iBooks und iBooks Author

21 Jan 2012
21. Januar 2012

Diese Woche gab es eine Sonderveranstaltung von Apple mit dem Thema Schule und Universität, eine Fragestellung, welche mir am Herzen liegt, schließlich habe ich über 20 Jahre an solchen Lehranstalten verbracht. Ein Schwerpunkt waren Lehrbücher. Daher wurde iBooks um diese Buchart erweitert und ist am selben Tag in der Version 2.0 erschienen. Lehrbücher unterscheiden sich von den bisherigen iBooks durch die Möglichkeit, weitere zusätzliche interaktive Elemente enthalten zu können. Dazu gehören u.a. Galerien, Testfragen, Keynote-Präsentationen (!), interaktive Bilder und 3D-Animationen. Ein interessantes Lehrbuch dieser Art ist z.B. „Life on Earth“ in Apples Bookstore. Das Lehrbuch-Angebot liegt zunächst – wie bei vielen iTunes-Neuerungen – nur in englischer Sprache vor. Nun ist es an unseren Verlagen, entsprechende Angebote für hiesige Schüler und Studenten zu schaffen.

Aber mit welchen Tools kann man überhaupt solche E-Books erstellen? Nun, die Antwort blieb Apple auf besagtem Event ebenfalls nicht schuldig und liefert das passende Werkzeug gleich mit. Die App „iBooks Author“ war sofort nach Veranstaltungsende im Mac-App-Store verfügbar und führt seitdem dort die Charts an, denn die Software ist kostenlos erhältlich und ziemlich leistungsfähig.

Da war die Versuchung natürlich groß, zum Testen sofort ein kleines E-Book zu erstellen ;-). Zunächst aber sollte einschränkend erwähnt werden, dass die App OS X 10.7.2 voraussetzt. Mit Tricks und kleinen Einschränkungen soll aber auch der Betrieb unter „Snow Leopard“ möglich sein. Das Programm ist 136 MB groß, gut an Lion angepasst (Vollbild, Versionen, …) und erinnert vom Look & Feel an eine Mischung aus Pages und Keynote. Es ist daher anzunehmen, dass die App von der iWork-Abteilung geschrieben wurde und ein weiterer Grund dafür ist, warum wir noch immer keine neue Version der iWork-Suite gesehen haben. Für meinen Test habe ich von einem meiner Blog Artikel, nämlich „OmniFocus: Aufgabenverwaltung für Mac, iPad und iPhone“, einfach mal eine E-Book-Version erstellt. Ich habe dafür nur eine gute Stunde gebraucht, was sicherlich für die Software spricht. Allerdings habe ich dabei natürlich nicht alle Funktionen genutzt oder gar gesehen. Dieser Artikel ist daher keine vollständige Beschreibung von ”iBooks Author“, sondern soll als Anregung für eigene Kreationen und Experimente dienen.

Genau wie bei iWork beginnt die Arbeit mit der Auswahl einer Vorlage (oder dem Öffnen einend vorhandenen Dokuments). Eigene Dokumente können ebenfalls als Vorlage gesichert werden.

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Ich habe mich für „Einfach“ entschieden. Danach geht es gleich an die Inhalte. Das Hauptfenster hat die Mac-typische Dreiteilung aus Toolbar, Seitenleiste und Hauptfenster:

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Die Seitenleiste erinnert ein wenig an Keynote und ermöglicht das Umsortieren der einzelnen Elemente des Buchs. Das können Dinge wie Kapitel, Abschnitte, Vorwort, Copyright, Widmung und Seiten sein. Seiten können bis zu drei Spalten haben. Fest dazu gehören oben die Elemente Titel, Einführungsmedien, Inhaltsverzeichnis und Glossar. Das Inhaltsverzeichnis wird automatisch aus den Kapiteln und Abschnitten erstellt, das Glossar kann man aus beilegen Stichwörtern des Dokuments aufbauen. Um schnell einen Grundstock an Inhalt zu bekommen, ist es möglich Pages- oder Word-Dokumente zu importieren (über das Menü Einfügen > Kapitel aus Pages- oder Word-Dokument…).

Desweiteren kann das Dokument mit Textfeldern, Formen (wie in iWork), Tabellen, Diagrammen und Medien (über den Medien-Browser von OS X) angereichert werden.

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Hinzu kommen die bereits erwähnten Widgets, die eine Menge Interaktivität in unser Buch bringen:

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Zum Testen habe ich in meinem Buch die Widgets „Galerie“ und „Wiederholung“ eingebaut. Zu jedem Zeitpunkt können wir uns anschauen, wie das fertige Buch auf dem iPad (Lehrbücher sind nicht fürs iPhone) aussehen würde. Dazu wird das iPad per USB-Kabel angeschlossen, iBooks 2.0 geöffnet und in „iBooks Author“ das Icon „Vorschau“ angeklickt.

Sind wir mit unserem Buch zufrieden, kann es entweder im iBooks-Store veröffentlicht oder exportiert werden. Zur Veröffentlichung im Store sind eine Reihe von Dingen zu beachten, die in der Online-Hilfe beschrieben sind.

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Kostenpflichtige Bücher dürfen laut Lizenz ausschließlich via iTunes veröffentlicht werden, was sofort zu – meiner Meinung nach berechtigter – Kritik an Apple geführt hat. Schließlich könnte ich ein mit Pages oder Word erstelltes Buch überall verkaufen. Allerdings ist zu bedenken, dass die Software im Gegenzug kostenlos ist und sicherlich ganz bewußt den Namen „iBooks Author“ und nicht „E-Book Author“ trägt. Kostenlose Bücher hingegen dürfen wir z.B. auch via Web veröffentlichen. Als Export-Formate stehen „.itmsp“ (für den Store), „.ibooks“ (für die iBooks-Software), PDF und Text zur Verfügung. Bei den zwei letztgenannten Formaten gehen natürlich jede Menge Funktionen verloren.

Mein Testbuch ist kostenlos, es kann hier heruntergeladen werden. Per Drag & Drop landet es in iTunes und kann von dort auf ein iPad gesynct werden.

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Abschließend ein paar Screenshots meines Buches direkt von meinem iPad:

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