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Fremdsprachen lernen mit Apps

26 Jul 2015
26. Juli 2015

Da ich häufiger bei unserem nördlichen Nachbarn unterwegs bin (ist ja nur eine kurze Fährüberfahrt entfernt von hier), lerne ich derzeit ein wenig Dänisch. Leider kein leichtes Unterfangen, knapp die Hälfte der Wörter stimmen zwar mit der deutschen Sprache überein (was das Lesen von Texten vereinfacht, beim Sprechen muss man natürlich dennoch wissen, welche Wörter gleich sind), jedoch weicht die Aussprache mehr oder weniger von der Schriftsprache ab, zumal nach meiner Erfahrung im Alltag recht schnell und teilweise auch undeutlich gesprochen wird. Dafür lernt man im Gegenzug quasi drei Sprachen in einer, denn die skandinavischen Sprachen haben eine Wortübereinstimmung zwischen 90 und 95 Prozent und werden gegenseitig meist ohne größere Probleme verstanden.

Wie man es bei mir nicht anders erwarten kann, unterstützen mich meine Geräte wie iPhone und iPad kräftig beim Lernen und ich möchte heute einfach mal meine Erfahrungen weitergeben und die Apps empfehlen, die mir weitergeholfen haben. Ich habe dabei nicht recherchiert, welche der Apps plattformübergreifend sind, dies dürfte aber zumindest für einige der Fall sein.

Mein wichtigster Baustein ist ein App-gestützter Sprachkurs. Denn nur so ist, meiner Meinung nach, ein systematisches Erlernen in kleinen zusammenhängenden und aufeinander aufbauenden Lektionen möglich. Hierzu setze ich Babbel ein (App-Store-Link), eine App, die eine ganze Reihe von Sprachen unterstützt, u.a. eben auch Dänisch. Für die Nutzung entstehen monatliche Kosten, die um so niedriger sind, je größer man den Abo-Bezahlzeitraum wählt. Ich zahle beispielsweise 33,30 Euro für 6 Monate, was einem Monatspreis von 5,55 Euro entspricht. Das ist meiner Meinung nach nicht zu viel, denn zum einen ist es ein professioneller Kurs, zum anderen erwirbt man natürlich – sofern man das Ganze nicht nur oberflächlich angeht – eine zusätzliche Fertigkeit, die sich zukünftig bezahlt machen kann. Die Sprachkurse sind auch nicht statisch, sondern es kommen regelmäßig neue Lektionen hinzu. Es dürfte schwierig sein, ein vergleichbares kostenloses Angebot zu finden, zumindest bei etwas exotischeren Sprachen wie eben Dänisch.

Babbel-Kurse

Eine Babbel-Lektion (für Dänisch gibt es über 300), die meist aus 5-10 Unterabschnitten besteht, hat mehrere Komponenten. Zunächst werden die neuen Wörter bzw. Redewendungen dieser Lektion (meist nicht mehr als 10) in Deutsch und der jeweiligen Fremdsprache angezeigt und in der Fremdsprache vorgelesen. Erlaubt man der App den Mikrofonzugriff, kann das Wort nachgesprochen werden und es wird angezeigt, ob die Aussprache korrekt war oder nicht.

Babbel 1

Anschließend werden diese wiederholt und man muss die richtige Übersetzung wählen.

Babbel 2

Nun werden einzelne Begriffe nochmal vorgelesen und man muss diese selber schreiben. Dazu werden entweder die enthaltenen Buchstaben angezeigt oder es wird einfach nur eine Tastatur eingeblendet, was natürlich schwieriger ist.

Babbel 3

Babbel 4

Weiterhin gibt es immer mal wieder Erläuterungs- und Grammatikseiten, auf denen das Gelernte vertieft wird.

Babbel 5

Weitere Komponenten sind das Zuordnen von Wörtern in Gruppen (durch Verschieben auf dem Bildschirm) oder das Vervollständigen von Dialogen, die gängige Alltagssituationen abdecken. Eine Lektion kann natürlich beliebig oft wiederholt werden. Die gelernten Wörter und Redewendungen kommen zusätzlich in eine persönliche Vokabelliste, die man in regelmäßigen Abständen mit Hilfe eines Wiederhol-Managers, der sich auch merkt, mit welchen Wörtern man Schwierigkeiten hat, abgearbeitet werden.

Babbel 6

Alles in allem bleibt nach meiner Erfahrung mit Hilfe der App eine ganze Menge hängen und die Sprachkenntnisse verbessern sich Schritt für Schritt. Der zweite wichtige Baustein meines Lernsystems ist ein Vokabel-Manager. Zwar hat Babbel ja schon den eben erwähnten Wiederhol-Manager, dieser lässt sich jedoch nur übers Web mit eigenen Wörtern erweitern und geht vermutlich auch verloren, sollte man jemals sein Abo beenden. Daher bevorzuge ich hierfür eine separate App und habe mich für iVocabulary entschieden. Diese kostenpflichtige App gibt es für Mac, iPhone und iPad, wobei die Daten über alle Geräte synchronisiert werden (iCloud oder Dropbox, Dropbox funktioniert nach meiner Erfahrung besser) und der Funktionsumfang ähnlich ist. Das Eintragen größerer Vokabelmengen ist natürlich am Mac bequemer.

Ivoc

In iVocabulary trage ich alle Wörter, die ich in Babbel lerne, sowie alle weiteren Vokabeln, die ich aufschnappe – z.B. auf Dänemark-Reisen, Webseiten, Prospekten usw. – ein. Zu jeder Vokabel kann auch ein Bild (diese Funktion nutze ich nicht, ist aber sinnvoll, für alle, die mehr visuell lernen), ein Kommentar, die Aussprache (als Aufnahme) und ein Etikett (nutze ich für die Wortart Substantiv, Verb, usw.) gespeichert werden. Mit Hilfe verschiedener Abfrage-Modi können die Wörter dann gelernt werden, wobei zu jeder Vokabel der letzte Abfragezeitpunkt und die individuelle Schwierigkeit (wie oft passieren Fehler bei diesem Wort) gespeichert wird. Insgesamt ist iVocabulary sehr umfangreich und ich habe noch nicht alle Funktionen genutzt.

Es kommt häufiger vor, dass ich ein neues Wort lese und einfach nur wissen möchte, wie es ausgesprochen wird. Hierfür hat sich die kostenlose App Forvo (App-Store-Link) bewährt. Forvo ist eine Sprach-Community, an der man teilnehmen kann, indem man dort einspricht, wie Wörter in der eigenen Muttersprache ausgesprochen werden. Der Umfang ist recht hoch, ich stoße recht selten auf ein Wort, welches nicht enthalten ist.

Forvo

Natürlich wäre diese Zusammenstellung ohne ein Wörterbuch nicht vollständig, denn irgendwo muss man bisher völlig unbekannte Wörter ja nachschlagen. Ich nutze dazu die iPhone-App von dict.cc, dict.cc+ (App-Store-Link, Offline-Benutzung möglich, alternativ gibt es auch eine kostenlose Version mit Werbung).

Dictcc

Diese vier Apps decken den Grundbedarf IMHO ganz gut ab, gelegentlich nutze ich noch weitere Dienste wie Google-Translate, aber mit den vorgestellten Produkten kommt man schon recht weit. Bonus-Tipp: Insbesondere fürs Vokabellernen ist es nützlich, auf dem iPhone oder iPad die Tastatur der jeweiligen Sprache zu installieren (iOS: Einstellungen > Allgemein > Tastatur > Tastaturen). In diesem Sinne, viel Spaß beim Lernen!

Update vom 23.01.2017: Zu diesem Posting gibt es einen neuen Artikel, der zwei Apps empfiehlt, die entsprechend zwei o.g. Programm ersetzen.

Falster

19 Jul 2015
19. Juli 2015

Mein nächster Dänemark-Ausflug führte auf verschiedene Orte der Insel Falster, die direkt gegenüber von Rostock liegt und durch eine zweistündige Fährüberfahrt zu erreichen ist. Höhepunkt war für mich der Besuch von Dänemarks südlichstem Punkt, welcher sich an der Südostspitze dieser Insel befindet. Dies ist gleichzeitig auch die südlichste Stelle ganz Skandinaviens. Dort gibt es einen ca. vier Tonnen schweren Findling, den Südstein, zusammen mit einem flachen Gebäude, welches mit entsprechenden Informationstafeln ausgestattet ist. Unterwegs dorthin kommt man am Leuchtturm von Gedser, Hafenstadt und Dänemarks südlichster Ort, vorbei. Anschließend habe ich Nykøbing, den größten Ort auf der Insel Falster, besucht. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der gelbe Wasserturm und die gotische Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert. Viele kleine Geschäfte und mehrere Supermärkte laden zum Shopping ein. Rund 90 Fotos dieses Ausflugs können auf meiner Flickr-Seite angeschaut werden.

Møn

15 Jul 2015
15. Juli 2015

Ich war einen Tag auf der dänischen Insel Møn, welche oft als kleine Schwester von Rügen bezeichnet wird. So gibt es beispielsweise ebenfalls eine Kreideküste, die der unsrigen in nichts nachsteht. 497 Stufen geht man hinunter (und nachher wieder hinauf!) um den schmalen Strand vor den Kreidefelsen zu erreichen. Außerdem habe ich mir die Inselhauptstadt Stege, die über 1000 Jahre alte Kirche in Elmelund sowie den Schlosspark von Liselund angeschaut. 120 Fotos dieses Ausflugs können auf meiner Flickr-Seite betrachtet werden.

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