Archiv für Monat: August, 2011

Lion – das Multitouch-Betriebssystem

27 Aug 2011
27. August 2011

Es ist jetzt genau vier Wochen her, dass ich meinen Hauptrechner auf OS X 10.7 – auch bekannt als „Lion“ – umgestellt habe. Über meine ersten Eindrücke habe ich in diesem Blog bereits berichtet. Die größte Umstellung im Vergleich zu „Snow Leopard“ war für mich – neben der Einarbeitung in die neuen Funktionen – ganz klar das Thema Multitouch. Unter 10.6 war ich bekennender Benutzer einer Rad-Maus von Logitech. Diese parkt nun mehr oder weniger ungenutzt am Schreibtischrand. Schon beim Betrachten der Apple-Keynote, in der Lion zum ersten Mal gezeigt wurde (Ende 2010), war mir klar: ohne Trackpad wird das nichts. Und dieser Eindruck hat sich immer weiter bestätigt, je mehr Videos ich zu dem Thema gesehen habe. Also wurde kurz vor dem Update ein Magic Trackpad bestellt. Unter Snow Leopard konnte ich mich nicht so recht damit anfreunden, seit Lion habe ich meine Arbeitsweise radikal auf das Trackpad umgestellt. Und das ist keine leichte Umgewöhnung, wenn man sein ganzes Leben immer nur eine Maus in der Hand hatte.

Inzwischen hab ich mich ans Trackpad gewöhnt, denn die Vorteile liegen auf der Hand. Durch die Gesten kann ich sehr viele Funktionen steuern, so viele Tasten kann eine Maus gar nicht haben. Dreh- und Angelpunkt der Trackpad-Konfiguration ist der Trackpad-Abschnitt in den Systemeinstellungen. Hier die von mir verwendeten Einstellungen:

trackpad1
trackpad2
trackpad3

Ein paar Anmerkungen hierzu: „Klick durch Tippen“ spart über einen ganzen Arbeitstag gesehen eine Menge Kraft, auch wenn gelegentlich mal ein Klick versehentlich ausgelöst wird. Im Prinzip arbeitet man schließlich unter iOS genauso. Die Option „mit drei Fingern bewegen“ vereinfacht Drag&Drop-Operationen und das Vergrößern/Verkleinern von Fenstern IMHO deutlich. An die natürliche Scrollrichtung habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Dass sich OS X und iOS nun analog bedienen lassen, finde ich gut.

Obwohl nun schon 14 Gesten konfiguriert sind, empfand ich die Multitouch-Bedienung noch als unvollständig. Insbesondere fehlten mir Gesten, um mich z.B. in Firefox, im Finder oder im App Store vor und zurück zu bewegen. Eine Lösung war schnell gefunden: das BetterTouchTool. Diese durch und durch empfehlenswerte App ermöglicht es, neue Gesten zu definieren. Das Programm lebt in der Menüleiste und ist ganz leicht zu bedienen: Einfach eine Geste auswählen und festlegen, welche der zahlreichen möglichen Aktionen damit ausgeführt werden soll. Hier meine aktuelle Konfiguration:

BetterTouchTool

BetterTouchTool2

Links steht die Geste, rechts die zugewiesene Aktion. Natürlich habe ich nur Gesten verwendet, die von Lion standardmäßig noch nicht benutzt werden (davon gibt es eine ganze Menge). Die Zahl der Aktionen, welche das BetterTouchTool anbietet, ist enorm und reicht vom Erhöhen der Lautstärke bis zum Schlafenlegen des Computers. Auch vordefinierte Größenänderungen von Fenstern (z.B. Maximieren in der rechten Desktop-Hälfte) gehören zum Repertoire.

„Two Finger TipTap Left“ bedeutet, dass zwei Finger das Trackpad bereits berühren (bei Verwendung mit der linken Hand z.B. Zeige- und Mittelfinger) und dann ein dritter Finger links davon (im Beispiel der Ringfinger) die Oberfläche kurz berührt. Das ist meine selbstdefinierte Zurück-Geste, die prima im Finder, in Firefox, in Chrome, im App Store usw. funktioniert. In Safari reicht hierfür ja ein Wischen mit zwei Fingern von links nach rechts. Das Gegenstück den „Two Finger TipTap Right“ (zwei Finger auf dem Trackpad und ein weiterer Finger tippt rechts davon auf die Oberfläche) habe ich als Vorwärts-Geste definiert, die ebenfalls in den genannten Programmen entsprechend funktioniert.

Als nächstes auf dem Wunschzettel standen Gesten, um schnell ans Ende oder den Anfang einer Seite, vor allem im Browser, zu gelangen. Dafür nutze ich den „Three Finger TipTap Right“ und den „Three Finger TipTap Left“ mit den Aktionen „End“ bzw. „Home“. Im Grunde also ähnliche Gesten wie zuvor, nur mit einem Finger mehr.

Die Geste „Two Finger TipTap Middle“ (Zeige- und Ringfinger auf dem Trackpad, kurzes Antippen mit dem Mittelfinger) habe ich mit dem „Application Switcher“ belegt. Diesen erreicht man ansonsten nur mit der Tastatur (Cmd-Tab).

Schließlich beendet ein „Five Finger Swipe Up“ (also fünf Finger nach oben bewegen) das Programm, welches gerade den Fokus hat („Cmd-Q“), ein „Five Finger Swipe Down“ schließt das Fenster unter dem Mauszeiger, was sogar im Exposé-Modus funktioniert.

Fazit: Mit den vorgestellten Gesten läßt sich Lion sehr umfassend per Trackpad steuern, wodurch sich der radikale Wechsel weg von der Maus durchaus gelohnt hat. Über weitere Ideen zum Thema Gesternsteuerung und weitere Gesten-Vorschläge würde ich mich sehr freuen – bitte hierzu einfach die Kommentar-Funktion nutzen.

TextExpander: Dropbox-Sync zwischen OS X und iOS

20 Aug 2011
20. August 2011

TextExpander, ein Tool, welches ich bereits hier vorgestellt habe, wandelt zuvor definierte Kürzel (= Snippets) in eine Langform um. Auf diese Weise kann der Tippaufwand für Briefe, E-Mails, Chats, HTML-Seiten uvm. deutlich reduziert werden. Die Software ist sowohl für OS X als auch für iOS verfügbar.

Bisher konnten die Snippets nur per WLAN vom Mac auf ein iOS-Gerät übertragen werden. Mit TextExpander touch 1.2 kam kürzlich ein langersehntes Feature, die Dropbox-Synchronisation zwischen OS X und iOS, hinzu. Damit sind Kürzel, die wir auf dem Mac neu erstellen, automatisch beim nächsten Öffnen der iOS-App (die als Univeral-App sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad ihren Dienst versieht) dort verfügbar (und umgekehrt).

Zum Einrichten der Synchronisation öffnen wir auf dem Mac die TextExpander-Einstellungen:

te-dropbox-1

Im Abschnitt „Synchronisieren“ stellen wir die Synchronisationsmethode auf „Dropbox“:

te-dropbox-2

Dadurch entsteht in unserem Dropbox-Ordner ein Verzeichnis „TextExpander“, welches die Datei „Settings.textexpander“ mit allen unseren Snippets enthält:

te-dropbox-3

Auf dem iPhone (oder dem iPad) suchen wir ebenfalls die Einstellungen auf und aktivieren dort die Dropbox-Synchronisation:

te-dropbox-4

Der Standard-Dropbox-Authorisierungsdialog fragt nun die Dropbox-Zugangsdaten ab. Das war es dann aber auch schon, ab sofort stehen unsere Mac-Snippets auch auf dem iPhone zur Verfügung:

te-dropbox-5

Abschließend noch ein Hinweis zu iOS 5. Dieses Update wird eine eigene Expansionsfunktion mitbringen, die aber im Vergleich zu TextExpander als rudimentär bezeichnet werden kann. Alle Kürzel müssen direkt auf dem iOS-Gerät definiert werden, ein synchronisierbares Gegenstück auf dem Mac ist nicht vorhanden. Dafür funktionieren diese Kürzel allerdings überall, während TextExpander auf Apps mit integrierter Unterstützung angewiesen ist. Allerdings wird diese von vielen meiner Produktivitätsapps – wie z.B. Simplenote, DEVONthink, Nebulous Notes oder Writing Kit angeboten.

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Von der MobileMe-Galerie zu Flickr

14 Aug 2011
14. August 2011

Bisher habe ich alle Fotos, die ich mit anderen – sei es öffentlich oder privat – teilen möchte, in entsprechende MobileMe-Galerien hochgeladen. MobileMe-Galerien sind für mich eine ziemlich ideale Lösung, weil sie gut an Mac, iPhone, iPad und Apple TV angebunden sind und sowohl iPhoto als auch Aperture entsprechende Upload-Module besitzen. Auch eine iOS-App zum Betrachten eigener und fremder Galerien wurde von Apple veröffentlicht. Alben kann man mit Kennwörtern schützen, sodass eine Abgrenzung zwischen öffentlich zugänglichen und privaten Fotos möglich ist.

Das alles ist allerdings bald Geschichte, genauer gesagt am 30. Juni 2012. Wie viele Leser sicherlich wissen, wird MobileMe ab Herbst diesen Jahres durch den iCloud-Dienst abgelöst, der viele neue und interessante Funktionen mit sich bringt und – im Gegensatz zu MobileMe – in der Basisversion kostenlos ist. Nur leider gehören die Galerien (ebenso wie die iDisk und der Webspace) nicht mehr zum Funktionsumfang, sie sind nur noch ein gutes Dreivierteljahr nutzbar. Viele Einzelheiten zum MobileMe-iCloud-Übergang hat Apple übrigens auf dieser Webseite veröffentlicht.

Für mich war es daher an der Zeit, sich nach einer Alternative für meine Fotos umzusehen. Es sind zwar noch einige Monate hin bis Apple meine Bilder löscht, allerdings möchte ich mir nicht mehr die Arbeit machen, neue Fotos auf ein System hochzuladen, bei dem das Ablaufdatum bekannt ist und immer näher rückt. Nach einer entsprechenden Recherche habe ich mich für den BilderdienstFlickr von Yahoo entschieden. Die Anbindung an mein „Ökosystem“ ist im Falle von Flickr durchaus mit MobileMe zu vergleichen. Sowohl iPhoto wie auch Aperture haben Upload-Module für diese Foto-Community, die vom Look & Feel dem MobileMe-Pendant sehr ähnlich sind. Ich arbeite hauptsächlich mit Aperture:

aperture-flickr

Tags, Meta- und Geodaten (letzteres optional) werden mitexportiert, daher ist nach dem Upload auf der Flickr-Website nicht mehr all zu viel zu erledigen. Alle Flickr-Alben landen automatisch im Flickr-Abschnitt (Web-Bereich) der Aperture-Mediathek.

Mit Hilfe der Mac-App „flickery“ (7,99 € im App Store, Trial-Version beimHersteller) kann ich meine Flickr-Bilder sogar mit einem nativen Programm verwalten:

flickery

Damit lassen sich eine ganze Reihe von Arbeiten – z.B. das Ändern von Zugriffsrechten – schneller als über Flickr’s Webinterface erledigen.

Unter iOS kann man aus den mitgelieferten Foto-Apps (iPhone und iPad) ein Bild direkt zu MobileMe hochladen. Eine direkte Flickr-Anbindung haben die Apple-Apps leider nicht, was sich hoffentlich nach dem Ende von MobileMe ändert. Man könnte allerdings Flickr’s E-Mail-Schnittstelle dazu benutzen, die Bildeinsendungen per Mail entgegen nimmt. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Flickr-Apps im iOS-Store, angefangen mit der offiziellen App von Yahoo:

flickrapp

Da es von dieser keine iPad-Version gibt, verwende ich zusätzlich „Mobile Fotos – Flickr Browser und Uploader“ (universal, 2,39 € im App Store):

flickrapp2

Auch das Apple TV hat eine Flickr-Anbindung, allerdings nur für öffentliche Fotos.

Vielleicht noch ein paar Worte zu den Alternativen, denn ich hatte auch über Facebook oder Google (Picasa) nachgedacht. Facebook ist wie Flickr ebenfalls direkt in iPhoto und Aperture angebunden, hat eine iPhone-App und eine ganze Reihe von Third-Party-Programmen. Allerdings fehlt eine Integration ins Apple TV und der Funktionsumfang reicht nicht an einen Bilderspezialisten wie Flickr ran. Flickr speichert zum Beispiel falls gewünscht die Bilder auch in Originalgröße. Außerdem scheuen sich einige meiner Bekannten davor, eine Facebook-Seite zu betreten. Picasa ist standardmäßig nicht in iPhoto oder Aperture eingebunden, d.h., man müßte entweder die Mac-App von Picasa verwenden oder entsprechende Plugins für die Apple-Programme suchen. Apps für iOS sind im Store zu finden, das Apple TV bleibt wie bei Facebook außen vor. Nicht zuletzt hat mir einfach das Look & Feel von Flickr am besten gefallen.

Abschließend noch einige Hinweise zu Flickr selbst. Ich habe mir einen Pro-Account zugelegt (für 25 US-Dollar im Jahr), denn er bietet mir u.a. unbegrenzten Speicherplatz, beliebig viele Uploads und Zugriff auf die Original-Bilder. Damit dient Flickr mir auch als zusätzliches Backup für meine Fotos. Bei den Kosten ist zu bedenken, dass MobileMe auch nicht umsonst war und ich insgesamt künftig weniger zahlen werde als vorher. Die Zugriffsrechte auf die Bilder kann man feinkörniger als bei MobileMe regeln, es wird zwischen privat, Familie, Freunde und öffentlich unterschieden – und zwar auf Bilderebene, d.h., ein Album kann z.B. zusätzliche private Bilder enthalten, die nur ich sehen kann. Über einen Gästepass kann ich z.B. auch private Alben dritten Personen zugänglich machen.

Meine Flickr-Seiten sind noch recht leer, im nächsten Schritt werde ich meine diesjährigen Urlaubsbilder und die Fotos von der Hanse Sail 2011 hochladen. Anschließend werden in den kommenden Wochen meine bisherigen MobileMe-Inhalte nach und nach herüberwandern.

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Mit dem iPhone im Mac App Store stöbern

06 Aug 2011
6. August 2011

Bereits mehrmals bin ich in die Situation gekommen, dass ich unterwegs (will sagen, wenn mir nur ein iPhone zur Verfügung steht) etwas über eine interessante Mac-Software gelesen habe und dann gerne die App-Store-Seite des betreffenden Programms gesehen hätte. Denn dort steht in der Regel eine ausführliche Beschreibung, es sind der Preis und Screenshots zu finden und die Info, in welchen Sprachen die App zur Verfügung steht (was diesen Punkt betrifft, mogeln einige Anbieter leider, wie ich schon mehrmals feststellen musste, aber das ist eine andere Geschichte). Der App-Store bietet zwar eine Webvorschau für einzelne Apps, aber Such- und Verzeichnisseiten, die daraus ein Webabbild des Stores machen, fehlen.

Mit dem Browser kommen wir also nicht weiter, aber gibt es vielleicht eine App dafür? Ja, und zwar AppZapp. AppZap ist eigentlich dazu gedacht, auf Angebote in den drei App-Stores (iPhone, iPad und Mac) hinzuweisen, also auf Preissenkungen oder kostenlos gewordene Apps:

appzapp1

Der Schlüssel zur Lösung unseres Problems ist das Suchfeld in der Kopfzeile. Tappen wir dort hinein erscheint folgende Ansicht:

appzapp2

Nehmen wir an, wir möchten z.B. die App-Store-Informationen zu Aperture, einer Foto-Software von Apple für den Mac, abrufen. Alles, was wir tun müssen, ist den Mac-Knopf antippen und „Aperture“ in das Suchfeld eingeben. Das ist dann auch gleich der erste Treffer:

appzapp3

Ein Tap auf die Aperture-Zeile bringt uns zur gewünschten Detailseite:

appzapp4

appzapp5

Diese enthält den Preis (in Euro), die Beschreibung, die Neuerungen in der aktuellen Version, die Screenshots, die Versionsnummer, die Dateigröße, das Erscheinungsdatum, die Altersfreigabe und die unterstützten Sprachen. Zusätzlich gibt es noch einige Infos, die AppZapp beisteuert, wie zum Beispiel die Preisentwicklung in den vergangenen Tagen (OK, bei Apple-Produkten wie Aperture ist der Preis meist konstant).

Wenn wir AppZapp erstmal installiert haben, können wir natürlich auch die anderen Features nutzen, wie z.B. die o.g. Suche nach Angeboten. Aber auch die iPhone-Detailseiten sind auf dem iPhone nicht zu verachten, denn die Angabe der unterstützen Sprachen fehlt bis heute im mitgelieferten App-Store des Telefons. Ausserdem bietet AppZapp natürlich auch Zugriff auf den iPad-Store, denn Apps, die ausschließlich fürs iPad entwickelt wurden, fehlen freilich auch im iPhone-Store:

appzapp6

appzapp7

AppZapp fürs iPhone ist in einer kostenlosen (werbefinanzierten) Version verfügbar, die Werbung kann man gegen Einwurf von Münzen wegbekommen (In-App Purchase). Fürs iPad gibt es eine gesonderte, kostenpflichtige Version (AppZapp HD).

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