Archiv für Monat: Oktober, 2011

Ab in die (i)Cloud

22 Okt 2011
22. Oktober 2011

Nachdem Update-Marathon von letzter Woche fehlte noch der letzte Schritt, von MobileMe zur iCloud. Der iCloud-Dienst von Apple löst das rund drei Jahre alte MobileMe ab. Viele Kernfunktionen, wie Mail, Kalender und Kontakte, wurden übernommen, neue Dienste hinzugefügt, ein paar Funktionen fallen sofort nach der Umstellung weg, weitere werden zur Jahresmitte 2012 eingestellt (dazu später mehr). Ausführliche Infos zu iCloud können den entsprechenden Apple-Seiten entnommen werden.

icloud2

Gestern habe ich mein MobileMe-Konto zur iCloud migriert. Die Voraussetzungen – iOS 5 auf den Mobilgeräten und OS X 10.7.2 auf dem Mac – waren nach der Aktualisierungsflut erfüllt und signifikante technische Probleme scheint der neue Dienst auch nicht zu haben, also konnte es losgehen. Zuvor habe ich auf dem Mac sicherheitshalber meine Kalender (Ablage > Exportieren), Kontakte (Ablage > Exportieren > Adresssbucharchiv) und Safari-Bookmarks (Ablage > Lesezeichen exportieren) gesichert. Den Umstieg für MobileMe-Mitglieder hat Apple extrem einfach und komfortabel gestaltet. Auf dem Mac muss dazu die Webseite

http://www.me.com/move

mobileme1

besucht werden. Dort meldet man sich mit seinen MobileMe-Zugangsdaten an und gelangt automatisch zu einem webbasierten Umzugsassistenten. Dieser informiert nochmals über die Voraussetzungen und Konsequenzen (z.B. den Wegfall einiger Dienste) des Umzugs. Nach dem Abnicken der iCloud-AGB werden die Daten von den Mobile-Servern auf die iCloud-Server umkopiert. Das hat bei mir trotz tausender E-Mails nur rund eine Minute gedauert.

Zu meiner Überraschung musste ich in Mail, Kalender und Adressbuch keine neuen Einstellungen vornehmen. Alle Änderungen wie z.B. das Eintragen der iCloud-Server wurden automatisch vom System vorgenommen. In den Systemeinstellungen ist der Punkt „iCloud“ nun mit Leben gefüllt. Hier lässt sich festlegen, welche iCloud-Dienste der jeweilige Mac nutzen soll:

icloud1

Neue Funktionen

Neu (im Vergleich zu MobileMe) sind die Punkte „Fotostream“, „Dokumente & Daten“ und „Meinen Mac suchen“. Im Fotostream landen z.B. alle neuen Fotos, die wir mit dem iPhone machen (vorausgesetzt diese Funktion ist dort ebenfalls in den Einstellungen aktiviert), gleiches gilt auch für Screenshots. Auf dem Mac kann der Fotostream entweder mit Aperture oder iPhoto betrachtet werden (beides gleichzeitig geht nicht). Unter iOS ist die Stream-Ansicht in die Fotos-App integriert. Das Apple-TV hat seit dem neuesten Update ebenfalls einen Menüpunkt für den Fotostream. Obacht, es ist zur Zeit nicht möglich einzelne Bilder aus dem Stream zu löschen. In Mehrpersonen-Haushalten dürfte daher der ein oder andere peinliche Moment schon vorprogrammiert sein. Ein Zurücksetzen ist über die icloud.com-Webseite möglich, hat aber keine Auswirkungen auf Fotos, die sich bereits auf den Geräten befinden. Insgesamt werden maximal 1000 Fotos bis zu 30 Tagen in der Cloud gespeichert. Da ich viele Screenshots von meinen iOS-Geräten auf dem Mac weiterverarbeite hat dieses Feature für mich einen hohen Nutzen.

Leider gibt es noch kaum Mac-Programme, die den iCloud-Bestandteil „Dokumente und Daten“ („Documents in the Cloud“) nutzen, das gilt leider auch für iWork. Hier hat Apple die Gelegenheit verpasst, eine Referenzimplementierung vorzulegen, an der sich Entwickler orientieren können. Unter iOS hingegen ist iWork mit dieser Funktion ausgestattet, so dass sich z.B. Dokumente, die auf dem iPad begonnen wurden, auf dem iPhone weiterbearbeiten lassen und umgekehrt. Es bleibt zu hoffen, dass viele der Apps, die heute Dropbox für diese Funktion nutzen, bald auch den iCloud-Dienst unterstützen.

keynote-icloud

Wie einst bei iPhone und iPad kann nun auch ein Mac über die icloud.com-Webseite oder die „iPhone-Suche“-App für iOS (müsste dann wohl mal umbenannt werden) gesucht werden (mit den üblichen Optionen zum Nachrichten senden und Fernlöschen). Übrigens noch ein Grund, für die iCloud ein möglichst sicheres Kennwort zu verwenden. Nicht wundern, die Funktion „Meinen Mac finden“ schaltet einen Gastbenutzer frei, der lediglich Safari nutzen kann. Das soll einen evtl. Dieb dazu verleiten, seinen Standort via Internet preiszugeben.

Neu ist auch die Synchronisation der iOS-Erinnerungen mit iCal und der Leseliste zwischen Safari für Mac und iOS.

Speicherausstattung

5 GB bekommt jeder Nutzer kostenfrei, wobei viele Dinge (wie z.B. Einkäufe oder der Fotostream) nicht mitzählen. Zur Zeit verbrauche ich daher nur 2 GB (hauptsächlich für E-Mails) und käme damit vermutlich sogar hin. Als ehemaliges MobileMe-Mitglied bekomme ich aber noch bis zur Jahresmitte 2012 20 GB dazu. Zusätzlicher Speicher läßt sich ebenfalls über die Systemeinstellungen buchen:

icloud3

iOS-Geräte

Nach Abschluss der oben beschriebenen Migration erscheint auf allen iOS-Geräten ein Popup-Dialog, der einen in die Einstellungen schickt, damit auch dort alles (automatisch) von MobileMe auf iCloud umgestellt wird. Aus dem Store kann nun auch die zusätzliche App „Meine Freunde finden“ von Apple installiert werden, mit der die eigene Position an Freunde und Familie weitergegeben werden kann (auch zweiweise). Die iCloud kann auch für iOS-Backups verwendet werden. Davon sehe ich allerdings ab, da ich meine Backup-Daten nicht im Ausland speichern möchte.

icloud4

Nicht mehr dabei

Webgalerien, die iDisk und iWeb-Seiten können noch bis zum 30. Juni 2012 (danach werden diese Dienste eingestellt) genutzt werden, auch wenn bereits in die iCloud gewechselt wurde. Dazu stehen Teile der alten MobileMe-Webseite weiterhin zur Verfügung:

icloud5

Von diesen Funktionen habe ich hauptsächlich die Webgalerien genutzt. Daher habe ich diese bereits größtenteils – wie in einem früheren Artikel beschrieben – nach Flickr umgezogen. Sofort mit Migration auf die iCloud entfallen die Synchronisation (zwischen Macs) von Dashboard-Widgets, Schlüsselbunden, Dock-Objekten und Systemeinstellungen. Ansonsten können diese Features ebenfalls zum 30. Juni 2012 genutzt werden.

Fazit

Der Umstieg von MobileMe auf die iCloud war (zumindest bei mir) einfach und unproblematisch. Damit endet für mich – Apple-technisch betrachtet – eine Zeit des großen Umbruchs (Wechsel zu Lion, iOS 5 und iCloud) und ruhigere Zeiten beginnen. Nun hoffe ich, dass die Entwickler schnell die Möglichkeiten der iCloud nutzen werden, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Mac, sodass eine neu Ära des geräteübergreifenden Arbeitens beginnt.

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Apple Update-Marathon

19 Okt 2011
19. Oktober 2011

Selten zuvor gab es eine so mit Apple-Updates angereicherte Woche wie die letzte. Folgende Aktualisierungen standen für mich an:

  • OS X auf 10.7.2
  • iPhone auf 5.0
  • iPad auf 5.0
  • Apple TV auf 4.4
  • Xcode auf 4.2
  • gefühlte 100 iPhone Apps (damit sie kompatibel zu iOS 5 sind)
  • Aperture auf 3.2
  • iPhoto auf 9.2
  • BusyCal auf 1.6 (für iCloud-Support)

Updates kleinerer Tools wie z.B. Apples iPhone-Konfigurationsprogramm zähl ich dabei erst gar nicht mit. Und der Umstieg von MobileMe auf die iCloud steht mir noch bevor, hier habe ich erstmal beobachtet wie stabil der neue Dienst läuft, denn E-Mails, Kontakte und Kalender sind für mich sehr sehr wichtige Dinge. Da ich diesbezüglich bereits Fragen erhalten habe, möchte ich darauf hinweisen, dass sowohl iOS 5 als auch OS X 10.7.2 problemlos mit MobileMe funktionieren und alles wie gehabt weiter synchronisiert.

Die Aktualisierung von OS X und Apple TV verliefen völlig reibungslos, bei den iOS-Geräten bin ich allerdings Opfer des enormen Ansturms kurz nach Veröffentlichung der Updates geworden. Erst nach mehrmaligen Versuchen mit merkwürdigen Fehlermeldungen („unbekannter Fehler“) konnte der Vorgang erfolgreich abgeschlossen werden. Das iPad hing zwischendurch sogar mal im Wiederherstellungsmodus fest. Beide Updates zusammen haben über fünf Stunden in Anspruch genommen. Wie gesagt, das alles war dem Andrang mehrerer Millionen iOS-User geschuldet, ich gehe daher davon aus, dass mittlerweile alles völlig reibungslos funktioniert. So ist das halt an vorderster Front ;-).

iOS 5

Aber die Mühen haben sich gelohnt, iOS 5 ist ein lukratives Update. Allein die neuen Notifications sind ein ausreichender Grund, die Geräte zu aktualisieren. Benachrichtigungen können jetzt am oberen Bildschirmrand als Banner angezeigt sowie auf dem Sperrbildschirm und im Notification-Center (s. Screenshot) gesammelt werden. Was wo angezeigt werden soll, läßt sich für jede einzelne App, die Notifications senden kann, bis ins kleinste Datei in den Systemeinstellungen festlegen. Eine hervorragende Lösung und für mich das Ende der modalen, blauen Popup-Benachrichtigungen. Ein Wetter- und Aktienwidget gibt’s noch kostenlos dazu.

nc

Ich möchte nicht auf jede Neuerung von iOS 5 eingehen, das haben viele andere bereits getan und auf der Apple-Homepage gibt es natürlich ebenfalls ausführliche Informationen. Vielleicht noch ein paar Dinge, die ich nützlich finde. Die ortsbasierten Erinnerungen der neuen App „Erinnerungen“ sind sehr praktisch. Auch mein geliebtes OmniFocus bedient sich dieser neuen Möglichkeiten, die auch Entwicklern zur Verfügung stehen. Mehr Infos dazu sind in diesem Blog-Eintrag der OmniGroup zu finden. Praktischerweise kann man sich nun in den Systemeinstellungen (Allgemein > Benutzung) anzeigen lassen, welche App wieviel Speicher verbraucht (inkl. der Daten). Dadurch konnte ich schon das ein oder andere Megabyte zurückerobern, die Tagesschau-App hatte z.B. 200 MB in ihrem Cache angesammelt, den man aus der App heraus einfach leeren konnte.

platzverbrauch

Hilfreich sind auch die Kurzbefehle, die in allen iOS-Apps ein klein wenig TextExpander-Feeling aufkommen lassen (aber natürlich hinter dessen Möglichkeiten zurückbleiben):

kurzbefehle

Gelungen finde ich auch den WLAN-Sync und die teilbare Tastatur auf dem iPad. Insgesamt sehe ich keinen Grund dieses Update aufzuschieben.

OS X

Das Update auf 10.7.2 hat einige Fehler beseitigt, die mich sehr genervt haben. Dazu zählt vor allem das ständige Durcheinanderwürfeln meiner Apps im LaunchPad. Mission Control ermöglicht jetzt das Umsortieren der Desktops. Zur wichtigsten Neuerung (iCloud-Unterstützung) kann ich aus dem o.g. Grund noch nichts schreiben.

launchpad2

Es hat sich aber auch ein neuer Bug eingeschlichen. Wenn man die neue Festplattenverschlüsselung nutzt, ist im Login-Bildschirm (der ja dann gleich nach dem Einschalten kommt) nur eine amerikanische Tastaturbelegung verfügbar. Das kann bei Kennwörtern mit Sonderzeichen schon ein Problem sein. Auch der App Store bietet noch Raum für Verbesserungen, die Toolbar ist immer noch in englischer Sprache und Updates werden in der Regel erst beim Besuch der Update-Seite angezeigt.

MacAppStore

Insgesamt fühlt sich Lion durch das Update aber ausgereifter an.

Mac-Stammtische in Rostock

09 Okt 2011
9. Oktober 2011

Heute möchte ich mein Blog einfach mal dazu nutzen, um darauf hinzuweisen, dass seit Februar hier in Rostock regelmäßig (rund 1x pro Monat) Stammtische für Mac-User stattfinden. Das schließt natürlich auch Nutzer von iPhones und iPads mit ein. Ich selber bin von Anfang dabei und habe erst eine Veranstaltung versäumt. Die Treffen sind ideal, um Erfahrungen mit Hard- und Software auszutauschen, aktuelle Ereignisse zu diskutieren und alle Fragen rund um das Thema „Apple“ loszuwerden. Selbst habe ich schon großen Nutzen aus den Treffen ziehen können und kann sie allen Interessierten sehr empfehlen. Wir sind meist so um die 4-6 Teilnehmer, kommen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und sind gut an den mitgebrachten Apple-Geräten zu erkennen ;-).

Die Stammtische finden zur Zeit in der Gaststätte „plan b.“ (Doberaner Str. 147, Nähe Doberaner Platz) statt. Diese ist zentral gelegen und auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen:


Größere Kartenansicht

Im „plan b.“ steht ein kostenfreies WLAN zur Verfügung.

Angekündigt werden die Stammtische zur Zeit im macuser.de-Forum unter „Mecklenburg-Vorpommern“ sowie in meinem Twitter-StreamDer nächste Stammtisch ist schon übermorgen (11.10.2011) um 19 Uhr. Also schaut einfach mal vorbei!

Steve Jobs 1955-2011

06 Okt 2011
6. Oktober 2011

 

Gestern ist eine der größten und einflussreichsten Persönlichkeiten der IT-Welt von uns gegangen. Seine genialen Produkte haben auch mein Technikleben in den letzten Jahren sehr beeinflusst. Seiner Familie mein aufrichtiges Beileid. Danke für alles!

Unvergessen ist für mich seine Rede an der Stanford-Universität, in der er im Jahre 2005 über sehr persönliche Dinge spricht:

„Michelle and I are saddened to learn of the passing of Steve Jobs. Steve was among the greatest of American innovators – brave enough to think differently, bold enough to believe he could change the world, and talented enough to do it.“
Barack Obama

„For those of us lucky enough to get to work with Steve, it’s been an insanely great honor. I will miss Steve immensely.“
Bill Gates

„Steve, thank you for being a mentor and a friend. Thanks for showing that what you build can change the world. I will miss you.“
Mark Zuckerberg

Mac-Kurztipp: Yoink

03 Okt 2011
3. Oktober 2011

So schön die neuen Desktops und Fullscreen-Programme bei Lion auch sind, ein Drag&Drop von Dateien zwischen zwei Screens ist relativ umständlich. Diesem Problem hat sich der Entwickler von Yoink (zur Zeit für 2,39 Euro im App Store) angenommen.

Bei laufendem Yoink erscheint beim Beginn einer Drag&Drop-Aktion von Dateien am linken Bildschirmrand (wahlweise auch am rechten) eine Ablagefläche für eben diese Dateien (s. Pfeil):

yoink1

Dort kann man ein oder mehrere Dateien, gerne auch aus verschiedenen Ordnern, ablegen (durch Ziehen der Objekte auf diese Fläche):

yoink2

Anschließend wechseln wir einfach auf einen anderen Desktop oder in eine Fullscreen-App und können dort die Dateien wieder bequem entnehmen und in unser Zielfenster ziehen (z.B. in eine neue E-Mail):

yoink3

Yoink hat ein Einstellungsfenster für eine Reihe von Anpassungen:

yoink4

Ich empfehle diese nützliche App gleich automatisch beim Anmelden zu starten. Das können wir in den Systemeinstellungen > Benutzer & Gruppen > Anmeldeobjekte (beim aktuellen Benutzer) erledigen.

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