Archive for month: Juli, 2016

Drafts 4 – der flexible Notizblock für iOS

17 Jul 2016
17. Juli 2016

Unsere elektronischen Helfer, z.B. iPhone oder iPad, haben heute in vielen Fällen den klassischen Notizblock verdrängt. Ich habe zwar immer noch ein Moleskine®-Mininotizbuch in meiner Hemdtasche, greife aber natürlich selber gerne zu iOS-Geräten. Die Möglichkeit, einen Gedanken oder eine Idee schnell aufschreiben oder diktieren zu können, ist wichtiger Bestandteil meines GTD®-Systems (hier ist ein ausführlicher Artikel dazu). Doch welche App nimmt man dazu am besten? Naheliegend wäre zunächst mal die eingebaute Notiz-App. Das würde auch funktionieren, dennoch möchte ich heute „Drafts“ von Agile Tortoise (AppStore-Link) empfehlen (ich habe zuletzt vor rund vier Jahren Artikel dazu geschrieben), da sie insbesondere für die Ersterfassung eine ganze Reihe Vorteile aufweist:

  • Sie startet bei jedem Aufrufen der App mit einem neuen leeren Blatt. Somit kann man quasi verzögerungsfrei sofort seine Notiz auf das virtuelle Papier bringen. Wenn man die App nur kurz verlässt, gelangt man natürlich zur alten Notiz zurück, der Zeitraum, ab wann ein neues Dokument begonnen wird, ist einstellbar.
  • Man kann auf ältere Versionen eines Dokuments zurückgreifen.
  • Drafts unterstützt TextExpander. Dadurch stehen alle meine Kürzel vom Mac direkt in der App zur Verfügung.
  • Drafts unterstützt das Schreiben in Markdown, einer einfachen, aber effektiven Textauszeichnungssprache. Neben einer Vorschau-Möglichkeit, wird auch eine konfigurierbare zusätzliche Tastaturzeile geboten.
  • Es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, den eingegebenen Text weiterzuverarbeiten. Hier liegt die wesentliche Stärke von Drafts, die weit über das hinausgeht, was andere Programme bieten. Nicht immer weiß ich schon beim Erstellen der Notiz, was daraus mal wird, vielleicht ein Tweet, ein Facebook-Posting, eine E-Mail, eine iMessage, ein Kalendereintrag, ein Aufgabe oder eine richtige Notiz, die dann später in der Notiz-App endgelagert wird. Es ist aber auch egal, ich bin erstmal nicht festgelegt, sondern kann einfach losschreiben.

Im restlichen Artikel möchte ich den letztgenannten Punkt vertiefen, denn mit den richtigen Aktionen (so heißen die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten in der App) wird Drafts zu einem sehr mächtigen Werkzeug.

Damit man bei seinen konfigurierten Aktionen nicht den Überblick verliert, kann man sie in Gruppen zusammenfassen. Ich habe mir die Gruppen „Main“, „Share“, „MD“ (für Markdown) und „Misc.“ (für Verschiedenes) eingerichtet. Alle häufig verwendeten Aktionen befinden sich der Einfachheit halber in „Main“. Zur besseren Auffindbarkeit kann jede Aktion mit einem Icon (aus einer umfangreichen Bibliothek) und einer Iconfarbe versehen werden.

Drafts Aktionsmenü

Aktionsmenü

Drafts Aktionseditor

Aktionseditor

Die Aktion selbst besteht aus ein oder mehren Schritten, die man im eingebauten Aktionseditor festlegen kann. Was alles als Schritt definiert werden kann, ist beachtlich. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Ersetzen oder erweitern (voranstellen oder anhängen) der Zwischenablage
  • Versenden einer E-Mail und zwar auch im Hintergrund, ohne dass erst die Entwurfsansicht aufgeht
  • Versenden einer iMessage oder SMS
  • Erstellen einer Erinnerung in iOS
  • Erstellen eines Kalendereintrags
  • Erstellen einer Notiz in Evernote (bzw. an eine bestehende Notiz anhängen)
  • Öffnen des iOS-Share-Sheets
  • Weitergabe als Datei mit dem Öffnen-in-Dialog
  • Auf Twitter, Facebook oder Google+ (gibt’s das noch?) posten
  • Neue Datei in Dropbrox, Google Drive oder iCloud erstellen, bzw. an eine Textdatei anhängen (vorne oder hinten)
  • Eine URL aufrufen
  • Eine bestehende Aktion aufrufen

Beim Konfigurieren des jeweiligen Schritts kann vieles im Detail festgelegt werden, z.B. Betreff und Empfänger der E-Mail, Empfänger und Text der iMessage usw. Dazu stehen mächtige Platzhalter zur Verfügung wie z.B.:

  • [[draft]] = der ganze eingegebene Text der Notiz
  • [[title]] = nur die erste Zeile des eingegebenen Textes
  • [[body]] = der ganze Text außer die erste Zeile
  • [[line|n]] = die n. Zeile des eingebenen Textes
  • [[clipboard]] = Inhalt der Zwischenablage

Somit können die Daten für den jeweiligen Schritt in flexibler Weise dem eingebenen Text oder der Zwischenablage entnommen werden. Legt man sich etwa eine E-Mail-Aktion an, so kann in der ersten Zeile der Betreff und in den übrigen Zeilen der eigentliche Inhalt der Mail stehen.

Sehr mächtig ist der URL-Aufrufschritt. Und hier wird es auch ein wenig „nerdig“, denn viele iOS-Apps lassen sich über einen URL-Aufruf starten. Aber damit nicht genug, es lassen sich in vielen Fällen auch noch Parameter anhängen und z.B. Drafts-Platzhaltern befüllen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung. Man kann mit Drafts Aufgaben in OmniFocus anlegen, indem man in einer einschrittigen Aktion folgende URL aufruft:

Drafts URL-Aktion

omnifocus:///paste?content=[[draft]]&x-success=drafts4://

Diese URL öffnet OmniFocus, legt eine neue Aufgabe mit dem ganzen eingebenen Text als Titel an und springt wieder zurück nach Drafts (so dass man z.B. gleich die nächste Aufgabe eingeben könnte).

Wem das zu nerdig ist, kann auf das umfangreiche eingebaute Aktionsverzeichnis zurückgreifen, zu dem auch Drafts-Benutzer ihre selbstgeschriebenen Aktionen beisteuern können. Es ist daher entsprechend umfangreich.

Drafts Aktionsverzeichnis

Ein weiteres Beispiel für eine Aktion wäre eine iMessage oder eine SMS an eine ganze Gruppe vordefinierter Personen. Einfach die Personen in dem betreffenden Schritt einfügen, dann reicht es künftig den Text zu schreiben und diese Aktion zu starten, um alle zu informieren. Die Möglichkeiten zum E-Mail-Versand im Hintergrund nutze ich z.B. für Trello, einer Projektmanagement-Software. Somit kann ich eine neue Idee einfach in Drafts hineinschreiben, die entsprechende Aktion starten und schon landet das Ganze in meiner Trello-Ideenliste, da solche Trello-Listen individuelle E-Mail-Adressen haben, mit denen man sie per Mail erweitern kann.

Die Aktionen, die Konfiguration und auch die Notizen können übrigens über iCloud synchronisiert werden, was sehr sinnvoll ist, wenn man sowohl ein iPhone als auch ein iPad nutzt. Es gibt sogar eine App für die Apple Watch, mit der man schnell mal eine neue Notiz diktieren kann. Drafts erhält regelmäßig Updates und Funktionen neuer iOS-Versionen sind bisher immer schnell in das Programm eingeflossen. Wünschenswert wäre eine Mac-Version.

Alles in allem also eine rundum nützliche App, die sich einen Platz auf dem ersten Homescreen meiner Geräte gesichert hat.

Jersey

11 Jul 2016
11. Juli 2016

Mein diesjähriger Sommerurlaub führte mich Mitte bis Ende Juni auf die Insel Jersey. Das 14,5 * 8 km große Eiland mit seinen rund 100.000 Bewohnern gehört zu den Kanalinseln und liegt wesentlich näher an Frankreich als an Großbritannien. Jersey ist eine sogenannte britische „Crown Dependency“ und genießt eine weitgehende Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. So gibt es z.B. ein eigenes Parlament, eigene Gesetze, eigenes Geld (das Jersey-Pfund entspricht 1:1 dem GBP), eigene Briefmarken usw.

Das Klima ist für die Lage ausgesprochen mild, da sich noch ein gewisser Golfstrom-Einfluss bemerkbar macht. Daher ist die Vegetation zum Teil mediterran und man sieht auf der Insel relativ viele Palmen. Im Juni ist das Meer allerdings noch recht kalt (dafür sind allerdings auch noch nicht so viele Urlauber dort und man hat maximales Tageslicht). Der Tidenhub gehört mit 10 bis 12 Metern zu den größten der Welt, so dass die Küste bei Ebbe und Flut ein jeweils deutlich anderes Aussehen hat. So ist beispielsweise ein Leuchtturm, der bei Flut auf einer Insel steht, bei Ebbe bequem zu Fuß zu erreichen.

Mein Reiseziel war übrigens nicht ganz zufällig Jersey. Als ich noch Schüler war, also in grauer Vorzeit, haben wir dort sechs Jahre lang je drei Wochen Familenurlaub gemacht. Es liegt also nahe mal zu schauen, wie sich die Insel inzwischen „gemacht hat“.

Ich bin daher froh berichten zu können, dass es sich immer noch um ein lohnende Destination handelt. Das hat natürlich mit der Insellage, dem milden Klima, der abwechselungsreichen Natur, den vielen Sehenswürdigkeiten und den wie ich finde sehr freundlichen Bewohnern zu tun. Die Insel bietet u.a. rund 20 Strände von ganz klein bis groß, Steilküsten mit und ohne Höhlen, malerische Buchten, zwei große Burgen, einen sehr interessanten Zoo, einen sehenswerten botanischen Garten, eine ganze Reihe von Museen und eine Vielzahl an Shops, Restaurants, Cafés und Pubs. Die Küche ist maritim geprägt und beschränkt sich keinesfalls auf Fish & Chips, die es natürlich auch (zum Teil in hervorragender Qualität) gibt. Die Inselhauptstadt St. Helier, in der ich auch gewohnt habe, ist die einzige richtige Stadt dort, die übrigen Orte sind Dörfer und kleinere Ansiedlungen.

Es ist übrigens nicht unbedingt empfehlenswert, das Auto mitzunehmen. Die Straßen im Inselinneren sind sehr eng und es herrscht Linksverkehr. Jersey verfügt jedoch über ein ausgezeichnetes Busnetz, mit dem sich fast jeder Winkel der Insel erreichen läßt. Mit Besucherpässen, die sich für verschiedenste Zeiträume buchen lassen, kann man die Busse unbegrenzt nutzen. Die Insel hat einen internationalen Flughafen und kann mit Direktflügen z.B. von Düsseldorf, Hannover oder München erreicht werden.

Alles in allem also ein durchaus lohnendes Urlaubsziel, dass man wahrscheinlich nicht so direkt auf dem Radar hat, obwohl es mit dem Flugzeug sehr schnell zu erreichen ist und mit Englisch als Landessprache eine problemlose Verständigung ermöglicht.

Ich habe dort viele verschiedene Orte besucht und fast 1000 Fotos gemacht, die ich unmöglich alle ins Netz stellen möchte. Daher beschränke ich mich zunächst mal auf die kleine Auswahl in diesem Artikel oben im Slider.

Version 7.2 - © 1995-2017 by Dr. Markus Jasinski - Impressum