Beliebige Artikel als „Podcast“ hören

25 Aug 2013
25. August 2013

Es gibt Apps, die hat man sich innerlich schon immer gewünscht und plötzlich wird man durch ein anderes Blog darauf aufmerksam, dass diese schon länger existieren und dann auch noch besser sind, als man zu träumen gewagt hatte. Voice Dream (8,99 Euro, Universal-App) ist so eine App und sie löst bei mir ein ganz konkretes Problem. Ich stoße im Internet über meine diversen Quellen (Twitter, App.net, RSS-Feeds, regelmäßig besuchte Seiten, …) auf eine Vielzahl unbedingt lesenswerter Artikel. Allein mir fehlt die Zeit, diese alle zu konsumieren, ganz egal ob sofort oder via Pocket oder Evernote später. Das beste wäre also, wenn ohnehin schon tote Zeit irgendwie genutzt werden könnte, um den Artikelstau abzuarbeiten. Das sind bei mir vor allem Zeiten, in denen ich unterwegs bin oder eintönige/langweilige Tätigkeiten ausführe. Hier kommt besagtes Voice Dream ins Spiel, denn dieses Programm ist ein nahezu perfekter Vorleser, dessen Fähigkeiten weit über die eingebauten Sprachfähigkeiten der iOS-Geräte hinausgehen.

Das fängt allein damit an, dass vorgelesene Artikel mit dem gleichen Komfort wie Musik oder Podcasts abgespielt werden können. D.h., die Wiedergabe erfolgt auch im Hintergrund, bei gesperrtem Bildschirm und unter Nutzung der Headset-Steuerung. Die Sprache des Textes wird automatisch erkannt und mit einer passenden – recht hochwertigen – Stimme vorgelesen. Diese Stimmen muss man allerdings – vermutlich weil der App-Anbieter diese lizensieren muss – per In-App-Kauf (für 1,79 bis 2,69 Euro pro Stück) zusätzlich erwerben. Ich verwende Julia als deutsche und Rachel als englische Stimme (UK-Englisch). Für Wörter, die nicht korrekt vorgelesen werden, wie z.B. einige englische Wörter in deutschen Texten, kann man in einem benutzerdefinierten Aussprachewörterbuch entsprechende Eintragungen vornehmen. Beispiel: In den letzten Tagen war ja im Zusammenhang mit den Abhörskandalen öfter mal das Wort „XKeyScore“ zu lesen, womit die deutschen Stimmen nicht zurecht kamen. Der Eintrag „XKeyScore = ix kie skor“ im Aussprachewörterbuch löst dieses Problem.

Voicedream 1

Der Hauptbildschirm von Voice Dream enthält eine Liste der vorzulesenden Artikel, darunter auch zwei Einführungstexte, die den Nutzer mit den Funktionen des Programms vertraut machen. Ganz rechts in der Liste wird angezeigt, wie lange das Vorlesen des jeweiligen Artikels dauern wird, was für die eigene Zeiteinteilung recht praktisch ist. Ob nach Beendigung eines Artikels gleich der nächste gelesen werden soll, kann in den Einstellungen festgelegt (inklusive optionalem Klangsignal beim Übergang). Die Sortierreihenfolge ist ebenfalls festlegbar (nach Hinzufügedatum, Größe, …). Die aktuelle Leseposition wird pro Artikel gespeichert, zusätzlich gibt es eine Lesezeichenfunktion. Die Lesegeschwindigkeit ist übrigens auch einstellbar. Artikel können in Ordner und eine Playlist sortiert werden, so dass auch bei einem großen Artikelvorrat die Übersicht gewahrt bleibt.

Voicedream2

Ein ganz großes Plus von Voice Dream sind die vielen verschiedenen Wege, Texte in die App zu bekommen. Texte können von den Diensten Dropbox, Google Drive, Pocket, Instapaper, Evernote und Bookshare komfortabel in die App übernommen werden. Darüber hinaus gibt es einen integrierten Browser, über den Artikel ebenfalls bezogen werden können. Schließlich kommen noch die Wege über iTunes, die Zwischenablage und einen integrierten Editor hinzu. An Textformaten werden neben einfachem Text PDF, DRM-freies ePub,  MS Word, MS PowerPoint, Apple Pages, RTF und HTML unterstützt. Somit ist es sehr leicht, an neuen Lesestoff zu kommen,  insbesondere weil z.B. bei mir zu lesende Artikel sowieso schon in Paper bereitstehen.

Voicedream3

Wer die App erstmal kostenlos antesten möchte, kann zur Lite-Version greifen, welche nur die ersten 200-300 Zeichen vorliest.

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