Erste Erfahrungen mit HomeKit

01 Nov 2015
1. November 2015

Da mein neuer Apple TV noch auf sich warten läßt, möchte ich die Gelegenheit nutzen und über meine erste Erfahrungen mit HomeKit berichten. Geräte, die nach Apples HomeKit-Standard zertifiziert sind (erkennbar an einem HomeKit-Logo auf der Verpackung, hier eine von Apple gepflegte Liste der Geräte), lassen sich mit iOS-Geräten – einschließlich der Apple Watch – steuern bzw. abfragen. Was viele verwirrt ist die Tatsache, dass Apple – beispielsweise im Gegensatz zum HealthKit – keine Frontend-App mitliefert, sondern dies den Herstellern der Geräte und Drittanbietern überlässt. Allerdings gibt es eine zentrale HomeKit-Datenbank auf dem jeweiligen Gerät, aus der sich diese Apps bedienen und in die sie ihre Daten auch hineinschreiben, so dass alle Anwendungen die gleiche Sicht auf unsere jeweilige Wohnung haben. Ein systemweites Frontend gibt es aber dennoch – und das ist mein geliebtes Siri. Mit Hilfe der Sprachsteuerung lassen sich Lampen einschalten oder dimmen, Steckdosen aktivieren, Sensoren abfragen und einiges mehr. Dies funktioniert übrigens dann mit allen iOS-Geräten, iPhone, iPad und der Apple Watch. Dazu gleich mehr.

An HomeKit-fähigen Geräten habe ich derzeit

  • Philips Hue
  • Elgato eve energy
  • Elgato eve room

Das Beleuchtungssystem „Hue“ setze ich schon länger ein und habe bereits darüber berichtet. Damit die HomeKit-Unterstützung funktioniert, musste eine neue Bridge her, weil der HomeKit-Standard ziemlich genau vorschreibt, welche Funkstandards und Verschlüsselungen (bei der Sicherheit sind Apples Anforderungen wohl recht hoch) unterstützt werden müssen. Die neue Bridge kann einzeln ohne Lampen erworben werden. Zunächst einmal muss das neue HomeKit-Gerät ins System integriert werden. Dazu liegt der Packung ein Kärtchen mit einem Nummerncode bei, der mit der jeweiligen HomeKit-fähigen App abfotografiert wird. Diese Vorgehensweise ist übrigens herstellerübergreifend immer gleich. Entsprechend hat Philips die Hue-App erweitert, um alle neuen Funktionen zu unterstützen, außerdem gibt es eine eingebaute Prozedur, die alle Daten von der alten auf die neue Bridge überträgt (dazu müssen kurzzeitig beide Bridges ans Ethernet angeschlossen werden), was in meinem Fall problemlos funktioniert hat.

In der Hue-App kann man nun unter Einstellungen > Siri-Sprachsteuerung festlegen, welche Lampen und Szenen man mit Siri steuern möchte. Anschließend stehen eine ganze Reihe neuer Siri-Befehle zur Verfügung (Schrägstrich bedeutet alternativer Befehl, bei eckigen Klammern muss etwas eingesetzt werden):

„Licht aus“ / „Alle Lampen ausschalten“

„Licht an“ / „Alle Lampen einschalten“

„Schalte [Name der Lampe] aus“

„Schalte [Name der Lampe] an“

„Schalte [Name der Lampe] auf [Farbe]“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] heller“

„Mach die Lampe [Name der Lampe] dunkler

„Setze die Helligkeit der Lampe [Name der Lampe] auf [Wert] Prozent“

„Ist die Lampe [Name der Lampe] eingeschaltet?“

„Aktiviere [Name der Szene]“

Eine Szene ist in Hue eine beliebige Zusammenstellung von Lampen, Farben und Helligkeiten. D.h., ich kann mit einem einzigen kurzen Sprachbefehl ein komplettes Licht-Setup in meiner Wohnung aktivieren. Ich habe zum Beispiel eine Szene „Stimmung“ in der ähnlich wie auf dem Titelbild alle Räume in verschiedene Farben gehüllt werden und somit eine für mich entspannende und stimmungsvolle Lichtatmosphäre entsteht. Alles was ich dazu tun muss ist, meine Apple Watch so zu heben, dass sie aktiviert wird und dann reicht der Satz „Hey Siri, aktiviere Stimmung“. Magisch.

Hue 2

Hue 1

HomeKit Szene

Leider kann die Hue-App die Lampen nicht bestimmten Räumen zuordnen, was der HomeKit-Standard explizit vorsieht. Dies ist jedoch mit anderen Apps möglich, dazu gleich mehr.

Elgato eve energy ist ein kleine Steckdose, die in eine Steckdose kommt und diese damit HomeKit-fähig macht. Nach entsprechender Einrichtung mit der Eve-App stehen folgende neue Siri-Befehle zur Verfügung (der Name der Steckdose wird in der App festgelegt):

„[Name der Steckdose] anschalten“

„[Name der Steckdose] ausschalten“

„Ist [Name der Steckdose] eingeschaltet?“

Natürlich kann die Steckdose auch mit der Eve-App ein- oder ausgeschaltet werden. Das Besondere an „eve energy“ ist, dass zusätzlich ein Stromzähler eingebaut ist. D.h., es kann in der Eve-App eingesehen, wieviel Strom das eingesteckte Gerät insgesamt oder an einem bestimmten Tag verbraucht hat. Sehr praktisch.

eve-energy

Zusätzlich kann man mit der Eve-App seine Geräte – und das geht auch mit Hue-Lampen (!) – Räumen zuweisen. Dadurch entstehen neue, sehr praktische Befehle:

„Schalte alles im [Name des Zimmers] ein“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] an“

„Schalte die Lampen im [Name des Zimmers] aus“

„Mach das Licht im [Name des Zimmers] dunkler“

Und so weiter (betroffen sind dann immer alle Lampen und/oder Geräte, die einem Raum zugeordnet sind). Das erinnert schon irgendwie an Captain Picard in seiner Kabine ;-).

Schließlich habe ich noch das „eve room“, ein Gerät zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in Innenräumen (außerdem wird auch ein Außenmodul angeboten). Zusätzlich zur Protokollierung dieser Werte in der Eve-App, was an sich nichts neues ist (macht z.B. Netatmo auch), können Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch mit Siri abgefragt werden:

„Wie warm ist es im [Name des Zimmers]?“

„Wie ist die Luftfeuchtigkeit im [Name des Zimmers]?“

eve room

eve room

Eve-Room wird mit Batterien betrieben und ist nicht sehr groß

Eine sehr gute HomeKit-App, die so ziemlich jedes HomeKit-Feature unterstützt und auch eine Watch-App hat, ist übrigens „Home“ (App-Store-Link), welche allerdings das iTunes-Budget mit 15 Euro belastet.

Insgesamt ist eine Wohnung, die aufs Wort gehorcht, schon recht beeindruckend und fühlt sich auf jeden Fall ein wenig nach einem Leben in der Zukunft an.

Schlagwörter: , ,
Version 7.2 - © 1995-2017 by Dr. Markus Jasinski - Impressum