Absolut sinnvoll ist die Vereinheitlichung der App-Namen wie z.B. Kontakte und Kalender in OS X und iOS. Auch die Ausgliederung von Erinnerungen und Notizen in eigene Apps begrüße ich ausdrücklich, sie wirkten in iCal und Mail ein wenig wie Fremdkörper. Das iOS-ähnliche Design ermöglicht iOS-Nutzern ohne Mac einen leichten Einstieg in die Welt der iMacs und MacBooks. Sehr gut finde ich übrigens, dass Apple iOS und OS X in der Regel nur dort vereinheitlicht, wo es sinnvoll ist und nicht für Desktops und Tablets dasselbe System ausliefert (viele Grüße nach Redmond an dieser Stelle!).

Die neue App „Nachrichten“ (also iChat + iMessages) habe ich schon als Beta unter Lion genutzt, daher gibt es hier erstmal wenig neues zu entdecken.

Wirklich genial ist die Diktierfunktion, welche eine Spracheingabe überall dort ermöglicht, wo Texte eingegeben werden können. Die Erkennung ist so gut wie bei den neuen iOS-Geräten und berücksichtigt diktierte Satzzeichen. Man muss sich allerdings darüber im klaren sein, dass eine Onlineverbindung benötigt wird und alle diktierten Texte bei Apple landen. Darauf wird immerhin auch vor der ersten Nutzung ausdrücklich hingewiesen.

Wo wir schon beim Datenschutz sind, Apps können jetzt nicht mehr ohne Nachfrage des Systems auf unser Adressbuch zugreifen. Erst jetzt merkt man, welche Programme die Daten haben möchten, bei mir z.B. EyeTV und Snowtape, was mich etwas überrascht hat (und ich den Zugriff verweigert habe). Für Kalender scheint es aber keinen analogen Mechanismus zu geben.

Auch in Richtung iCloud hat sich einiges getan. Entwickler können nun einen erweiterten Öffnen-Speichern-Dialog verwenden, der Dokumente alternativ in der iCloud ablegt. Bisher musste dafür jeder sein eigenes Süppchen kochen. Praktisch wird dieses Feature sobald man entweder mehrere Macs hat oder es zu den betreffenden Apps iOS-Versionen gibt. Von den mitgelieferten Apps nutzt – soweit ich das gesehen habe – nur TextEdit diese Funktion, iWork und Drittprogramme werden hoffentlich schnell nachziehen.

Ein Zeitsparer und ansprechend gestaltet sind die neuen „Share-Sheets“, also die Möglichkeit Dinge direkt aus Apps heraus zu teilen. So können Webseiten in Safari direkt nach Twitter gepostet werden. Die Benutzerkonten für solche Sharing-Dienste wie z.B. auch Flickr oder Vimeo müssen nur einmal zentral in die Systemeinstellungen eingetragen werden (und zwar unter „Mail, Kontakte und Kalender“, da muss man auch erstmal drauf kommen). Facebook wird sich noch dazu gesellen, darauf müssen Nicht-Enwickler allerdings noch bis zum Herbst warten. Von mir aus hätten es gerne noch ein paar Dienste mehr sein können wie z.B. Instapaper. Twittern ist übrigens auch direkt aus der Benachrichtigungszentrale möglich, womit wir beim nächsten interessanten Feature sind.

Seit ich einen Mac habe nutze ich Growl, quasi ebenfalls eine Benachrichtigungszentrale, nur eben von einem Drittanbieter, welche aber von sehr vielen Apps unterstützt wird. Nur eben nicht von den mitgelieferten. Für Mail gab es zwar noch Mittel und Wege, diese nach Growl zu bringen, bei Kalender-Ereignissen, Safari oder iMessages wird es aber schwierig. Daher werden wohl nach und nach die meisten Apps auf das neue System umstellen, auch das Growl-Team hat schon angekündigt, die Benachrichtigungszentrale als eine Notification-Option zu unterstützen. Zu den Apps, die die Benachrichtigungszentrale jetzt schon nutzen, gehören z.B. Chrome, PhotoSync und die Tweetbot-Alpha. Etwas versteckt ist das kurzzeitige Abschalten aller Benachrichtungen, welches über einen Alt-Klick auf das Menüleistensymbol der Zentrale zu erreichen ist. Zum Einblenden der Benachrichtigungszentrale kann neben der vorhandenen Wischgeste auch eine Tastenkombination konfiguriert werden (Systemeinstellungen > Tastatur > Tastaturkurzbefehle).

Mountainlion 2

Das neue Game-Center wird bisher nur von dem mitgelieferten Schach-Programm genutzt, welches dadurch aufgewertet wird. Es dürfte aber nicht sehr lange dauern, bis andere Spiele die Möglichkeiten des Centers nutzen. Auch die Daten aus dem Game-Center für iOS werden auf dem Mac angezeigt.

Bis auf den Wegfall des Aktivitätenfensters gefallen mir die Änderungen in Safari, die Vereinigung von Adress- und Suchfeld, die bereits genannten Share-Sheets sowie die Wischgesten zum Tab-Wechsel werten den Browser deutlich auf.

Auf den Gatekeeper – also die Funktion, welche dafür sorgt, dass standardmäßig nur noch App-Store-Apps und signierte Programme ausgeführt werden – bin ich erst zwei-/dreimal gestossen, da alle Apps auf dem System, die vorm Update schon mal ausgeführt wurden, auch weiterhin ohne Rückfrage ausgeführt werden.

Es sind vor allem die vielen vielen kleinen Änderungen, die Mountain-Lion zu einem empfehlenswerten Update machen, welches das Lion-System sehr viel runder macht. Abschließend ein paar Beispiele für solche Modifikationen:

  • Das Lexikon hat jetzt ein neues Wörterbuch zur Definition deutscher Begriffe.
  • Mit Time-Machine kann man jetzt an verschiedenen Orten sichern (ohne jedesmal umzukonfigurieren).
  • Im App Store kann man nun mit Wischgesten navigieren.
  • QuickLook im Finder kann nun auch mit Hilfe eines Dreifinger-Taps aktiviert werden.
  • Es gibt ein paar schön gestaltete neue Bildschirmschoner.

Der Finder-Speichern-Trick

19 Jul 2012
19. Juli 2012

Heute möchte ich einen meiner Lieblingstricks im Finder weitergeben, da ich immer wieder feststellen muss, dass dieser nur wenig bekannt ist.

In Fortsetzung meiner kleinen Bildschirm-Video-Reihe, die ich kürzlich begonnen habe, gibt’s den Trick als Screencast in HD-Qualität (720p auf YouTube, wegen der beschränkten Spaltenbreite hier am besten dort direkt ansehen):

Mac-Kurztipp: Kontakte ohne Gruppe im Adressbuch

19 Jul 2012
19. Juli 2012

Im Adressbuch von OS X (ab Mountain Lion: „Kontakte“) habe ich alle meine Kontakte in Gruppen wie z.B. Familie/Verwandte, Freunde, Restaurants usw. eingeordnet. Leider vergesse ich das manchmal beim Anlegen eines neuen Kontakts. Wie finde ich nun die Kontakte, welche in keiner Gruppe sind?

Dabei hilft uns eine sogenannte intelligente Gruppe (ich habe dieses Thema bereits früher angesprochen). Wir klicken dazu auf im Menü auf Ablage > Neue intelligente Gruppe und tragen diese Regel ein:

Kontakte 1

Nun können wir die gefundenen Kontakte in eine passende Gruppe einordnen (bis die Gruppe leer ist):

Kontakte 2

Software-Tipp: Noisy Typer

16 Jul 2012
16. Juli 2012

Sinnlos, aber irgendwie cool, die App „Noisy Typer“ verwandelt euren Mac – zumindest von der Geräuschkulisse her – in eine Schreibmaschine. Damit man sich das besser vorstellen kann, gibt es heute zum ersten Mal einen Blog-Artikel als sogenannten Screencast (abgefilmtes Bildschirm-Video) in HD-Qualität (720p auf YouTube):

Beendet wird das Programm, welches über keine sichtbare Oberfläche verfügt, durch Eingabe von „qaz123“ (oder den Prozess über die  Aktivitätsanzeige beenden).

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