Archiv für Monat: September, 2011

Mac-Kurztipp: DaisyDisk

24 Sep 2011
24. September 2011

Eine alte IT-Regel besagt: Es gibt nur drei Arten von Festplatten, neue, volle und kaputte. Um nicht ständig eine neue und größere Platte kaufen zu müssen, wollen wir uns heute mal einem Programm zuwenden, mit dem wir feststellen können, wo der ganze Speicherplatz geblieben ist: DaisyDisk. Die Software ist im Mac-App-Store erhältlich und kostet zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels 7,99 Euro.

Nach Start der App wählen wir zunächst eine Platte, Partition oder Verzeichnis aus und beginnen anschließend dem Scan-Vorgang. Für meine MacBook-Platte sieht das Ergebnis derzeit so aus:

daisydisk1

Das Kreisdiagramm auf der linken Seite zeigt die Verteilung des Plattenplatzes, rechts sehen wir die Aufteilung in der obersten Ebene des Dateisystems (innerer Ring im Diagramm). Naturgemäß nehmen die Benutzerverzeichnisse den Großteil des Platzes ein. Das Verzeichnis „Developer“ ist nur auf Systemen zu finden, auf denen Xcode installiert ist. Das ist die Programmierumgebung von Apple, mit der Mac- und iOS-Programme erstellt werden können (im App-Store kostenlos erhältlich).

Durch Anklicken eines Ringsegments im Diagramm können wir uns die Speicherplatz-Verteilung nun im Detail ansehen. Gehen wir mal in das innere grüne Segment:

daisydisk2

Wir sehen, dass der Platz für die Benutzerverzeichnisse fast ausschließlich von einem Benutzer (mir selbst) eingenommen wird. OK, wie teilt sich mein persönlicher Speicherplatz auf? Klicken wir in den grünen Kreis:

daisydisk3

Der größte Teil ist also Musik, es folgen mit Abstand Dokumente und Filme. Wenn wir so weiter verfahren, gelangen wir im Diagramm immer weiter nach außen und sehen dann auf der rechten Seite auch einzelne Dateien:

daisydisk4

DaisyDisk kann eine solche Datei sowohl im Finder anzeigen als auch eine Vorschau (mit QuickLook) bereitstellen.

Um nun Platz durch Löschen von Dateien zu schaffen, die nicht mehr benötigt werden, ziehen wir diese zunächst unten links in den Sammler:

daisydisk5

Dort kommt alles hin, was wir an Ballast abwerfen möchten:

daisydisk6

Der Sammler verfügt natürlich auch über eine Option, um einzelne Elemente wieder an den Originalort zurückzulegen. Sind wir mit der Sammlung zu löschender Dateien zufrieden, genügt ein Klick auf den Löschen-Knopf, um wertvollen Plattenplatz wiederzuerlangen.

TextExpander: Power-Snippets

17 Sep 2011
17. September 2011

TextExpander, ein Tool, welches ich bereits hier vorgestellt habe, wandelt zuvor definierte Kürzel in eine Langform um. Auf diese Weise kann der Tippaufwand für Briefe, E-Mails, Chats, HTML-Seiten uvm. deutlich reduziert werden. Die Software ist sowohl für OS X als auch für iOS verfügbar.

Die Snippets müssen aber nicht zwangsläufig feste ausgeschriebene Wörter sein. In diesem Artikel haben wir bereits gesehen, dass es sich auch um Shell-Skripte handeln kann, die Ausgaben nach einer festgelegten Programmlogik vornehmen. Jetzt ist es Zeit, den nächsten Schritt zu gehen, denn neben Shell-Skripten kann TextExpander auch AppleScript-Snippets verarbeiten. AppleScript ermöglicht die Kommunikation und Interaktion mit zahlreichen Apps und ist für mich einer der Gründe, warum OS X so ein elegantes und mächtiges Betriebssystem ist. So ist es mit Hilfe von AppleScript zum Beispiel kein Problem, von iTunes die Information zu bekommen, welcher Titel gerade abgespielt werden.

Der Einsatz von AppleScript eröffnet unseren TextExpander-Snippets daher völlig neue Möglichkeiten, für die ich in diesem Artikel einige Beispiele anführen möchte. In jedem Fall müssen wir beim Hinzufügen des Snippets den Inhaltstyp auf „AppleScript“ setzen:

te-applescript1

Finder

Dieses Snippet, welches ich im Netz gefunden habe, hat mich überhaupt auf die Idee gebracht, die AppleScript-Fähigkeiten von TextExpander näher zu erforschen:

tell application “Finder” to get POSIX path of (target of front Finder window as text)

Gibt man z.B. in einem Text-Editor das Kürzel für dieses Snippet ein, erscheint an der aktuellen Cursor-Position statt des Kürzels der Dateisystem-Pfad, in dem sich das vorderste Finder-Fenster befindet. Das ist beispielsweise sehr nützlich, wenn man gerade etwas dokumentiert, was mit Dateien zu tun hat.

Safari

Daraufhin habe ich mir überlegt: „Wenn das im Finder geht, kann mir Safari bestimmt auch sagen, wie die Webadresse des aktuellen Safari-Fensters/-Tabs lautet.“ Das wäre enorm praktisch, da ich sehr häufig Links in meine Texte einfüge, die ich zuvor im Browser herausgesucht habe. Mit etwas Hilfe von Smile-Software, dem Hersteller von TextExpander, bin ich zu folgendem Snippet gekommen, welches diesen Job hervorragend erledigt:

tell application “Safari” to return URL of front document

Allein dieses Snippet ist für mich so nützlich, dass ich es mehrmals am Tag verwende. Mit ein wenig Mehraufwand kann man TextExpander sogar dazu bewegen die Webadresse gleich als HTML-Link (also mit dem a-Tag drumherum) auszugeben:

tell application “Safari”
set theURL to URL of current tab of window 1
end tell
set result to “<a href=′” & theURL & “′></a>”
return result

(in diesem Skript müssen die Hochkommata noch ersetzt werden; ich habe ein Ersatzzeichen verwendet, da mein Editor RapidWeaver normale Hochkommata abwechselnd unten und oben schreibt)

iTunes

Vielleicht möchten wir ja mal auf Twitter oder Facebook den aktuellen Titel, den wir gerade in iTunes hören, posten. Nun, mit diesem Snippet ist das kein Problem:

tell application “iTunes”
try
if not (exists current track) then return
set this_artist to (get artist of current track)
set this_track to (get name of current track)
set this_album to (get album of current track)
set result to this_track & ” (” & this_album & “) von ” & this_artist
return result
end try
end tell

Adressbuch

Dieses Snippet fügt den Namen der Person, die gerade im Adressbuch ausgewählt ist, in unseren Text ein:

tell application “Address Book”
set mylist to selection
repeat with this_person in mylist
set first_name to first name of this_person
set last_name to last name of this_person
end repeat
end tell
set full_name to first_name & ” ” & last_name
return full_name

BBEdit

BBEdit ist seit ein paar Wochen mein neuer Programmiereditor. Im Gegensatz zu der zuvor dafür verwendeten App hat BBEdit eine AppleScript-Schnittstelle. Öfters muss ich in ein PHP-Skript, welches ich gerade schreibe, den Namen dieses Skripts einfügen. Auch das erledigt jetzt ein Snippet:

tell application “BBEdit”
set DocName to get name of document 1
return DocName
end tell

Fazit

Durch den Einsatz von AppleScript in TextExpander eröffnen sich – wie ich hoffentlich zeigen konnte – völlig neue Möglichkeiten. Der Fantasie sind hierbei eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Ich hoffe daher, in der nächsten Zeit noch viele weitere nützliche „Power-Snippets“ zu finden oder selber zu schreiben. Über Hinweise und Ideen würde ich mich in den Kommentaren zu diesem Artikel jedenfalls sehr freuen.

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Workflow für Webfundstücke

10 Sep 2011
10. September 2011

Viele werden das kennen, man findet einen interessanten Artikel im Web und hat entweder keine Zeit ihn zu lesen oder ahnt schon jetzt, dass man diese Info irgendwann mal brauchen wird. Mit den klassischen Bookmarks lässt sich dieses Problem nicht erschlagen, denn diese werden zum einen mit der Zeit sehr unübersichtlich und zum anderen ist der Browser schon lange nicht mehr die einzige Quelle für lesenswerte Webseiten. Mindestens genauso wichtig sind für mich z.B. RSS-Feeds. Diese lese ich auf allen Geräten (Mac, iPhone und iPad) mit der vorzüglichen App „Reeder“. Auf weitere Webseiten stoße ich via Twitter. Bei Benutzung von Mobilgeräten müsste ich die Links in diesem Fall erst im Browser öffnen, um ein Lesezeichen zu setzen, sicherlich kein optimaler Workflow. Wie sieht meine Lösung für dieses Problem aus?

reedermac

Reeder für Mac

Nun, sie ist zweistufig. Zuerst landen alle gefundenen Webseiten in einem Dienst namens Instapaper. Instapaper ist ein grundsätzlich kostenloser Service zum späteren Lesen von Webseiten, zur Verwendung müssen wir uns dort ein Benutzerkonto anlegen. Aus Browsern können Seiten über ein sogenanntes Bookmarklet (Bookmark, welches JavaScript-Anweisungen ausführt) nach Instapaper gesendet werden. Viele Apps wie Newsreader und Twitter-Clients können Webseiten über eine Schnittstelle (API) an den Instapaper-Dienst senden. Damit habe ich mein erstes Ziel erreicht: In allen Programmen und auf allen Geräten, wo ich Webseiten lese, kann ich alle Fundstücke an einer zentralen Stelle sammeln. Zugriff auf meine Artikelsammlung erhalte ich entweder über die Instapaper-Seite im Browser oder mit den iOS-Apps von Instapaper (kostenpflichtig). Auf diese Weise ist es z.B. möglich, Webseiten in Ruhe unterwegs in der Bahn zu lesen, die man zuvor am Desktop gefunden hat.

instapaperiphone

Instapaper für iPhone

Instapaper ist aber nicht mein „Endlager“. Seit einiger Zeit sammle ich alle Informationen, die für mich nochmal interessant werden könnten, in der Dokumentenverwaltung „DEVONthink Pro“. DEVONthink ermöglicht u.a. die Ablage von Bookmarks, Texten, RTF-Texten, PDFs, Bildern und Webarchiven in einer strukturierbaren Ablage. Die Inhalte können zusätzlich mit Tags versehen werden. Die Suchfunktion ist sehr leistungsfähig und nutzt Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz.

devonthinkmac

DEVONthink Pro für Mac

Der zweite Teil meines Workflows sieht daher so aus, dass ich einmal pro Woche zu Instapaper gehe und alle relevanten Artikel nach DEVONthink übernehme. Je nach Bedeutung des Fundstücks wird daraus in DEVONthink entweder ein Bookmark oder ich trage die Inhalte oder Teile der Inhalte als Webarchiv oder RTF-Text ein. Letzteres macht die Texte besser für die Suchfunktion zugänglich. Durch Synchronisation mit „DEVONthink to Go“ steht mir die gesamte Wissensdatenbank anschließend auch auf iPhone und iPad zur Verfügung.

Webseiten, die ich von Instapaper nach DEVONthink übertragen habe, lege ich anschließend in das Instapaper-Archiv. Damit weiß ich, dass ich die Seite verarbeitet habe und besitze zusätzlich noch ein Backup aller gefundenen Webseiten. Nochmal zusammengefasst, sieht mein Workflow also so aus:

workflow-webfundstuecke

Workflow-Diagramm

Mac: Lexikon erweitern

02 Sep 2011
2. September 2011

Die Lexikon-App von OS X gehört für mich zu den nützlichsten mitgelieferten Programmen. Ich schreibe viele Texte am Mac, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Dazu gehören u.a. Blog-Einträge, Webseiten, Angebote, Briefe und Dokumentation. Öfters suche ich da nach dem richtigen englischen Wort oder einem Synonym, um Wörter nicht mehrmals in einem Absatz zu verwenden.

Das Lexikon ist hierzu schnell gestartet, entweder über LaunchBar oder durch (seit Lion und dem Trackpad) Doppeltippen auf das nachzuschlagende Wort in einem anderen Programm mit drei Fingern. Freunde der Tastatur können hierzu auch Ctrl-Cmd-D verwenden (D wie Dictionary). Standardmäßig (bei einer deutschsprachigen Installation) im Lieferumfang der Lexikon-App sind u.a:

  • ein Dictionary (Englisch-Wörterbuch mit englischsprachigen Erläuterungen, britisches und/oder amerikanisches Englisch)
  • ein Thesaurus (Synonym-Wörterbuch für englische Begriffe, britisches und/oder amerikanisches Englisch)
  • Apple-Wörterbuch (deutschsprachige Erläuterung von Begriffen aus der Apple-Welt)
  • Wikipedia (Sprachen in den Einstellungen festlegbar)

Was mir fehlt, sind ein Wörterbuch Englisch-Deutsch und ein deutschsprachiger Thesaurus. Beides läßt sich problemlos nachrüsten. Dieser Artikel beschreibt wie.

Fangen wir mit dem Wörterbuch an. Hier nutze ich ein Plugin mit dem vorzüglichen dict.cc-Wörterbuch. Es wurde kürzlich aktualisiert und umfasst rund eine Millionen Einträge. Zur Nutzung ist keine Online-Verbindung nötig, wir können also unsere Abfragen an den entlegensten Orten vornehmen, müssen uns dafür allerdings von rund 600 MB Plattenplatz verabschieden. Das Plugin ist auf dieser Webseite erhältlich. Nach dem Download einfach den Installer starten, der dann die benötigten Dateien an die richtige Stelle im System (Library/Dictionaries) kopiert. Nach der Installation muss das neue Plugin noch in den Einstellungen der Lexikon-App aktiviert werden (Häkchen in der Ein-Spalte):

lexikon1

In diesem Fenster kann auch die Reihenfolge der Dienste im Lexikon-Fenster durch Drag & Drop angepasst werden.

Als deutschsprachigen Thesaurus verwende ich OpenThesaurus. Das entsprechende Plugin ist auf dieser Seite erhältlich. Es umfasst rund 60000 Einträge und ist installiert gute 75 MB groß. Auch hier haben wir es mit einem Installer zu tun, der in einem Disk-Image enthalten ist. Bitte nach der Installation erneut die Lexikon-Einstellungen nicht vergessen.

Mein fertiges Lexikon sieht dann so aus:

lexikon2

Wer weitere interessante Plugins kennt, bitte als Kommentar posten!

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