Datei-Sync zwischen OS X und iOS via iCloud

05 Nov 2011
5. November 2011

Update 17.03.2012: Dass die hier beschriebene Methode unter ab OS X 10.7.3 nicht mehr funktioniert, scheint ein Bug in OS X zu sein. Als Workaround kann ein Terminal-Fenster (Terminal ist bei den „Dienstprogrammen“ zu finden) geöffnet werden und folgender Befehl (als eine Zeile) eingegeben werden (Quelle):

while true;
do /System/Library/PrivateFrameworks/Ubiquity.framework/Versions/A/Support/ubd;
done

Das Terminal-Fenster bitte geöffnet lassen. Der Sync funktioniert nun wieder. Wer es komfortabler mag, kann diese Befehlsfolge auch als Shell-Skript mit Hilfe von Platypus in eine Mac-App verpacken und den Anmeldeobjekten in den Systemeinstellungen unter „Benutzer & Gruppen“ hinzufügen.

Weiterhin möchte ich im Rahmen dieses Updates noch auf meinen ArtikelFilesharing via iCloud“ hinweisen. Dort wird beschrieben, wie man GoodReader-Dokumente, die in der iCloud gespeichert sind, für andere temporär freigeben kann.

Update 19.02.2012: Seit OS X 10.7.3 scheint die hier beschriebene Methode nicht mehr zu funktionieren. Der u.g. Ordner „Mobile Documents“ wird offensichtlich nicht mehr mit den iCloud-Inhalten synchronisiert.

Beim neuen iCloud-Dienst von Apple gibt es kein Äquivalent zur iDisk von MobileMe. Nach dem Umstieg von MobileMe zur iCloud kann die iDisk noch bis zum 30.6.2012 wie gewohnt genutzt werden, danach steht sie nicht mehr zur Verfügung. Die iDisk hat/hatte u.a. den Vorteil, dass sie als Internet-basierte gemeinsame Datei-Ablage für alle Apple-Geräte genutzt werden konnte. Unter OS X konnte sie direkt als Volume eingebunden werden und eine Reihe von iOS-Apps konnten Dateien unmittelbar von der iDisk laden und auch Apple selber hat eine Universal-App für diesen Zweck veröffentlicht. Allerdings war die iDisk – zumindest in Europa – auch für ihre relativ langsamen Zugriffszeiten bekannt.

Vom iCloud-Standpunkt aus betrachtet ist „Documents in the Cloud“ („Dokumente und Daten“) der Dienst, welcher der iDisk am nächsten kommt. Allerdings ist „Documents in the Cloud“ eine App-spezifische Datei- und Datenablage. D.h., jede App, die diesen Service nutzt, hat quasi ihren eigenen Speicherbereich in der Wolke, auf den nur sie zugreifen kann. Glücklicherweise gibt es zwei sehr interessante Gesichtspunkte, die es erlauben, diesen Dienst universeller zu nutzen als Apple dies vorgesehen hat.

Punkt 1 ist die Tatsache, dass „Documents in the Cloud“ alle Daten als ganz normale Dateien im Library-Ordner eines Macs ablegt. Bei Punkt 2 machen wir uns die Tatsache zunutze, dass es iOS-Apps gibt, die recht universell mit Dateien umgehen und diese auch mit anderen Apps öffnen können. Eine solche App ist zweifelsohne „GoodReader“, welche sowohl für das iPhone als auch das iPad verfügbar ist. Allein über „GoodReader“ (bei mir schon über zwei Jahre im Einsatz) könnte man mehrere Artikel schreiben, so vielseitig ist das Programm. Es kann sich mit allerlei Datenquellen verbinden (Dropbox, iDisk, Mailserver, Google Docs, WebDAV-Server, (S)FTP-Server, Web-Downloads, iTunes u.a.), viele Dateitypen anzeigen, Dateien kopieren, verschieben, packen, umbenennen, mit anderen Apps öffnen uvm. Eine weitere wichtige Funktion ist das Versehen von PDF-Dokumenten mit Anmerkungen, so dass z.B. Entwürfe unterwegs durchgesehen werden können. Die neueste Errungenschaft von „GoodReader“ ist jedoch die Nutzung der iCloud als weitere Datenquelle:

goodreader1

Alles, was wir in das iCloud-Verzeichnis von GoodReader verschieben oder kopieren, landet in Apples Wolke und damit letztendlich auf allen unseren Macs, bei denen „Documents in the Cloud“ aktiviert ist. Höchste Zeit, dass wir uns diesen Teil einmal näher ansehen. Alle Apps, die die iCloud nutzen, haben ein Verzeichnis im Ordner „Library/Mobile Documents“. Den GoodReader-Ordner habe ich im folgenden Screenshot farbig markiert:

MobileDocuments

Der Library-Ordner selbst ist seit Lion standardmäßig versteckt. Er kann über das „Gehe zu“-Menü des Finders bei gedrückter Alt-Taste erreicht werden oder mit folgendem Terminal-Befehl dauerhaft sichtbar gemacht werden:

chflags nohidden ~/Library/

Das Tilde-Zeichen wird mit der Tastenkombination Alt-N eingegeben. Im GoodReader-Ordner befindet sich ein Ordner „Documents“, der unsere GoodReader-iCloud-Dokumente enthält:

GoodReader-Ordner

Documents

Wir sehen hier die gleichen sechs Ordner (mit dem gleichen Inhalt), die wir auch oben im GoodReader-Screenshot finden. Die Synchronisation funktioniert aber auch in die umgekehrte Richtung. Dateien, die wir in den Documents-Ordner von GoodReader kopieren, sind wenige Augenblicke später auch in GoodReader sichtbar. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um die iPhone- oder die iPad-Version handelt.

Damit ich das Documents-Verzeichnis von GoodReader auf dem Mac nicht immer im Library-Verzeichnis ausgraben muss, habe ich für dieses Verzeichnis auf dem Schreibtisch ein Alias erzeugt (Ordner mit gedrückten Alt- und Cmd-Tasten auf den Schreibtisch ziehen). Diesen Alias habe ich in „iCloud“ umbenannt und mit dem iDisk-Icon versehen:

iCloud-Desktop

Somit steht nun auch mit der iCloud eine Möglichkeit zur Verfügung, ganz allgemein Dateien zwischen den einzelnen Geräten zu synchronisieren. Die eingangs erwähnte Analogie zur iDisk ist allerdings nicht ganz korrekt. Alle Dateien, die wir in die iCloud legen, sind immer zusätzlich auch auf dem Mac. Das Ganze ist also eher mit dem Dropbox-Dienst zu vergleichen und funktioniert vom Ablauf her auch ziemlich ähnlich.

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