AirPlay für den Mac

03 Feb 2012
3. Februar 2012

In manchen Dingen hinkt der Mac den iOS-Systemen einfach hinterher. Warum kann ich dort keine iBooks lesen? Keine iMessages senden oder empfangen? Wieso gibt’s dort kein Game Center? Und warum kann ich meine iPhone-Fotos nicht per AirPlay auf dem Mac präsentieren? Unverständlich, warum Apple hier die Vorteile seines Ökosystems nicht ausspielt und dieses konsequent auf allen Geräten nutzbar macht. Aber im Falle von AirPlay gibt es Abhilfe in Form von Drittanbieter-Software, darum soll es heute gehen. Am Ende des Artikels befinden sich diesmal Hinweise zu weiteren Entwicklung dieses Blogs.

AirPlay wurde mit iOS 4.2 für mitgelieferte Apps wie Fotos und YouTube eingeführt, iOS 4.3 erlaubte es dann auch Drittanbieter-Apps, diese Technologie zu nutzen. Diese Programme bezeichnet man gemeinhin als Sender, klassische Empfänger für AirPlay-Übertragungen sind vor allem das neue Apple TV, die Airport-Express und AirPlay-fähige Soundsysteme von Drittherstellern. Typische Anwendungen sind das Zeigen von iPhone-Fotos oder -Videos auf dem Apple TV oder die Ausgabe von iTunes-Songs über verteilte Lautsprecher im ganzen Haus. Das iPhone 4S und das iPad 2 können sogar ihre komplette Bildschirmausgabe über ein Apple TV auf unseren Großbild-Fernseher spiegeln („Mirroring“).

Auf dem Mac ist im Auslieferungszustand nur iTunes mit AirPlay-Fähigkeiten ausgestattet (als Sender). Die Auswahl des Empfängers erfolgt durch ein Icon am rechten unteren Bildschirmrand:

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Das war’s dann aber auch schon. Es gibt einzelne Nicht-Apple-Apps, die sich ähnlich verhalten. Dazu gehört z.B. das vorzügliche Radioprogramm Snowtapevon Vemedio (vielen sicherlich durch Instacast bekannt):

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Noch interessanter ist es natürlich, den Mac zu einem universelleren AirpPlay-Empfänger oder -Sender zu machen. Denn auf der einen Seite gibt es z.B. eine Menge Apps, die Sound ausgeben. Auf der anderen Seite haben viele Macs einen schönen 27-Zoll-Monitor, der sich prima für iPhone-gesteuerte Diashows eignet.

AirPlay-Empfänger

Die Software meiner Wahl ist hier AirServer. Sie ermöglicht u.a Audio- und Video-Streaming, Foto-Streaming und empfängt auch Übertragungen von iTunes-Programmen, die auf anderen Macs laufen. Mirroring ist allerdings nicht möglich. Nach der Installation finden wir die rund 8 Dollar teuere App im Programme-Ordner und ihre Einstellungen in den Systemeinstellungen:

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Hier können wir z.B. den AirPlay-Namen unseres Macs festlegen, AirServer gleich bei der Anmeldung starten lassen und konfigurieren, welcher Monitor (bei Mehrbildschirm-Systemen) für AirPlay genutzt werden soll. Ansonsten lebt die App in unserer Menüleiste:

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Mit laufendem AirServer kann ich nun z.B. in der Foto-App auf meinem iPhone meinen Mac als AirPlay-Empfänger auswählen:

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Anschliessend erscheint das ausgewählte Bild dort umgehend. Es ist sowohl eine Vollbild als auch eine Fensteransicht möglich:

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Für andere AirPlay-Anwendungen ist die Vorgehensweise analog.

AirPlay-Sender

Hier ist die App meiner Wahl Airfoil (aktueller Preis: 25 Dollar) von Rogue Amoeba, eine Software-Schmiede, die sich auf Audio-Software spezialisiert hat und ein interessantes Produktportfolio für den Mac bietet. Vom Grundprinzip her wählen wir aus der Liste oben eine App aus und legen darunter fest, auf welchen AirPlay-Empfängern die Audio-Ausgabe erfolgen soll:

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Alternativ können wir auch alle Audio-Ausgaben umleiten. Sogar iPhones können – wie abgebildet – Empfänger sein, denn Rogue Amoeba hat auch eine entsprechende iOS-App im Angebot (Airfoil Speakers Touch, kostenlos):

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Airfoil hat noch eine ganze Reihe weiterer Funktionen (u.a. auch für den Empfang), die auf der Produkt-Homepage (s.o.) beschrieben sind. Alles in allem können wir unserem Mac also eine ganze Menge AirPlay beibringen :-).

Hinweise zum Blog

Das war der 50. Artikel heute, die Zeit vergeht wie im Flug. Für die Zukunft gibt es noch reichlich Themen, meine Liste möglicher Artikel wird eher länger als kürzer. Allerdings bin ich im Rahmen meines Artikels iBooks und iBooks Authorauf die Idee gekommen, ein richtiges iBook mit dem Thema OmniFocus und GTD zu versuchen. Ich kann allerdings nichts versprechen in der Richtung, vielleicht kommt auch einfach nichts dabei heraus, mit dem ich zufrieden bin. Daher stelle ich weder ein fertiges Buch noch einen Termin in Aussicht. Allerdings ist dies ein reines Freizeit-Projekt, was auf Kosten dieses Blogs geht. Ich plane daher, die aktuelle „Schlagzahl“ von durchschnittlich einem Artikel pro Woche (es sind sogar ein wenig mehr) zu reduzieren.

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