Archiv für Monat: Juli, 2011

iPhone-Kurztipp: Abfahrtsmonitor

31 Jul 2011
31. Juli 2011

Da ich mich einen Großteil des Wochenendes mit der Umstellung meines MacBooks auf Lion beschäftigt habe, ist diesmal nur Zeit für einen kurzen iPhone-Tipp. Da ich Nahverkehrsmittel im Stadtverkehr recht häufig nutze, weiß ich eigentlich schon auswendig wie ich von A nach B komme. Das Einzige, was mich meistens wirklich interessiert, sind die aktuellen Abfahrtszeiten an der Starthaltestelle. Genau hier kommt die iPhone-App Abfahrtsmonitor in Spiel. Genau wie auf einer elektronischen Abfahrtstafel in Bahnhöfen oder an größeren Haltestellen zeigt die App, wann welche Linien (oder welche Züge) in welche Richtungen als nächstes abfahren:

Abfahrt 1

Es wird sowohl die Abfahrtszeit (4. Spalte) als auch die verbleibenden Minuten bis zur Abfahrt (3. Spalte) ausgegeben. Ein Tap auf das Ziel (2. Spalte) zeigt den Fahrtverlauf an. Da die Daten wohl von der Bahn übernommen werden, sollten sehr sehr viele Haltestellen verzeichnet sein. Eine Umgebungssuche nach Haltestellen ist ebenfalls vorhanden, häufig benötigte Abfahrtspunkte können als Favorit gespeichert werden:

Abfahrt 2

Selbstverständlich können diese Informationen auch über die vorzügliche App der Deutschen Bahn abgerufen werden, allerdings braucht man dort in der Regel ein paar Taps mehr. Ferner zeichnet sich der Abfahrtsmonitor durch sein einfaches und klares Design aus. Die App ist mit Werbeeinblendung kostenlos im Store erhältlich, für 0,79 € kann die Werbung deaktiviert werden.


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Erste Eindrücke von Lion

23 Jul 2011
23. Juli 2011

Um mir einen ersten Eindruck vom neuen OS X „Lion“ zu verschaffen, habe ich das Betriebssystem auf eine externe USB-Festplatte installiert. So kann ich mir alles in Ruhe anschauen und Dinge ausprobieren, die für meine Arbeit wichtig sind, bevor ich mein Hauptsystem umstelle. Beim Booten meines Macs kann ich dann bei angeschlossener externer Platte entscheiden, ob ich Lion oder Snow Leopard starten möchte (durch Festhalten der Alt-Taste beim Einschalten).

Um Lion auf einer externen Platte installieren zu können, braucht man das System entweder auf einer DVD oder einem USB-Stick. Der App Store ist allerdings momentan die einzige Lion-Quelle und dort bekommt man nur eine Installationsdatei. Wie wir aus dieser Datei eine Installations-DVD (oder einen Stick) machen ist im Internet inzwischen an vielen Stellen beschrieben. Kurz zusammengefasst müssen wir einen Rechtsklick auf die Datei machen und „Paketinhalt zeigen“ auswählen. Im Paket ist die Datei Contents/SharedSupport/InstallESD.dmg das eigentliche Lion-Image. Mit Hilfe des Festplattendienstprogramms (unter Programme/Dienstprogramme) kann es auf eine DVD gebrannt werden. Dazu das Image mit dem Festplatten-Dienstprogramm öffnen und folgende Schritte ausführen:

lion1

Die Herstellung eines Bootsticks funktioniert ebenfalls mit dem Festplattendienstprogramm, erfordert aber mehr Schritte (benötigt wird die Wiederherstellungsfunktion im Kontextmenü von InstallESD.dmg).

So eine Boot-DVD kann auch ganz nützlich sein, wenn die Festplatte mal den Geist aufgeben sollte.

Mit dem Bootmedium habe ich dann eine Installation auf besagter USB-Platte vorgenommen. Im Vergleich zu Snow Leopard wurde die Installation weiter vereinfacht, die Installationsroutine stellt weniger Fragen, leider ist dabei auch das schicke Intro-Video weggefallen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht alle neuen Funktionen von Lion vorstellen oder ein ausführliches Review erstellen, beides würde den üblichen Rahmen meiner Blog-Artikel sprengen. Alle Neuerungen sind auf dieser Apple-Seitebeschrieben, das ausführlichste Lion-Review finden wir bei Ars Technica. Stattdessen möchte ich mich auf die Dinge beschränken, die mir gefallen und die ich nicht so toll finde. Vielleicht fange ich einfach mal mit meinen – natürlich völlig subjektiven – Negativpunkten an.

Was mir negativ aufgefallen ist

Die berühmte Ampel am oberen linken Fensterrand ist kleiner geworden, zahlreiche Bedienelemente eckiger. Viele Icons in den Side- und Toolbars sind nun einfarbig, was sie m.E. schwerer unterscheidbar macht. Die neue Lederoptik von iCal und Adressbuch gefällt mir auch nicht wirklich, die beiden Programme wirken ein wenig wie Fremdkörper auf dem Desktop:

lion2

Inzwischen kursieren schon mindestens zwei „Hacks“, um die Apps aufzuhübschen und in ein graues Design zu bringen. Im Falle von iCal denke ich mehr und mehr darüber nach, auf die Alternative BusyCal umzusteigen, auch wenn der Anschaffungspreis recht hoch ist.

Beide Programme haben auch keine Sidebar mehr, die ich eigentlich immer ganz praktisch fand. Die Zahl der neuen E-Mails zeigt Mail.app jetzt im iOS-Design mit weißem Rand um die Zahl an. Die Lesbarkeit ist dadurch meiner Meinung nach schlechter geworden:

lion3

Läuft eine App im Vollbild-Modus bleibt ein eventuell vorhandener Zweitmonitor leider leer. Hier hoffe ich sehr, dass Apple noch im Laufe der 10.7er-Releases nachbessert.

Ersatzlos gestrichen wurde in Lion das Bedienelement, mit dem man Toolbars einklappen konnte, ich fand es eigentlich immer ganz praktisch:

lion4

Warum das erst in Snow Leopard eingeführte Dock-Expose wieder entfernt wurde ist mir ein Rätsel. Ebenfalls entfallen ist die Mediacenter-App „Front Row“. Hätte ich kein Apple TV würde mich das sicherlich stören.

Man merkt an vielen Stellen in Lion, dass Apple früher oder später vom klassischen Dateisystem weg möchte. Beispiele dafür sind das neue Launchpad, das Verstecken des Library-Ordners, das automatische Speichern, die Rückgriffmöglichkeit auf frühere Dokument-Versionen und nicht zuletzt iOS. Für Computeranfänger ist das sicherlich ein Segen, bei fortgeschrittenen Usern bin ich mir da nicht ganz sicher. Wir werden sehen.

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Launchpad

Im Großen und Ganzen wären das dann aber auch schon meine Kritikpunkte. Dass noch nicht alle meine Lieblingsapps „Lion ready“ sind, möchte ich Apple nicht ankreiden.

Was mir positiv aufgefallen ist

Kommen wir zu den schönen Dingen. Vollbild-Apps gefallen mir, sie bieten mehr Nutzfläche, ablenkungsfreies Arbeiten und sind umso praktischer, je kleiner der Bildschirm ist. Das Vollbild-Konzept mit Spaces zu verheiraten finde ich clever gelöst. Viele Apps unterstützen diesen Modus schon, allein Terminal im Vollbild ist für mich ein Traum. Wo wir schon dabei sind, Terminal wurde ordentlich verbessert, man kann z.B. neue Terminals im gleichen Verzeichnis öffnen. Durch einen Rechtsklick auf einen Shell-Befehl können wir nun sogar die zugehörige Man-Page anzeigen lassen:

lion6

Obwohl ich schon viel Kritik dazu gelesen habe, gefällt mir „Mission Control“ bis jetzt sehr gut. Die klare Anordnung nach Apps inklusive Einblenden des Icons finde ich deutlich übersichtlicher als früher. Dass man die Spaces (zu denen ja jetzt auch das Dashboard zählt) dort ebenfalls sehen kann, ist um so besser:

lion7

Eine Expose-Funktion für einzelne Programme gibt es immer noch, nur ist sie wie leider schon oben erwähnt nicht mehr über das Dock erreichbar.

Optisch ansprechend sind auch die vielen Animationen, die Lion einsetzt. Ob man sich nach einigen Monaten daran immer noch erfreut, bleibt natürlich abzuwarten. Aber auch akustisch hat 10.7 was zu bieten, drei deutsche Stimmen in guter Qualität stehen nun zur Auswahl bereit, um sich damit beispielsweise Webseiten vorlesen zu lassen.

Deutlich aufgewertet wurde der E-Mail-Client. Durch die bis zu 3-spaltige Anzeige, sieht man mehr von einer E-Mail. Die Vollbild-Anzeige steht auch in Mail zur Verfügung, die Konversationsansicht sorgt für noch mehr Übersicht. Für das Erstellen von Nachrichten stehen mehr Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Suchfunktion wurde merklich verbessert.

„Save early, save often“ – so lautet eine alte IT-Regel. Sie gilt unter Lion nur noch bei Programmen, die das neue automatische Sichern nicht unterstützen. Möchte man zu einer alten Dokumentversion zurück oder diesem nur einige Teile entnehmen, so kann man dieses über ein Time-Machine-artiges Interface erledigen („Versions“):

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Ebenfalls zur Datensicherheit – diesmal gegen Diebstahl – trägt die neue Festplattenverschlüsselung bei, welche nun alle Daten auf der Platte umfasst. Ideal z.B. für alle Unterwegscomputer wie das MacBook. Auch Time-Machine-Backups können optional verschlüsselt werden.

Generell verbessert wurden die Suchfunktionen – nicht nur in Mail. Spotlight bietet nun direkt eine Vorschau auf die gefundenen Dokumente:

lion9

Abschließend stichpunktartig noch ein paar weitere Punkte, die ich für bemerkenswert halte:

  • Mac OS kann jetzt auch wie unter iOS Push-Notifications empfangen, d.h., Programme müssen nicht unbedingt laufen, um uns mit Infos zu versorgen.
  • Automator wurde mit interessanten neuen Aktionen ausgestattet.
  • Es gibt jetzt eine einheitliche Kontaktliste und einen einheitlichen Status über mehrere Dienste hinweg in iChat.
  • Beim Schreiben von Texten steht eine iOS-ähnliche Autokorrektur zur Verfügung.
  • Drückt man länger auf eine Taste wie z.B. das „A“, werden passende Sonderzeichen angezeigt, die man dann einfach einfügen kann.
  • Die Fenstergröße kann nun überall am Rand verändert werden.

Fazit

Für mich überwiegen die positiven Aspekte. Es fällt mir jetzt schon schwer, auf 10.6 umzubooten. Daher werde ich wohl relativ bald den Umstieg vollziehen, auch wenn noch nicht alle meine Lieblingsapps unter Lion laufen. Ich hoffe, dass das Update meines bestehenden Systems genauso unproblematisch verläuft, wie die hier beschriebene Neuinstallation auf einer externen Platte.

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Sharing mit Droplr

17 Jul 2011
17. Juli 2011

Durch Zufall bin ich diese Woche auf den Sharing-Dienst Droplr aufmerksam geworden, den ich sehr praktisch finde. Daher möchte ich diesen Service, welcher sich unter OS X und iOS nutzen läßt, gleich heute näher vorstellen. Sicher, Sharing-Dienste sind nichts Neues, es gibt z.B. Dropbox, CloudApp oder Skitch, aber Droplr besitzt einige interessante Eigenschaften, wie z.B. die Möglichkeit, eine eigene Domain zu verwenden oder Quellcode mit Syntax-Highlighting darzustellen. Der Dienst ist kostenlos und finanziert sich durch Werbeanzeigen auf der Webseite, welche die geteilten Daten anzeigt bzw. zum Download anbietet (s. Screenshots weiter unten). Jedem Nutzer stehen 1 GB Speicherplatz zur Verfügung. Droplr besitzt kein eigenes Nutzerkonten-System, dazu wird Twitter (per OAuth-Verfahren) genutzt, da die Links für geteilte Daten („gesharedt“ klingt irgendwie komisch) auch über dieses Mikroblogging-System verbreitet werden können. Wir benötigen also zwingend ein Twitter-Konto, um Droplr nutzen zu können. Droplr besteht aus einer Mac-, einer iPhone- und einer Webkomponente.

Mac

DIe Mac-Software ist ein 2,4 MB großer Download von der Droplr-Homepage. Die App lebt in der Menüleiste, das Dock-Icon kann in den Einstellungen deaktiviert werden. In den Einstellungen können wir auch festlegen, ob Droplr automatisch beim Login gestartet wird. Wenn wir nun etwas teilen wollen, eine Datei oder einen selektierten Text ziehen wir diese(n) auf das Droplr-Icon in der Menüleiste. Wenn es sich um einen selektierten Text gehandelt hat, bekommen wir die Möglichkeit diesen nachzubearbeiten und festzulegen, ob es sich um einfachen Text, Markdown oder Quellcode handelt. Das ist wichtig für die Darstellung des geteilten Textes im Web:

Ein Menüpunkt um neue Texte direkt in Droplr zu erstellen ist ebenfalls vorhanden.

Im Falle einer Datei ist das natürlich simpler, diese muss einfach nur auf das Droplr-Icon gezogen werden:

Nach dem Upload zu Droplr wird die Webadresse der Sharing-Datei in die Zwischenablage kopiert und in einer kleinen schwarzen Box angezeigt (s. Screenshot). Ein Klick auf die Adresse öffnet diese im Browser, mit dem t-Icon kann sie über Twitter verbreitet werden:

Die Screenshots zeigen ein interessantes Feature von Droplr, man kann eine eigene Domain für die Links konfigurieren! Eingestellt wird diese über die Weboberfläche. Dazu muss man allerdings in der Lage sein, den sogenannten Address-Record seiner Domain auf die IP-Adresse von Droplr zu ändern. Eine Reihe von Webhostern bietet diese Möglichkeit, im Zweifelsfall einfach mal nachfragen. Ansonsten wird die Standard-Domain d.pr verwendet, die zu angenehm kurzen URLs führt.

Im Web sieht die Bild-Datei aus dem obigen Beispiel dann so aus:

Hier noch ein Beispiel für JavaScript-Code, welcher als Selektion per Drag & Drop auf das Droplr-Icon gezogen wurde:

Die Droplr-App hat auch eine Screenshot-Funktion, welche die Aufnahmen direkt hochlädt. Diese kann entweder über die Menüleiste oder über eine einstellbare Tastenkombination erreicht werden.

Kombiniert man die Textfunktion mit dem Twitter-Feature bietet sich die interessante Möglichkeit, auf einfache Weise Texte über Twitter zu verbreiten, die länger als die erlaubten 140 Zeichen sind.

iPhone®

Die iPhone-App kann aktuell für 2,99 € im App-Store erworben werden. Sie bietet Zugriff auf die geteilten Dateien und die Möglichkeit die jeweiligen Links in die Zwischenablage zu kopieren, per E-Mail zu versenden oder via Twitter zu verbreiten. Auch eine Löschmöglichkeit ist vorhanden. Weiterhin ist über die App ein Sharing von Fotos, Videos, Links und Texten möglich:

Markdown

09 Jul 2011
9. Juli 2011

Das Problem ist uralt. Wie schreibe ich plattformunabhängige Texte mit Formatierungen, die ich auch einige Jahre später noch wieder einlesen kann? Man kann es drehen und wenden wie man will, das robusteste Format ist nunmal „Plain Text“, also einfache Textdateien, die typischerweise die Dateiendung „.txt“ haben. Noch interessanter wird die Fragestellung, wenn wir uns das Erstellen von formatierten Texten auf iOS-Geräten anschauen. Die meisten Editoren können das nicht, weil iOS zur Zeit keine Bibliotheken für „Rich Text“ zur Verfügung stellt und man alles „zu Fuß“ programmieren müsste. Demnach wäre „Plain Text“ auch unter diesem Gesichtspunkt eine gute Ausgangsbasis, insbesondere, wenn man Texte wechselseitig unter OS X und iOS bearbeitet.

Können wir auch in einfachen Textdateien Formatierungsanweisungen unterbringen? Klar können wir das, mit HTML und LaTeX beispielsweise haben wir zwei Ansätze, die schon lange verfügbar sind. Das Problem ist nur, dass sowohl HTML also auch LaTeX in ihrer Rohform – also quasi im Quellcode – nur schlecht flüssig zu lesen und zu schreiben sind.

Genau hier kommt Markdown ins Spiel. Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache, die von John Gruber (vielen Apple-Usern sicherlich alsBlogger bekannt) und Aaron Swartz entworfen wurde. Sie lässt sich im Quellcode sehr gut lesen. Die vollständige Syntax zu erläutern, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, hier ein kurzer Beispieltext:

Beispieltext
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Mit Markdown kann man z.B. Texte *kursiv*, **fett** oder gar ***fett und kursiv*** formatieren. Weitere Sprachelemente sind:

- Aufzählungen
- Text als `Quelltext` markieren
- Links setzen, z.B. auf die [Apple-Homepage](http://www.apple.de)

In diesem Text befinden sich bereits viele der häufig benötigten Markdown-Elemente. Die Unterstreichung mit dem Gleichheitszeichen sorgt für eine Überschrift der Ebene 1, vergleichbar mit dem h1-Tag in HTML. Eine Unterstreichung mit dem Minuszeichen erzeugt eine Überschrift der Ebene 2, für die Ebenen 3-6 braucht man die Alternativsyntax mit 1-6 Doppelkreuzen vor der Überschrift (z.B. #### Überschrift der Ebene 4). Für Fett- und/oder Kursivdarstellung sorgt eine entsprechende Anzahl von Sternen (alternativ auch Unterstriche) vor und nach dem betreffenden Text. Umnummerierte Aufzählungen beginnen einfach mit dem Minuszeichen, nummerierte mit der entsprechenden Zahl. Die Syntax für Hyperlinks ist deutlich kürzer als in HTML.

Formatiert sind unser Text so aus:

Mit entsprechenden Programmen – dazu gleich mehr – können wir daraus nun z.B. HTML- oder PDF-Dokumente erzeugen. Die beiden gängigsten Dateiendungen für Markdown sind „.md“ (von mir bevorzugt) und „.markdown“. Der Vollständigkeit halber muss ich auch noch kurz MultiMarkdown erwähnen. Mit MultiMarkdown können wir z.B. RTF- oder gar Word-Dokumente aus dem Quellcode erzeugen, ferner wird die Markdown-Syntax deutlich erweitert – z.B. um Fußnoten oder Tabellen.

Welche Mac- und iOS-Programme können wir nun für die Erstellung von Markdown-Dokumenten nutzen? Auch hier möchte ich keine vollständige Übersicht bereitstellen, sondern ein paar Beispiel-Programme nennen, die auf meinen Systemen installiert sind. Die Konvertierung in andere Formate ist beispielsweise auch mit entsprechenden Shell-Skripten möglich.

OS X

Ein kostenloser Editor ist z.B. Komodo Edit, den ich normalerweise für PHP-Programmierung verwende. Er hat eine Markdown-Vorschau, die parallel zum Editor angezeigt wird. Deutlich mehr Markdown-Funktionen hat TextMate, ein Vielzweck-Editor, der allerdings rund 45 Euro kostet. TextMate bringt ein Markdown-Bundle mit, welches einige Funktionen rund um Markdown und MultiMarkdown bietet:

Beide Editoren haben allerdings das Look & Feel einer Programmierumgebung. Das möchte man, wenn nicht z.B. gerade naturwissenschaftliche Texte verfasst werden, nicht unbedingt haben. Daher sei als letztes Beispiel noch Bywordgenannt (zur Zeit 7,99 € im Mac-App-Store). Diese App, aus der auch der erste Screenshot stammt, bietet u.a. eine Markdown/MultiMarkdown-Vorschau, HTML-Export, einen Vollbildmodus, eine Fokus-Funktion und eignet sich gut für ablenkungsfreies Arbeiten.

iOS

Für iOS seien zwei Vertreter genannt, Nebulous Notes (Universal-App) und Writing Kit (nur iPad).

Nebulous Notes bietet u.a. eine Markdown-Vorschau, Dropbox-Zugriff, PIN-Schutz für den Dokumenten-Zugriff, TextExpander-Support und eine anpassbare Makro-Leiste. Die App ist für iPhone und iPad, sie ist mit Werbung kostenlos, ansonsten sind zur Zeit 2,39 € fällig.

Writing Kit (3,99 € zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels) ist nur fürs iPad erhältlich und ist mein persönlicher Tipp für dieses Gerät. Die App kommt u.a. mit Markdown-Formatierungswerkzeugen, Markdown-Vorschau, Markdown-Syntaxhilfe, Dropbox-Zugriff, Im- und Export-Funktionen, TextExpander-Support, Recherche-Tools (s. Screenshot) und einem internen Browser.

Fazit

Wer formatierte Texte unter OS X und iOS schreibt – je nachdem welche Umgebung gerade zur Verfügung steht – und diese in einem robusten und einfachen Dateiformat, welches sich mit einiger Sicherheit auch noch in 10 Jahren lesen läßt, speichern möchte, sollte sich Markdown (und ggf. auch MultiMarkdown) einmal näher anschauen.

Mac-Kurztipp: Mediathek

07 Jul 2011
7. Juli 2011

Mediathek“ ist eine App, mit der man Sendungen aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme auf seinem Mac laden/schauen kann. Über eine übersichtliche Kategorien-Struktur kann man jede angebotene Sendung downloaden, manche Beiträge können auch direkt abgespielt – also als Stream betrachtet – werden. Den Player für Streams (z.B. Quicktime X oder VLC) sowie das Download-Verzeichnis kann man konfigurieren. Per E-Mail, Twitter oder Facebook kann man seine Freunde über interessante Sendungen informieren. Für viele Sendungen und Themen gibt es in der App einen Kanal, der regelmäßig aktualisiert und um neue Sendungen erweitert wird. Für diese Kanäle gibt es eine Abo-Funktion, die über neue Beiträge direkt in der Software informiert. Eine Suchfunktion rundet das Programm ab.

„Mediathek“ kann zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels kostenfrei heruntergeladen werden, der Autor freut sich über Spenden via PayPal oder Flattr. Das Programm bietet viele Stunden Fernseh-Unterhaltung und sollte auf keinem Mac fehlen.

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