Von der MobileMe-Galerie zu Flickr

14 Aug 2011
14. August 2011

Bisher habe ich alle Fotos, die ich mit anderen – sei es öffentlich oder privat – teilen möchte, in entsprechende MobileMe-Galerien hochgeladen. MobileMe-Galerien sind für mich eine ziemlich ideale Lösung, weil sie gut an Mac, iPhone, iPad und Apple TV angebunden sind und sowohl iPhoto als auch Aperture entsprechende Upload-Module besitzen. Auch eine iOS-App zum Betrachten eigener und fremder Galerien wurde von Apple veröffentlicht. Alben kann man mit Kennwörtern schützen, sodass eine Abgrenzung zwischen öffentlich zugänglichen und privaten Fotos möglich ist.

Das alles ist allerdings bald Geschichte, genauer gesagt am 30. Juni 2012. Wie viele Leser sicherlich wissen, wird MobileMe ab Herbst diesen Jahres durch den iCloud-Dienst abgelöst, der viele neue und interessante Funktionen mit sich bringt und – im Gegensatz zu MobileMe – in der Basisversion kostenlos ist. Nur leider gehören die Galerien (ebenso wie die iDisk und der Webspace) nicht mehr zum Funktionsumfang, sie sind nur noch ein gutes Dreivierteljahr nutzbar. Viele Einzelheiten zum MobileMe-iCloud-Übergang hat Apple übrigens auf dieser Webseite veröffentlicht.

Für mich war es daher an der Zeit, sich nach einer Alternative für meine Fotos umzusehen. Es sind zwar noch einige Monate hin bis Apple meine Bilder löscht, allerdings möchte ich mir nicht mehr die Arbeit machen, neue Fotos auf ein System hochzuladen, bei dem das Ablaufdatum bekannt ist und immer näher rückt. Nach einer entsprechenden Recherche habe ich mich für den BilderdienstFlickr von Yahoo entschieden. Die Anbindung an mein „Ökosystem“ ist im Falle von Flickr durchaus mit MobileMe zu vergleichen. Sowohl iPhoto wie auch Aperture haben Upload-Module für diese Foto-Community, die vom Look & Feel dem MobileMe-Pendant sehr ähnlich sind. Ich arbeite hauptsächlich mit Aperture:

aperture-flickr

Tags, Meta- und Geodaten (letzteres optional) werden mitexportiert, daher ist nach dem Upload auf der Flickr-Website nicht mehr all zu viel zu erledigen. Alle Flickr-Alben landen automatisch im Flickr-Abschnitt (Web-Bereich) der Aperture-Mediathek.

Mit Hilfe der Mac-App „flickery“ (7,99 € im App Store, Trial-Version beimHersteller) kann ich meine Flickr-Bilder sogar mit einem nativen Programm verwalten:

flickery

Damit lassen sich eine ganze Reihe von Arbeiten – z.B. das Ändern von Zugriffsrechten – schneller als über Flickr’s Webinterface erledigen.

Unter iOS kann man aus den mitgelieferten Foto-Apps (iPhone und iPad) ein Bild direkt zu MobileMe hochladen. Eine direkte Flickr-Anbindung haben die Apple-Apps leider nicht, was sich hoffentlich nach dem Ende von MobileMe ändert. Man könnte allerdings Flickr’s E-Mail-Schnittstelle dazu benutzen, die Bildeinsendungen per Mail entgegen nimmt. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Flickr-Apps im iOS-Store, angefangen mit der offiziellen App von Yahoo:

flickrapp

Da es von dieser keine iPad-Version gibt, verwende ich zusätzlich „Mobile Fotos – Flickr Browser und Uploader“ (universal, 2,39 € im App Store):

flickrapp2

Auch das Apple TV hat eine Flickr-Anbindung, allerdings nur für öffentliche Fotos.

Vielleicht noch ein paar Worte zu den Alternativen, denn ich hatte auch über Facebook oder Google (Picasa) nachgedacht. Facebook ist wie Flickr ebenfalls direkt in iPhoto und Aperture angebunden, hat eine iPhone-App und eine ganze Reihe von Third-Party-Programmen. Allerdings fehlt eine Integration ins Apple TV und der Funktionsumfang reicht nicht an einen Bilderspezialisten wie Flickr ran. Flickr speichert zum Beispiel falls gewünscht die Bilder auch in Originalgröße. Außerdem scheuen sich einige meiner Bekannten davor, eine Facebook-Seite zu betreten. Picasa ist standardmäßig nicht in iPhoto oder Aperture eingebunden, d.h., man müßte entweder die Mac-App von Picasa verwenden oder entsprechende Plugins für die Apple-Programme suchen. Apps für iOS sind im Store zu finden, das Apple TV bleibt wie bei Facebook außen vor. Nicht zuletzt hat mir einfach das Look & Feel von Flickr am besten gefallen.

Abschließend noch einige Hinweise zu Flickr selbst. Ich habe mir einen Pro-Account zugelegt (für 25 US-Dollar im Jahr), denn er bietet mir u.a. unbegrenzten Speicherplatz, beliebig viele Uploads und Zugriff auf die Original-Bilder. Damit dient Flickr mir auch als zusätzliches Backup für meine Fotos. Bei den Kosten ist zu bedenken, dass MobileMe auch nicht umsonst war und ich insgesamt künftig weniger zahlen werde als vorher. Die Zugriffsrechte auf die Bilder kann man feinkörniger als bei MobileMe regeln, es wird zwischen privat, Familie, Freunde und öffentlich unterschieden – und zwar auf Bilderebene, d.h., ein Album kann z.B. zusätzliche private Bilder enthalten, die nur ich sehen kann. Über einen Gästepass kann ich z.B. auch private Alben dritten Personen zugänglich machen.

Meine Flickr-Seiten sind noch recht leer, im nächsten Schritt werde ich meine diesjährigen Urlaubsbilder und die Fotos von der Hanse Sail 2011 hochladen. Anschließend werden in den kommenden Wochen meine bisherigen MobileMe-Inhalte nach und nach herüberwandern.



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