iTunes Match und iTunes in the Cloud

18 Dez 2011
18. Dezember 2011

Eigentlich wollte ich diese Woche nicht schon wieder über iTunes schreiben, aber da habe ich die Rechnung ohne Apple gemacht. Für mich völlig überraschend wurden Freitag die Funktionen „iTunes in the Cloud“ für Musik und „iTunes Match“ in Deutschland verfügbar. Mit einer so schnellen Einigung von Apple mit der hiesigen Musikindustrie und der GEMA habe ich wirklich nicht gerechnet. Hervorragend!

Der „iTunes in the Cloud“-Teil ist schnell erklärt. Ab sofort kann Musik, die bei iTunes gekauft wurde, dort beliebig oft wieder heruntergeladen werden. Eigentlich selbstverständlich sollte man meinen, aber bisher war dieses nur mit Apps und E-Books möglich. Für Musik musste erst eine entsprechende Vereinbarung bzw. Lizenzierung abgeschlossen werden. Für Filme und TV-Serien steht das immer noch aus, obwohl ich mir dieses gerade hierfür wünschen würde, um auf meinen Platten mal so richtig Platz zu sparen. Um gekaufte Musik erneut auf den Mac zu laden, öffnen wir iTunes und gehen in den Store (Hauptseite). Dort klicken wir auf der rechten (!) Seite auf „Gekaufte Artikel“ und haben dort nun einen Abschnitt „Musik“, über den sich der Download erledigen lässt:

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Auf dem iPhone müssen wir ebenfalls in die iTunes-App (die mit dem violetten Icon) und klicken dort auf das Mehr-Tab. Nun wieder in „Gekaufte Artikel“ gehen. Hier finden wir praktischerweise sogar eine Unterseite „Nicht auf diesem iPhone“ und können von dort entsprechende Titel laden. Die Funktion „iTunes in the Cloud“ ist mit keinen weiteren Kosten verbunden und falls man alle Musik über iTunes bezogen haben sollte, sind alle Musikstücke ständig verfügbar, da sie bei Bedarf einfach nachgeladen werden können.

Ein weitergehendes Konzept verfolgt „iTunes Match“ – ist aber dafür auch nicht kostenlos, sondern mit 24,95 EUR pro Jahr gesondert zu erwerben. Bevor ich auch nur daran gedacht habe, diese Funktion zu nutzen, habe ich erstmal ein Backup meiner iTunes-Musik auf eine externe Festplatte vorgenommen. Sicher ist sicher:

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Meine Musiksammlung ist übrigens vergleichbar klein, da ich von meinen CDs in der Regel nur meine Lieblingstitel in iTunes einlese.

Um „iTunes Match“ zu aktivieren suchen wir den gleichnamigen Eintrag in der linken Seitenleiste von iTunes auf:

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Dort wird der Dienst kurz erläutert und ein entsprechender Abo-Knopf angeboten. Der Service kann aus vorhandenem iTunes-Guthaben bezahlt werden, dennoch liegen mir Hinweise vor, dass in iTunes zumindest eine andere Bezahlmethode wie Kreditkarte oder „Click and Buy“ hinterlegt sein muss (was bei mir auch der Fall war). Das könnte damit zusammenhängen, dass es sich um ein Abo handelt. Im Zusammenhang mit vergünstigten iTunes-Karten, die immer mal wieder von Super- oder Elektromärkten angeboten werden, lässt sich der Abo-Preis noch ein wenig drücken.

Nach Abschluss des Abos analysiert iTunes zunächst mal die eigene Mediathek:

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Dann wird ermittelt, welche dieser Songs im iTunes-Store verfügbar sind. Das werden in der Regel eine ganze Menge sein, da der Katalog rund 20 Millionen Titel umfasst:

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Im letzten Schritt lädt iTunes alle Titel unserer Mediathek, die nicht im Store verfügbar sind, zu Apple in unseren Cloud-Speicher hoch. Das kann je nach Umfang der eigenen Musiksammlung eine Weile in Anspruch nehmen:

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Abschließend teilt uns iTunes mit, wieviele Songs nun in der iCloud für uns bereitliegen:

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Auf diese Musiksammlung können wir nun von unseren Macs und iOS-Geräten zugreifen. Wir erhalten den gewünschten Titel dabei entweder aus dem Store-Fundus oder dem, was in Schritt 3 hochgeladen wurde. Auf diese Weise können Titel, die wir nicht über iTunes erworben haben aber Bestandteil des Katalogs sind, durch die iTunes-Version ersetzt werden. Daher auch der Name des Dienstes. Es gibt allerdings ein paar Vorraussetzungen, so muss die Datenrate eines zu matchenden Songs mindestens 96 kBit/s betragen. Weiterhin können nicht mehr als 25000 Titel hochgeladen werden, größere Mediatheken sind nicht für „iTunes Match“ geeignet.

Nachdem wir auf dem Mac fertig sind, können wir „iTunes Match“ z.B. auf dem iPhone aktivieren. Das machen wir in „Einstellungen“ unter „Musik“:

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Obacht, dadurch deaktivieren wir die Synchronisation mit iTunes auf dem Mac und ersetzen die Mediathek durch „iTunes Match“. Das ist in etwa vergleichbar mit der Synchronisation der Kontakte über die iCloud statt über iTunes. Nach der Aktivierung können wir festlegen, ob in der Musik-App nur die tatsächlich lokal gespeicherten Titel angezeigt werden sollen oder alles, was die Cloud zu bieten hat:

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Wir können nun entweder einzelne Titel auf das iPhone laden (Wolkensymbol anklicken) oder ganze Wiedergabelisten („Alle laden“):

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Falls wir auf dem Mac nicht genug Platz haben für unsere ganze Musik, können wir nun auch Titel löschen und uns diese dann bei Bedarf aus der Cloud zurückholen, wenn sie zuvor dort abgelegt wurden (dazu bei „Diese Lieder auch aus der iCloud löschen“ keinen Haken setzen“):

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Außerdem haben wir nun die Möglichkeit, Titel welche wir nur in niedriger Qualität besitzen, durch die Store-Version zu ersetzen. Solche Titel finden wir am besten mit Hilfe einer intelligenten Wiedergabeliste:

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Als Bonbon kommt abschließend noch hinzu, dass die eigene Musik-Mediathek dank „iTunes Match“ nun auch auf dem Apple-TV zur Verfügung steht, ohne dass ein Mac vorhanden sein muss:

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Insgesamt erfüllt sich mit „iTunes Match“ für mich der Traum, die vollständige Musiksammlung immer dabeizuhaben, obwohl sie gar nicht komplett auf das iPhone passt. Quasi wie damals beim iPod Classic mit Riesenplatte. Als Nutzer von Apple-Technologien wie „iTunes Match“, „iCloud“, „Documents in the Cloud“, „Airplay“ und „Fotostream“ fühlt man sich irgendwie wie ein Mensch aus der Zukunft ;-).

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