Archiv für Monat: Mai, 2011

LaunchBar: Mac App Store durchsuchen

28 Mai 2011
28. Mai 2011

LaunchBar ist ein tastaturbasiertes Tool für den Mac, mit dem wir blitzschnell die unterschiedlichsten Aktionen starten können (Programme, Websuchen, Adressen, E-Mails, …). Ich habe dieses nützliche Werkzeug neulich hierausführlicher beschrieben. Heute soll LaunchBar so erweitert werden, daß wir den Mac App Store damit durchsuchen können, egal ob dieser gerade läuft oder nicht.

Dazu rufen wir den LaunchBar-Index auf (z.B. aus LaunchBar mit Cmd-Alt-I). Dieser Index, den ich im letzten Artikel wegen seines einführenden Charakters ausgelassen habe, enthält eine vollständige Liste aller möglichen LaunchBar-Befehle:

Wir brauchen für unser Vorhaben die „Custom Search Templates“.

Sollte es noch keinen Abschnitt für eigene Suchvorlagen geben, empfehle ich einen solchen anzulegen, damit leichter zu sehen ist, was man selber hinzugefügt hat. Das geht über das Plus-Symbol links unten in dem Fenster durch die Auswahl von: Suchvorlagen > Leere Suchvorlagen-Liste.

Ein Klick auf „Hinzufügen“ erweitert die Liste um einen Eintrag:

Wir ändern den Namen in „Mac App Store durchsuchen“ und ersetzen das Feld „Details“ durch:

macappstore://ax.search.itunes.apple.com/WebObjects/MZSearch.woa/wa/search?q=*

Nun sichern und aktualisieren wir den LaunchBar-Index (das Sichern-Icon muß ggf. erst noch zur Toolbar hinzugefügt werden, ein ungesichertes Fenster wird aber auch nicht ohne Nachfrage geschlossen):

Aufrufen können wir den neuen Befehl in Launchbar dann z.B. so:

Cmd-Leertaste > MAS > Leertaste > Suchbegriff > Enter

Als Ergebnis erhalten wir eine App-Store-Suche nach „Twitter“:

TextExpander: Begrüßung nach Tageszeit

21 Mai 2011
21. Mai 2011

TextExpander, ein Tool, welches ich vor rund einem Monat hier vorgestellt habe, wandelt zuvor definierte Kürzel in eine Langform um. Auf diese Weise kann der Tippaufwand für Briefe, E-Mails, Chats, HTML-Seiten uvm. deutlich reduziert werden.

Heute wollen wir uns das Kürzel tzb erstellen, welches automatisch in eine Begrüßung umgewandelt wird, die von der Tagszeit abhängig ist:

0 bis 12 Uhr: Guten Morgen
12 bis 18 Uhr: Guten Tag
18 bis 0 Uhr: Guten Abend

Dabei machen wir von der Möglichkeit Gebrauch, dass TextExpander auch sogenannte Shell-Script verarbeiten kann.

Es ist darauf zu achten, dass eine aktuelle Version von TextExpander installiert ist, da es vor kurzem ein Release gab, welches Prozentzeichen in Shell-Scripten nicht richtig verarbeitet hat!

Wir rufen TextExpander auf und klicken auf „Neuer Textbaustein“:

Nun stellen wir den Inhalt auf „Shell Script“ um (über die Dropdown-Auswahl) und legen als Kürzel „tzb“ fest:

In die Textbox kommt nun folgendes Shell-Script:

#!/bin/bash
stunde=`date “+%H”`
if [ $stunde -lt 12 ]; then
echo -n “Guten Morgen”
elif [ $stunde -lt 18 ]; then
echo -n “Guten Tag”
else
echo -n “Guten Abend”
fi

Fertig ist unsere Begrüßung!

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Software-Tipp: LaunchBar

15 Mai 2011
15. Mai 2011

Ähnlich wie bei der kürzlich vorgestellten Software TextExpander geht es auch bei LaunchBar darum, Zeit zu sparen und schneller mit dem Rechner zu arbeiten. Wer viel mit der Tastatur unterwegs ist profitiert besonders von LaunchBar, mit der Software können viele Vorgänge gestartet werden, die mit einer Maussteuerung deutlich länger dauern. Das Tool ist ein Produkt der Objective Development Software GmbH aus Wien und kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels 24 Euro, es kann 30 Tage kostenfrei getestet werden.

Einführung und Programme starten

Für den Einstieg wollen wir LaunchBar verwenden, um Programme zu starten. Das funktioniert so ähnlich wie bei Spotlight – nur viel besser. Zunächst einmal habe ich die Tastenkombination für Spotlight auf Alt-Leertaste geändert, um Cmd-Leertaste für LaunchBar nutzen zu können. Das geht über die Systemeinstellungen:

Nun können wir Cmd-Leertaste für LaunchBar verwenden. Dieses kann in den LaunchBar-Einstellungen konfiguriert werden:

Wenn wir jetzt Cmd-Leertaste drücken erscheint – vorausgesetzt LaunchBar läuft (idealerweise sollte das Tool gleich bei der Anmeldung gestartet werden) – die Eingabeleiste von LaunchBar mittig direkt unter der Menüleiste:

LaunchBar wartet jetzt auf Tastatur-Eingaben, z.B. von Programmnamen. Das zuletzt mit LaunchBar gestartete Programm (im Screenshot Safari) kann einfach mit der Entertaste erneut gestartet werden. Wie bei Spotlight muß natürlich nicht der ganze Name eingegeben werden, sondern nur kleine Teile davon:

In diesem Beispiel habe ich „OMNI“ eingegeben (die getätigte Eingabe erscheint zur Kontrolle immer links neben dem Zahnrad) und die ersten vier Treffer sind Programme der Omni-Group. Ich kann nun entweder noch mehr Zeichen eingeben bis das gewünschte Programm ausgewählt ist oder aber mit den Cursortasten zum gewünschten Eintrag navigieren und Enter drücken. Und hier beginnt Launchbar intelligenter zu werden als Spotlight. Wenn ich mehrmals nach der Eingabe von „OMNI“ OmniFocus starte, erkennt das Programm meinen Wunsch und bietet OmniFocus künftig als ersten Treffer an. Aber LaunchBar ist noch schlauer, es erkennt auch, wenn Programme aus Wortbestandteilen zusammengesetzt sind und bietet z.B. OpenOffice.org als ersten Treffer für die Eingabe „OOO“ an:

Oder „ABFR“ führt direkt zu A Better Finder Rename (ein tolles Programm für Massen-Umbenennungen übrigens, müßte ich auch mal was zu schreiben):

Vielleicht ist einigen der Pfeil hinter manchen Programmen wie z.B. OpenOffice.org aufgefallen. Dahinter verbirgt sich eine weitere tolle LaunchBar-Funktion: Ist ein solches Programm ausgewählt braucht nur die Leertaste oder Cursor-Rechts gedrückt zu werden und es erscheint eine Liste der Dokumente, die mit dem betreffenden Programm zuletzt bearbeitet wurden. Einfach ein Dokument auswählen, Enter drücken und schon wird es in dem ausgewählten Programm geöffnet. Große Zeitersparnis im Vergleich zur Mausbedienung! Als Beispiel habe ich hier bei ausgewähltem OmniOutliner die Leertaste betätigt:

Aber LaunchBar kann noch viel mehr als nur Programme starten. Und zwar soviel, daß ich hier gar nicht alle Funktionen erwähnen kann. Eine vollständige Beschreibung findet sich auf der LaunchBar-Homepage, ich beschränke mich hier auf eine Handvoll weiterer Beispiele.

Websuchen

Schnell mal was bei Google suchen? Kein Problem:

Vollständige Tastenfolge: Cmd-Leertaste > GOO > Leertaste > Suchbegriff > Enter

Cmd-Leertaste:

Leertaste oder Cursor-Rechts und Suchbegriff eingeben:

Enter-Taste und die Suche läuft:

Solche „Suchvorlagen“ bringt LaunchBar für etliche Webseiten mit. Beispiele: Amazon, dict.cc, ebay, Flickr, LEO, MacUpdate, Wikipedia, Yahoo, YouTube und viele mehr. Fortgeschrittene Benutzer können sich eigene Vorlagen erstellen und LaunchBar somit nahezu beliebig erweitern.

Adressen und E-Mails

LaunchBar kann auch Adressbuchdaten verarbeiten. So kann man blitzschnell eine Adresse heraussuchen oder eine E-Mail beginnen. Beispiel für eine E-Mail an T-Mobile:

Vollständige Tastenfolge: Cmd-Leertaste > T-MOB > Leertaste > Enter

Cmd-Leertaste > T-MOB:

Leertaste oder Cursor-Rechts:

Enter-Taste:

Wie man im vorletzten Screenshot sieht, kann man auch die sonstigen Adressdaten dieses Eintrags sehen. Fortgeschrittene Nutzer können einen Enter-Klick auf die Telefonnummer noch mit dem Start eines Skype-Anrufs verknüpfen.

Safari-Lesezeichen und -Verlauf sowie Webseiten

Wie man anhand der bisherigen LaunchBar-Suchergebnisse sieht, findet das Tool auch Safari-Lesezeichen (Globus-Symbol) und bisher besuchte Webseiten (Globus-Symbol mit Uhr).

Auch Webseiten, die man noch nie besucht hat, lassen sich mit LaunchBar öffnen. Dieses Vorhaben erkennt das Tool z.B. am „www“.

Cmd-Leertaste > www.hamburg:

Das „.de“ (oder eine andere einstellbare Toplevel-Domain) ergänzt LaunchBar sogar automatisch.

Instant Send

Bisher haben wir Daten wie Suchbegriffe oder Webadressen immer nach dem Öffnen von LaunchBar eingegeben. Es gibt aber auch den anderen Weg. Wenn wir in einem Programm ein Wort markieren und die Alt-Taste drücken (Taste ist konfigurierbar), landet dieses Wort in LaunchBar (= Instant Send) und wir können einen Befehl wie „GOO“ für Google-Suche damit ausführen:

Alt-Taste:

GOO:

Das Betätigen der Enter-Taste führt nun zu einer Google-Suche nach „iPad 2“. Mit etwas Konfigurationsarbeit eröffnet Instant-Send phantastische Möglichkeiten wie z.B. das Übersetzen von markiertem Text mit Hilfe der entsprechenden Google-Werkzeuge.

Arbeiten mit Ordnern und Dateien

Wir können z.B. mal den Download-Ordner mit LaunchBar suchen:

Leertaste oder Cursor-Rechts führt uns zum Inhalt:

Die Dateien können wir nun mit der Enter-Taste öffnen oder mit der Leertaste eine Vorschau des Inhalts sehen („Quicklook“). Für alle anderen gängigen Datei-Operationen wie z.B. Kopieren oder Umbenennen gibt es ebenfalls Tastenkürzel oder Menüs deren Erläuterung jedoch den Umfang dieses Artikels sprengen würde.

Auch für Dateien gibt es Instant-Send. Eine im Finder markierte Datei landet mit der Alt-Taste umgehend in LaunchBar.

Multi-Zwischenablage

Etwas in die Zwischenablage kopiert und damit wichtigen alten Inhalt überschrieben? Mit LaunchBar kein Problem mehr, das Tool bringt mehrere Zwischenablagen mit und das auch noch weitgehend konfigurierbar:

Bei mir genügt also ein Shift-Command-# um aus alten Inhalten zu wählen:

Enter fügt den ausgewählten Zwischenablage-Inhalt ein, die Leertaste zeigt eine Vorschau.

Weitere Funktionen

Das waren jetzt längst noch nicht alle Funktionen, ich könnte noch ein paar Stunden weiterschreiben, aber ich denke das Grundprinzip dieser Software ist klargeworden. Es gibt fast keine Aktion am Mac, die man nicht irgendwie mit LaunchBar starten kann.

Weitere Funktionen sind zum Beispiel:

  • Eintragen von Terminen in den Kalender
  • Ausführen von Mac OS X-Diensten
  • Taschenrechner (LaunchBar-Suche einfach mit einer Zahl beginnen)
  • iTunes-Steuerung, Suche im iTunes-Store
  • Suche im Lexikon
  • sonstige Aktionen wie z.B. Herunterfahren, Bilder verkleinern, Lautstärke ändern uvm.

Weiterführende Screencasts

Screencastsonline – ein sehr empfehlenswerter Video-Podcast (in englischer Sprache) – hat der aktuellen LaunchBar-Version zwei komplette Folgen gewidmet, die ich Interessenten ans Herz legen möchte:

  • Teil 1 (Installation, Einführung, Grundlagen, Programme starten, Adressbuch, Dateien und Webseiten)
  • Teil 2 (Instant-Send, Zwischenablage, iCal, iTunes, Spotlight, Taschenrechner, …)

Persönliches Fazit

Wie man sieht: eine rundum nützliche Software. Mein Zeiteinsparer Nr. 2 nachTextExpander. Es dauert zwar eine ganze Weile, sich die ganzen Funktionen zu erschließen, aber es lohnt sich. Und eine Mehrfach-Zwischenablage, die einige Unternehmen als separate Software anbieten, gibt es noch kostenlos dazu.

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Von der Linse direkt nach Aperture

07 Mai 2011
7. Mai 2011

In diesem Beitrag möchte ich einen Workflow vorstellen, durch den ein per iPhone aufgenommenes Foto automatisch – ohne manuelle Zwischenschritte – in der Fotoverwaltung Aperture® auf dem Mac landet. Wir benötigen dazu folgende Zutaten:

  • iPhone
  • iPhone-App QuickShot
  • Dropbox-Konto
  • Mac
  • Mac-App Automator (gehört zum Lieferumfang von Mac OS X)
  • Mac-App Aperture

Ordneraktionen

Für unser Vorhaben brauchen wir eine sogenannte Ordneraktion. Das sind Vorgänge, die Mac OS X automatisch startet, wenn eine Datei in einen Ordner gelegt wird, für den eine Ordneraktion definiert wurde. Daher muß sichergestellt sein, daß Ordneraktionen aktiviert sind. Hierfür ist das Programm „Ordneraktionen konfigurieren“ im Verzeichnis /System/Library/CoreServices verantwortlich. Der Haken „Ordneraktionen aktivieren“ muß gesetzt sein oder werden:



QuickShot

QuickShot ist eine Foto-App für das iPhone, bei der die Bilder nicht (oder nicht nur) im Foto-Ordner, sondern direkt in der Dropbox landen. QuickShot muß daher mit der Dropbox verbunden werden, anschließend wird in den QuickShot-Einstellungen ein Ordner innerhalb der Dropbox angegeben, in dem die Aufnahmen gespeichert werden sollen.

Damit haben wir schonmal erreicht, daß jedes Foto, welches wir auf dem iPhone mit QuickShot machen, im Dropbox-Ordner unseres Macs landet. Jetzt muß das Bild noch irgendwie nach Aperture. Dazu brauchen wir ein Automator-Skript. Automator befindet sich im Programme-Ordner und gehört zum Lieferumfang von Mac OS X. Dieses Werkzeug dient dazu, Arbeitsabläufe im Betriebssystem zu automatisieren.

Automator

Nach dem Start von Automator wählen wir „Ordneraktion“ als Vorlage:

Zuerst muß der Dropbox-Ordner ausgewählt werden, in dem unsere iPhone-Fotos landen. Es muß derselbe Ordner sein, in dem QuickShot seine Fotos speichert (s.o.):

Nun fügen wir aus der Bibliothek (links) die Aktion „Fotos importieren“ hinzu:

In der Aktion wird das Aperture-Projekt ausgewählt, in welches die Bilder importiert werden sollen.

Nun müssen wir unser Automator-Script nur noch speichern: Ablage > Sichern

Bonus-Tipp: Dieser Workflow funktioniert auch mit iPhoto, wenn Sie statt „Fotos importieren“ die Aktion „Dateien in iPhoto importieren“ verwenden.

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