Fremdsprachen lernen mit Apps revisited

23 Jan 2017
23. Januar 2017

Vor rund eineinhalb Jahren habe ich hier vorgestellt, wie man mit Hilfe entsprechender Apps eine neue Fremdsprache lernen kann. Inzwischen habe ich zwei neue Apps am Start, die zwei im ersten Artikel vorgestellte Programme ersetzen. Dies ist der Anlass für diesen Update-Artikel.

Fangen wir gleich mit dem Sprachkurs an, sicherlich der wichtigsten Komponente im Sprachlern-Köcher. Hier habe ich Babbel durch Duolingo ersetzt. Wo liegen die Unterschiede? Mich motiviert Duolingo mehr zum täglichen Lernen, weil es ähnlich wie Fitness-Apps oder Programme zum Antrainieren von neuen Angewohnheiten strähnenbasiert („streak“) arbeitet. Eine 14 Tage-Trainingssträhne will man nun mal nicht so schnell unterbrechen. Das Tagespensum kann in den Einstellungen festgelegt werden. Die Trainingseinheiten sind so kompakt, dass man zwei davon mit einem Aufwand von 10-15 Minuten täglich locker schafft. Mehrere Trainingseinheiten sind jeweils zu einem Thema wie z.B. „Fragen“, „Farben“ oder „Adverbien“ gruppiert. Die Trainingseinheit selbst besteht aus Einzelübungen wie Diktate kurzer Sätze in der Fremdsprache, Übersetzungen in beide Richtungen (sowohl mit der Tastatur, als auch durch Drag&Drop einzelner Wörter), dem Finden von Wortpaaren oder der Auswahl der richtigen Lösung im Multiple-Choice-Verfahren. Macht man während einer Einheit zu viele Fehler, müssen erst Auffrischungseinheiten absolviert werden bevor fortgefahren werden kann (alternativ kann virtuelles Geld, welches man kaufen oder durch abgeschlossene Gruppen verdienen kann, eingeworfen werden). Auch bereits abgeschlossene Gruppen werden gelegentlich zur Auffrischung angeboten, Duolingo erkennt dabei, in welchen Bereichen Schwächen vorhanden sind. Gelegentlich blendet die App ein, wie flüssig man die Fremdsprache (in Prozent) inzwischen beherrscht. Die Übungen bauen größtenteils aufeinander auf, so dass man neue Gruppen erst beginnen kann, wenn die darunterliegenden abgearbeitet sind. Insgesamt macht das alles einen durchdachten Eindruck und ich komme damit sehr gut zurecht.

Duolingo (I)

Duolingo (II)

Duolingo (III)

Duolingo gibt es für über 20 Sprachen, jedoch ist nur bei Englisch, Spanisch und Französisch die Unterrichtssprache Deutsch. Bei allen anderen Sprachen – in meinem Fall Dänisch – ist die Unterrichtssprache Englisch, was mir persönlich keinerlei Probleme bereitet. Hier ist Babbel klar im Vorteil, dort ist auch bei den exotischeren Sprachen die Unterrichtssprache Deutsch. Was mir an Duolingo besser gefällt ist, dass es zu allen Themen Beispielsätze gibt, während bei meinem Babbel-Dänischkurs zu vielen Themen nur einzelne Vokabeln trainiert wurden. Dafür gibt es bei Babbel wiederum eine Liste aller gelernten Wörter und Regelwendungen, die als Basis für das Auffrischen des Gelernten dient. Im Gegensatz zu Babbel ist Duolingo kostenlos (die App hat akademische Wurzeln), in letzter Zeit wird allerdings nach jeder Trainingseinheit eine Werbetafel eingeblendet, die ich allerdings nicht als aufdringlich empfinde.

Duolingo (IV)

Die zweite App ist ein neuer Vokabelverwalter und -trainer. Bisher hatte ich „iVocabulary“ für macOS und iOS dafür benutzt. Ich wechsele sehr oft zwischen den Plattformen und trage, wenn ich unterwegs mit Duolingo lerne, neue Vokabeln auch direkt auf dem iPhone ein. Leider funktioniert nach meinen Erfahrungen der Sync nicht wirklich gut und dauert auch vor allem sehr lange, was bei dem doch recht geringen Datenumfang unverständlich ist. Glücklicherweise habe ich im App Store „Wokabulary“ gefunden, welches ebenfalls für macOS und iOS (iPhone und iPad) erhältlich ist. Insgesamt musste ich für beide Plattformen rund 25 Euro investieren, was aber bei einem Nischenprogramm, welches ich täglich nutze, in Ordnung geht. Der Sync von Wokabulary ist iCloud-basiert und läuft nach meinem bisherigen Beobachtungen absolut schnell und zuverlässig. Der Funktionsumfang beider Vokabel-Apps ist ähnlich. Nette Features der iOS-Version von Wokabulary sind das automatische Umschalten auf die Fremdsprachen-Tastatur bei Eingaben in der Fremdsprache und eine mögliche Audioausgabe der fremdsprachigen Wörter beim Vokabeltraining.

Wokabulary Mac

Wokabulary iPhone

Zum Schluss noch ein Bonustipp für alle, die wie ich Dänisch lernen: Die App „Tysk Ordbog – Large“ (iPhone und iPad) hat sich als sehr nützlich erwiesen. Es ist ein Wörterbuch Deutsch-Dänisch und Dänisch-Deutsch mit rund 200.000 Einträgen. Ich habe noch so gut wie nichts gefunden, was da nicht drin steht. Außerdem gibt es Zusatzinformationen zu jedem Eintrag, bei dänischen Substantiven z.B. die Form mit angehängtem Artikel sowie der Plural. Der Anschaffungswiderstand ist mit rund 30 Euro allerdings recht hoch.

Tysk Ordbog

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