Apple Pay in Deutschland nutzen

20 Feb 2017
20. Februar 2017

Es ist eigentlich kein Geheimnis, auch wenn Apple Pay in Deutschland noch nicht gestartet ist, kann man hierzulande durchaus damit bezahlen. Ich möchte in diesem Artikel meine ersten Erfahrungen damit teilen.

Um mit Apple Pay zu bezahlen, braucht man zum einen eine Bank, die dies unterstützt und zum anderen muss der jeweilige Händler ein NFC-Terminal am Start haben, dass kontaktlose Zahlungen unterstützt. Genauer gesagt, kontaktlose Zahlungen bei denen die Authentifizierung bereits auf dem Gerät stattfindet (beim iPhone also mit Fingerabdruck), sodass auf eine PIN verzichtet werden kann. Ersteres gibt es in Deutschland noch nicht, entsprechend ausgestattete Händler allerdings jede Menge, dazu später mehr.

Aber wir haben ja einen EU-Binnenmarkt, also kann man sich einfach einer Bank im Ausland bedienen, und zwar in einem Land, wo Apple Pay schon verfügbar ist. In meinem Fall ist das Frankreich. Großbritannien wäre auch möglich, aber hier kämen erschwerend Währungsumrechnungen dazu. Als Finanzdienstleister nutze ich „boon.“ von der Wirecard AG, interessanterweise ein deutsches Unternehmen.

Nun gibt es ein paar kleine Hürden, aber keine Angst, in weniger als einer Stunde ist man mit allem durch. Auf dem iPhone muss die boon.-App aus dem französischen App-Store installiert werden. Der Store muss also kurzzeitig gewechselt werden. Weiterhin muss das iPhone (und falls vorhanden auch die Apple Watch) auf die Region „Frankreich“ umgestellt werden, aber nur während der Einrichtung, danach kann man wieder auf „Deutschland“ zurückstellen. Die Sprache braucht nicht geändert zu werden, sondern wirklich nur die Region. Zum Download der App wird eine französische Apple-ID benötigt, aber keine Kredit- oder iTunes-Karte, da die boon.-App kostenlos ist.

In der boon.-App, die übrigens über eine deutschsprachige Lokalisierung verfügt, registriert man sich für ein Konto ganz normal mit seiner deutschen Adresse. Es gibt drei Kontotypen, für Apple Pay sollte man mindestens „BASIC“ haben und kann damit bis zu 2500 € im Jahr umsetzen. Es handelt sich um ein Prepaid-Konto, d.h., es ist erforderlich Guthaben aufzuladen, was per Kreditkarte (kostenpflichtig) oder Überweisung (kostenlos) möglich ist. Ich nutze die Überweisung, die nach meinen Erfahrungen in rund 24 Stunden meinem boon.-Konto gutgeschrieben wird. Es wird übrigens an eine deutsche IBAN überwiesen. Ich habe mir eine Überweisungsvorlage dafür bei meiner Hausbank angelegt, so dass künftige Überweisungen schnell von der Hand gehen. Das boon.-Konto selbst ist im ersten Jahr kostenlos, danach werden 99 Cent pro Monat fällig. In der boon.-App werden das Guthaben, sowie die bisherigen Transaktionen angezeigt.

Im letzten Schritt fügt man aus der App heraus die boon.-Karte seiner Wallet auf dem iPhone und – wenn wie bei mir vorhanden – auf der Apple Watch hinzu, das sind zwei separate Vorgänge. Nun kann die Region zurück auf „Deutschland“ gestellt werden. Die App-Store-Wechselei hatte bei mir übrigens den Seiteneffekt, dass ich meine Offline-Titel aus der iCloud-Musikbibliothek neu herunterladen musste. Ich weiß leider nicht genau, ob das grundsätzlich so ist.

Bezahlen per iPhone

Bezahlung per iPhone

Ist das erste Guthaben bei „boon.“ angekommen, kann es losgehen, das Bezahlen per Apple Pay. Tipp: Dem Kassenpersonal nicht sagen, dass man per Smartphone bezahlen möchte (das halten viele nach meiner Erfahrung für nicht möglich), sondern „kontaktlos per Karte“ oder einfach „per Karte“. Unterstützt der Händler Apple-Pay öffnet sich die Wallet-App, sobald das iPhone in die Nähe des Terminals gehalten wird. Nun noch kurz per Fingerabdruck bestätigen und der Einkauf ist bezahlt. Mit der Apple Watch ist die Vorgehensweise etwas anders, hier ist ein Doppelklick auf den unteren Knopf erforderlich, es öffnet sich die Wallet-App mit der boon.-Karte, Uhr in die Nähe des Terminals halten, bezahlt! Auf dem Kassenbon erscheint der Vorgang als Mastercard-Zahlung.

Bezahlen per Apple Watch

Zahlung per Apple Watch

Ich möchte nochmal betonen wie schnell und umkompliziert der Bezahlvorgang ist, es dauert wirklich nur wenige Sekunden!

Getestet habe ich das Ganze schon bei Edeka, Kaufland und McDonalds, es wurde mir aber zugetragen, dass z.B. auch REWE, Lidl, ALDI, Deichmann, Burgerking, Vapiano, Starbucks, ARAL, Esso und Sanifair die Zahlung via Apple Pay unterstützen, möglicherweise jeweils nicht in allen Filialen (Danke für das entsprechende Feedback via Twitter!) Dennoch ist das bereits eine so große Basis, dass ich mich ernsthaft frage, warum Apple Pay hier noch nicht am Start ist, denn es dürften nach dem Launch erstmal nicht viel mehr werden. Es würde mich sehr wundern, wenn es dieses Jahr nicht losgeht.

Fremdsprachen lernen mit Apps revisited

23 Jan 2017
23. Januar 2017

Vor rund eineinhalb Jahren habe ich hier vorgestellt, wie man mit Hilfe entsprechender Apps eine neue Fremdsprache lernen kann. Inzwischen habe ich zwei neue Apps am Start, die zwei im ersten Artikel vorgestellte Programme ersetzen. Dies ist der Anlass für diesen Update-Artikel.

Fangen wir gleich mit dem Sprachkurs an, sicherlich der wichtigsten Komponente im Sprachlern-Köcher. Hier habe ich Babbel durch Duolingo ersetzt. Wo liegen die Unterschiede? Mich motiviert Duolingo mehr zum täglichen Lernen, weil es ähnlich wie Fitness-Apps oder Programme zum Antrainieren von neuen Angewohnheiten strähnenbasiert („streak“) arbeitet. Eine 14 Tage-Trainingssträhne will man nun mal nicht so schnell unterbrechen. Das Tagespensum kann in den Einstellungen festgelegt werden. Die Trainingseinheiten sind so kompakt, dass man zwei davon mit einem Aufwand von 10-15 Minuten täglich locker schafft. Mehrere Trainingseinheiten sind jeweils zu einem Thema wie z.B. „Fragen“, „Farben“ oder „Adverbien“ gruppiert. Die Trainingseinheit selbst besteht aus Einzelübungen wie Diktate kurzer Sätze in der Fremdsprache, Übersetzungen in beide Richtungen (sowohl mit der Tastatur, als auch durch Drag&Drop einzelner Wörter), dem Finden von Wortpaaren oder der Auswahl der richtigen Lösung im Multiple-Choice-Verfahren. Macht man während einer Einheit zu viele Fehler, müssen erst Auffrischungseinheiten absolviert werden bevor fortgefahren werden kann (alternativ kann virtuelles Geld, welches man kaufen oder durch abgeschlossene Gruppen verdienen kann, eingeworfen werden). Auch bereits abgeschlossene Gruppen werden gelegentlich zur Auffrischung angeboten, Duolingo erkennt dabei, in welchen Bereichen Schwächen vorhanden sind. Gelegentlich blendet die App ein, wie flüssig man die Fremdsprache (in Prozent) inzwischen beherrscht. Die Übungen bauen größtenteils aufeinander auf, so dass man neue Gruppen erst beginnen kann, wenn die darunterliegenden abgearbeitet sind. Insgesamt macht das alles einen durchdachten Eindruck und ich komme damit sehr gut zurecht.

Duolingo (I)

Duolingo (II)

Duolingo (III)

Duolingo gibt es für über 20 Sprachen, jedoch ist nur bei Englisch, Spanisch und Französisch die Unterrichtssprache Deutsch. Bei allen anderen Sprachen – in meinem Fall Dänisch – ist die Unterrichtssprache Englisch, was mir persönlich keinerlei Probleme bereitet. Hier ist Babbel klar im Vorteil, dort ist auch bei den exotischeren Sprachen die Unterrichtssprache Deutsch. Was mir an Duolingo besser gefällt ist, dass es zu allen Themen Beispielsätze gibt, während bei meinem Babbel-Dänischkurs zu vielen Themen nur einzelne Vokabeln trainiert wurden. Dafür gibt es bei Babbel wiederum eine Liste aller gelernten Wörter und Regelwendungen, die als Basis für das Auffrischen des Gelernten dient. Im Gegensatz zu Babbel ist Duolingo kostenlos (die App hat akademische Wurzeln), in letzter Zeit wird allerdings nach jeder Trainingseinheit eine Werbetafel eingeblendet, die ich allerdings nicht als aufdringlich empfinde.

Duolingo (IV)

Die zweite App ist ein neuer Vokabelverwalter und -trainer. Bisher hatte ich „iVocabulary“ für macOS und iOS dafür benutzt. Ich wechsele sehr oft zwischen den Plattformen und trage, wenn ich unterwegs mit Duolingo lerne, neue Vokabeln auch direkt auf dem iPhone ein. Leider funktioniert nach meinen Erfahrungen der Sync nicht wirklich gut und dauert auch vor allem sehr lange, was bei dem doch recht geringen Datenumfang unverständlich ist. Glücklicherweise habe ich im App Store „Wokabulary“ gefunden, welches ebenfalls für macOS und iOS (iPhone und iPad) erhältlich ist. Insgesamt musste ich für beide Plattformen rund 25 Euro investieren, was aber bei einem Nischenprogramm, welches ich täglich nutze, in Ordnung geht. Der Sync von Wokabulary ist iCloud-basiert und läuft nach meinem bisherigen Beobachtungen absolut schnell und zuverlässig. Der Funktionsumfang beider Vokabel-Apps ist ähnlich. Nette Features der iOS-Version von Wokabulary sind das automatische Umschalten auf die Fremdsprachen-Tastatur bei Eingaben in der Fremdsprache und eine mögliche Audioausgabe der fremdsprachigen Wörter beim Vokabeltraining.

Wokabulary Mac

Wokabulary iPhone

Zum Schluss noch ein Bonustipp für alle, die wie ich Dänisch lernen: Die App „Tysk Ordbog – Large“ (iPhone und iPad) hat sich als sehr nützlich erwiesen. Es ist ein Wörterbuch Deutsch-Dänisch und Dänisch-Deutsch mit rund 200.000 Einträgen. Ich habe noch so gut wie nichts gefunden, was da nicht drin steht. Außerdem gibt es Zusatzinformationen zu jedem Eintrag, bei dänischen Substantiven z.B. die Form mit angehängtem Artikel sowie der Plural. Der Anschaffungswiderstand ist mit rund 30 Euro allerdings recht hoch.

Tysk Ordbog

Alexa – erste Erfahrungen mit dem Amazon Echo

16 Jan 2017
16. Januar 2017

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass ich ein riesiger Fan von Sprachsteuerung – in der Apple-Welt auch „Siri“ (Link zu meinem Siri-E-Book) genannt – bin. Mit großem Interesse habe ich daher vernommen, dass Amazon sein Echo-Gerät (endlich) auf den deutschen Markt bringt, schließlich bietet Apple noch keine stationäre Lösung (sprich einen eigenständigen Lautsprecher) im Bereich Sprachassistenten an. Jüngste Äußerungen aus der Führungsetage, dass so ein Gerät ohne Bildschirm keinen Sinn macht (was ich anders sehe), lassen mich daran zweifeln, dass da bald was kommt. Weil ich Sprachinterfaces bzw. persönliche Assistenten für zukunftsweisend halte – vielleicht sind sie sogar das „next big thing“, habe ich mir ein Echo bestellt. Leider funktioniert das derzeit nur auf Einladung und ich musste von September bis Januar auf selbige warten, nun aber ist das Echo ungefähr eine Woche bei mir und ich kann über meine ersten Erfahrungen berichten.

Echo Unboxing

Unboxing

Das Gerät ist ein etwa 24 cm hoher Zylinder (Durchmesser rund 8,5 cm). Der Mantel dient als Lautsprecher, auf der Oberfläche sind drei Bedienelemente, Aktivierungsknopf, Mikrofonsperre und Lautstärkenregler. Am Zylinderkopf ist ein Leuchtring, der z.B. blau leuchtet, wenn Sprachbefehle erfasst und beantwortet werden. Ein Netzteil versorgt das Ganze mit Strom, weitere Anschlüsse gibt es nicht. Eingerichtet wird das System mit Hilfe der Alexa-App, in meinem Fall der iOS-Version davon. Das funktioniert wie bei vielen anderen Geräten auch, man verbindet das Smartphone mit dem WLAN vom Echo und gibt in der App die WLAN-Daten des Heimnetzes ein, damit das Gerät dieses dann nutzen kann. Viel mehr ist auch prinzipiell nicht nötig, um die ersten Sprachbefehle absetzen zu können. Dazu sagt man das Aktivierungswort „Alexa“ gefolgt vom jeweiligen Anliegen. Es gibt zwei alternative Aktivierungswörter, unverständlicherweise aber nicht „Computer“, ärgerlich für uns Star-Trek-Fans. Weiterhin ist eine Aktivierung per Hardware-Taste möglich, was ich so gut wie nie nutze. Amazon sagt, Sprachdaten werden erst zu den Amazon-Servern geschickt, wenn das Aktivierungswort gefallen ist. Wollen wir hoffen, dass das so ist, jedenfalls ist mir nichts Gegenteiliges bekannt, schließlich hatten Sicherheitsforscher schon einige Zeit, sich mit dem System zu befassen. Mit einer weiteren Taste kann man die Mikrofone – Amazon sagt auf Hardware-Ebene – ausschalten. Der Leuchtring ist dann rot gefärbt. Es sind übrigens sieben leistungsstarke Mikrofone eingebaut, so dass man auch etwas weiter vom Echo weg sein kann und trotzdem noch verstanden wird. Das Gerät kann übrigens auch als ganz normaler Bluetooth-Lautsprecher genutzt werden, mit dem Befehl „koppeln“ wird der Zylinder ein sichtbares Bluetooth-Device, welches man z.B. mit dem Smartphone verbinden kann. Die Qualität der Lautsprecher-Ausgaben ist nebenbei bemerkt recht gut.

Alexa-App

Alexa-App

Wo sind nun die Unterschiede zu Siri? Den ersten habe ich schon genannt, es ist ein stationäres Gerät, was immer bereitsteht. Das ist schon recht nah am Raumschiff Enterprise, um die Serie nochmal zu bemühen, man kann den Computer einfach und freihändig irgendwas fragen oder machen lassen. Die Spracherkennung funktioniert dabei nach meinen Erfahrungen zuverlässiger und schneller als bei Siri, sodass der Frustfaktor, wenn ich das mal so nennen darf, hier kleiner ist. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass man sich etwas strenger an die Befehlssyntax halten muss als bei Siri.

Der Befehlsumfang vom Echo ist – das ist mein erster Eindruck – erstmal kleiner als bei Siri, kann aber durch Drittanbieter erheblich erweitert werden (dazu später mehr), was bei Siri nur in einigen ausgewählten Bereichen möglich ist. So kann Alexa z.B. keine Anrufe starten, Nachrichten verschicken, E-Mails schreiben oder etwas auf Twitter oder Facebook posten. In den Bereichen Datum, Umrechnungen, Wetter, Sport und Aktien kann Siri – soweit ich das festgestellt habe – mehr (z.B. mehr Feiertage, mehr Währungsumrechnungen, Sporttabellen und Wetter-Einzeldatenabfragen). Für manche Funktionen lebe ich auch einfach im falschen Ökosystem. Wenn man die Kalenderfunktionen nutzen möchte, muss man z.B. einen Google-Kalender haben. Und alles, was mit Musik zu tun hat, geht natürlich über Amazon. Daher musste ich mir erst in Amazon Music einige Playlisten anlegen, um diese Funktionen sinnvoll nutzen zu können.

Kommen wir aber mal wieder zu den guten Seiten des Echos, davon gibt es einige. Das fängt z.B. mit dem Befehl „guten Morgen“ an. Mit der Antwort erhält man einen „fact“ oder „fun fact“ zum jeweiligen Tag, was ich sehr nett finde. In der vergangenen Woche war das z.B., dass die Elbphilharmonie eröffnet wird oder das „Dschungelcamp“ beginnt. Sehr gut gemacht ist auch der Befehl „was gibt’s neues?“, eine Art „Briefing“ aus Nachrichtenquellen (auch von Drittparteien), welches man sich selbst zusammenstellen kann. Bei mir sind das Tagesschau, Wirtschaftswoche, Heise Topnews und Wetter. So kann man schon recht gut informiert in den Tag starten. Das Gerät kann neben Musik auch ganz normale Radiosender (Internet-Streams) abspielen, was für einen zylinderförmigen Lautsprecher natürlich praktisch ist. Dazu sagt man einfach z.B. „Spiele Radio NDR 2“). Siri bietet hier nur den Apple-Sender „Beats One“ an. Zu den Grundfunktionen gehören u.a. noch Hörbücher, Wecker, Timer, Wissensfragen (Hauptstädte, Einwohnerzahlen, Regierungschefs, Berechnungen, Geographie, Infos zu Prominenten, …),  eine Einkaufsliste, eine ToDo-Liste, Infos zu Geschäften und Restaurants und jede Menge Smalltalk (Alexas Vorrat an Witzen ist hierbei recht groß). Es ist auch möglich, Amazon-Bestellungen auszulösen und den Lieferstatus abzufragen, dies habe ich allerdings noch nicht getestet. Natürlich gehören heutzutage auch SmartHome-Funktionen zu einem solchen System. So kann „Alexa“ beispielsweise schon mit Bordmitteln meine Hue-Lampen steuern, allerdings ohne die Farben, was sich mit Drittanbietern aber weitgehend beheben läßt.

Richtig spannend wird es ganz allgemein mit eben solchen Erweiterungen, die bei Amazon „Skills“ genannt werden. Die Installation selbiger erfolgt wie die ganze übrige Konfiguration in der Alexa-App. Es gibt zwar noch nicht wahnsinnig viele für das deutschsprachige System, aber die, die es gibt, und ein Blick in die USA zeigen, wie mächtig das Gerät damit wird oder werden wird. Über die App und den Skill „Yonomi“ kann ich z.B. mein „Logitech Harmony“-System ansprechen, d.h., ich habe nun Sprachbefehle wie „Fernseher einschalten“ oder „Stereoanlage ausschalten“, die selbiges dann auch tun. Dieser Skill kann auch mein Hue-System besser ansprechen und ermöglicht eine weitergehende Lampen- und Farbsteuerung. Darüber hinaus gibt es Skills für eine Reihe weiterer SmartHome-Systeme, einschließlich Heizungssteuerung. Mit dem Skill „Heim-Wetterstation“ kann ich die Daten meiner Netatmo-Wetterstation per Sprache abfragen, einschließlich der aktuellen Außentemperatur. Schließlich beantwortet der Skill „Deutsche Bahn“ Fragen zu Zug- und Busverbindungen, auch im hiesigen Nahverkehr. Das System ist also weit offen und ich bin sehr gespannt, was da noch alles kommen wird.

Insgesamt kann das Amazon Echo meiner Meinung nach schon jetzt so viel, dass es über den Spielkram-Status hinausgeht. Ich finde, Siri und Alexa ergänzen sich gut.

Update vom 23.01.2017: Inzwischen ist eine neue Firmware-Version erschienen, die tatsächlich das Aktivierungswort „Computer“ zuläßt (liest Amazon hier mit?). Da kommt wirklich echtes Enterprise-Feeling auf, welches ich nicht mehr missen möchte, auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Erkennung ein klein wenig schlechter geworden ist als mit „Alexa“.

iPhone am Fahrrad befestigen und nutzen

01 Jan 2017
1. Januar 2017

Da ich in letzter Zeit zunehmend mit dem Fahrrad unterwegs bin, entstand relativ schnell der Wunsch, das iPhone am Fahrrad zu befestigen. Hauptanwendung ist dabei die Navigation mit ihren verschiedenen Aspekten, wie das Einsehen einer Umgebungskarte, das Ankündigen von Richtungswechseln, die Anzeige der verbleibenden Kilometer, das Aufzeichnen der gefahrenen Strecke usw. Da hierzu der Bildschirm ständig in Betrieb ist, war eine der wichtigen Anforderungen, in der Nähe des iPhones auch ein Zusatzakku platzieren zu können.

Grundsätzlich gibt es mehrere Stellen am Fahrrad, an die man ein Smartphone befestigen kann. Da wäre zunächst mal der Lenker, der ist bei mir aber mit Akku-Lampe, Klingel und konventionellem Fahrradcomputer schon so gut wie voll bestückt. Diese Variante habe ich daher schnell verworfen. Variante 2 wäre eine Tasche mit Sichtfenster oben, die am oberen Rahmen befestigt wird. Auch diese Möglichkeit habe ich verworfen, weil die Befestigung bei solchen Taschen meist über Schlaufen erfolgt, deren Stabilität ich nur schwer einschätzen konnte. Weiterhin müßte man während der Fahrt recht weit hinunterschauen und evtl. wäre auch die Beinfreiheit etwas behindert.

Daher habe ich mich für den Lenkervorbau entschieden. Hier war zum einen noch reichlich Platz und zum anderen ist die Ablesehöhe dort nahezu ideal. Als Tasche habe ich die „Rixen und Kaul KLICKfix Phonebag Duratex Plus“ (z.B. bei Amazon erhältlich) genommen. Die Tasche ist wasserfest und besteht aus zwei Fächern, einem von der Höhe her schmalen oben mit Sichtfenster (hier kommt das Smartphone rein) und einem breiteren Fach unten. Dieses kann entweder für den Zusatzakku oder für andere kleine Dinge verwendet werden. Der Touchscreen kann durch die Folie bedient werden, allerdings nicht der neue Homebutton des iPhone 7. Ich behelfe mir daher mit einer Funktion, die sich „Assistive Touch“ nennt und einen Software-Homebutton auf den Bildschirm zaubert. Am einfachsten aktiviert man diese Funktion via Siri: „Assistive Touch einschalten“. Außerdem ist es sinnvoll, das automatische Abschalten des Bildschirms während der Fahrt zu deaktivieren. Das gelingt unter Einstellungen > Anzeige & Helligkeit > Automatische Sperre, dort den Wert einfach auf „Nie“ setzen.

Phonebag

Für längere Fahrten bestücke ich das untere Fach mit einem Zusatzakku und verbinde es mit einem 50cm-Lightning-Kabel von Gravis mit dem Smartphone. Das Kabel muss oben rechts oder links neben dem Telefon vorbeigeführt werden. Die Tasche ist so gemacht, dass ein iPhone 7 (und damit auch ein iPhone 6 oder 6S) dort ziemlich genau hineinpasst. Größer darf das Smartphone also nicht sein.

Die Tasche wird mit Hilfe eines „KLICKfix Quad Adapters“ (z.B. bei Amazon oder vielen Fahrradhändlern erhältlich) am Vorderbau befestigt. Dieser liegt der Tasche schon bei, kann aber bei Bedarf einzeln nachbestellt werden. Die Befestigung des Adapters war etwas fummelig, mein Nachbar hat mich aber dabei tatkräftig unterstützt (vielen Dank nochmal, André!). Die Tasche hat unten das entsprechende Gegenstück zum Adapter, so dass sie dort problemlos „eingeklickt“ werden kann. Sie ist dann umgangssprachlich gesagt „bombenfest“, so dass nie auch nur ansatzweise die Befürchtung bestand, dass sie während der Fahrt abfallen könnte. Gelöst wird die Verbindung durch das Drücken der  beiden roten Knöpfe am Adapter. Der Adapter ermöglicht eine Befestigung sowohl im Hoch- als auch im Querformat, was je nach benutzter App sehr praktisch sein kann.

Klickfix-Adapter

Als App während der Fahrt nutze ich in erster Linie „Komoot“. Sie ist für Android und iOS erhältlich, bietet aber auch ein Webfrontend, um die Touren auf dem großen Desktop-Monitor zu planen oder sich eine aufgezeichnete Radtour anzuschauen. Komoot verdient eigentlich einen eigenen Artikel, der evtl. auch mal kommen wird, ich möchte mich heute aufs wesentliche beschränken. Die App läßt sich sinnvoll nur mit einem (kostenlosen) Komoot-Account nutzen, allein schon, um die Daten zwischen der Smartphone- und der Webversion auszutauschen. Grundlage von Navigation und Aufzeichnung sind das Kartenmaterial, welches in Regionen unterteilt ist (Rostock mit Umland ist z.B. eine solche). Eine bekommt man kostenlos, weitere sind für wenige Euro pro Gebiet zu erwerben, wodurch sich die App auch finanziert. Man kann auch gleich alle Regionen zum Gesamtpreis von rund 30 Euro im Komplettpaket erwerben, gelegentlich ist dieses sogar für ein paar Tage um 10 Euro reduziert. Das hängt natürlich vom eigenen Fahrverhalten ab, ist man nur heimatnah unterwegs, kommt der Einzelkauf günstiger oder man ist gar mit der kostenlosen Region schon versorgt. Bedenken sollte man aber, dass die App auch zum Wandern genutzt werden kann, so dass ggf. noch die eigenen Urlaubsregionen hinzukommen. Die Karten können direkt auf das Smartphone geladen werden, da ja unterwegs nicht unbedingt immer ein Mobilfunknetz zur Verfügung steht. Außerdem spart man auf diese Weise mobile Daten.

Beispielregion

Die wichtigsten Funktionen sind Planung und Aufzeichnung. Man kann entweder eine Tour von Komoot oder Komoot-Nutzern auswählen oder komplett selbst planen. Dazu gibt man einfach Start und Ziel sowie eventuelle Wegpunkte ein. Ist man fertig, gibt die App eine Einschätzung zum Schwierigkeitsgrad der Tour, schätzt die Dauer und gibt u.a. an, wieviel der Strecke Radwege sind und wie sich der Streckenbelag prozentual verteilt. Darüber hinaus wird das Höhenprofil angezeigt. Fertige Touren können optional anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Ich war übrigens erstaunt, wieviele Radwege Komoot hier in meiner Region kennt. Während der Fahrt folgt man den Anweisungen auf dem Bildschirm, der auch eine Karte mit der Route anzeigt, sowie einer ganzen Reihe von Daten (aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte KM, verbleibende KM, verbleibende Zeit sowie das Höhenprofil). Optional sind auch Sprachansagen möglich. Unterwegs können direkt mit der App Fotos gemacht werden, die der Tour dann hinzugefügt werden. Möchte man Komoot nicht als Navi nutzen, kann man die gefahrene Strecke auch einfach nur aufzeichnen lassen. Bei Nutzung der Navigation wird die Tour sowieso aufgezeichnet.

geplante Tour

Navigation

Tour-Statistik

Andere Komoot-Nutzer können als Kontakte hinzugefügt werden, deren Touren man dann nachverfolgen kann.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

24 Dez 2016
24. Dezember 2016

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wie immer nutze ich meinen weihnachtlichen Blog-Artikel dazu, auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Dieses Jahr sind es mit diesem hier 14 Artikel geworden. Leider nicht so viel, wie ich mir wünschen würde, aber mehr war aufgrund meiner vielfältigen Aktivitäten nicht drin. Darüber hinaus ist eine Neuauflage meines Siri-Buchs erschienen, welches durch das Erscheinen iOS 10 und macOS Sierra schon wieder ein klein wenig veraltet ist. Ich bin gerade dabei, die Neuerungen in das Buch einzupflegen und werde über den iBooks-Store ein kostenloses Update veröffentlichen, sobald ich soweit bin. Es gibt auch ein Konzept für ein zweites Buch zu einem ganz anderen Thema, ich hoffe, dass ich ein wenig Zeit dafür finden werde.

Leider hat Amazon mir noch keine Echo-Einladung zukommen lassen, ich bin sehr gespannt, auch diese Sprachsteurung einmal auszuprobieren.

Der meistgelesene Artikel aus diesem Jahr ist „Mein GTD-Workflow“ von Anfang Mai. Ich hoffe dieses Posting konnte dem ein oder anderen weiterhelfen, seine Aufgaben und Projekte besser zu organisieren, bzw. überhaupt mal damit anzufangen, sich nicht mehr auf sein Gedächtnis zu verlassen, denn das ist dafür einfach nicht gemacht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie hilfreich die Methoden und Ideen von David Allen für mein tägliches Leben sind.

An Apple-Hardware wurden im Laufe des Jahres zwei Anschaffungen getätigt, das iPhone 7 und die AirPods. Nach einem Vierteljahr Nutzung könnte ich mit dem iPhone 7 zufriedener nicht sein, es ist mein bisher bestes iPhone. Insbesondere die 3D-Touch-Funktionen und die Taptic-Engine – für mich die positive Überraschung im Gerät – sorgen für ein deutlich einfühlsameres Handling. Auch das komplett schwarze Design gefällt, rückblickend waren die Antennenstreifen am iPhone 6/6s wirklich nicht schön. Auf die AirPods habe ich lange gewartet, nun sind sie da, der vorherige Artikel enthält meinen ausführlichen Bericht.

Auf der Software-Schiene spendierte uns Cupertino iOS 10, macOS Sierra sowie watchOS 3 und in allen drei Updates war etwas für mich dabei, wie z.B. das Sharing von Apple-Notizen, die übergreifende Zwischenablage, das Entsperren des Mac mit der Watch oder Siri auf dem Mac. Etwas enttäuscht bin ich über die Siri-Nutzung in Dritthersteller-Apps unter iOS 10. Hier hätte ich mir mehr App-Kategorien gewünscht, insbesondere Podcasts. Ich hoffe da sehr auf das nächste Jahr. Schade finde ich auch, dass iOS immer noch nicht mehrere AirPlay-Lautsprecher gleichzeitig bespielen kann. Manchmal scheint Apple nicht so richtig hinter seinen eigenen Technologien zu stehen. Mit watchOS 3 hat Apple seine Watch nochmal ordentlich umgekrempelt und damit die allermeisten Geschindigkeitsprobleme ausgeräumt. Ich trage sie täglich, mit den AirPods hat sie nun auch viele Musiksteuerungsfunktionen bei mir übernommen.

Schließlich brachte mir das Jahr auch noch ein neues Hobby, das Fahrradfahren, was mein Zeitbudget noch etwas angespannter werden läßt. Im Nachhinein kann ich es nur als „bekloppt“ bezeichnen, schon so lange im Flachland zu wohnen – dazu noch in einem dünn besiedelten Bundesland mit herrlicher Natur – und nicht früher damit angefangen zu haben. Aber wie sagt man, besser spät als nie. Auch aus diesem Hobby wird hoffentlich der ein oder andere Artikel hier entstehen. So werde ich schon bald berichten, wie ich mein iPhone am Fahrrad befestige und welche App ich für meine Radtouren nutze.

Global betrachtet war 2016 zweifellos ein irres Jahr: Brexit, US-Wahl, Terror, … Und viel zu viele Prominente, die ich sehr geschätzt habe (David Bowie, Roger Willemsen, Hans-Dietrich Genscher, Bud Spencer, Götz George, Manfred Krug, …), sind leider verstorben.

Zum Schluß noch eine Ankündigung zum Blog selbst. Aufgrund der neuen Rechtslage zum Thema Link-Haftung („LG Hamburg“, sollte jeder, der das Netz intensiver nutzt, eigentlich mitbekommen haben) werde ich künftig externe Seiten wenig bis gar nicht mehr verlinken, da ich einfach keine Lust (und kein Geld) habe, für die Fehler anderer zu haften. Auch meine bisherigen Artikel werde ich in dieser Hinsicht nach und nach überarbeiten. Mit ist bewusst, dass dies für meine Leser zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, z.B. die besprochenen Produkte zu „googlen“, was ich zu entschuldigen bitte. Mir ist leider keine andere Lösung eingefallen. Für wie weltfremd ich diese Rechtslage halte, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

Nochmals schöne Feiertage und schauen wir mal, was das nächste Jahr für uns bringt!

Artikel-Foto: Rostocker Weihnachtsmarkt 2016, aufgenommen aus dem Riesenrad

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