Archive for month: Mai, 2013

Mac via iPhone sperren

25 Mai 2013
25. Mai 2013

MacSparky.com berichtete diese Woche über einen Weg, seinen Mac via iPhone aus der Ferne in den Schlafmodus zu versetzen. Vor diesem Problem stand ich auch einmal, denn ich hab es gern, dass mein Mac gesperrt ist, wenn er unbeaufsichtigt läuft, auch wenn das vielleicht ein wenig paranoid klingen mag. Allerdings bin ich mir dann unterwegs manchmal nicht sicher, ob ich das auch wirklich getan habe und dann ist es äußerst praktisch, dies nochmal via iPhone nachzuholen. Bisher habe ich das immer über E-Mail erledigt, indem ich eine Mail-Regel angelegt habe, die bei einer Mail von mir mit einem bestimmten Betreff den Mac via AppleScript sperrt. Das funktioniert gut, setzt aber voraus, dass die Mail-App läuft und ist auch jedes Mal ein wenig Tipparbeit.

Die alternative Methode, die ich heute vorstellen möchte und welche ich ein wenig abgewandelt habe, kombiniert auf clevere Weise drei Apps, die ich alle hier bereits in jeweils einem Artikel beschrieben habe (Einzelheiten zur Verwendung dieser Apps bitte dort nachlesen):

Die Grundidee ist, via Drafts eine Datei in der Dropbox anzulegen, nach dessen Inhalt Hazel sucht, um dann beim erfolgreichen Auffinden den Mac zu sperren. Der Text, den ich in meiner Dropbox via Drafts speichere, lautet in meinem Fall einfach „MB sperren“ für „MacBook sperren“:

Drafts Sperre

Für das Speichern als Dropbox-Datei gibt es in Drafts (iPhone oder auch iPad) direkt eine Aktion („Save to Dropbox“). Zuvor muss man die Drafts-App allerdings für den Dropbox-Zugriff autorisiert haben. Mit Hilfe von Launch Center Pro kann dieser Vorgang automatisiert werden. Dazu legen wir im Launch Center eine Aktion mit folgendem URL an:

drafts://x-callback-url/create?text=MB%20sperren&action=Save%20to%20Dropbox

Damit das so durchgereicht wird, muss in Drafts unter „Settings“ die Einstellung „Allow URLs to trigger actions“ eingeschaltet sein. Optional kann zur Erhöhung der Sicherheit noch ein in Drafts festgelegter „URL key“ angehängt werden. Beispiel:

drafts://x-callback-url/create?text=MB%20sperren&action=Save%20to%20Dropbox&key=Geheim

Ein passendes Icon findet sich im Launch Center ebenfalls:

LCP Sperre

Nun kann der iPhone-seitige Teil der Sperraktion mit einem Tap vom Launch Center aus erfolgen.

Vorher müssen wir aber auf dem Mac noch einige Vorbereitungen treffen. Wir brauchen eine Hazel-Regel für den Ordner „Dropbox/Apps/Drafts“:

Hazel Sperre 1

Die Bedingung, die zur Ausführung der Hazel-Regel führt, ist, dass es in diesem Ordner eine Datei mit dem Inhalt „MB sperren“ gibt:

Hazel Sperre 2

Trifft dies zu, veranlassen wir gleich mehrere Schritte. Als erstes löschen wir die Datei („Move to folder: Trash“), damit die Aktionen nur einmal ausgeführt werden. Dann starten wir ein AppleScript, welches das MacBook sperrt:

tell application „System Events“ to start current screen saver

Hazel Sperre 3

Dazu muss in den Systemeinstellungen geregelt sein, dass nach einem Ruhezustand oder dem Bildschirmschoner ein Kennwort einzugeben ist:

Sicherheit Sperre 2

Wer den Mac lieber schlafen legen möchte, nimmt stattdessen einfach folgendes AppleScript:

tell application „Finder“

  sleep

end tell

Damit sind wir schon am Ziel unseres Vorhabens.

Als i-Tüpfelchen wäre es nun noch schön, wenn das iPhone eine Rückmeldung vom Mac bekäme. Das ist allerdings nicht ganz trivial und sei daher nur fortgeschrittenen Nutzern empfohlen. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung würde den Rahmen eines Blog-Artikels leider sprengen.

Ich nutze dazu Prowl, eine iOS-App, der man über das Internet Push-Notifications schicken kann, die dann auf dem Telefon angezeigt werden. Zusätzlich braucht man ein Benutzerkonto auf https://www.prowlapp.com, um einen sogenannten API-Key zu erhalten, der für den Versand vom Mac aus benötigt wird. Ferner wird auf dem Mac ein Perl-Skript gebraucht, welches ausführbar in einem Verzeichnis wie z.B. /usr/local/bin bereitliegen sollte.

Nun sagen wir Hazel, dass nach dem AppleScript noch ein Shell-Script ausgeführt werden soll:

Hazel Sperre 4

Wichtig ist, dass wir hier im Parameter -apikey= unseren API-Key von prowlapp.com einsetzen. Nach dem Sperren des MacBooks erscheint nun folgende Meldung auf unserem iPhone:

Push Sperre

OmniFocus-Aufgaben via QR-Code erstellen

18 Mai 2013
18. Mai 2013

Manche Ideen sind so abgedreht, dass sie mir sofort gefallen ;-). Einige Dinge benötige ich so selten, dass deren Anschaffung keine regelmäßige Aufgabe ist. Das ist in meinem Fall z.B. der Kauf neuer Wasserfilter für meine Kaffeemaschine. Wie wäre es also, wenn ich beim Entnehmen des letzten Filters aus der Packung die Neuanschaffung nicht händisch in OmniFocus eintrage, sondern einfach einen QR-Code scanne, den ich vorher auf der Schachtel angebracht habe?

So funktioniert das Ganze: Zunächst wird mit Hilfe einer QR-Code-Software – hier empfehle ich QR-Generator aus dem Mac-App-Store – eine passende Grafik erstellt:

QR Generator

Als QR-Typ brauchen wir „URL“. Das URL-Schema, welches in OmniFocus eine Aufgabe erzeugt lautet allgemein:

omnifocus:///add?name=<Text>

Für mein o.g. Beispiel benötige ich dementsprechend:

omnifocus:///add?name=Wasserfilter%20(Brita%20Maxtra)%20kaufen

Die „%20“ sind hierbei nicht unwichtig und stehen für Leerzeichen. Man könnte der Aufgabe auch gleich eine Notiz hinzufügen, sollte aber ein wenig darauf achten, dass der Code nicht zu groß wird. Das URL-Schema würde in diesem Fall so aussehen:

omnifocus:///add?name=<Text>&note=<Text>

Nun wird der QR-Code ausgedruckt, ausgeschnitten und auf die Packung geklebt:

QR Packung

Gehen die Filter zu Neige braucht der Code nur mit einer Scan-App auf dem iPhone – ich nehme dazu Optiscan – eingelesen werden. Sofort öffnet sich OmniFocus und geht in die Bildschirmmaske für eine neue Aufgabe. Unser Text ist dabei schon vorausgefüllt:

OmniFocus-Scan

Ob das nun wirklich schneller geht, als die Aufgabe von Hand einzutragen, muss jeder für sich selbst probieren. Das Einscannen ist auf jeden Fall deutlich „nerdiger“.

Da eine ganze Reihe von iOS-Apps inzwischen URL-Schemata registrieren, die direkt irgendwelche Funktionen ausführen, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, was man als nächstes damit automatisieren könnte.

Queen Elizabeth in Warnemünde

09 Mai 2013
9. Mai 2013

Am 5. Mai besuchte uns erstmalig das Luxus-Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ in Warnemünde. Neben dem herrlichen Wetter an diesem Tag war dies natürlich mal wieder ein schöner Anlass, unser malerisches Ostseebad zu besuchen. Mit der Idee war ich nicht alleine, so voll habe ich Warnemünde sonst immer nur zur Hanse Sail erlebt.

Der Luxusliner gehört zur Cunard-Reederei und transportiert mit seiner 1000-köpfigen Besatzung knapp über 2000 Passagiere. Das Schiff ist 294 Meter lang und wurde 2010 in Dienst gestellt.

Glücklicherweise war ich genau zur rechten Zeit da, um das imposante Auslaufen des Kreuzfahrtschiffes mitzuerleben. Alle Fotos in meiner Flickr-Galerie!

Instacast für Mac

04 Mai 2013
4. Mai 2013

Zu den Anfangszeiten des iPhones habe ich mich über Apps gefreut, die ihren Weg vom Mac auf das Telefon gefunden haben, denn sie ermöglichen häufig ein nahtloses Arbeiten über die Gerätegrenzen hinweg. Mittlerweile gibt es immer öfter auch die umgekehrte Situation, erfolgreiche iOS-Apps bekommen einen „großen Bruder“ auf dem Mac. Eigentlich nicht verwunderlich, bei der enormen Zahl von über 800.000 iOS-Programmen.

Jüngstes Beispiel ist für mich Instacast, eine der beliebtesten Podcast-Apps für iPhone und iPad und seit langer Zeit der Podcast-Client meiner Wahl. Am 1. Mai hat der Entwickler die erste öffentliche Beta-Version für OS X veröffentlicht. Natürlich hab ich mir dieses Stück Software sofort angeschaut, auch wenn ich noch nicht so viel Zeit mit dem Programm verbringen konnte.

Instacast 1

Der Funktionsumfang entspricht in etwa der iPad-App. Allerdings handelt es sich nicht um eine einfache Portierung, denn Instacast für OS X hat das Look & Feel einer echten Mac-App. Ein paar Besonderheiten möchte ich gerne hervorheben.

Up Next

Dieses Feature kennen wir aus iTunes 11. Statt einen Podcast gleich abzuspielen sind auch die Einträge „Play Next“ oder „Add To Up Next“ möglich. Die betreffende Episode wird dann entweder als nächstes gespielt oder an das Ende der Up-Next-Liste gesetzt. Die Up-Next-Liste selbst kann per Drag & Drop umsortiert werden.

Mini-Player

Ebenfalls wie bei iTunes gibt es auch einen Mini-Player um wertvollen Bildschirmplatz einzusparen. Der Mini-Player kann zusätzlich zum oder statt des Hauptfensters verwendet werden.

Instacast 2

AirPlay

Als eine der wenigen Mac-Apps unterstützt Instacast die AirPlay-Technologie. In meinen Tests mit dem Apple TV funktionierte dies allerdings nur für Audio.

Flattr

Im Gegensatz zur iOS-Version können Podcasts direkt aus der App „geflattrt“ werden (Flattr ist ein Mikrospendensystem für Content, welches auch in diesem Blog zur Verfügung steht). Im App Store lässt Apple solche Mechanismen nicht zu, daher wird Instacast – wenn überhaupt – nur in einer abgespeckten Version im Mac-App-Store erscheinen.

Sync

Die Mac-Version kann sich mit den iOS-Versionen synchronisieren. Hierzu setzt Instacast nicht mehr wie früher auf die iCloud, sondern bietet eine eigene „Wolke“ an. Die Neueinrichtung eines entsprechenden Accounts muss allerdings noch über iOS erfolgen, in der Mac-Ausgabe ist diese Teilfunktion noch nicht fertig.

Der Sync selbst hat in meinen Tests gut funktioniert, auch die Abspielposition wird abgeglichen, man kann also das Gerät wechseln und nahtlos weiterhören.

Fazit

Mit Instacast gibt es nun endlich einen leistungsfähigen Podcast-Client für den Mac, welcher eine einheitliche Podcast-Experience über alle Geräte hinweg ermöglicht. Wer eine Alternative zu iTunes sucht wird gut bedient. Die Beta kann kostenlos verwendet werden, gleichzeitig ist aber auch jetzt schon ein Kauf zum Vorzugspreis von 15 Euro möglich.

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